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Exhumierung: Erneutes Ausgraben eines Leichnams

Als Exhumierung wird das Ausgraben einer bereits bestatteten Leiche aus einem Grab bezeichnet. Eine Exhuminierung kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein. Erfahren Sie alles Wissenswerte über die Gründe und rechtliche Lage für eine Exhuminierung.

Gründe für eine Exhumierung

Familiäre Gründe

Familiäre Anlässe zählen zu den häufigsten Gründen für eine Exhumierung. Dies kann beispielsweise der Wunsch sein, den Verstorbenen aufgrund eines Umzuges an einem anderen Ort beizusetzen, da eine Grabpflege ansonsten unzumutbar wäre. Ein weiterer Grund kann auch eine Verlegung in ein Familiengrab sein. Sofern die Voraussetzungen für eine Exhumierung erfüllt sind, kann ein Antrag auf eine Umbettung gestellt werden.

Natürliche Gründe

Natürliche Gründe für eine Exhuminierung können beispielsweise Änderungen in der Bodenbeschaffenheit, der Friedhofsstruktur oder gar die Schließung eines Friedhofes sein. In diesen Fällen ist eine Exhuminierung zwingend notwendig.

Historische Gründe

Exhuminierungen aus historischen Gründen erfolgen zum Zwecke der Erforschung historischer Geschehnisse. Beispielsweise können durch DNA-Proben Fragen zu Renten- oder Erbansprüchen geklärt werden. Für die Staatsanwaltschaft ist eine historische Exhuminierung häufig Mittel zur Feststellung der Todesursache bei der Aufklärung eines Verbrechens. Soldaten oder Flüchtlinge, die im Krieg gefallen sind, können durch eine Exhuminierung in die Heimat zurückgeführt und dort angemessen bestattet werden.

Varianten der Exhumierung

Geplante Exhumierung

Von einer geplanten Exhumierung wird gesprochen, wenn die Ruhezeit des Verstorbenen in der gewählten Grabstelle abgelaufen ist und keine Verlängerung beantragt wurde. Die Ruhezeit beträgt je nach Grabart und Bodenbeschaffenheit in der Regel zwischen 15 und 30 Jahren. Nach Ablauf dieser Zeit kann von der Friedhofsverwaltung eine Exhumierung durchgeführt werden, um freie Grabstellen zu schaffen.

Ungeplante Exhumierung

Von einer ungeplanten Exhumierung wird gesprochen, wenn diese vor dem Ablauf der Ruhezeit durchgeführt wird. Eine ungeplante Exhumierung kann verschiedene Ursachen haben. Sie setzt allerdings eine behördliche Anordnung voraus oder muss auf Anweisung der Friedhofsverwaltung erfolgen.

Genehmigung und Regelung

Eine Exhumierung wird nur in seltenen Fällen genehmigt und bedarf der Zustimmung des Friedhofträgers, des Ordnungsamtes und teilweise auch des Gesundheitsamtes. Die genauen Regelungen und Richtlinien sind in den Bestattungsgesetzen der einzelnen Länder festgehalten.
Verschiedene Instanzen sind berechtigt, eine Antrag für eine Exhuminierung stellen. Dazu zählen:

  • Staatsanwälte oder Gerichte
  • das Versorgungsamt
  • gesetzliche Unfallversicherungen
  • sonstige Versicherer
  • nahe Angehörige

Der jeweilige Veranlasser muss die Kosten der Exhuminierung tragen. Der Antrag wird bei einer übergeordneten Stelle wie dem Landratsamt oder der Kreisverwaltungsbehörde eingeholt. In Bayern kann die Kommune beziehungsweise der Friedhofsträger selbst die Exhumierung bewilligen oder ablehnen.

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Kosten einer Exhumation

Wird die Exhumierung aus natürlichen Gründen vom Friedhof beantragt, trägt die Verwaltung die Kosten. Wünschen Angehörige des Verstorbenen eine Umbettung, müssen diese selbst dafür aufkommen. Die anfallenden Kosten für die Ausgrabung variieren von Friedhof zu Friedhof stark. Genaue Gebühren können beim jeweiligen Friedhof erfragt werden.

Bei den Kosten für eine Exhuminierung ist zudem zwischen einer Sarg- und Urnenbestattung zu unterscheiden. Die Exhumierung eines Sarges ist aufgrund des Aufwands deutlich teurer als die einer Urne.




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