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Irrtümer im Erbrecht: Warum ein Testament so wichtig ist

Viele Menschen verfassen gar kein Testament und wenn doch, dann führt Unwissenheit beim Thema Erbrecht häufig zu Fehlern, die die Hinterbliebenen nicht nur Nerven, sondern oftmals auch Geld kosten. Mangelnde Erfahrung und unzureichendes Wissen können auch dazu führen, dass ein Testament gänzlich unwirksam ist. Damit Ihr Testament Bestand hat, Ihr Nachlass an diejenigen geht, die Sie sich als Erben wünschen und Sie Ihren Erben böse Überraschungen ersparen, klären wir über die häufigsten Irrtümer im Erbrecht auf und zeigen Ihnen wie Sie bei der Erstellung des Testaments Fehler vermeiden.

Wenn ich meine Kinder enterbe, erhalten sie nichts.

Sie können Ihre Kinder zwar enterben, das heißt aber nicht, dass sie nach Ihrem Tod tatsächlich nichts von ihrem Erbe erhalten. Denn auch einem von der Erbfolge ausgeschlossenen Kind steht laut Gesetz ein Pflichtteil zu. Dieser beläuft sich in der Regel auf etwa die Hälfte des gesetzlichen Erbteils, der dem Kind ohne Testament zustehen würde.

Das Testament ist nur gültig, wenn es notariell aufgesetzt und beglaubigt ist.

Falsch. Es ist völlig ausreichend, wenn Sie Ihren letzten Willen handschriftlich verfassen und unterschreiben. Ein Gang zum Notar ist dafür absolut nicht nötig. Beachten Sie bei der eigenständigen Erstellung aber, dass das Testament komplett per Hand geschrieben und nicht am Computer erstellt wird.

Haben Sie Fragen zum Erbrecht oder einzelnen Formulierungen oder treten Probleme beim Verfassen des Testaments auf, sollten Sie sich an einen Rechtsanwalt oder einen Notar wenden, der Sie beraten kann. Schon kleine formale Fehler können dazu führen, dass das gesamte Dokument unwirksam wird. Falls Ihr Vermögen mehrere hunderttausend Euro beträgt oder wenn komplizierte Familienverhältnisse herrschen, sollten Sie sich generell von einem Experten helfen lassen.

Wenn ich kein Testament mache, erbt mein Ehepartner automatisch alles.

Das stimmt leider nicht. Ohne Testament gilt immer die gesetzliche Erbfolge. Kinder werden laut Gesetz automatisch bedacht und erben die Hälfte des Vermögens. Ehe- und Lebenspartner haben ohne Testament nur ein Anrecht auf die andere Hälfte des Nachlasses.

Es gibt die Möglichkeit, ein sogenanntes Berliner Testament aufzusetzen, in dem beide Ehepartner festlegen, dass die Kinder erst nach dem Tod des zweiten Partners erben. Das Berliner Testament kann jedoch nur von beiden Partnern gemeinsam geändert werden. Ist einer der Ehepartner bereits verstorben, lässt sich dieses Testament nicht mehr umschreiben.

Wenn ich kinderlos bin und kein Testament mache, erbt mein Ehepartner alles.

Falls Sie kein Testament abgeschlossen und keine Kinder haben, erbt Ihr Ehepartner nicht automatisch Ihr gesamtes Vermögen. Vielmehr bildet der überlebende Ehegatte gemeinsam mit den Eltern und den Geschwistern des Erblassers eine Erbengemeinschaft, die den Nachlass untereinander teilen muss.

Wenn ich nicht erben will, muss ich nichts tun.

Diese Annahme ist ein fataler Fehler. Wer ein Erbe ausschlagen will, muss dies aktiv innerhalb von sechs Wochen tun, indem er beim Nachlassgericht oder bei einem Notar offiziell die Erbausschlagung erklärt. Die sechswöchige Frist beginnt ab dem Tag, an dem der Erbe vom Todesfall und der damit verbundenen Erbschaft erfährt. Tut man dies nicht und schweigt als Hinterbliebener, nimmt man die Erbschaft zwangsläufig an.

Wenn ich meinem Kind Geld schenke, wird dies beim Erbe verrechnet.

Auch diese Aussage stimmt nicht. Grundsätzlich werden Geldgeschenke an Kinder im Falle einer Erbschaft nicht verrechnet. Falls Sie jedoch eine Verrechnung wünschen, müssen Sie diese Vereinbarung mit dem Kind zuvor getroffen haben. Wenn Sie sich bei der Erstellung Ihres Testaments von einem Anwalt oder Notar beraten lassen, weisen Sie ihn auf alle größeren Schenkungen hin, damit er – falls Sie mehrere Kinder haben – das Testament so gestalten kann, dass das Erbe unter den Kindern gerecht verteilt wird.

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Ehegatten und Kinder können nicht von der Erbfolge ausgeschlossen werden.

Falsch. Als Erblasser können Sie jeden gesetzlichen Erben enterben und einen anderen Erben bestimmen. Beachten Sie jedoch, dass die Erben aus der gesetzlichen Erbfolge trotzdem den Pflichtteil erhalten.

Verwandten steht bei einer Enterbung immer ein Pflichtteil zu.

Diese Aussage ist nicht ganz korrekt. Lediglich direkten Abkömmlingen des Erblassers, das heißt Kindern, Enkeln, Urenkeln sowie den Eltern steht laut Gesetz ein Pflichtteil zu. Entfernte Verwandte wie Geschwister, Onkel, Tanten oder Neffen und Nichten gehen im Falle einer Enterbung komplett leer aus.

Wenn ich geschieden bin, erbt mein früherer Ehepartner nichts.

In der Regel trifft dies zwar zu, es kann unter bestimmten Umständen aber vorkommen, dass der Ex-Ehepartner einen Teil Ihres Nachlasses erhält. Stirbt etwa Ihr Kind als Alleinerbe vor Ihrem Ex-Mann oder Ex-Frau und hat kein Testament hinterlassen, greift die gesetzliche Erbfolge und Ihr ursprüngliches Erbe fällt dem Vater oder der Mutter Ihres Kindes zu. Sie möchten dies verhindern? Dann ernennen Sie Ihr Kind im Testament zum Alleinerbe und bestimmen zusätzlich einen Bruder oder Neffen zum Nacherben. Somit ist die gesetzliche Erbfolge ausgeschlossen und Ihr Ex-Ehepartner erhält nichts.

Wenn ich unter Betreuung stehe, kann ich kein Testament mehr aufsetzen.

Auch wenn man bereits unter Betreuung steht, kann man ein wirksames Testament errichten. Dafür bedarf es nicht der Einwilligung des Betreuers. Lediglich wenn dem Erblasser die nötige Einsichtsfähigkeit und die Erkenntnis über die Tragweite seiner Entscheidung fehlt, darf der Betreute kein Testament aufsetzen oder seinen bisherigen letzten Willen ändern.

Hat ein betagter Verwandter kurz vor dem Tod das Testament geändert, die Verwandten enterbt und stattdessen das gesamte Vermögen einem eigentlich Unbekannten vermacht, ist es in der Regel schwer, nachträglich zu beweisen, dass dem Erblasser zum Zeitpunkt der Testamentserstellung die notwendige Einsichtsfähigkeit gefehlt hat.

Um den betreuten vor Erbschleichern zu schützen, kann man die Testierfähigkeit des Erblassers bereits zu Lebzeiten von einem Arzt prüfen lassen. Nur so lassen sich böse Überraschungen bei der Testamentseröffnung verhindern und ein trotz Testierunfähigkeit kurz vor dem Tode geändertes Testament verliert seine Gültigkeit.

Nichteheliche Kinder sind vom Erbe ausgeschlossen.

Nichteheliche Kinder sind genauso erbberechtigt wie eheliche Kinder. Auch wenn beispielsweise kein Kontakt zu den außerehelichen Kindern besteht, haben diese dennoch einen Anspruch auf den gesetzlichen Pflichtteil.

Wenn ich das Erbe ausschlage, erhalte ich trotzdem den Pflichtteil.

Falsch, wer das Erbe ausschlägt, verliert in der Regel auch seinen Anspruch auf den gesetzlichen Pflichtteil. Nur in ganz seltenen Ausnahmefällen kann der Erbe trotz Ausschlagung der Erbschaft den Pflichtteilsanspruch geltend machen.

Die Erbeinsetzung kann nicht an Bedingungen geknüpft werden.

Der Erblasser kann die Erbeinsetzung unter gewissen Bedingungen vornehmen. Bei der aufschiebenden Bedingung erhält der eingesetzte Erbe den Nachlass erst, wenn die Bedingung eingetreten oder erfüllt ist, wie etwa ein gewisses Alter erreicht oder das Studium erfolgreich abgeschlossen wurde. Zusätzlich gibt es die auflösende Bedingung, bei der der Erbe den Nachlass sofort erhält, sich aber verpflichtet, die festgelegte Bedingung weiterhin zu erfüllen. Verstößt der Erbe nachweislich dagegen, muss er die Erbschaft zurückgeben.




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