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by Simone Hutsch
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    Ökobilanz einer Kremation

Umwelteinfluss

Ökobilanz einer Kremation

Lesen Sie hier alles über die Ökobilanz und CO2 Ausstoss einer Kremation oder Erdbeisetzung.

Für die meisten Umweltbewussten von uns, die sich die Frage stellen, was eigentlich nach dem Tod passiert, ist es sicherlich besser, langsam zu verwesen als zu verbrennen. Allein während wir leben, sorgen wir bereits für eine ausreichende Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Da ist es eventuell besser, im Tod zu kompostieren, wie es die Natur vorgesehen hat.

Doch was hat die bessere Klimabilanz?

Die Bestattung in einem Sarg kann auch eine Belastung für die Umwelt darstellen, da wir so Tonnen von Holz, Metall und Beton im Boden vergraben, ganz zu schweigen von dem giftigen Formaldehyd in den Einbalsamierungsflüssigkeiten, die mit der Zeit in die Gewässer gelangen können.

Auch der menschliche Körper gibt bei der Zersetzung Bestandteile frei und hat damit wieder einen Einfluss auf seine Umwelt. Er besteht vor allem aus Kohlenstoff und Wasser, aber auch aus Phosphor, Magnesium, Kalium, Eisen und diversen Spurenelementen. All diese chemischen Bestandteile werden ebenfalls wieder frei und gelangen dann in die Atmosphäre, ins Grundwasser oder in die Böden. So konnten Forscher noch bei 1.500 Jahre alten Grabstätten erhöhte Konzentrationen an Phosphor, Eisen und Zink messen. Die Auswirkungen sind dann sogar in der Vegetation sichtbar, da Pflanzen über einem Grab besser wachsen als in der Umgebung.

Anders verhält sich die Bodenchemie, auf die Asche Verstorbener verstreut wird. Was nach der Einäscherung bleibt, ist Knochenasche – und die besteht vor allem aus Phosphor und Calcium. Schon nach mehreren Jahren Nutzung lassen sich in diesen Feldern starke Calcium- und Phosphor- Anreicherungen messen. Auch diese düngen den Boden, jedoch kann bei einer langen und intensiven Nutzung die Bodenchemie durchaus negativ beeinträchtigt werden.

Wie hoch ist die Ökobilanz einer Kremation?


Wie groß ist eigentlich der Einfluss einer Kremation auf die Umwelt?

Auch eine Einäscherung ist nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt. Bedenken Sie, dass ein Krematationsofen bei 760-1.150C für 75 Minuten pro Einäscherung betrieben werden muss und es ist leicht zu erkennen, wie viel Energie benötigt wird. Tatsächlich verbraucht ein Kremationsofen pro Einäscherung durchschnittlich etwa 285 Kilowattstunden Gas und 15 Kilowattstunden Strom - etwa der gleiche häusliche Energiebedarf wie eine einzelne Person für einen ganzen Monat oder etwa der Kraftstoffwert von zwei SUV-Tanks. Also so schon ein deutlicher Unterschied in der Ökobilanz zu einer Beisetzung im Sarg.


Welche Stoffe werden bei einer Kremation nach freigesetzt?

Für die Kremation werden Holzsärge entweder aus massiver Eiche oder Kiefer hergestellt, aber zum Großteil aus furnierter Spanplatte, die mit einem Formaldehydharz verbunden ist. All das wird natürlich am Ende verbrannt und in die Atmosphäre gelangen.

Abgesehen von den erheblichen Treibhausgasemissionen, die dadurch entstehen, ist die Verbrennung laut der Britischen Umweltbehörde auch für 16 % der Belastung durch Quecksilber im Vereinigten Königreich verantwortlich, welches aus Zahnfüllungen stammt. Der dortigen Industrie wurde auferlegt, dass alle 650 Krematorien die Quecksilberemissionen halbieren müssen. Eine Möglichkeit dafür wäre eine Verbrennung bei höheren Temperaturen, was wiederum zu mehr Emissionen und einer schlechteren Ökobilanz führen würde.

Auch in Deutschland ist die Einäscherung inzwischen die bevorzugte Methode der Nachsorge.

Alternative Methoden

Während der Wunsch nach grüneren Beerdigungsoptionen die Bewegung weg von der Sargbestattung auslöste, drängte der Kapitalismus den Tod zu einer konsumorientierten Erfahrung. Die durchschnittlichen Kosten einer Kremation steigen jährlich an. Um der Nachfrage nach kostengünstigen und gleichzeitig kreativen Bestattungen gerecht zu werden, entwickelt sich ein zunehmend vielfältiger Bestattungsmarkt.

Einige Unternehmen verfolgen bei ihren Innovationen einen spezifischen Umweltansatz. Capsula Mundi aus Italien füllt die Asche eines geliebten Menschen in eine biologisch abbaubare, eiförmige Urne, in die zusätzlich ein Baumsamen gegeben wird. Das Ziel ist es, Erinnerungswälder anstelle von Friedhöfen zu schaffen. In Zukunft plant Capsula Mundi die Vermarktung von biologisch abbaubaren Gefäßen in der Größe eines Sarges. In diese wird der Verstorbene platziert und kann somit ohne vorherige Kremation auf natürliche Weise zurück ins Erdreich übergehen. Die Zeit bis zur vollständigen Zersetzung soll deutlich geringer sein als bei einer Erdbestattung in herkömmlichen Särgen. Aus ökologischen Gründen muss dabei jedoch zwingend auf eine Einbalmsamierung verzichtet werden.

Bios Urns, ein Hersteller aus Spanien, bietet biologisch abbaubare Urnen, in deren Wände Samen implantiert werden. Kunden können so entweder ihre Urne draußen mit einem Baumsaatgut ihrer Wahl pflanzen oder den sogenannten Bios Incube kaufen, eine minimalistische Zimmerpflanze für eine Bios-Urn, ausgestattet mit einem Sensor, der für die Bewässerung des Bäumchens sorgt und seine Gesundheit verfolgt.

Es ist also durchaus sinnvoll, sich über unseren Tod hinaus Gedanken über die Auswirkungen auf unsere Umwelt zu machen.

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Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
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