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Testament verfassen: Das muss beachtet werden

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Wer sicherstellen möchte, dass sein Nachlass nach dem Tod an diejenigen geht, die man sich als Erben wünscht, muss rechtzeitig ein Testament verfassen. Was viele nicht wissen: Das wichtige Dokument kann auch ohne Notar verfasst werden.

Inhaltsverzeichnis


Ein Testament sollte verfasst werden, wenn der Wunsch besteht, die Verteilung des eigenen Nachlasses abschließend und von der gesetzliche Erbfolge abweichend selbst zu bestimmen. Wichtig ist, dass durch ein Testament, Pflichtteilansprüche der berechtigten Angehörigen, nicht gänzlich umgangen werden können.

Einer der großen Irrtümer im Erbrecht ist,dass ein Testament notariell beurkundet werden muss. Das stimmt nicht – auch selbstverfasste Testamente können wirksam sein. Dabei gibt es jedoch einige Dinge zu beachten.

Um ein wirksames und voll verständliches Testament aufzusetzen, brauchen Sie ein wenig Vorbereitung. Zunächst muss man sich grundlegende Gedanken darüber machen, wem der Nachlass zugutekommen soll. Sollen der Partner oder Familienmitglieder finanziell abgesichert werden? Wird das Vermögen an die eigene Firma vererbt? Oder soll der mit dem Nachlass eine sozialen oder kulturelle Organisation unterstützt werden?

Überblick über Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verschaffen

Am besten beginnt man damit, eine Übersicht über das gesamte Vermögen zusammenzustellen. Das beinhaltet das Guthaben auf Bankkonten, Immobilien, Aktien und Wertpapiere, aber auch einzelne wertvolle Gegenstände aus dem Hausrat. Da der Nachlass immer auch Schulden einschließt, müssen diese Verbindlichkeiten ebenso aufgelistet werden.

Im Zuge der Vorbereitung werden zusätzlich alle größeren Schenkungen an Verwandte notiert. Diese finanziellen Zuwendungen kann der Erblasser nach Wunsch im Testament berücksichtigen und gegebenenfalls für einen Ausgleich sorgen.

Gesetzliche Reihenfolge umgehen

Generell kann der Erblasser jede Person zum Erbe ernennen. Er muss sein Erbe nicht den Verwandten überlassen, sondern kann jede beliebige Person oder Organisationen als Erben auswählen. Hat der Erblasser jedoch kein Testament hinterlassen, greift automatisch die gesetzliche Erbfolge.

Zwar kann man Verwandte enterben, doch dem Ehepartner, den Kindern oder – falls man kinderlos ist – den eigenen Eltern steht immer ein Pflichtteil am Erbe zu. Dieser Pflichtteil beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wer Angehörige enterben möchte, die einen Anspruch auf den Pflichtteil haben, sollte sich nach Möglichkeit von einem Notar oder einem Anwalt beraten lassen, damit sich die tatsächlichen Erben später nicht mit den eventuell nicht erfüllbaren Zahlungsansprüchen der Enterbten konfrontiert sehen.

Im Zweifel immer beraten lassen

Damit das selbstverfasste Testament nicht aufgrund von Formfehlern ungültig ist, gewisse Formulierungen auslegungsbedürftig sind und die Erben womöglich leer ausgehen, kann das Testament von einem Anwalt auf Genauigkeit und Wirksamkeit überprüft werden. Auch bei rechtliche Unsicherheiten hinsichtlich eines Vermächtnisses, der Erbfolge oder Ähnlichem, sollte man juristische Hilfe in Anspruch nehmen und sich beraten lassen. Nur so kann man Fehler vermeiden und die Wirksamkeit des letzten Willens gewährleisten.

Sie haben weiterführende Fragen oder wünschen sich Unterstützung im Hinblick auf erbrechtliche Anliegen? Als Anwältin für Erbrecht steht Ihnen unsere Rechtsexpertin, Anwältin Maria Anwari, LL.M., bei sämtlichen Fragen rund um das Erbrecht zur Verfügung.

Unterschied zwischen Nachlass und Vermächtnis

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe Erbe bzw. Nachlass und Vermächtnis als Synonyme verwendet. Im Erbrecht handelt es sich jedoch um zwei grundverschiedene Rechtsbegriffe. Die Erben treten in die Rechtsnachfolge des Erblassers und erben somit den gesamten Nachlass oder Teile dessen. Inhalt dieses Nachlasses stellen sowohl die vermögensrechtlichen Positionen und Verbindlichkeiten des Erblassers als auch dessen Rechte und Pflichten dar.

Möchte man nur bestimmte Vermögensvorteile, in Form eines Gegenstands, eines Gelbetrags, eines Tuns oder Unterlassens, an eine Person oder eine Organisation vermachen, muss man das in seinem Testament festlegen. Dabei handelt es sich dann um ein Vermächtnis. Während das Erbe mit dem Todesfall des Erblassers automatisch an die Erben übergeht, muss der Vermächtnisnehmer das Vermächtnis aktiv bei den Erben einfordern. Der Anspruch des Vermächtnisnehmers gegenüber der Erben entsteht dann mit dem Erbfall. Trifft der Erblasser in seinem Testament keine Bestimmungen darüber, wann dem Vermächtnisnehmer der Vermögensvorteil tatsächlich herausgegeben werden soll, ist sein Anspruch sofort fällig.

Erben können ebenfalls ein Vermächtnis erhalten. Möchte der Erblasser einem Erben zusätzlich einen speziellen Gegenstand vermachen, hält er dies in seinem Testament fest. Ein Vermächtnis wird nicht etwa dem regulären Erbanteil angerechnet, sondern der Erbe erhält dieses zusätzlich.

Hinweis: Möchten Sie bestimmte Gegenstände oder Ähnliches an Ihre Hinterbliebenen vermachen, sollten Sie darauf achten das genau in Ihrem Testament zu bestimmen und die Termini des Vermächtnisses und des Erbes nicht verwechseln. Denn lässt sich nicht eindeutig entziffern, was Sie in Ihrem Testament beabsichtigten, könnte nach Ihrem Ableben wider Ihres Willens gehandelt werden.

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Formvorschriften beachten

Ein selbstverfasstes Testament ist zwar eine kostengünstige Alternative zum notariellen Dokument, doch es hat seine Tücken. Denn damit der letzte Wille rechtswirksam ist, muss er vom ersten bis zum letzten Wort handschriftlich verfasst sein. Auch das Datum, der Ort und die Unterschrift dürfen auf keinen Fall fehlen. Das heißt, es ist nicht möglich, das Testament am Computer zu verfassen, auszudrucken und dann zu unterschreiben.

Das sichere Hinterlegen des Testaments

Gut vorzusorgen und ein wirksames Testament zu verfassen, ist die halbe Miete. Wichtig ist, im nächsten Schritt dafür zu sorgen, dass es im Todesfall in jedem Fall gefunden wird. Daher kann das Dokument gegen eine Gebühr beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung gegeben werden. Gleichzeitig wird das eingereichte Testament auch beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer registriert, welche im Falle des Todes das Amtsgericht informiert. Letzteres kontaktiert schließlich die Erben. Bei einem notariell erstellten Testament übernimmt der Notar die Hinterlegung beim Amtsgericht sowie die Registrierung beim Testamentsgericht.

Die amtliche Verwahrung ist kein Muss. Wer sein Testament selbst verfasst hat, kann das Dokument auch in der eigenen Wohnung aufbewahren. In diesem Fall sollte man aber auf jeden Fall daran denken, Angehörige oder eine Vertrauensperson über den Aufbewahrungsort zu informieren, damit diese nach dem Tod Zugriff darauf haben. Idealerweise legt man gleich einen Ordner an, in dem neben dem Testament auch Dokumente zum digitalen Nachlass, Patientenverfügungen und andere Vorsorge-Unterlagen aufbewahrt werden. Da bei der Aufbewahrung zu Hause nicht nur die Gefahr besteht, dass das Dokument nicht gefunden, sondern gegebenenfalls vom Finder unterschlagen oder vernichtet wird, ist das Hinterlegen im Amtsgericht die bessere Wahl.

Widerruf oder Änderungen des Testaments

Ein Testament kann jederzeit geändert oder neu aufgesetzt werden, solange man noch als testierfähig gilt. Testierunfähig sind Personen unter 16 oder Menschen, die aufgrund einer Bewusstseins- oder Geistesschwäche den Inhalt einer solchen Willenserklärung nicht erfassen können (z.B. bei schwerer Demenz).

Möglichkeiten ein Testament zu widerrufen:

  •   Verfassen eines neuen Testaments
  •   Vernichtung oder Änderung des bisherigen Testaments
  •   Rücknahme des Testaments aus der amtlichen Verwahrung

Dabei sollte beachtet werden, dass sowohl das Errichten eines neuen Testaments als auch die Änderungen in einem solchen, der Schriftform bedürfen. Bei dem Widerruf eines gemeinschaftlichen Testaments müssen Besonderheiten beachtet werden. So beispielsweise bei dem sogenannten Berliner Testament. Im Grundsatz kann ein wechselseitiges Testament nur gemeinschaftlich widerrufen werden. Die Erblasser müssen sich daher einig darüber sein, dass das gemeinschaftlich erstellte Testament seine Wirkung verlieren soll und müssen entsprechend der bestehenden Möglichkeiten eine Widerrufsmaßnahme treffen. Einseitig kann ein solches Testament nur durch notarielle Beurkundung der Erklärung eines der Erblasser erfolgen, welche dem jeweils anderen Erblasser zukommen muss. Bitte beachten Sie: Der Widerruf gemeinschaftlicher Testamente werden ist nur bis zum Tod eines der Erblasser möglich.

Maria Anwari, Rechtsexpertin

Erbrechtsexpertin Maria Anwari

Unsere Erbrechtsexpertin Rechtsanwältin Maria Anwari, LL.M. ist bereits seit vielen Jahren auf das Erbrecht sowie die Vermögensnachfolge spezialisiert und hat die Zusatzqualifikation Master of Laws im Bereich „Erbrecht, Unternehmensnachfolge und Vermögen“. Ihre Mandanten berät Maria Anwari in den Bereichen Erbrecht, Vermögensnachfolge sowie private Vorsorge bundesweit. In Frankfurt am Main ist sie in Kooperation mit der Kanzlei Dr. Köhler und Partner tätig.


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