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Seebestattung: Beisetzung auf hoher See

Was passiert bei einer Seebestattung und in welchen Gewässern ist die Beisetzung möglich? Hier finden Sie Antworten auf alle Fragen zur Seebestattung.

Früher waren Bestattungen auf hoher See nur Seeleuten oder jenen, die einen besonderen Bezug zum Meer haben, vorbehalten. Heute ist die Seebestattung in Deutschland für alle Menschen zugänglich. Das Verbundenheitsgefühl mit der Natur, die geringen Folgekosten und die Ortsunabhängigkeit der Ruhestätte machen sie zu einer immer beliebteren Bestattungsart.


Vor- und Nachteile einer Seebestattung

Ausdruck von Naturverbundenheit

Unter Naturliebhabern und Menschen, die eine besondere Verbindung zum Meer haben, ist die Seebestattung besonders beliebt. Vielen Angehörige spendet die Lebendigkeit und Kraft des Meeres Trost bei der Trauerbewältigung. Die Seebestattung bietet eine einzigartige Form der Abschiednahme.

Keine anfallende Grabpflege

Die Seebestattung gilt langfristig als eine pflegeleichte und kostengünstige Beisetzungsvariante, da keine Grabpflege für Hinterbliebene anfällt. Bei einer Seebestattung entsteht kein Grab im herkömmlichen Sinne. Der Gedenkort befindet sich inmitten der Natur. Für Angehörige kann dies belastend sein, da ihnen ein Ort der Trauer fehlt.

Überführungskosten

In Deutschland können Seebestattungen nur auf der Ost- und Nordsee durchgeführt werden. Die Beisetzung in Fließ- oder Binnengewässern ist nicht erlaubt. Je nach Region, in der ein Todesfall eingetreten ist, sollten längere Fahrtzeiten für Angehörige und der Transport des Verstorbenen zur Nord- oder Ostsee eingeplant werden. Sofern der Verstorbene im Ausland auf dem Meer beigesetzt werden soll, fallen entsprechend höhere Überführungskosten an.

Unbefristete Ruhezeit

Auf herkömmlichen Friedhöfen beträgt die Ruhezeit in der Regel zwischen 20 bis 25 Jahren. Bei einer Seebestattung muss keine Grabstelle erworben werden. Die Übergabe des Verstorbenen an das Meer ist an einmalige Kosten und dauerhafte Ruhefristen gebunden.


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Voraussetzung für eine Seebestattung

Ähnlich wie bei der Baumbestattung ist die Kremation Voraussetzung für eine Seebestattung. Die Beisetzung findet in einer sogenannten Überurne statt. Diese besteht aus Naturstoffen und löst sich innerhalb kürzester Zeit auf, wobei keinerlei Belastung für die Umwelt entsteht. Die Verstreuung der Asche auf hoher See ist entgegen vieler Annahmen nicht erlaubt. Dies kann nur auf Umwegen, im Rahmen einer Flugbestattung, über bestimmten Gebieten der Nord- und Ostsee erfolgen.

Beisetzung auf der Nord- und Ostsee

Seebestattungen auf der Nordsee

Die Seebestattung auf der Nordsee ist nur auf dem offenen Meer außerhalb der Drei-Meilen-Grenze zulässig – es ist mit einer Fahrtzeit von etwa einer Stunde zur Position des Seegrabes zu rechnen.

Die Seebestattungen starten beispielsweise von den Häfen in Harlesiel oder Wilhelmshaven auf dem Festland. Auch von den in der Nordsee gelegenen Inseln Wangerooge, Langeoog und Spiekeroog aus können die Fahrten erfolgen. Je nach Wunsch können auch von benachbarten Ländern wie Belgien und den Niederlanden aus Bestattungsfahrten gestartet. Die Dauer der Fahrten beträgt jeweils etwa zwei Stunden.

Seebestattungen auf der Ostsee

Je nach Angebot des Bestattungsunternehmens sind Seebestattungen unter anderem vom Timmendorfer Strand, von Travemünde, Warnemünde, Rügen, Usedom, Flensburg, Kiel und Heligenhafen möglich. Die Orte, an denen eine Seebestattung auf der Ostsee möglich sind, sind vielfältig. Die Gebiete, in denen die Urne versenkt wird, dürfen nicht für den Wassersport oder die Fischerei freigegeben sein und zählen zum sogenannten rauen Grund. Die Bestattung erfolgt außerhalb der 3-Meilen-Zone in den Hoheitsgewässern.

Anonyme Seebestattung

Auch bei der Seebestattung kann der Verstorbene anonym beigesetzt werden. Bei dieser Bestattungsart begleitet keiner der Angehörigen die Urne auf See, nur die Schiffscrew ist mit der Urne an Bord des Schiffs. Der Kapitän nimmt die Zeremonie nach oben genanntem Ablauf allein vor. So findet die verstorbene Person bei der stillen Beisetzung fern von Publikum ihren Frieden. Der genaue Ort der Urnenbeisetzung wird dennoch dokumentiert.


Ablauf der Seebestattung

Einleitung einer Seebestattung

Grundsätzlich gilt es auch bei einer Seebestattung, die wichtigsten Schritte zum Einleiten einer Bestattung zu befolgen. Diese können Sie in detaillierter Ausführung in unserem Ratgeber Wissenswertes rund um die Bestattung nachlesen.

Da für eine Seebestattung eine vorherige Kremation erforderlich ist, sollten Sie die Überführung in das Krematorium sowie die erforderliche zweite Leichenschau in Ihrer Planung berücksichtigen.

Holen Sie sich bei der Organisation der Bestattung Unterstützung von erfahrenen Bestattern. Es empfiehlt sich, mehrere Angebote zu vergleichen und auch die Routine in Sachen Seebestattung zu erfragen. Da die Beerdigungen auf hoher See noch nicht zu den gängigsten Bestattungsarten zählen, haben nicht alle Bestattungsunternehmen fundierte Kenntnisse über das Vorgehen bei einer Seebestattung.

In Abstimmung mit dem Bestattungsunternehmen übernimmt dieses die hygienische Totenversorgung des Verstorbenen und die Ankleidung, die Einäscherung sowie die Überführung zum Ablegehafen. Für eine Seebestattung wird die Asche des Verstorbenen nach der Kremation in eine Aschekapsel gefüllt. Diese kann nach Wunsch zusätzlich in einer wasserlöslichen Urne deponiert werden.

Auf der Übersichtskarte finden Sie all unsere Häfen, von denen eine Bestattung auf hoher See möglich ist.

Am Tag der Beisetzung

Für die Beisetzung wird eine Reederei beauftragt, deren Kapitän die Urne entweder anonym oder im Rahmen einer Beisetzungszeremonie dem Meer übergibt. Am Tag der Seebestattung begrüßt der Kapitän die Trauernden und setzt Kurs auf die letzte Ruhestätte. Ist der Zielort erreicht, wird die Fahne auf Halbmast gesetzt. Der Kapitän oder ein beauftragter geistlicher oder weltlicher Trauerredner spricht die letzten Worte für den Verstorbenen, während er neben der Urne steht. Nachdem die Schiffsglocke traditionell viermal geläutet wurde und somit das Ende der Seewache anzeigt, wird die Seeurne zu Wasser gelassen.

Auf Wunsch kann die Urne mit einem Kranz geschmückt werden und die Trauergäste können einzelne Blumen oder Blütenblätter ins Wasser streuen. Beim Versinken der Urne in die Tiefen des Meeres treiben die Blumen auf dem Wasser und markieren den Bestattungsort. Im Anschluss trägt der Kapitän die genauen Koordinationsdaten der Beisetzung in sein Logbuch ein und übergibt am Ende der Fahrt den Hinterbliebenen eine entsprechende Abschrift. Sie können dadurch den genauen Ort der Seebestattung bei Bedarf aufsuchen.

Es bleibt den Trauernden überlassen ob sie die Trauerfeier auf dem Beisetzungsschiff oder zu Hause gestalten wollen.

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Organisatorisches für die Seebestattung

Vor der Beisetzung auf hoher See müssen einige Dinge rund um die Bestattung und Trauerfeier entschieden werden. Dabei steht Ihnen Ihr Bestatter zur Seite, der mit Ihnen zusammen den Umfang der Trauerfeier plant und die Zusammenkunft nach der Beisetzung organisiert. In einem Trauergespräch können Sie verschiedene Punkte mit dem Bestatter klären:

  • Sargauswahl
  • Offene oder geschlossene Aufbahrung
  • Trauerkarten, Traueranzeige
  • Floristik und andere Dekoelemente
  • Termin für die Trauerfeier
  • Ort für die Trauerfeier
  • Programmpunkte für die Trauerfeier
  • Trauerredner
  • Musiker
  • Grabwahl
  • Leichenschmaus

Viele der Posten sind optional und können auf Ihre Wünsche und Vorstellungen angepasst werden. Berücksichtigen Sie, dass die erbrachten Dienstleistungen nicht nur in der Verantwortung des Bestattungsunternehmens liegen. Viele Leistungen im Rahmen der Trauerfeier werden von externen Anbietern erbracht. Man unterscheidet demnach in direkte und indirekte Bestattungsleistungen.

Kosten einer Seebestattung

Die Kosten einer Seebestattung beinhalten Leistungen wie die Kremation des Verstorbenen, die Überführung des Verstorbenen zum Beisetzungsort und Ausrichtung der Trauerfeier sowie Beisetzung durch eine Reederei. Die Kremationskosten fallen je nach Bundesland und Lokalität sehr unterschiedlich aus. Kosten für die Trauerfeier sind von den persönlichen Wünschen der Angehörigen und dem Umfang der Feierlichkeit abhängig, je nachdem, welche Programmpunkte gewünscht sind. In Abhängigkeit von den direkten und indirekten Bestattungsleistungen können die Gesamtkosten der Seebestattung stark variieren.

Langfristig ist die Seebestattung eine vorteilhafte und kostengünstige Bestattungsvariante, da keinerlei Kosten für Grabpflege, Friedhofsverwaltung und Steinmetz anfallen und auch keine Ruhefristen für die Grabstelle bestehen.





Haben Sie Fragen? Unsere Bestattungsexperten helfen gerne