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Rechte und Pflichten einer Erbengemeinschaft

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Mehrere Erben: Rechte und Pflichten einer Erbengemeinschaft

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Oftmals hinterlässt der Erblasser mehrere Erben, die dann eine Erbengemeinschaft bilden. Der Nachlass des Verstorbenen gehört den Miterben gemeinschaftlich und muss vom gesamten Erbenverbund verwaltet werden.

Inhaltsverzeichnis


Erben, die nebeneinander und gleichzeitig durch denselben Erblasser beerbt werden, bilden eine Erbengemeinschaft – unabhängig davon, ob ein Testament vorliegt oder die gesetzliche Erbfolge gilt. Meist bilden auch Geschwister einen solchen Erbenverbund. Die Erbengemeinschaft bildet eine Rechtsform eigener Art, die mit dem Erbfall entsteht und wird vom Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt.

Miterben als Gesamthandgemeinschaft

Bei einer Erbengemeinschaft werden alle Erben gemeinschaftlich Rechtsnachfolger des Erblassers. Sie werden qua Gesetz eine sogenannte „Gesamthandsgemeinschaft“. Die einzelnen Vermögensgegenstände und Rechte liegen als gemeinsames Vermögen in der gemeinsamen Hand aller Miterben. Die Miterben können nur gemeinsam über diese verfügen. Das heißt sie können beispielsweise nur gemeinsam Nachlassgegenstände verkaufen oder ein zum Nachlass gehörendes Grundstück mit einer Hypothek belasten. Diese Bindung führt auch dazu, dass das gebundene Vermögen gegenüber dem Privatvermögen der Miterben rechtlich verselbständigt ist.

Hinweis: Da diese Differenzierungen leicht zu Verwirrung führen kann, aber essentiell sind, empfehlen wir, bei Verständnisproblemen fachspezifische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Verwaltung der Erbengemeinschaft

Eine große Herausforderung in der Erbengemeinschaft ist meist die Aufgabe, den Nachlass zu sichten, zu sichern und schließlich auch zu verwalten. Daher ist es qua Gesetz notwendig, Verwaltungsentscheidungen gemeinsam zu treffen. Ausnahmen gibt es allerdings auch. Dazu gehörenh die notwendigen, ordnungsgemäßen und außergewöhnlichen Verwaltungsmaßnahmen, die der Erhaltung und Nutzung des Nachlasses dienen sollen.

Notwendige Verwaltung: Das Gesetz erlaubt, dass in Ausnahmefällen einzelne Miterben zur Erhaltung des Nachlasses notwendige Maßnahmen alleine ergreifen können. Um in Notfällen Schaden vom Nachlass abzuwenden, kann der Miterbe ohne Zustimmung der anderen Miterben Entscheidungen treffen, wie etwa dringend notwendige Reparaturen an einer Immobilie nach einem Unwetter.

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Ordnungsgemäße Verwaltung: Unter die ordnungsgemäße Verwaltung fallen alle Maßnahmen, die dem Interesse aller Miterben entsprechen. Um diese Maßnahmen zu beschließen ist eine Stimmenmehrheit nötig. Zur ordnungsgemäßen Verwaltung zählen beispielsweise die Kündigung von Verträgen des Erblassers oder Reparaturen und Instandsetzungsmaßnahmen an Immobilien, welche aus dem Nachlass bezahlt werden müssen.

Außergewöhnliche Maßnahmen: Maßnahmen, die den Nachlass deutlich umgestalten oder die für die Erbengemeinschaft eine große wirtschaftliche Bedeutung haben, bezeichnet man als außergewöhnliche Maßnahmen. Das kann zum Beispiel die Umänderung der Erbengemeinschaft in eine werbende Gesellschaft sein. Für diese außergewöhnlichen Maßnahmen ist die Einstimmigkeit der Erbengemeinschaft erforderlich.

Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft

Da diese Verwaltungsmaßnahmen in der Realität häufig zu Konflikten unter den Erben führen, ist diese Art und Weise der Handhabung meist nur temporär und die Auseinandersetzung des Nachlasses soll schnellstmöglich herbeigeführt werden. Der Auseinandersetzungsanspruch richtet sich gegen die Miterben und kann grundsätzlich jederzeit durch einen Erben verlangt werden. Gegenstand der Auseinandersetzung ist der Nachlass, der so aufgeteilt werden soll, dass Nachlassverbindlichkeiten getilgt werden und alle Erben ihren Anteil am Nachlass entsprechend ihrer Erbquote erhalten.

Bei einer solchen Auseinandersetzung einigen sich die Miterben – oft mit Hilfe eines Notars – idealerweise einvernehmlich, wer welche Erbstücke und Vermögenswerte aus dem Nachlass erhält. Der Anteil am Erbe wird durch eine gesetzlich vorgeschriebene Quote festgelegt. Gibt es einen großen Gegenstand (wie etwa ein Haus), der nicht geteilt werden kann, muss dieser zunächst verkauft oder zwangsversteigert werden. Im Anschluss erhalten die Miterben ihren Anteil aus der Verkaufssumme.

Es ist außerdem möglich, dass sämtliche Miterbenanteile auf einen einzelnen Miterben übertragen werden. Auch einzelne Miterben können gegen eine Abfindungszahlung aus der Erbengemeinschaft austreten und ihren Erbteil an die übrigen Miterben überschreiben. Ist zwischen den Miterben keine Einigung zu erzielen, kann das Nachlassgericht eingeschaltet werden, das wiederum versuchen wird, bei einer Einigung zu helfen. Helfen auch die Bemühungen des Nachlassgerichts nicht und ist einer der Miterben mit den Vorschlägen nicht zufrieden, kann er als letztes Mittel eine Erbauseinandersetzungsklage einreichen, die darauf gerichtet ist Zustimmung der Miterben zu begehren.

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Maria Anwari, Rechtsexpertin

Erbrechtsexpertin Maria Anwari

Unsere Erbrechtsexpertin Rechtsanwältin Maria Anwari, LL.M. ist bereits seit vielen Jahren auf das Erbrecht sowie die Vermögensnachfolge spezialisiert und hat die Zusatzqualifikation Master of Laws im Bereich „Erbrecht, Unternehmensnachfolge und Vermögen“. Ihre Mandanten berät Maria Anwari in den Bereichen Erbrecht, Vermögensnachfolge sowie private Vorsorge bundesweit. In Frankfurt am Main ist sie in Kooperation mit der Kanzlei Dr. Köhler und Partner tätig.


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