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    World Suicide Prevention Day (WSPD): Der Welttag der Suizidprävention

World Suicide Prevention Day (WSPD)

Der Welttag der Suizidprävention

Als Bestattungshaus finden wir uns h√§ufig in Situationen, in denen Hinterbliebene in tiefer Trauer √ľber den Verlust eines Menschen sind, der den Freitod gew√§hlt hat. Global ist der Suizid eine der h√§ufigsten Todesursachen.

Das Thema Selbsttötung

Als Bestattungshaus haben wir t√§glich mit der Trauer und dem Schmerz Hinterbliebener zu tun. Menschen, die Ihre Elternteile beerdigen m√ľssen, Eltern die ihre Tochter oder ihren Sohn verloren haben, Eheleute deren Partner bei einem Unfall ums Leben kam. Das t√§gliche Gesch√§ft ist gepr√§gt vom einf√ľhlsamen Umgang mit Kunden, die einen starken Partner an Ihrer Seite suchen, der sie durch diese schweren Tage begleitet und ihnen Last von den Schultern nimmt, indem eindeutig kommuniziert wird, welche Entscheidungen sofort getroffen werden m√ľssen und welche warten k√∂nnen.

Die Todesf√§lle in denen sich Menschen h√§ufig am meisten Unterst√ľtzung erhoffen, sind solche, in denen die ohnehin emotional belastende Situation eines Trauerfalls zus√§tzlich dadurch intensiviert wird, dass Hinterbliebene einen geliebten Menschen durch eine Selbstt√∂tung verloren haben.

Statistische Fakten zum Thema Suizid

Laut Daten der WHO begen j√§hrlich beinahe 800.000 Menschen Selbstt√∂tung und w√§hlen damit den Zeitpunkt ihres Todes selbst ‚Äď etwa alle 40 Sekunden erfolgt also ein Suizid. Das sind insgesamt fast 1.5 % aller globalen Todesf√§lle. Die letzten verf√ľgbaren Daten (aus 2016) zeigen dabei, dass die Suizidraten in der Altersgruppe ‚Äě10 ‚Äď 29 Jahre‚Äú f√ľr M√§nner etwas h√∂her sind als f√ľr Frauen. Die gleichen Daten zeigen, dass es in Europa zu circa 13 Freitoden pro 100 000 Menschen kommt. Die Daten sind insbesondere f√ľr Europa besonders hoch ‚Äď zwar stiegen die Suizidraten grunds√§tzlich in den letzten 45 Jahren um 60 %, Europa hat dabei aber weiterhin die h√∂chsten Raten weltweit.

Das Bewusstsein √ľber die Pr√§valenz des Freitodes wird in den letzten Jahren immer gr√∂√üer, nicht zuletzt durch die Freitode ber√ľhmter Pers√∂nlichkeiten wie Robin Williams oder das √∂ffentliche ansprechen seiner eigenen Depression und der damit einhergehenden Selbstt√∂tungsw√ľnsche des irischen Sportlers Conor Cusack. Auch gibt es in vielen L√§ndern nicht nur Selbsthilfe-Telefon-Hotlines wie in Deutschland die ‚ÄěInternational Helpline Berlin‚Äú (030-44 01 06 07) oder die Telefonseelsorge (0800 1110 111 und 0800 1110 222), auch immer mehr Organisationen bem√ľhen sich darum, Menschen in seelischer Not zu helfen.

Die WHO bietet ebenfalls Online-Ressourcen, die zur Vermeidung von Freitoden helfen k√∂nnen. Diese stehen kostenfrei zum Download zur Verf√ľgung und sollen vor allem lokalen Gemeinschaften helfen, Strategien gegen den Suizid zu entwickeln.

World Suicide Prevention Day (WSPD)

Um das Bewusstsein √ľber das Thema Selbstt√∂tung weiter zu st√§rken, haben die International Association for Suicide Prevention; die WHO und die World Federation for Mental Health in gemeinschaftlicher Kollaboration den "World Suicide Prevention Day", also den ‚ÄěWelttag der Suizidpr√§vention‚Äú ins Leben gerufen. Dieser findet weltweit statt, um mit lokalen Aktionen und Aufrufen die Bev√∂lkerung f√ľr das Thema zu sensibilisieren.

Hierzu finden auf der ganzen Welt Veranstaltungen statt, zudem wird die Bev√∂lkerung aufgerufen, am Abend des WSPD um 20 Uhr eine brennende Kerze ins Fenster zu stellen. Dies soll zeigen, dass es immer ein Licht im Dunklen gibt ‚Äď ein Bild, an dem sich auch zum Beispiel das irische ‚ÄěDarkness into Light‚Äú, einem n√§chtlichen 5 km Spaziergang, der j√§hrlich von der Organisation Pieta House organisiert wird, orientiert.

Bedenken von Angehörigen

Neben der Trauer, die zwangsläufig durch die Selbsttötung eines Angehörigen oder im engen Freundeskreis verursacht wird, haben Hinterbliebene häufig weitere Bedenken, die mit dem Stigma des Themas in der sie umgebenen Gesellschaft zu tun haben.

Beim Bestatter

Die h√§ufigste Frage, die uns gestellt wird, ist diejenige danach, ob wir als Bestattungshaus Freitode √ľberhaupt piet√§tvoll bestatten oder ob wir solche Trauerf√§lle grunds√§tzlich ablehnen. Hier k√∂nnen wir sagen, dass es unser Anliegen ist, als Bestatter empathisch und hilfsbereit jedem Hinterbliebenen als starker Partner zur Seite zu stehen und in diesen schwierigen Tagen f√ľr sie da zu sein.

Beim Friedhof

Die zweite gro√üe Sorge, die wir h√§ufig h√∂ren, ist diejenige nach dem Friedhof. Es herrscht die Bef√ľrchtung, dass sich Friedh√∂fe verwehren k√∂nnten, Menschen, die den Freitod gew√§hlt haben, zu bestatten. Obschon Friedh√∂fe ihre Friedhofssatzungen und Geb√ľhrenordnungen selbst setzen, und es hier auch in der Tat bei manchen Friedh√∂fen Besonderheiten gibt ‚Äď etwa, dass eine Urne immer aufgebahrt wird, auch wenn keine Trauerg√§ste erwartet werden ‚Äď und manche Friedh√∂fe grunds√§tzlich keine anonymen Bestattungen zulassen, ist es unserem Wissen nach bisher noch nicht vorgekommen, dass ein Friedhof die Beisetzung eines Freitodes abgelehnt hat. Zudem ist es mithin nicht notwendig, dem Friedhof beziehungsweise der Friedhofsverwaltung Todesumst√§nde bei der Anmeldung mitzuteilen.

Begrifflichkeit

Wir haben in diesem Artikel, wie auch auf unserer gesamten Website, die Begriffe Freitod oder Selbstt√∂tung gew√§hlt und sprechen bewusst nicht vom ‚ÄěSelbstmord‚Äú. Dies liegt darin begr√ľndet, dass es sich beim Suizid zwar um vors√§tzliches Beenden des eigenen Lebens handelt, dies aber mit Urteil des Europ√§ische Gerichtshof f√ľr Menschenrechte vom 20. Januar 2011 (HAAS v. SWITZERLAND) als Menschenrecht anerkannt ist.

Zudem hat das Bundes-Verfassungsgericht am 26. Februar 2020 das seit 2015 bestehende ‚ÄěVerbot der gesch√§ftsm√§√üigen Sterbehilfe‚Äú (¬ß 217 StGB) f√ľr verfassungswidrig erkl√§rt. Diese Entscheidung wurde damit begr√ľndet, dass der Mensch ‚Äědie Freiheit hat, sich das Leben zu nehmen‚Äú. Es sollte also grunds√§tzlich nicht l√§nger vom Selbst‚Äúmord‚Äú die Rede sein.

Der Begriff ‚ÄěSuizid‚Äú, eine begriffliche Alternative zu Freitod und Selbstt√∂tung, geht zur√ľck auf das Lateinische. Er setzt sich zusammen aus den beiden Wortst√§mmen ‚Äěsui‚Äú, etwa ‚Äěsich selbst‚Äú und ‚Äěcaedere‚Äú, was so viel wie ‚Äět√∂ten‚Äú bedeutet.

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Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europ√§ischen Fonds f√ľr regionale Entwicklung (EFRE).
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