mymoria
© unsplash.com/uh

Individuelle Bestattung

10 verrückte und kreative Ideen zur Verwendung der Kremationsasche

Durch persönliche Gestaltung der eigenen Bestattung möchten sich viele Menschen im Tode ein letztes Mal selbst zu verwirklichen. Wir haben hier die zehn kreativsten Verwendungsmöglichkeiten für kremierte Überreste zusammengetragen.

Individuelle Bestattungen sind groß im Kommen. Nicht verwunderlich, dass Vielzahl von Bestattungsarten bereits jetzt eine große Auswahl bietet. Besonders Feuerbestattungen laden jedoch dazu ein, selbst kreativ zu werden und das eigene Ableben zu etwa ganz Besonderem zu machen.

1. Von der Asche zum Diamanten

Eine der edelsten Arten, die kremierten Überreste eines lieben Angehörigen auf kreative Art und Weise zu verwenden, ist die Diamantbestattung. Dabei wird ein Teil der Asche in einem besonderen Verfahren zu einem Edelstein gepresst. Der Diamant kann im Anschluss als Schmuckstück eingefasst werden, damit Sie Ihre Liebsten auch nach dem Tod noch auf Schritt und Tritt begleiten können. Da bei dieser Bestattungsart nur ein kleiner Teil der Kremationsasche verwendet wird, kann die restliche Asche in anderer Form beigesetzt werden.

Zudem gibt es die Möglichkeit, einen kleinen Teil der Asche in Medaillons oder Kettenanhänger einsetzen zu lassen. Auch auf diese Art können Sie Ihren Liebsten immer ganz nah sein.

2. Cause baby you’re a firework…

Sie lassen schon zu Lebzeiten keine Gelegenheit aus, das Leben in vollen Zügen zu genießen? Warum dann nicht auch mit einem großen Knall aus dem Leben gehen? Eine besonders spektakuläre Möglichkeit bietet die Verwendung der Asche in Feuerwerkskörpern. Die Elemente können individuell gestaltet werden und kreieren wunderschöne Kunstwerke am Nachthimmel.

3. Ein Korallenriff als Mausoleum

Menschen, die einen besonderen Bezug zum Meer haben, entscheiden sich oft für eine Seebestattung. Die Beisetzung in einem künstlich geschaffenen Korallenriff geht jedoch noch einen Schritt weiter: Auf Wunsch kann die Kremationsasche in Zementelemente eingegossen werden, welche anschließend Teil eines großen Unterwasserkunstwerks werden. Auf diese Weise tragen die Überreste des Verstorbenen dazu bei, neues Leben zu erschaffen.
Das größte Unterwasser-Mausoleum ist das Neptune Memorial Reef vor der Küste Floridas. Das künstlich geschaffene Riff ist der versunkenen Stadt Atlantis nachempfunden und beherbergt inzwischen viele verschiedene Arten von Unterwasserlebewesen.

4. Das geht unter die Haut: Tattoos aus Asche

Für viele ist es nichts Ungewöhnliches, sich ein Andenken an einen verstorbenen Menschen auf den Körper tätowieren zu lassen. Neu ist allerdings der Trend, die Asche des geliebten Menschen in die Tätowierfarbe zu mischen. Auf diese Weise können die kremierten Überreste direkt auf der Haut getragen werden. Auch immer mehr Tattoostudios innerhalb der EU bieten diese besondere Form der Körperkunst an. In Deutschland ist es zumindest möglich, die Asche eines verstorbenen Haustiers für ein Erinnerungstattoo an den tierischen Begleiter zu verwenden, da der Friedhofszwang nur für Menschen gilt.

Da der Tätowierfarbe nur ein kleiner Teil der Asche beigemischt wird, kann der Großteil der Asche auf eine beliebige andere Art beigesetzt werden.

5. Porträts aus Asche

Ein Porträt aus Asche? Die Künstlerin Heide Hatry machts möglich. In ihren Kunstwerken verwendet sie Kremationsasche, um ein Porträt des Verstorbenen zu malen. Als weitere Komponente wird Bienenwachs verwendet, um die Asche auf der Leinwand zu fixieren. In drei- bis viermonatiger Arbeit erschafft die Künstlerin damit ganz besondere Erinnerungsstücke, die auf ästhetische Weise die verstorbene Person – im wahrsten Sinne des Wortes – in Szene setzen.

6. Vom Samenkorn zum Baum: Neues Leben aus Asche

Besonders für Naturliebhaber ist es eine schöne Vorstellung, wenn neues Leben aus der eigenen Asche genährt werden kann. Dazu gibt es zum einen die Möglichkeit der Baumbestattung, bei der die Asche im Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt wird. Noch persönlicher und individueller ist es jedoch, einen neuen Baum durch das Auslegen eines Samens in die mit Erde angereicherten Kremationsüberreste zu geben. Dabei kann zugeschaut werden, wie aus der Asche neues Leben entsteht und über die Jahre hinweg ein stattlicher Baum wächst.

Das Aufziehen des Baumes erfolgt dabei in einem Pflanztopf. Dadurch erfolgt kein Stoffaustausch mit der Umgebung und es wird garantiert, dass alle für die Pflanze verwertbaren Moleküle direkt aus der Asche gewonnen werden. So entsteht ein Baum, der Teile des Verstorbenen in sich trägt.

7. Frühstücksgeschirr mit dem besonderen Etwas

In den Vereinigten Staaten können Kremationsüberreste sogar zur morgendlichen Kaffeetasse werden. Dazu werden Keramikstücke hergestellt, die später eine ganz besondere Glasur erhalten. Diese wird nämlich mit der Asche des Verstorbenen angereichert. Hinterbliebene erhalten somit ein Erinnerungsstück, dass sie täglich benutzen können und dabei gleichzeitig an ihre Liebsten erinnert werden.

8. Musik in meinen Ohren: Schallplatten aus Asche

Was wäre das Leben ohne Musik? Sie begleitet uns in unseren schwersten Stunden, motiviert uns und hilft uns, unsere Emotionen zum Ausdruck zu bringen. Wäre es nicht schön, wenn wir nach unserem Tod einfach zu Musik werden könnten? In Großbritannien ist das möglich: Die Firma Andvinyly hat sich darauf spezialisiert, die Asche Verstorbener in eine Schallplatte zu pressen. Die Platte kann individuell gestaltet werden und beispielsweise mit Tonaufnahmen oder Lieblingsliedern der verstorbenen Person bespielt werden.

Verschiedene Komponenten der Asche bilden dabei winzige Erhebungen auf der Oberfläche der Platte. Diese werden beim Abspielen als Kratzer wahrgenommen. Vielen Hinterbliebenen gibt jedoch genau das das Gefühl, dass der Verstorbene in diesem Moment bei ihnen ist.

9. Schiffsgrab: Ableben wie die Wikinger

Wikingerbegräbnisse hatten etwas Gewaltiges. In einigen Überlieferungen heißt es, dass der Leichnam eines Verstorbenen auf ein Schiff gebettet, angesteckt und in Flammen stehend dem Meer übergeben wurde. Auf eine solch majestätische Art beigesetzt zu werden, wünschen sich besonders viele Seefahrer und Fans der nordischen Kultur. Allerdings ist das vielerorts nicht ganz so einfach mehr möglich.

Alternativ können deswegen handgefertigte Miniaturschiffe verwendet werden, welche die bereits kremierten Überreste des Verstorbenen enthalten. Das winzige Wikingerschiff kann dann angezündet und auf einem Gewässer der Wahl auf seine letzte Reise geschickt werden.

10. Mit der Urne einmal um die ganze Welt

Ihr liebster Mensch war ein Weltenbummler? Dann erweisen Sie ihm doch die letzte Ehre auf einem Rundtrip um den Globus. Die New Yorkerin Tré Miller Rodriguez machts vor: In ihren Memoiren beschreibt sie, wie sie die Asche ihres verstorbenen Ehemannes auf eine Weltreise mitnimmt und an mehreren Orten einen Teil der Asche verstreut. Auf diese Weise ist der Verstorbene beinahe überall auf der Welt gleichzeitig. Der symbolische Charakter hat eine geradezu epische Wirkung und kann den Hinterbliebenen auf wunderbare Weise dabei helfen, gebührend Abschied zu nehmen.
Auch wenn viele Fluggesellschaften die Mitnahme von Kremationsasche erlauben, sollten bei der Planung einer solchen letzten Weltreise dennoch die Richtlinien hinsichtlich der Urnenmitnahme recherchiert werden. Auch die jeweiligen Einführungsbestimmungen der Länder sollten beachtet werden, um nicht auf halbem Wege eine böse Überraschung zu erleben.

Welche Voraussetzungen müssen für eine solche kreative Bestattungsart gegeben sein?

Da in Deutschland der Friedhofszwang herrscht, ist es grundsätzlich nicht möglich, über die kremierten Überreste eines nahestehenden Menschen frei zu verfügen. Auch Urnen müssen stets nach den landesüblichen Gesetzen beigesetzt werden.
Um eine individuelle Beisetzungsart, die über die nationalen Möglichkeiten hinausgeht, zu verwirklichen, ist der Umweg über das Ausland meist unumgänglich. Im Zuge der Globalisierung stellen jedoch Überführungen von Verstorbenen in andere Länder kein Problem mehr dar. Zu beachten sind dabei allerdings die zusätzlichen Überführungskosten, die im Rahmen der Bestattung anfallen.