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    Todestag: Wie man den Jahrestag des Todes eines geliebten Menschen begeht

Todestag

Wie man den Jahrestag des Todes eines geliebten Menschen begeht

Der Todestag eines Menschen kehrt jährlich und ist eine Chance für uns, des Verstorbenen zu gedenken und mit Ritualen unsere Trauer zum Ausdruck zu bringen und Erinnerungen lebendig zu halten.

Der Todestag und seine Bedeutung

Für Menschen, die in der Vergangenheit einen geliebten Menschen im Freundes- oder Familienkreis verloren haben, steht alljährlich ein Jahrestag an, der eher mit Trauer und Abschied verbunden ist, als es andere Jahrestage wie Geburtstag oder Hochzeitstag sind –es jährt sich ein Todestag eines Menschen. Zwar ist dieser Tag kein freudiges Ereignis, dennoch ist es für viele Menschen ein wichtiger Tag, an dem sie sich fragen, wie sie der Toten am besten gedenken.

Als Todestag versteht man also nicht nur den eigentlichen Tag, an dem jemand verstorben ist, sondern auch die jährliche Wiederkehr des Datums. Genau wie auch die Trauerarbeit fallen die Auswirkungen des Todestags für jeden Menschen unterschiedlich aus. Hier gibt es kein richtig oder falsch, denn jeder Mensch muss in sich hören und fühlen, wie ihn der Todestag belastet und wie er am besten damit umgeht. Für manchen Menschen baut sich bereits in den Tagen und Wochen vor dem Todestag eine innere Spannung auf, die von stärker werdenden Erinnerungen und dem Gedanken an den Verstorbenen geprägt ist. Andere „überfällt“ der Todestag geradezu mit an diesem Tag auftretender verstärkter Trauer und Sehnsucht. Für wieder andere Menschen verteilt sich die Trauer über das Jahr, sodass der eigentliche Todestag nur wenig ins Gewicht fällt. Dies ist auch nicht festgeschrieben und kann sich für jeden Menschen von Jahr zu Jahr ändern.

Davon abhängig wie sich unsere eigene Trauer darstellt und wie die Bestattung erfolgte, bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten zum Begehen des Jahrestags an. Neben den unten stehenden Vorschlägen zum Begehen des Trauertages ist eine weitere Art, die klassisch mit dem Todestag verbunden wird, das Schalten einer erneuten Traueranzeige zum Todestag als Gedenkschrift.

Was, wenn das genaue Todesdatum unbekannt ist?

Bei jedem Todesfall erfolgt die Beurkundung des Todes durch das zuständige Standesamt. Die Beurkundung wird in der Regel vom Bestatter veranlasst, die dafür notwendigen Dokumente erhält er von den Hinterbliebenen und er benötigt hierzu ebenfalls die Totenbescheinigung. Nach der Beurkundung erhalten die Hinterbliebenen die Sterbeurkunde, in welcher Todesdatum und -uhrzeit vermerkt sind. Manchmal kommt es hierbei zu einer Angabe, die die Hinterbliebenen zunächst stutzig macht: sie könnte zum Beispiel lauten „verstorben zwischen Freitag 20:00 Uhr und Samstag 5:30 Uhr“, wenn der Arzt den Todeszeitpunkt nicht genau feststellen kann. Es handelt sich hierbei um den Zeitpunkt zudem der Verstorbenen zuletzt erwiesenen Maßen lebend gesehen wurde und dem Zeitpunkt, zudem der Tod festgestellt wurde. Dieser Zeitraum kann sich auf wenige Stunden aber auch auf längere Zeiträume belaufen. Dies hat zur Folge, dass wir den genauen Todestag nicht bestimmen können, was auch erschwert, die hier genannten Rituale zu zelebrieren.

Für die Seebestattung wie sie oben beschrieben wurde kann der Termin der Beisetzung verwendet werden. Dies ist grundsätzlich auch für andere Beisetzungsarten möglich, es handelt sich dann eben nur nicht um den eigentlichen Todestag. Können wir den Tag des Todes nicht genau bestimmen, da er unbekannt ist und dementsprechend auch nicht beurkundet werden konnte, so müssen wir für uns entscheiden, welches Datum wir verwenden wollen. Am häufigsten wird hier das Datum genommen, zudem der Verstorbene aufgefunden wurde – denn begehen wir den Todestag zu einem Datum innerhalb des auf der Sterbeurkunde angegebenen Zeitraum, so könnte es möglich sein, dass wir des Toten gedenken, obschon dieser zum fraglichen Zeitpunkt noch am Leben war.

Den Todestag begehen

Der Jahrestag der Seebestattung

Erfolgte auf Wunsch es Verstorbenen eine Seebestattung, so bieten sich mehrere Wege, diesen Jahrestag zu begehen, obschon die Beisetzung nicht an einer festen, leicht erreichbaren Stelle erfolgte, wie es bei zum Beispiel der Urnenbestattung der Fall ist.

Die erste Möglichkeit, den Gedenktag zu begehen ist es, an das Meer zu fahren, in dem die Seebestattung erfolgte, also etwa an die Nordsee in die Nähe des ursprünglichen Abfahrthafens. Dort können wir mit einem langen, meditativen Spaziergang an den Toten denken und schöne Erinnerungen wachrufen. Gegebenenfalls können wir eine Lieblingsblume ins Meer werfen oder bei Ebbe ein Erinnerungsstück ablegen, welches mit der kommenden Flut hinfort gespült wird.

Als zweite Art, den Todestag zu begehen, bieten viele Trauerreedereien Gedenkfahrten an – am Todestag kann mit einem Beisetzungsschiff die Stelle der Beisetzung erneut aufgesucht werden. Die Beisetzungsstelle mit ihren GPS-Koordinaten ist ja bekannt, da sie in der Beisetzungsurkunde und der Seekarte vermerkt ist. Diese erhalten die Hinterbliebenen nach der Beisetzung. Ihr Bestatter kann beim Vereinbaren eines Termins behilflich sein oder Ihnen die Kontaktdetails der Reederei nennen, sodass ein Termin direkt vereinbart werden kann.

Der Todestag bei einer Baumbestattung

Etwas anders stellen sich die Möglichkeiten bei den Baumbestattungen dar – hier haben wir einen festen Baum auf dem Friedhof oder in einem Standort von FriedWald oder RuheForst oder in einem anderen Bestattungswald. Diesen Baum können wir zum Todestag (oder auch unabhängig davon) aufsuchen, um in Stille der dort beerdigten Person zu gedenken. Die meisten Bestattungswälder sind zunächst einmal Wald und erst als zweite Priorität Friedhof. Dies bedeutet insbesondere, dass der Bestattungswald ganzjährig geöffnet ist und, abhängig von Witterung und persönlicher Konstitution, jederzeit aufgesucht werden kann.

Dies erlaubt uns auch, den Bestattungsbaum zum Gedenken aufzusuchen, wenn wir uns erst spontan entscheiden. Zum Todestag können wir den Baum besuchen und dort die Trauer, die wir durchlebt haben, nochmals aufleben lassen und die Sehnsucht nach dem Verstorbenen zu spüren.

Da das Ökosystem des Waldes möglichst wenig gestört werden soll, gelten für die Feier des Jahrestages jedoch ähnliche Einschränkungen wie zur eigentlichen Beisetzung. Also sollte Beispielsweise keine Trauerfloristik (Blumen oder gar Gestecke) abgelegt werden.

Allerdings kann durchaus mit Fauna der Jahreszeit vor Ort etwas kreativ geschaffen werden, um die Trauer zum Ausdruck zu bringen. Die Grabstelle kann mit Laub und Ästen bedeckt werden, aus Blättern und vielleicht Pilzen kann eine Trauerdekoration vor Ort geschaffen werden. Am können wir uns entweder mit anderen Familienmitgliedern oder Freunden treffen und Geschichten von und mit der verstorbenen Person erzählen oder wir lassen ein Fotoalbum mit den schönsten Aufnahmen des Verstorbenen im Kreis gehen, um Erinnerungen wachzurufen. Alternativ können wir die Grabstelle auch alleine aufsuchen und unsere Gedanken an den Verstorbenen richten oder gar Worte an ihn richten – nichts spricht dagegen, sich mit dem Baum in dessen Wurzelbereich die Beisetzung erfolgte zu "unterhalten".

Todestag bei klassicher Beisetzung auf dem Friedhof

Klassischerweise denkt man beim Thema Jahrestag zunächst an den Friedhof. Egal ob nach einer anonymen Beisetzung, in einem Reihengrab oder im Kolumbarium – wir haben die Möglichkeit, am Todestag zur Erinnerung Blumen oder Gestecke niederzulegen. Auch der Grabschmuck kann neu dekoriert (also beispielsweise die Grabbepflanzung gepflegt) werden und der Todestag kann als Anlass genommen werden, eine neue Grabkerze zu entzünden.

Bei der anonymen Grabstelle, bei der wir je nach Friedhofsordnung und der genauen Ausgestaltung anonymer oder halb-anonymer Grabstellen vielleicht gar nicht wissen, wo exakt die Beisetzung erfolgte, kann dies an einer zentralen Erinnerungswand oder Gedenkstelle geschehen. Die genauen Bestimmungen des jeweiligen Friedhofs obliegen hierbei der Friedhofsordnung, sodass es sich empfiehlt, einmal vorab zu klären, welche Möglichkeiten gegeben sind, um den Todestag vor Ort zu begehen.

Trauercafé zum Todestag

Nach der Beisetzung findet häufig ein Leichenschmaus statt – diese Tradition kann auch für den Jahrestag verwendet werden, indem wir einen Trauercafé planen. Im Café, Restaurant oder auch bei uns zu Hause versammeln wir uns am Todestag eines geliebten Menschen, um Seiner zu gedenken. Wir können dieses Trauercafé gestalten, wie es für uns und unsere Emotionalität richtig ist, aber auch der Verstorbene und dessen Vorlieben können dabei eine Rolle spielen, indem wir zum Beispiel dessen Lieblingskuchen bereitstellen oder aus dem Café ein Traueressen machen und das Lieblingsgericht des Verstorbenen bereiten und gemeinsam in Erinnerung verspeisen.

Rituale zum Jahrestag in Abgeschiedenheit

Vielleicht aber ist uns am Jahrestag nicht nach Gesellschaft und wir wollen den Todestag in stiller Trauer alleine begehen. Sollte dies der Fall sein, können wir vor allem auf das zurückgreifen, was uns mit dem Verstorbenen verbindet:

  • wir können zum Beispiel in einer stillen Zeit zu Hause die Lieblings-CD oder vielleicht auch nur das Lieblingslied des Verstorbenen hören, und so durch die Musik eine Verbindung zu ihm aufbauen

  • auf einem Tisch oder im Fenster können wir eine Kerze für den Verstorbenen entzünden und dabei an ihn denken. Immer wenn unser Blick auf dieses Licht fällt, rufen wir die verstorbene Person ins Gedächtnis

  • bei einem Spaziergang denken wir darüber nach, wie dieser Mensch unser Leben beeinflusst hat: Was tragen wir noch mit uns, was wir mit ihm erarbeitet haben? Was hat uns dieser Mensch gelehrt, dass noch immer eine Rolle in unserem Leben spielt? Was habe ich schönes – oder intensives – mit ihm erlebt?

  • hatte der Verstorbene einen Lieblingsfilm, könnten wir den Film anschauen und dabei unsere Trauer spüren. Dabei können wir sogar zwei Portionen Popcorn bereiten und ihm einen Softdrink hinstellen, um „mit der Person“ zu sein

  • bei einer Tasse Tee oder einer Limonade blättern wird durch ein Fotoalbum, dass uns durch Fotos Erinnerungen mit dem Verstorbenen ins Gedächtnis ruft

  • wenn es in der Nähe zu unserm Wohnort einen Ort gibt, den wir gemeinsam besucht haben, können wir einen stillen Spaziergang dorthin unternehmen und unterwegs an schöne Momente zurückdenken

  • wir können ein schönes Gedicht im Vorfeld aussuchen und von Hand aufschreiben oder selbst einige Zeilen schreiben. Am Todestag dann sprechen wir es in Erinnerung an den Verstorbenen in den Wind verbrennen den Zettel bei einem Räucherritual, um unsere Gedanken mit dem Rauch zum Verstorbenen zu tragen

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Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
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