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Wie die gesetzliche Erbfolge die Reihenfolge der Erben festlegt

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Erbfolge: Wie die gesetzliche Erbfolge die Reihenfolge der Erben festlegt

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Im Todesfall eines Menschen erhalten Angehörige gemäß der Erbfolge Anteile oder das gesamte Vermögen des Verstorbenen. Erfahren Sie alles zur gesetzliche Erbfolge und verschiedenen Möglichkeiten, die Reihenfolge der Erben selbst festzulegen.

Inhaltsverzeichnis


Mögliches Erbe

Der Nachlass eines Verstorbenen kann aus Vermögen, Grundstücken, Immobilien oder persönlichem Hausrat bestehen. Tiere und Waffen zählen beispielsweise ebenfalls zum Nachlass. Allerdings können auch Schulden des Verstorbenen vererbt werden. Das Erbe sollte bereits zu Lebzeiten in Form eines Testaments oder eines Erbvertrages festgeschrieben werden. Dabei kann auch die Verteilung des Erbes bestimmt werden.

Wichtig zu wissen: Hinterbliebene erhalten vor einer Annahme oder Ausschlagung des Erbes keine Auskunft über die Höhe oder Art des Nachlasses.

Erbberechtigte Personen

Erbfähig sind laut deutschem Erbrecht natürliche oder juristische Personen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Natürliche Personen, die am Leben sind
  • Ungeborene Kinder, die lebend geboren werden
  • Juristische Personen (z. B. Firmen), die zum Zeitpunkt des Todes wirksam gegründet und nicht aufgelöst sind
  • Selbständige Stiftungen
  • Der Fiskus

Tiere, Objekte und fiktive Personen sind vom deutschen Erbrecht ausgeschlossen.

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Unterschied zwischen Erbe und Vermächtnisnehmer

Ein Erbe ist diejenige Person, auf die mit dem Erbfall kraft Gesetzes (§§ 1924 – 1931 BGB ) oder durch Verfügung von Todes wegen die Gesamtheit der vererblichen Rechtspositionen übergeht. Von Miterben spricht das Gesetz, wenn der Erblasser mehrere Erben hinterlässt. In dem Fall erben mehrere Erben den gesamten Nachlass entsprechend einem prozentualen Anteil. Als Vermächtnisnehmer gelten Personen, die lediglich einzelne Vermögens-gegenstände vom Erblasser zugedacht bekommen. Die Rechte und Pflichten eines Erben gelten nicht für den Vermächtnisnehmer.

Im Testament sollte klar zwischen Erbe und Vermächtnisnehmer unterschie-den werden. Häufig werden einzelnen Personen bestimmte Gegenstände zugesprochen. Dabei ist nicht immer klar, ob es sich dabei um eine Erbein-setzung oder um ein Vermächtnis handelt. Denn die meisten nicht beratenen Erblasser kennen den Unterschied zwischen Vererben und Vermachen nicht. Daher sollte dies einem Testament klar formuliert werden.

Erbfolge

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzlich festgelegte Erbfolge greift in Deutschland, sofern vom Verstorbenen kein Testament mit einer individuellen Erbfolge aufgesetzt wurde. In absteigender Reihenfolge sind folgende Personengruppen erbberechtigt:

1. Ordnung: Dies sind direkte Abkömmlinge des Erblassers. Es sind seine Kinder oder Enkel unabhängig davon ob es eheliche Kinder sind oder nicht. Gleiches gilt auch für adoptierte Kinder, nicht aber für Stief- oder Ziehkinder.
2. Ordnung: Dies sind die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge. Es handelt sich also um die Geschwister, Nichten und Neffen oder sogar Großnichten und Großneffen des Erblassers.
3. Ordnung: Dies sind die Großeltern des Erblassers sowie deren Abkömmlinge. Es handelt sich also um die Großeltern, Onkel, Tante, Cousin und Cousine etc.
4. Ordnung: Dies entspricht den Uhrgroßeltern sowie deren Abkömmlinge. Dazu zählen Großonkel und -tante etc.
5. Ordnung: Dies entspricht entfernte Verwandte die von entfernten Voreltern des Erblassers abstammen.

Wenn mehrere Personen durch die gesetzliche Erbfolge als Erben in Frage kommen, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Der Nachlass wird unter der Erbengemeinschaft aufgeteilt.

Das Nachlassgericht ist im Erbfall dafür zuständig, die Erben gemäß der gesetzlichen Erbfolge ausfindig zu machen. Sofern der oder die Erben das Erbe annehmen, wird ein Erbschein ausgestellt. Dieser weist den Erben als neuen Eigentümer und Rechtsnachfolger des Verstorbenen aus.

Individuelle Erbfolge

Sofern ein Verstorbener zu Lebzeiten eine individuelle Erbfolge in einem Testament oder Erbvertrag festgelegt hat, wird der Nachlass entsprechend dieser Reihenfolge unter den Erben aufgeteilt. Das Erbe kann dabei auf eine einzige oder mehrere Personen fallen. Sofern mehrere Personen durch ein Testament als Erben benannt werden, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Als Erben können beispielsweise Verwandte, Freunde, Bekannte oder Einrichtungen wie Stiftungen benannt werden.

Erbengemeinschaft

Bei mehreren Erben wird das Erbe unter der Erbengemeinschaft aufgeteilt. Die Höhe der Erbanteile wird gleichermaßen hierarchisch auf die Erben aufgeteilt. Sofern keine Erben der ersten Ordnung vorhanden sind, geht das Erbe auf erbberechtigte Personen der nächsten bis hin zur letzten Ordnung über. Das Erbe wird auf jeder Ebene zu gleichen Teilen aufgeteilt. Es erbt immer die höchste Ordnung.

Beispiel: Die Eltern des Erblassers erben zu gleichen Teilen. Sind diese bereits verstorben, wird das Erbe zu gleichen Teilen auf die Geschwister übertragen. Sofern die Geschwister bereits verstorben sind, erben deren Abkömmlinge zu gleichen Teilen und so weiter.

Ehegattenerbrecht

Sofern Erben erster Ordnung vorhanden sind, erhält der Ehegatte ein gesetzliches Erbrecht in Höhe von einem Viertel. Sollte für die Ehe der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft gelten, erhält der überlebende Ehegatte zusätzlich einen pauschalen Zugewinnausgleich in Höhe von einem weiteren Viertel. Damit beträgt das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten insgesamt die Hälfte des Nachlasses. Haben Verwandte der zweiten Ordnung Anspruch auf das Erbe, so erhält der im Güterstand der Zugewinngemeinschaft verheiratete Ehegatte drei Viertel des Erbes.

Keine vorhandenen Erben

Sofern keine Erben vorhanden sind, geht der Nachlass des Verstorbenen an den Staat über. Der Staat kann ein Erbe nicht ausschlagen und tritt die Rechtsnachfolge des Verstorbenen an. Bei offenen Schulden des Verstorbenen haftet der Staat in Höhe des Nachlasses gegenüber Gläubigern.

Ausschluss von der Erbfolge

Ausgeschlossen von der gesetzlichen Erbfolge sind Personen, die erbunwürdig geworden sind. Als erbunwürdig gelten Hinterbliebene, die den Erblasser vorsätzlich getötet oder einen Tötungsversuch begangen haben. Drohungen und Täuschungen gegenüber dem Verstorbenen zur Erstellung oder Aufhebung einer Verfügung haben ebenfalls einen Ausschluss von der Erbfolge zur Folge. Erbunwürdig sind darüber hinaus Personen, die eine letztwillige Verfügung des Verstorbenen ge- oder verfälscht haben.

Pflichtteil des Erbes

Um Ehe- oder Lebenspartner sowie die engsten Verwandten nicht ganz vom Erbe auszuschließen, sieht das deutsche Erbrecht einen Erb-Pflichtteil vor. Die Pflichtteilsberechtigen haben einen Anspruch auf Geldzahlung in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Dieser Pflichtteilsanspruch kann trotz Testament geltend gemacht werden. Pflichtteilsberechtigt sind bestimmte Personengruppen:

  • der hinterbliebene Ehe- oder Lebenspartner
  • Kinder
  • Enkel
  • Eltern

Erbfolge im Testament

Ein Testament steht über der gesetzlichen Erbfolge und ermöglicht die Festlegung einer individuellen Erbfolge sowie die Benennung einzelner Vermächtnisnehmer im Rahmen des deutschen Erbrechts. Ein Testament kann vom Erblasser jederzeit und unabhängig von den Begünstigten geändert werden.

Eigenhändiges Testament

Das selbstständig aufgesetzte Testament muss gänzlich handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Das Dokument sollte bestimmte Angaben des Erblassers enthalten:

  • Eindeutige Überschrift zur Kennzeichnung des Dokuments als Testament
  • Erstellungsdatum
  • Erstellungsort
  • Name
  • Adresse
  • Geburtsdatum
  • Festlegung der Erbfolge
  • Bestimmung von Vermächtnisnehmern
  • Unterschrift des Verfügenden

Regelungen und Vermächtnisse sollten in einem eigenhändigen Testament möglichst eindeutig und unmissverständlich formuliert werden. Der Verfügende sollte sich nicht vor deutlichen Formulierungen scheuen, da diese dem Notar oder Nachlassgericht eine klare Entscheidung ermöglichen.

Der Erblasser kann den Aufbewahrungsort des Testaments frei wählen. Das Testament sollte an einem gut zugänglichen Ort aufbewahrt werden, der nahestehenden Angehörigen ebenfalls bekannt ist. Bei einer freien Aufbewahrung kann das Testament jedoch unter Umständen verloren gehen. Alternativ kann ein Testament beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung gegeben werden.

Öffentliches Testament

Wird das Testament mit Hilfe eines Notars erstellt, spricht man von einem öffentlichen oder notariellen Testament. Der letzte Wille des Erblassers wird dem Notar entweder mündlich erklärt oder schriftlich verfasst und dem Notar übergeben. Notare sind dazu verpflichtet, bei der Testamentserstellung zu unterstützen und Unklarheiten in bei Formulierungen zu beseitigen.

Das öffentliche Testament wird amtlich verwahrt und bei Eintritt des Todes eröffnet. Die Gebühr für diese Art von Testament richtet sich immer nach dem Wert des Nachlasses, der geregelt werden soll.

Erbfolge im Erbvertrag

In einem Erbvertrag können ebenfalls Regelungen zum Erbe getroffen werden. Ein Erbvertrag steht über der gesetzlichen Erbfolge und regelt auf vertraglicher Basis den Umgang mit dem verbleibenden Vermögen des Erblassers im Falle seines Todes. Ein Erbvertrag muss in Anwesenheit beider Vertragsparteien von einem Notar geschlossen werden.

In einem Erbvertrag haben Begünstigte eine rechtlich gesicherte Position in Form einer Anwartschaft. Änderungen im Erbvertrag können lediglich mit der Zustimmung aller Vertragsparteien vorgenommen werden.

Erbe ausschlagen

Angehörige, die als Erben bedacht wurden, sind dazu berechtigt, die Erbschaft auszuschlagen. In diesem Falle verzichten Hinterbliebene auf ihren Erbanspruch und treten auch nicht die Rechtsnachfolge des Verstorbenen an. Das Erbe kann bereits zu Lebzeiten des Erblassers in Form eines Vertrages ausgeschlagen werden.

Die Ausschlagung des Erbes muss gegenüber einem Notariat oder dem Nachlassgericht innerhalb von sechs Wochen von offizieller Stelle beglaubigt werden. Sofern sich der Erbe im Ausland befindet oder der Erblasser seinen Wohnsitz im Ausland hatte, beträgt die Frist sechs Monate. Für die Ausschlagung fallen Gebühren an, die anteilig aus dem Gesamtwert des Nachlasses errechnet werden.

Hinweis: Sofern das Erbe angetreten wird oder die gesetzte Frist zur Ausschlagung versäumt wird, geht das Erbe automatisch an den Erben über.

Erbfolge im internationalen Erbrecht

Leider gibt es kein „international einheitliches Erbrecht“. Bei Erbfällen mit Auslandsberührung ist daher besondere Vorsicht geboten.

Welches Erbrecht gilt?

Für Todesfälle ab dem 17.08.2015 gilt die EU-Erbrechtsverordnung (EU- ErbVO). Mit dieser besteht erstmalig ein einheitliches Recht für grenzüber-schreitende Erbfälle, das für nahezu alle Mitgliedstaaten in der EU gleicher-maßen gilt. Die EUErbVO regelt die Zuständigkeit der Gerichte und des gel-tenden Erbrechts.

Ziel der EuErbVO ist es, eine möglichst einheitliche Rechtsanwendung zu gewährleisten, so dass der gesamte Nachlass ein und demselben Recht un-terliegt. Es soll nur noch ein einziges Gericht für die Abwicklung des Nach-lasses zuständig sein.

Hierfür soll grundsätzlich an die Rechtsordnung und das Gericht am letzten gewöhnlichen Aufenthalt des Erblassers angeknüpft werden (und nicht wie früher an der Staatsangehörigkeit). Der letzte gewöhnliche Aufenthalt ist in der Regel der Wohnsitz.

Die EU-ErbVO geht vom Grundsatz der Nachlasseinheit aus. Der gesamte Erbfall unterliegt demnach einheitlich derselben Rechtsordnung, unabhän-gig davon, in welchen Staaten sich die Vermögenswerte befinden.

In der letztwilligen Verfügung — das kann ein Erbvertrag oder ein Testament sein — steht es dem Erblasser laut EU-Erbrechtsverordnung frei, ein Erb-recht für den eigenen Nachlass zu wählen. Leben Sie beispielsweise als Deutscher in Schweden, können Sie im Sinne Ihres Heimatlandes wählen und stattdessen das deutsche Erbrecht für Ihren Fall bestimmen.

Nachlassspaltung im Kontext mit Drittstaaten

Im Gegensatz zur EU-ErbVO existieren außerhalb der Europäischen Union diverse Rechtsordnungen, die eine Trennung zwischen beweglichem und unbeweglichem Vermögen vornehmen. Das Prinzip der Nachlassspaltung kennen vornehmlich Staaten, die dem angloamerikanischen Rechtsraum angehören. Danach wird je nach Nachlassbestandteil an ein anderes Mo-ment angeknüpft:

Im Hinblick auf unbewegliches Vermögen (Grundstücke/Immobilien) gilt das Recht des Belegenheitsortes – bewegliches Vermögen (z.B. Wertgegen-stände oder Geldbeträge) wird dem Recht des Wohnsitzes des Erblassers unterworden. In der Folge sind für die Immobilie das Gericht und das Erb-recht des Belegenheitsortes anwendbar, während für die übrigen bewegli-chen Gegenstände die Gerichte und das Erbrecht des Wohnsitzstaates des Erblassers anwendbar sind (= Nachlassspaltung).

Sie haben Fragen oder wünschen sich Unterstützung im Hinblick auf erb-rechtliche Fragen? Als Anwältin für Erbrecht steht Ihnen unsere Erbrechtsexpertin, Rechtsanwältin Maria Anwari, LL.M. bei sämtlichen Fragen rund um das Erbrecht zur Verfügung.

Maria Anwari, mymoria-Rechtsexpertin

Unsere Erbrechtsexpertin Rechtsanwältin Maria Anwari, LL.M. ist bereits seit vielen Jahren auf das Erbrecht sowie die Vermögensnachfolge spezialisiert und hat die Zusatzqualifikation Master of Laws im Bereich „Erbrecht, Unternehmensnachfolge und Vermögen“. Ihre Mandanten berät Maria Anwari in den Bereichen Erbrecht, Vermögensnachfolge sowie private Vorsorge bundesweit. In Frankfurt am Main ist sie in Kooperation mit der Kanzlei Dr. Köhler und Partner tätig.


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