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Erdbestattung: Beisetzung des Verstorbenen im Erdreich

Die Erdbestattung ist in Deutschland eine traditionsreiche Bestattungsart. Bei dieser Form der Beisetzung wird der Verstorbene ganzheitlich in das Erdreich zurückgeführt. Erfahren Sie im Folgenden alles Wissenswerte rund um die Organisation und den Ablauf einer Erdbestattung.

Ursprung der Erdbestattung

Die Tradition der Erdbestattung entstand aus dem christlichen Gedanken der Auferstehung. Für eine Auferstehung muss der menschliche Körper vollständig erhalten bleiben. Im Christentum wird davon ausgegangen, dass der Mensch von Gott aus Staub erschaffen wurde und er nach Lebensende auch wieder zu Staub verfällt. Aus diesem Grund werden am Grab auch bis heute die Worte „Staub zu Staub und Asche zu Asche“ gesprochen. Die Kremation des Verstorbenen kam für gläubige Christen lange Zeit nicht in Frage.

Vor- und Nachteile einer Erdbestattung

Erhalt des Leichnams

Unter christlich geprägten Menschen ist die Erdbestattung besonders beliebt. Bei dieser Beisetzungsvariante wird der Leichnam vollständig erhalten beerdigt und zerfällt mit der Zeit wieder zu natürlichen Bestandteilen. In bestimmten Kulturkreisen gilt diese Art der Beisetzung bis heute als besonders pietätvoll und natürlich.

Hohe Folgekosten

Die Erdbestattung zählt zu den eher pflege- und kostenintensiven Beisetzungsvarianten, da neben der Anfertigung eines Grabsteins langfristig auch Kosten für die Grabpflege und die Friedhofsnutzung anfallen.

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Einleitung einer Erdbestattung

Ausstellung des Totenscheins

Um im Todesfall eine Erdbestattung einzuleiten, muss umgehend ein Arzt benachrichtigt werden. Dieser stellt den Tod fest und fertigt einen Totenschein an, die für die Beantragung der Sterbeurkunde und alle weiteren Schritte erforderlich ist. Die Leichenschau muss innerhalb von 12 Stunden nach Eintritt des Todes vorgenommen werden. Die Todesbescheinigung wird abhängig vom Ort, an dem der Sterbefall eingetreten ist, nach einer Leichenschau von einem Arzt ausgestellt.

Ort des Sterbefalls Was zu tun ist
Sterbefall im eigenen Zuhause Kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder den Notruf unter der Nummer 112
Sterbefall im Krankenhaus, Pflegeheim Ausstellung der Todesbescheinigung wird von der Einrichtung organisiert
Sterbefall im öffentlichen Bereich Verständigen Sie den Notruf unter der Nummer 112


Beauftragung eines Bestatters

Anschließend sollten Sie einen Bestatter kontaktieren, der die gesamte Organisation und Ausführung der Bestattung übernimmt. In der Regel beantragt der Bestatter für Sie auch die Sterbeurkunde und übernimmt die Abmeldung bei Versicherungen. Nehmen Sie sich etwas Zeit und vergleichen Angebote verschiedener Bestatter. Die Preise und Leistungen können zum Teil stark variieren.

Abholung und Überführung des Verstorbenen

Als Überführung eines Leichnams wird die Abholung des Verstorbenen vom Sterbeort durch den Bestatter und der Transport zu den Kühlräumen des Bestatters bezeichnet. Je nach Bundesland haben Sie nach einem Sterbefall zwischen 24 und 48 Stunden Zeit, ehe die Überführung durchgeführt sein muss.

Hygienische Versorgung des Verstorbenen

Durch eine hygienische Versorgung wird der Verstorbene für die Erdbestattung vorbereitet. Insbesondere bei einer späteren Aufbahrung des Verstorbenen ist ein würdevoller und friedlicher Anblick für die Trauergemeinde von Bedeutung. Die hygienische Versorgung umfasst unter anderem das Waschen und die Einbalsamierung des Körpers, die Rekonstruktion des ästhetischen Erscheinungsbildes sowie die kosmetische Behandlung des Verstorbenen. Mund und Augen bleiben üblicherweise geschlossen.

Einkleidung des Verstorbenen

Anschließend wird der Verstorbene nach Wunsch der Angehörigen komplett eingekleidet. Dabei können auch die Hände gefaltet werden. Die Kleiderwahl kann dem Verstorbenen bei einer späteren Aufbahrung ein würdevolles Aussehen verleihen und persönliche Interessen oder einen beruflichen Werdegang widerspiegeln, indem beispielsweise eine Uniform angelegt wird.

Erledigung von Formalitäten

Anschließend kommt die Erledigung verschiedener Formalitäten für die Organisation einer Sterbeurkunde sowie die Kündigung verschiedener Verträge sowie auf Sie zu. Der Bestatter ist Ihnen dabei behilflich und kann sämtliche Behördengänge für Sie übernehmen.

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Wenn ein Mensch zum ersten Mal mit dem Tod in Berührung kommt, kann dies schnell zu Überforderung führen. Wir haben unsere Erfahrung und unser Wissen für Sie zusammengefasst und liefern Ihnen mit dieser Checkliste für den Todesfall eine Schritt-für-Schritt-Hilfestellung.

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Organisatorisches für die Erdbestattung

Vor einer Beisetzung müssen einige Dinge entschieden werden. Dabei steht Ihnen ein Bestatter zur Seite, der Sie zu verschiedenen Grabarten berät, zusammen mit Ihnen den Umfang der Trauerfeier plant und die Zusammenkunft nach der Beerdigung organisiert. In einem Trauergespräch können Sie verschiedene Punkte mit dem Bestatter klären:

  • Sargauswahl
  • Offene oder geschlossene Aufbahrung
  • Trauerkarten, Traueranzeige
  • Floristik und andere Dekoelemente
  • Termin für die Trauerfeier
  • Ort für die Trauerfeier
  • Programmpunkte für die Trauerfeier
  • Trauerredner
  • Musiker
  • Grabwahl
  • Leichenschmaus
Hinweis:

Sprechen Sie ihre Wünsche und Vorstellungen mit dem Bestatter ab. Je konkreter Sie wissen, wie die Bestattung gestaltet werden soll, desto entspannter gestaltet sich die gesamte Planung.

Wahl eines Sarges

Eine Erdbestattung muss in Deutschland laut „Sargpflicht“ in einem Sarg stattfinden. Mittlerweile werden Särge in diversen Formen, Farben und Stilen angeboten. Das Angebot stellt für jedes Budget und jede Vorliebe eine Variante bereit.

Muslimische Erdbestattungen sind als einzige Ausnahme von der Sargpflicht befreit. Immer mehr deutsche Friedhöfe bieten diese religiöse Form der Bestattung an. Bei einer islamischen Bestattung ist es erlaubt, die Toten lediglich in einem weißen Leinentuch zu bestatten.

Wahl der Grabart

Erdbestattungen sind deutschlandweit auf Friedhöfen möglich. Bei der Grabstelle haben Sie die Wahl zwischen einem Reihengrab und einem Wahlgrab. Bei Reihengrab wird Ihnen von der Friedhofsverwaltung ein Grabplatz zugewiesen, den Sie für 20-25 Jahre pachten und in der Regel nicht mehr verlängern können. Beim Wahlgrab können Sie sich bei einer Besichtigung mit einem Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung einen freien Platz aussuchen und diesen ebenfalls für 20-25 Jahre pachten. Der Wahlgrabplatz kann nach Ablauf der Ruhefrist verlängert werden.

Grabart Wählbar Pachtzeit Pachtzeit verlängerbar
Reihengrab 20-25 Jahre
Wahlgrab X 20-25 Jahre X

Bestattungstermin

Die Beisetzung findet in der Regel wenige Tage und maximal 10 Tage nach Eintritt des Todesfalls statt. Angehörige sollten sich rechtzeitig um die Anmeldung der Trauerfeier bemühen, um umstandslos weiterplanen zu können. Der Bestatter ist Ihnen hierbei behilflich.

Gästeliste für die Trauerfeier

Die Wahl der Gästeliste für eine Trauerfeier sollte sich nach den Wünschen des Verstorbenen richten. So zählen Hinterbliebene aus der nahen Verwandtschaft neben Freunden und Kollegen des Verstorbenen zur Trauergemeinde. Auch entfernte Verwandte und Bekannte können bei der Einladung bedacht werden.

Traueranzeige

Vor der Beisetzung haben Sie die Möglichkeit, eine Traueranzeige aufzugeben und darin den Beisetzungstermin bekanntzugeben. So können Sie öffentlich zur Beisetzung des Verstorbenen einladen. Sie sollten sich jedoch rechtzeitig um die Einreichung der Anzeige bei den Zeitungen bemühen, da diese unterschiedliche Redaktionsschlüsse haben. Darüber hinaus können Sie Trauer- sowie Dankeskarten für die Anteilnahme drucken zu lassen.

Dekoration und Floristik

Wenn die Beisetzung auf einem christlichen Friedhof stattfinden soll, kann die Trauerfeier meist in einer Kapelle oder Trauerhalle des Friedhofes ausgerichtet werden. Die Trauerhalle kann nach individuellen Wünschen geschmückt werden. Dabei sollten jedoch die Vorgaben der Friedhöfe beachtet werden. Als dekorative Elemente können Blumen, Kerzen, Bilder und persönliche Gegenstände des Verstorbenen eingesetzt werden.

Auch der Sarg des Verstorbenen wird in der Regel mit Blumenarrangements versehen, die von Floristen angefertigt werden. Die Floristik für eine Bestattung wird von den nächsten Angehörigen nach Vorlieben des Verstorbenen oder eigener Einschätzung gewählt. Hierzu zählen:

  • Sargbuketts
  • Trauerkränze
  • Trauersträuße

Gäste der Trauerfeier haben ebenfalls die Möglichkeit, einen Kranz oder Strauß beizusteuern. Blumenarrangements sind in verschiedenen Formen und Farben erhältlich und werden mit Schleifen verziert, die den Namen und einen Gruß des Schenkenden enthalten.

Aufbahrung

Die Aufbahrung des Verstorbenen bietet der Trauergemeinde die Möglichkeit, auf eine besonders würdigende Weise Abschied vom Verstorbenen zu nehmen. Der geschmückte Sarg wird auf einer erhöhten Position in der Trauerhalle platziert, sodass er für die Gäste der Trauerfeier sichtbar ist. Bei einer Aufbahrung kann der Sargdeckel geöffnet werden oder geschlossen bleiben. Eine offene Aufbahrung spendet durch den friedlichen Anblick des Verstorbenen häufig Trost und kann bei der Trauerbewältigung der Angehörigen helfen.

Musikalische Begleitung

Die Trauerfeier kann von Musik begleitet werden, die den Vorlieben des Verstorbenen entspricht oder die Gefühlswelt der Angehörigen widerspiegelt. Die Trauermusik spielt eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Trauerfeier. Musikstücke können von einem Chor oder Sänger, einer Liveband oder Kapelle sowie durch ein Orgelspiel oder eine CD vorgetragen werden. Die musikalische Begleitung kann sehr individuell gestaltet werden und ist an keine Vorgaben gebunden.

Trauerrede

Sofern Sie eine Trauerrede wünschen, aber selbst keine Rede halten möchten, haben Sie die Wahl zwischen einem christlichen und einem weltlichen Redner. Diese werden sich in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen über den Verstorbenen unterhalten. Auf diese Weise kann der Trauerredner die verstorbene Person näher kennenlernen und in der Trauerrede darstellen, was den Verstorbenen ausgemacht hat.

Die Grabrede ist eine besondere Art der Trauerrede und findet direkt am Grab des Verstorbenen statt. Ein Grabredner, der nicht aus dem Umfeld des Verstorbenen stammt, ermöglicht es Angehörigen, in ihrer Trauer nicht vor der Trauergemeinde sprechen zu müssen und dem Verstorbenen dennoch eine würdigende Rede zukommen zu lassen.

Leichenschmaus

Im Anschluss an die Beisetzung findet häufig ein Leichenschmaus, auch Trauerkaffee genannt, statt. Angehörige können sich in gelöster Umgebung über Erinnerungen austauschen und dem Verstorbenen gemeinsam gedenken. Als Lokalität können Restaurants, Gaststätten oder das eigene Zuhause gewählt werden. Das Menü während des Leichenschmauses beinhaltet in der Regel Kaffee und Kuchen oder ein Lieblingsgericht des Verstorbenen.

Ablauf einer Erdbestattung

Trauerzug

Nach der Trauerfeier wird der Sarg in einer stillen Zeremonie an den Ort der Beisetzung gebracht. Nach Einlassen des Sarges in die Grabstelle können Angehörige ein letztes Mal Abschied vom Verstorbenen nehmen.

Hinweis:

Während des Trauerzuges zur Grabstelle gehen Familie und nahestehende Angehörige des Verstorbenen direkt hinter dem Sarg und entfernte Verwandte, Freunde sowie Arbeitskollegen reihen sich anschließend ein.

Abschiedsrituale

Im Rahmen eines Rituals zur Abschiednahme befindet sich an der Grabstelle meist ein Behälter mit Erde und einer kleinen Schaufel. Angehörige können die Erde zur Verabschiedung des Verstorbenen auf den Sarg geben. Dieses Ritual wird häufig begleitet von den Worten „Asche zu Asche, Staub zu Staub“. Alternativ können auch Blumen mit ins Grab gegeben werden.

Beileidsbekundungen

Anschließend können Gäste der Trauerfeier ihre Beileidsbekundungen an die Familie des Verstorbenen richten. Dieser Teil der Beerdigung läuft in der Regel ruhig und andächtig ab. Falls die Familie im Vorfeld darum gebeten hat, von Beileidsbekundungen abzusehen, sollte dieser Wunsch respektiert werden. Ein schlichtes „Mein Beileid“ oder „Meine Anteilnahme“ ist dann völlig ausreichend. Für Gespräche ist im Rahmen eines Leichenschmauses nach der Beerdigung meist ausreichend Zeit.

Kosten

Eine klassische Erdbestattung zählt zu den preisintensiveren Bestattungsarten. Die Kosten für eine Beerdigung variieren jedoch je nach Region und der gewählten Grabart. Kosten für den Sarg, den Grabstein und die Öffnung sowie Schließung der Grabstelle sind höher als die einer Urnenbestattung.

Bei einer Beerdigung fallen außerdem höhere Folgekosten für die Grabpflege und Friedhofsgebühren an. Besonders die Kosten für die Bepflanzung der Grabstelle können sich in den Jahren der Grabnutzung summieren.

Hinweis:

Friedhofsgebühren können je nach Gemeinde unterschiedlich ausfallen. Um die konkreten Gebühren zu erfragen, sollten Sie sich rechtzeitig mit dem Friedhof Ihrer Wahl in Verbindung setzen.


Bestattungsvorsorge

Eine Erdbestattung kann bereits zu Lebzeiten geplant und nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden. So werden nicht nur den Hinterbliebenen Entscheidungen erleichtert, sondern auch gewährleistet, dass die eigene Bestattung entsprechend persönlicher Wünsche gestaltet wird.

Eine Bestattungsvorsorge kann in Form einer Bestattungsverfügung oder einem Vorsorgevertrag getroffen werden. Darin können Sie frühzeitig festlegen, in welcher Form und an welchem Ort die eigene Beisetzung erfolgen soll. Darüber hinaus können Sie jedes weitere Detail für eine Trauerfeier und zugehörige Programmpunkte festlegen. Ein weiterer Vorteil der Bestattungsvorsorge ist die Eröffnung eines Treuhandkontos für sämtliche Bestattungskosten, die auf Ihre Angehörigen zukommen.

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Bestattungsgesetz

In Deutschland wird die Durchführung von Bestattungen mit einem Bestattungsgesetz geregelt, das sich je nach Bundesland unterscheiden kann. Bestimmte Regelungen gelten jedoch deutschlandweit.

Bestattungspflicht

Die Bestattungspflicht gilt deutschlandweit und gibt vor, innerhalb welches Zeitrahmens die Bestattung eines Verstorbenen erfolgen muss. Je nach Bundesland muss die Überführung des Verstorbenen zwischen 24 und 48 Stunden nach Eintritt des Todes durchgeführt werden.

Friedhofspflicht

In Deutschland gilt die Friedhofspflicht. Diese schreibt vor, dass physische Teile eines verstorbenen Menschen lediglich an dafür vorgesehenen Orten aufbewahrt werden dürfen. Erdbestattungen sind in Deutschland auf Friedhöfen möglich.

Totenfürsorgepflicht

Sofern der Verstorbene keine Bestattungsvorsorge getroffen und seinen nicht Willen dokumentiert hat, liegt die gesamte Organisation und Gestaltung der Bestattung laut Totenfürsorgepflicht bei dessen nächsten Familienangehörigen.

Kostentragungspflicht

Die Kostentragungspflicht sieht vor, dass die Finanzierung einer Bestattung durch die Erben des Verstorbenen erfolgt. Sofern keiner der Angehörigen und Erbberechtigten im Stande ist, die Bestattungskosten zu tragen, kann eine Sozialbestattung beantragt werden.




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