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    Seltene Bestattungsart: Die Beisetzung in Gruft und Mausoleum

Seltene Bestattungsart

Die Beisetzung in Gruft und Mausoleum

In Deutschland sind einige ungewöhnliche Bestattungsarten möglich. Dazu zählen die Gruftbestattung sowie die Beisetzung im Mausoleum. Diese Ruhestätten werden jedoch nur selten gewählt – was vor allem an den extrem hohen Bestattungskosten liegt.

Gruft und Mausoleum – was ist das eigentlich?

Der Begriff Gruft ist abgeleitet von der Krypta, was im Griechischen „das Verborgene“ bedeutet. Ursprünglich handelt es sich hierbei um die unterirdischen Gewölbe von Kirchen. Reliquien von Märtyrern und die oft reich verzierten Metallsärge hochrangiger Geistlicher waren hier ausgestellt, um Gläubigen den unmittelbaren Zugang zu gewähren. Heutzutage ist eine Gruft schlicht ein ausgemauertes Grab, das sowohl unterirdisch als auch oberirdisch angelegt werden kann. Der Unterschied zur Erdbestattung besteht darin, dass der Sarg in der Gruft aufgestellt wird und nicht mit dem Erdreich in Berührung kommt.

Das Mausoleum wiederum ist benannt nach Maussolos von Halikarnassos, Kleinkönig von Karien und persischer Satrap, der im Jahre 353 v.Chr. starb. Als letzte Ruhestätte ließ er sich ein Grabmal errichten, das an einen monumentalen Tempel erinnert und schon von weitem sichtbar ist. Das Mausoleum des ersten römischen Kaisers Augustus kann beispielsweise noch heute in Rom besichtigt werden.

Heute werden die Begriffe Gruft und Mausoleum oftmals als Synonyme verwendet, haben jedoch komplett unterschiedliche Bedeutung. Als Mausoleum bezeichnet man ein kleines Gebäude, das als Grab fungiert. Die Gruft hingegen ist die eigentliche Grabstelle unterhalb des Mausoleums. In einigen wenigen Fällen wird der Sarg auch direkt im Mausoleum beigesetzt - dann ist das Mausoleum gleichzeitig auch die Gruft.

Welche Formen von Grüften und Mausoleen gibt es?

  • Familiengruft: Diese Form der Gruft war früher die am häufigsten genutzte. Die repräsentative Gruft wurde von einzelnen Familien dauerhaft und über viele Generationen als Beisetzungsstätte genutzt. Die Familiengrüfte wurden sehr oft auch als Mausoleen angelegt und neben der Beisetzung von Särgen wurden meist auch Urnen beigesetzt.
  • Einzelgruft: Die Einzelgruft, in der nur ein Verstorbener beigesetzt wurde, konnten sich nur sehr wohlhabende Menschen leisten und auch heute wird diese Gruftform nur noch selten genutzt, da sie mit sehr hohen Kosten verbunden ist.
  • Gemeinschaftsgruft: In der Gemeinschaftsgruft finden – wie der Name schon vermuten lässt – mehrere Särge Platz. Die damals meist privat gepflegten und organisierten Gemeinschaftsgrüfte diente nicht einer Familie als Grabstätte, sondern ermöglichte die Beisetzung von nicht verwandten bürgerlichen Verstorbenen in einer gemeinsamen Gruft.
  • Erdgruft: Die Erdgruft wird auch als amerikanische Gruft bezeichnet, dansie vor allem in Nordamerika verbreitet ist. Dort ist es häufig Vorschrift, den Sarg nicht direkt im Erdreich, sondern in einer Erdgruft beizusetzen. Die Erdgruft soll verhindern, dass das Grab nach der Zersetzung des Sarges zusammenfällt oder einsinkt. Die Nutzung der Erdgruft nutzt also vor allem der Instandhaltung der amerikanischen Friedhöfe.
  • Sargnische: Bei dieser Grabart wird der Sarg in einer Wandnische in einem Mausoleum oder einer Krypta beigesetzt. Wie beim Kolumbarium wird die Sargnische nach der Beisetzung mit einer Steinplatte verschlossen.
  • Gruftartiges Grab: Starke Ähnlichkeit zu einem Erdgrab hat die Pseudogruft. Dabei wird der Sarg in einem gruftartige Grab, das jedoch nicht ausgemauert ist, beigesetzt. Die Grabstelle wird im Anschluss mit einer schweren Platte bedeckt. Auch Urnen können in diesem Grab bestattet werden. Vor allem preislich unterscheidet sich das Gruftartige Grab von der klassischen, ausgemauerten Gruft - die Friedhofsgebühren sind deutlich geringer als für ausgemauerte Gräber.

Heutzutage ist die Grenze zwischen Gruft und Mausoleum teilweise fließend. Grüfte sind nicht mehr grundsätzlich verborgen oder in unterirdischen Kellergewölben zu finden. Es gibt begehbare Familiengrüfte, die meist vererbt werden. Zuweilen sind Grüfte mit schweren Bodenplatten versiegelt. Gemeinschaftsgrüfte unabhängig von familiärer Zusammengehörigkeit können von privater Hand finanziert werden.

Kann man sich in Deutschland in einer Gruft oder einem Mausoleum bestatten lassen?

Generell sind Bestattungen in Deutschland durch das Bestattungsrecht geregelt, wobei es zwischen den Bundesländern Unterschiede gibt. Allgemein gilt jedoch, dass die Bestattung Verstorbener an den dafür vorgesehenen Orten stattzufinden hat, also auf Friedhöfen oder an FriedWald-Standorte.

Mit einer Bestattung in Gruft oder Mausoleum sind zusätzliche Hygienevorschriften verbunden. Der Körper des Verstorbenen wird in einen Metallsarg oder einen abgedichteten Steinsarkophag verbracht. Oftmals erfolgt vor der Beisetzung die Einbalsamierung des Toten. Aufgrund der im Gegensatz zur Erdbestattung recht aufwändigen Bestattung in Gruft oder Mausoleum sowie des längeren Verwesungsprozesses, wird eine längere Ruhezeit von etwa 40 bis 60 Jahren vorausgesetzt. Wer also nicht in der kalten Erde bestattet werden möchte, kann auch in Deutschland die Gruft oder das Mausoleum als Alternative wählen.

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Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
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