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Würdigung des Verstorbenen

Wie verfasst man einen Nachruf?

Nach dem Tod eines Kollegen kann es bei der Trauerarbeit helfen, wenn die Mitarbeiter gemeinsam eine persönliche Todesanzeige – einen sogenannten Nachruf – verfassen. Wir erklären, wie man einen Nachruf richtig formuliert und veröffentlicht.

Ein Nachruf, auch Nekrolog genannt, wird meist von Unternehmen, Organisationen, Behörden oder Vereinen verfasst, um das Lebenswerk des Verstorbenen zu würdigen und die Trauer über den Verlust zum Ausdruck zu bringen. Aber auch für wichtige Persönlichkeiten, Personen der Öffentlichkeit oder Promineten werden häufig Nachrufe verfasst und in Zeitungen veröffentlicht.

Der Inhalt eines Nachrufs

Der langer Nachruf geht auf die wichtigsten Lebensphasen des Verstorbenen ein. Idealerweise werden jedoch nicht nur die Leistungen und Verdienste des Verstorbenen aneinandergereiht, sondern auch seine persönlichen Qualitäten und Charaktereigenschaften, die ihn oder sie zu einem geschätzten Mitarbeiter und einem wertvollen Mitglied der Gesellschaft gemacht haben, hervorgehoben. Auch kleine Anekdoten, die man mit dem Verstorbenen erlebt hat, können integriert werden. Um diesen Spagat zwischen dem Lebensweg und dem Wesen der verstorbenen Person zu meistern, wird der Nachruf von jemandem geschrieben, der den Verstorbenen und die Meilensteile seines Lebens gut kannte.

Ein Nachruf sollte neben dem Namen und dem Todesdatum des Verstorbenen auch die Position und die Dauer der Tätigkeit für ein Unternehmen bzw. die Institution enthalten. Zudem werden der Name des Anzeigenschalters (des Unternehmens oder der Institution) sowie die Namen der Unterzeichnenden inklusive ihrer Funktionen veröffentlicht. Bei Firmen wird häufig zusätzlich die Anschrift angegeben, Behörden oder Vereinen verzichten darauf.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich verschiedene Unternehmen, in denen der Verstorbene tätig war, zusammenschließen, den Nachruf gemeinschaftlich verfassen und unterzeichnen.

Gegebenenfalls können – nach Absprache mit der Familie des Verstorbenen – auch das Datum und der Ort der Trauerfeier erwähnt werden.

Die Nutzung von Nachrufen für Werbezwecke, das heißt das eigene Unternehmen besonders hervorzuheben, ist ein absolutes Tabu. Auch sollte die Anzeige nicht direkt neben den Stellenausschreibungen veröffentlich werden.

Nachrufe können auch deutlich kürzer gehalten werden. In nur wenigen Sätzen wird der Verstorbenen gewürdigt und das Mitgefühl für die Hinterbliebenen zum Ausdruck gebracht.

Zeitpunkt der Veröffentlichung

Traditionell werden Nachrufe in lokalen oder überregionalen Zeitungen veröffentlicht. Mittlerweile finden sich aber auch im Internet immer häufiger Plattformen, auf denen Nachrufe online veröffentlicht werden können. Generell bedarf es einer Absprache mit der Familie, damit der Nachruf nicht vor der Todesanzeige der Angehörigen erscheint. Nach Möglichkeit erscheinen die Nachrufe der Familie und des Unternehmens am selben Tag in der Zeitung.

Wie bei Todesanzeigen muss auch beim Nachruf auf die Richtigkeit der Daten geachtet werden. Die Familie des Verstorbenen kann die Anzeige vor Veröffentlichung prüfen und sicherstellen, dass die Angaben korrekt sind.