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Sternenkinder: Trauer um das tot geborene Kind

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Sternenkinder

Trauer um das tot geborene Kind

Ein Kind zu verlieren, gehört zu den schrecklichsten Erlebnissen die einem Menschen widerfahren können. Wenn Kinder tot auf die Welt kommen oder schon kurz nach der Geburt sterben, ist dies für die Eltern ein unvorstellbarer Schmerz.

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Was ist ein Sternenkind?

Während Fehlgeburten in der frühen Schwangerschaft – wenn die Schwangerschaft noch nicht mal bekannt ist – oft unbemerkt bleiben, ist der Verlust in der fortgeschritteneren Schwangerschaft eine schmerzliche Erfahrung für die Eltern.

Verliert eine Mutter ihr Kind im zweiten Schwangerschaftsdrittel, das heißt zwischen der zwölften und zweiundzwanzigsten Schwangerschaftswoche, muss das Kind auf vaginale Weise zur Welt gebracht werden. Ein Kaiserschnitt ist in dieser Phase der Schwangerschaft nicht möglich, da die Gebärmutter bei einer Schnittentbindung verletzt werden würde. Für eine Ausschabung sind die Föten zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits zu groß. So muss die Geburt meist künstlich eingeleitet und die Mutter muss ihr totes Kind so zur Welt bringen. Diese Geburt kann besonders traumatisch und schmerzlich für die Mutter sein.

Manche Sternenkinder sterben bereits im Mutterleib, andere während oder unmittelbar nachdem sie das Licht der Welt erblickt haben. In der Regel liegt die Geburt von Sternenkindern, die oftmals auch als Schmetterlings- oder Engelskinder bezeichnet werden, zwischen der 20. Schwangerschaftswoche und dem errechneten Geburtstermin. In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 3.000 Kinder tot geboren. Dennoch ist das Thema in der Gesellschaft nach wie vor ein Tabu.

Jahrzehntelang existierten die Sternenkinder nur in der Erinnerung ihrer Eltern – juristisch waren sie nicht existent und in der Medizin wurden sie nur als Abort, Verlust, Leibesfrucht oder Ausschabung bezeichnet. Die tot geborenen Kinder hatten keine Rechte, durften keinen offiziellen Namen, geschweige denn einen Eintrag ins Stammbuch erhalten und wurden nicht auf Friedhöfen beigesetzt werden, sondern mit dem Abfall des Krankenhauses entsorgt. Der Verlust der Eltern und die intensive Bindung, die Mutter und Vater bereits zu dem Kind entwickeltet haben, wurde durch diese Handlungsweisen und Gesetzgebungen keine Beachtung geschenkt.

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Dass sich dieses Bewusstsein in Deutschland geändert hat, ist einem Ehepaar aus Hessen zu verdanken, das drei Kinder während der Schwangerschaft verloren hatte. Barbara und Mario Martin wollten erreichen, dass alle Totgeburten als Personen anerkannt werden und richteten eine Petition an den Bundestag. Bis dahin galten alle Totgeborenen, die weniger als 500 Gramm Wochen als Fehlgeburten und wurden nicht als Personen anerkannt – die Babys existierten juristisch gesehen nicht. Die Petition löste nicht nur eine umfangreiche Berichterstattung über das Tabuthema aus, sondern war auch im Deutschen Bundestag erfolgreich. 2013 wurde von der Regierung eine Regelung verabschiedet, die den nicht lebensfähigen Kindern eine Existenz gab. Seitdem können tot geborene Kinder unabhängig von ihrem Gewicht beim Standesamt als Personen eingetragen werden und die Eltern erhalten – sofern sie es wünschen – eine Geburtsurkunde. Für viele Eltern von Sternenkindern ist es besonders wichtig, dass das verstorbene Kind einen Namen erhält und Existenz ihres Kindes offiziell bestätigt wird.

Erinnerungen an das verstorbene Kind

Bevor sich die Eltern von ihrem Kind verabschieden, schaffen viele von ihnen bleibende Erinnerungen. So gibt es etwa Fotografen, die sich darauf spezialisiert haben, Sternenkinder und ihre Familien zu fotografieren und den Angehörigen mit diesen Bildern eine Erinnerung zu geben. Manche Väter und Mütter nehmen als Erinnerungsstücke auch Hand- oder Fußabdrücke des Kindes.

Auf immer mehr Friedhöfen gibt es Grabstätten für Sternenkinder. Die Grabstätte ist ein wichtiger Ort der Trauer und der Erinnerungen für die Familie, den sie jederzeit aufsuchen kann. Manchmal ist es auch möglich, das Kind im Grab der Verwandten, etwa der Großeltern, beizusetzen. Die Beisetzung selbst kann nach Wunsch der Eltern gestaltet werden. Es geht in erster Linie darum, eine schöne Erinnerung zu schaffen. Die Eltern, Geschwister, Großeltern oder auch die Freunde nehmen gemeinsam Abschied von dem Sternenkind. Die Einbettung durch den Bestatter kann natürlich auch nur im ganz kleinen Kreis stattfinden. Die Bestattungsarten für Sternenkinder unterscheiden sich nicht von denen für Erwachsene.

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