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    Bestattungskultur: Die Särge der Welt

Bestattungskultur

Die Särge der Welt

Einzigartige Särge spielen in anderen Ländern eine große Rolle bei der Beerdigung geliebter Menschen. Wir zeigen einige Beispiele außergewöhnlicher Sargkultur aus aller Welt.

Sowohl bei den Naturbestattungen als auch bei einer Erdbestattung bieten sich neben der Trauerfloristik und der Ausgestaltung der Trauerrede insbesondere die Urnen beziehungsweise der Sarg an, um die Beisetzung weiter zu individualisieren. Auch bei den Feuerbestattungen wird ein Sarg benötigt, da dieser für die Einäscherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Begriff Sarg ist übrigens abgeleitet vom griechischen „sarkophagos“, was auf Deutsch ungefähr „fleischfressend“ heißt.

Der Sarg bei der Einäscherung

Zwar wird der Sarg bei einer Urnenbeisetzung eher nicht mit der Beisetzung in Verbindung gebracht, notwendig ist er aber dennoch – das Bestattungsgesetz sieht vor, dass die Einäscherung in einem Sarg stattfinden muss. In der Regel wird hierfür aber ein einfacher, kostengünstiger Kiefern- oder Fichtensarg verwendet. Kremationssärge sind in der Regel ohne Verzierung und nicht lackiert und kosten wenige hundert Euro. Bei der Feuerbestattung wird eher die Schmuckurne als der Sarg als Ausdruck der Individualität des Verstorbenen genutzt. Vereinzelt erlauben Krematorien inzwischen auch Kremationssärge aus Pappe oder ähnlichen leicht brennbaren, umweltfreundlichen Materialien.

Der Sarg bei der Erdbestattung

Der Sarg für die Erdbestattung existiert seit mehreren tausend Jahren und wurde ursprünglich vor allem aus Steinplatten, vereinzelt auch aus ganzen Baumstämmen hergestellt. Heute sieht das deutsche Bestattungsgesetz sowie die Verordnungen der meisten Friedhöfe einen Holzsarg vor. Nur wenige Ausnahmen sind möglich, wie etwa die Beisetzung im Leichentuch bei einer muslimischen Bestattung. Ausnahmen benötigen zumeist eine behördliche Sondergenehmigung und sind zumeist nur auf extra dafür eingerichteten Bereichen des Friedhofs möglich.

Ausgestaltung des Sargs

Der Produktkatalog an Särgen ist gigantisch – es gibt Särge aus Kiefer, Pappel, Eiche, Linde oder Nussbaumfurnier und auch die Formen und Ausgestaltungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Auswahl der Särge reicht vom einfachen Holzsarg für unter 400 € bis hin zu edlen Unikaten die über 10.000 € kosten können. Neben klassischen Truhensärgen, die vielleicht mit Klavierlack veredelt werden, gibt es auch Särge die eher künstlerisch wirken, die handbemalt werden oder die gar ganz individuell als Unikat, beispielsweise mit Fußballmotiven, bedruckt werden.

Ausgefallene Särge anderer Kulturen

Neben der Kultur des Sarges, wie sie sich in Deutschland entwickelt hat wie wir sie als "normal" empfinden, existieren in der restlichen Welt Sarg-Kulturen, die nur noch wenig mit der "Truhe" zu tun haben, wie wir sie kennen. In Deutschland erschöpft sich das verfügbare Portfolio an Individualität auf Designelemente, individuelle Gestaltung der Särge und etwaige farbliche Gestaltung – anders in anderen Ländern, in denen die Ausgestaltung deutlich ausgefallenere Formen annehmen kann.

Sargdesign in Ghana

In Ghana hat sich ein Geschäftsmodell entwickelt, das im Zusammenhang mit dem Tod auf uns erst einmal befremdlich wirken kann: Särge werden hier auf Wunsch nicht in klassischer Truhenform gebaut, sondern als Medium verwendet, um das Leben, die Vorlieben oder den Charakter des Verstorbenen darzustellen. Möglich ist dabei alles vom Sarg in Flugzeugform für einen erfolgreichen Geschäftsmann über die Gestaltung als Henne für eine Mutter oder der Sarg als Maiskolben für einen Farmer. Auch klassische Symbole der tribalen Machtposition kommen vor. Stammesoberhäupter lassen sich etwa im Sarg in Form eines Löwen oder Adlers beisetzen, während andere Särge in Form einer Schnecke oder Schildkröte den langsam Übergang vom Leben zum Tod symbolisieren. Die Särge werden in der Tischlerei von Eric Adjetey Anang von Hand hergestellt. "Abenteuer Leben" hat einen kurzen Bericht dazu auf YouTube.

„Verrückte Särge“ in England

Ein ähnliches Bild bietet sich inzwischen in England. Die Firma "Crazy Coffins", also "Verrückte Särge", bietet alles mögliche an Särgen an – Science-Fiction-Fans lassen sich im Raumschiff beerdigen, während eher traditionell gesinnte Zeitgenossen die klassische britische Telefonzelle oder den althergebrachten Reisekoffer wählen. Der Beisetzung im Mercedes Van, Wikingerboot, Ballettschuh oder gar in der Whisky-Flasche steht nichts im Wege. Weiter Beispiele dieser ausgefallenen Särge finden sich in der Galerie des Herstellers.

Die unbegrenzten Möglichkeiten Amerikas

Ganz ähnlich geht es bei Cruisin Caskets (etwa "rollende Särge" von "to cruise", was so viel wie "spazieren fahren" bedeutet) in Amerika zu. Hier hat man sich auf die Herstellung von Särgen in Form von Automobilen spezialisiert: Die Beisetzung im Hot Rod wird ebenso ermöglicht wie die Ausgestaltung des Sarges als "Rockabilly-Schlitten" oder als Luxus-Limousine. Die Wünsche der Kunden bis zu Ausgestaltung kleiner Details umgesetzt und die Auto-Särge individuell angefertigt.

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Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
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