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Sorgerechtsverfügung: Vormundschaft für Kinder

Wie Sie eine Sorgerechtsverfügung erstellen

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Mit einer Sorgerechtsverfügung können Sie festlegen, wer sich um Ihre minderjährigen Kinder kümmert, wenn Sie selbst frühzeitig versterben. Wir erklären den Begriff, welche Formalitäten Sie beachten sollten und liefern eine beispielhafte Vorlage.

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zur Sorgerechtsverfügung

  • Mit einer Sorgerechtsverfügung definieren Eltern ihren Wunsch über einen Vormund
  • Die Verfügung tritt in Kraft, wenn die Eltern von minderjährigen Kindern versterben
  • Eine Sorgerechtsvollmacht chingegen greift, wenn lebende Eltern nicht mehr sorgerechtsfähig sind
  • Letztlich entscheidet das Familiengericht immer entsprechend dem Kindeswohl
  • Betroffene müssen eine Sorgerechtsverfügung persönlich und per Hand schreiben

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Was ist eine Sorgerechtsverfügung?

Wenn minderjährige Kinder ihre Eltern verlieren, stellt sich die Frage, wer sich fortan um sie kümmert. Im Regelfall entscheidet das Familiengericht, wer das Sorgerecht für die hinterbliebenen Kinder erhält. Doch mit einer schriftlichen Verfügung können Eltern zu Lebzeiten das Sorgerecht übertragen – für den Fall ihres vorzeitigen Ablebens. Als Vormund und optional Ersatz-Vormund kommen nicht nur Familienmitglieder, sondern auch Menschen aus dem Freundeskreis infrage.

Es ist wichtig, dass Eltern die ausgewählten Personen vorher informieren beziehungsweise ihre Zustimmung einholen. Dass ein Vormund selbst volljährig sein muss, steht außer Frage. Allerdings sollte die Person nicht zu alt sein, um die Vormundschaft bis zur Volljährigkeit der Kinder übernehmen zu können. Die letzte Entscheidung trifft immer das Familiengericht. Es orientiert sich zwar an den Wünschen, die in der Sorgerechtsverfügung stehen, kann diese aber ablehnen, wenn es die bevollmächtigte Person beispielsweise als „zu alt“ erachtet.

Trotzdem lohnt es sich, eine Sorgerechtsverfügung für ein Kind aufzusetzen, denn gegebenenfalls werden die verwaisten Kinder zunächst in einer sogenannten Bereitschaftspflegefamilie untergebracht. Zudem können Eltern ihren Kindern meistens einen potenziell traumatischen Gerichtsprozess und langwierigen Vorgang beim Jugendamt ersparen. Die zuständigen Behörden müssen erst prüfen, welche Personen im Umfeld infrage kommen, wer von ihnen eine enge Bindung zu den Kindern hat und generell bereit wäre, die Vormundschaft zu übernehmen. Eine Sorgerechtsverfügung kann diesen Prozess stark verkürzen.

Können Eltern bestimmte Personen aus der Sorgerechtsverfügung ausschließen?

Es ist grundsätzlich möglich, dass Eltern in einer Sorgerechtsverfügung bestimmte Personen nennen, die für sie nicht als Vormund infrage kommen. Das tritt beispielsweise ein, wenn Elternteile das alleinige Sorgerecht haben und verhindern möchten, dass es im Todesfall auf den anderen Elternteil übergeht. Dadurch würden die Kinder möglicherweise in die Obhut eines Menschen kommen, der sich jahrzehntelang nicht gemeldet und nicht um sie gekümmert hat.

Wenn alleinerziehende Menschen eine Sorgerechtsverfügung zu diesem Zweck aufsetzen, beispielsweise eine Sorgerechtsverfügung bei getrennt lebenden Elternteilen, müssen sie ihren Wunsch schlüssig begründen. Gleiches gilt für alle anderen Personen, die sie explizit von der Vormundschaft ausschließen wollen. Am wichtigsten ist immer das Kindeswohl.

Was ist eine Sorgerechtsvollmacht?

Sorgerechtsverfügung und Sorgerechtsvollmacht sind nicht identisch. Die Verfügung tritt immer erst in Kraft, wenn mindestens ein Elternteil verstirbt. Allerdings kann es sein, dass lebende Eltern oder Elternteile die elterliche Sorge nicht mehr ausüben können – beispielsweise nach einem schweren Unfall oder durch eine unheilbare Krankheit. Solche Fälle kann eine Sorgevollmacht regeln, bei der Menschen ebenfalls schriftlich konkrete Personen benennen, die sich dann um die minderjährigen Kinder kümmern sollen. Eltern können eine solche Vollmacht ergänzend zur Verfügung aufsetzen.

Grundsätzlich ist das Sorgerecht an die Eltern gebunden. Daher ist es nicht einfach, das Sorgerecht an Dritte zu übertragen, solange ein Elternteil lebt. Mit der Sorgerechtsvollmacht können beispielsweise alleinerziehende Menschen anweisen, dass eine dritte Person die Vormundschaft übernimmt, wenn sie selbst zwar noch leben, sie aber nicht ausüben können – und gleichzeitig unterbinden, dass der andere Elternteil sie erhält.

Damit eine Sorgerechtsvollmacht rechtswirksam ist, muss sie widerruflich sein. Betroffene Personen sollten im entsprechenden Dokument demnach schriftlich fixieren, dass sie jederzeit widerrufen werden kann.

Sorgerechtsverfügung – Häufig gestellte Fragen

Mit dem handschriftlich verfassten Dokument legen Eltern fest, wen sie sich im Fall eines frühzeitigen Todes als Vormund für ihre minderjährigen Kinder wünschen.

Sie fördern die Selbstbestimmung und schützen verwaiste Kinder bestenfalls vor einem langwierigen Gerichtsprozess und einem unpassenden oder unerwünschten Vormund.

Ja, das Familiengericht fällt die letzte Entscheidung und kann die in einer Sorgerechtsverfügung genannten Vormunde auch ablehnen – beispielsweise, wenn sie aus Sicht des Gerichts selbst nicht fähig sind, die elterliche Sorge ordnungsgemäß zu übernehmen.

Dabei handelt es sich um einen familienrechtlichen Begriff, der alle Aspekte umfasst, die mit dem Wohlergehen und der Entwicklung minderjähriger Kinder einhergehen.

Es ist möglich, Personen – sogar den anderen Elternteil – in einer Sorgerechtsverfügung direkt von einer möglichen Vormundschaft auszuschließen – die Entscheidung muss klar und nachvollziehbar begründet werden.

Nein, aber sie ergänzt die Sorgerechtsverfügung, indem sie Personen nennt, die die elterliche Sorge von minderjährigen Kindern noch lebender Eltern übernehmen sollen, die selbst nicht mehr dazu in der Lage sind – beispielsweise krankheitsbedingt.

Es gibt keine gesetzliche Regelung, nach der direkte Verwandte wie Großeltern, Geschwister, Tanten oder Onkel automatisch und im Sinne einer rechtlichen Reihenfolge das Sorgerecht für verwaiste minderjährige Kinder erhalten, wenn beide Elternteile versterben – prinzipiell geht das Sorgerecht aber immer an den noch lebenden Elternteil über.

Eltern sollten das Dokument sicher verwahren, es dem bezeichneten Vormund übergeben oder in einem Notarbüro oder beim Nachlassgericht hinterlegen.

Im Internet gibt es viele Vorlagen, die jedoch nur als Orientierungshilfe dienen sollten, denn jede Sorgerechtsverfügung muss persönlich per Hand geschrieben werden.

Nein, eine notarielle Beglaubigung ist nicht notwendig, sie kann aber hilfreich sein, wenn sich Eltern offiziell absichern wollen.

Verschiedene Formen des Sorgerechts

Wer erhält das Sorgerecht bei einem Tod der Eltern oder eines einzelnen Elternteils? Normalerweise klärt das Familiengericht diese Fragen. Für die Kinder ist die Situation meist vielfach belastend, denn zur Trauer über den Verlust der Eltern finden sie sich gegebenenfalls in einer teils unklaren Rechtslage wieder – die sie mitunter gar nicht verstehen können. Die Ungewissheit darüber, was mit ihnen passiert und bei wem sie leben werden, kann zusätzlich traumatisierend wirken.

Zwar sind die zuständigen Behörden bemüht, die aufkommenden Fragen schnellstmöglich zu klären, doch Eltern können ebenfalls dazu beitragen, ihre Kinder zu entlasten. Mit einer Sorgerechtsverfügung und Sorgerechtsvollmacht erleichtern sie die behördlichen Entscheidungen. Doch wie sind die Situationen geregelt, wenn keine Verfügung vorliegt?

Wer hat das Sorgerecht im Todesfall eines Elternteils?

Wenn sich die Eltern das Sorgerecht teilen und es verstirbt lediglich ein Elternteil, ist die rechtliche Situation grundsätzlich unkompliziert: Die Vormundschaft verbleibt dann vollständig beim noch lebenden Elternteil. Dabei ist es irrelevant, in welchem Familienstand sich die Eltern befinden – die Regelung trifft sowohl auf verheiratete als auch auf getrennt lebende oder geschiedene Paare zu. Für unverheiratete Eltern mit einem geteilten Sorgerecht gilt das ebenfalls.

Wie ist das Sorgerecht im Todesfall beider Eltern geregelt?

Wenn beide Elternteile versterben, ist die Rechtslage komplizierter. Das Sorgerecht und die Vormundschaft gehen dann nicht an die nächsten Verwandten wie die Großeltern oder Geschwister über. Das trifft auch auf Stiefväter beziehungsweise Stiefmütter oder Lebenspartner zu. Und etwaige Taufpaten haben nur eine rein kirchliche Funktion, sodass auch sie nicht automatisch die elterliche Sorge erhalten. Hier existiert – anders als bei der Erbschaft – keine „gesetzliche Reihenfolge“. Daher entscheidet das Familiengericht, normalerweise in Abstimmung mit dem Jugendamt, wer sich um die verwaisten Kinder kümmert. Das können Familienangehörige, aber auch fremde Pflegeeltern beziehungsweise eine Pflegefamilie oder Institutionen sein.

Für die letztgültige Entscheidung der Vormundschaft ist das Kindeswohl der ausschlaggebende Faktor, sodass Privatpersonen bevorzugt eingesetzt werden. Sollte das nicht möglich sein, kommen nach einer Kindeswohlprüfung auch Institutionen oder ein Berufsvormund infrage.

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Sorgerechtsverfügung: Ablauf und Muster

Betroffene Kinder sollen in gesicherten und ihnen wohlgesonnenen Verhältnissen aufwachsen, sodass idealerweise eine (erwachsene) Person mit einem ohnehin engen Verhältnis zu den Kindern die elterliche Sorge übernimmt. Eine Sorgerechtsverfügung kann die Entscheidung deutlich beschleunigen und erleichtern.

Um das Kindeswohl weiter zu schützen, muss der Vormund das zuständige Gericht auf dem Laufenden halten und dafür einmal jährlich Bericht erstatten. Eine vorherige Eignungsprüfung ist nicht vorgesehen – ein bezeichneter Vormund wird in der Regel als solcher eingesetzt, insbesondere ungeachtet des Vermögensstandes.

Massive Schulden bilden hier eine Ausnahme – vor allem, wenn die Vormundschaft mit Vermögen einhergeht. Zur finanziellen Sicherung des Kindes können Eltern in der Sorgerechtsverfügung auch unterscheiden – zwischen einer Person für das Sorgerecht und einer weiteren, die unabhängig davon die Vermögenssorge übernimmt.

Wo hinterlege ich die Sorgerechtsverfügung?

Eine Sorgerechtsverfügung ist zwar nicht rechtlich bindend, doch ein lohnendes Mittel, um das Wohl der eigenen Kinder bestmöglich zu gewährleisten. Umso wichtiger ist es, das Dokument sicher aufzubewahren. Die Unterlagen sollten jederzeit leicht auffindbar sein, damit es im Todesfall nicht zu einer unnötigen Verzögerung kommt. Viele Eltern hinterlegen die Sorgerechtsverfügung bei einem Notar – die Kosten dafür gehen normalerweise nicht über 100 Euro hinaus. Alternativ können sie sie kostenpflichtig beim Nachlassgericht einreichen. Es ist auch üblich, die unterschriebene Verfügung beim bezeichneten Vormund zu hinterlegen.

Sorgerechtsverfügung als Teil der Bestattungsvorsorge

Immer mehr Menschen befassen sich im Rahmen einer Bestattungsvorsorge schon zu Lebzeiten mit dem eigenen Ableben. Vorsorgemaßnahmen sind wichtig, um jederzeit selbstbestimmt zu handeln. Außerdem wirkt es auf viele Menschen beruhigend, wenn wichtige Fragen rechtzeitig geklärt und vorab organisiert werden können.

Über klassische Vorsorgeleitfäden oder die moderne, digitale Variante des Vorsorge-Portals können Menschen ihre Wünsche und Vorstellungen für die eigene Beisetzung festlegen und so Angehörige entlasten. Auh der Vorsorge-Leitfaden von mymoria enthält alle notwendigen Unterlagen und Dokumente, die im Rahmen einer Bestattungsvorsorge benötigt werden. Hierzu gehört auch die Frage: Wer kümmert sich im eigenen Todesfall um die minderjährigen Kinder? Mit einer Sorgerechtsverfügung können Sie sich absichern.

Gibt es für die Sorgerechtsverfügung eine Vorlage?

Die Sorgerechtsverfügung muss juristischen Vorgaben und Spezifikationen genügen, die denen eines Testaments sehr ähnlich sind. Theoretisch genügt es aber, sie selbst aufzusetzen und zu unterzeichnen. Darüber hinaus können betroffene Eltern sie von den Personen, die sie für die elterliche Sorge ausgewählt haben, gegenzeichnen lassen. Auch eine notarielle Beglaubigung ist möglich. Im Internet gibt es viele Muster für die Sorgerechtsverfügung, an denen sich Eltern aber nur orientieren sollten, denn das Dokument muss persönlich und handschriftlich verfasst sein.

Beispiele für den (teilweise optionalen) Inhalt einer Sorgerechtsverfügung zur Orientierung:

ThemaMögliche Formulierung
Einleitung und persönliche DatenFür den Fall unseres Ablebens benennen wir, [Vor- und Nachnamen sowie Geburtsdaten der Eltern], für die Vormundschaft unserer minderjährigen Kinder, [Vor- und Nachnamen sowie Geburtsdaten der Kinder], folgenden Vormund:
Erster Vormund[Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum des Vormunds]
ZusatzverfügungWenn der erstgenannte Vormund die Vormundschaft nicht wahrnehmen kann, wünschen wir folgenden Vormund:
Ersatz-Vormund[Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum des Ersatz-Vormunds]
AusschlussWir möchten nicht, dass die folgende Person die Vormundschaft unserer minderjährigen Kinder übernimmt, weil [ausführliche Nennung der Gründe].
Ausgeschlossene Person[Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum der ausgeschlossenen Person]
Gesonderte VermögensvorsorgeFür die Vermögensvorsorge benennen wir folgende Person:
Person für Vermögensvorsorge[Vor- und Nachname sowie Geburtsdatum der Person für die gesonderte Vermögensvorsorge]
Abschluss[Ort, Datum und Unterschrift der Eltern]

Exemplarischer Inhalt einer Sorgerechtsverfügung | mymoria, Stand: März 2022

Auch für die Sorgerechtsvollmacht existieren Muster, die sich inhaltlich stark ähneln – die Formulierung ist hier lediglich allgemeiner und nicht auf den möglichen Tod bezogen. Stattdessen beschreiben betroffene Personen den Fall, dass sie die elterliche Sorge zu Lebzeiten nicht mehr ausüben können. Die Vollmacht sollte auf einen jederzeit möglichen Widerruf hinweisen.

Wenn Eltern sichergehen möchten, dass die Sorgerechtsverfügung und Sorgerechtsvollmacht inhaltlich korrekt sind, können sie sich anwaltlich oder notarisch beraten lassen. Selbstverständlich stehen auch wir Ihnen jederzeit mit fachlicher Expertise und Rat zur Seite – kontaktieren Sie uns einfach, wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung benötigen.


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