mymoria
Menü
@mymoria
  1. mymoria >
  2. Trauer
  3. >

    Trauerhilfe: Tipps zur Bewältigung von Trauer

Trauerhilfe

Tipps zur Bewältigung von Trauer

Trauern ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens machen müssen. Oft überkommt uns dabei ein Gefühl der Ohnmacht. Diese Tipps können Ihnen bei der Trauerbewältigung helfen.

Trauern ist eine der schmerzhaftesten Erfahrungen, die wir Menschen im Laufe unseres Lebens machen müssen. Die emotionale Belastung, die wir dabei verspüren ist bislang sehr wenig erforscht. Dies liegt zum einen daran, dass sich Trauer in verschiedenen Facetten zeigt und nicht bei jedem die gleiche Ausprägung annimmt. Zum anderen ist das Verständnis von Trauer in der Gesellschaft oft noch unzureichend. Häufig fällt es dem sozialen Umfeld schwer, sich in die Gefühlswelt der trauernden Person hineinzuversetzen und es wird erwartet, dass das Trauern nach einem bestimmten Zeitraum vorüber ist. Dabei wird die Individualität des Einzelnen vernachlässigt. Eine allgemeine Richtlinie für den Verlauf der Trauerbewältigung sind die Phasenmodelle von Verena Kast und Elisabeth Kübler-Ross. Über welchen Zeitraum sich die einzelnen Phasen erstrecken, ist jedoch von Mensch zu Mensch verschieden. Freunde und Bekannte sind oft überfordert und wissen nicht, wie sie auf den Trauernden reagieren sollen. Was aber hilft in dieser scheinbar aussichtslosen Situation des unerträglichen Schmerzes?

Zeit nehmen, um den Verlust zu realisieren

Kurz nach dem Verlust eines geliebten Menschen, wehrt sich der ganze Organismus zunächst gegen die Akzeptanz dieser neuen Realität. Wir möchten am liebsten wegrennen oder aus diesem Albtraum aufwachen. Das Realisieren braucht Zeit und gerade am Anfang dieser belastenden Lebensphase sind es oftmals Impulse, die uns steuern. Diesen können wir auch folgen, so lange sie keinen destruktiven Charakter annehmen. In der Regel haben wir eine Notfallstrategie dafür parat, was uns in extremen Stresssituationen am besten weiterhilft. Der Missbrauch von bewusstseinsverändernden Substanzen scheint für viele eine annehmbare Lösung, ist jedoch eher kontraproduktiv und kann zu schwerwiegenden Abhängigkeiten führen. Das Realisieren des Verlusts braucht Zeit und Aufmerksamkeit, die man sich selbst auch geben sollte.

Rituale schaffen

Haben wir den Verlust erst einmal realisiert, kommt und geht der Schmerz oftmals in Schüben. Während der Trauerphase ist es völlig normal, dass es Ihnen an manchen Tagen gelingt, dem Alltag nachzugehen und an anderen Tagen wiederum nicht einmal, aus dem Bett aufzustehen. Trauer muss verarbeitet werden und deswegen ist es gut, den Schmerz nicht permanent zu verdrängen. Es ist wichtig, auf die eigenen Gefühle Acht zu geben und zu trauern, wenn Sie trauern möchten. Wenn Ihnen hingegen nach Ablenkung ist, dann sollten Sie auch diesem Impuls folgen. Vielen Menschen ist es dabei eine Hilfe, feste Rituale für ihre Trauer zu schaffen. In diesen können Sie sich erlauben, Ihren Schmerz in vollem Maß zuzulassen. 

Auch die angemessene Verabschiedung von dem Verstorbenen gehört dazu. Beisetzung und Trauerfeier können einen beachtlichen Teil dazu beitragen, den Grundstein für die Trauerbewältigung zu legen. Vielen Trauernden helfen auch feste Orte, denen Sie sich in Ihrer Trauer zuwenden können. Diese müssen nicht unbedingt Grabstätten sein. Auch Orte gemeinsamer Erinnerungen können die richtige Atmosphäre dafür schaffen, sich voll und ganz den Gefühlen der Trauer zuzuwenden.

Ablenkung im richtigen Maß

Ebenso wie das Trauern sollte auch die Ablenkung Ihren Raum bekommen. In welchem Maße Ihnen Ablenkung gut tut, kommt ganz individuell auf Sie an. Leicht können dann Dinge, die Ihnen vorher Spaß gemacht haben, total freud- und belanglos erscheinen. Manchen Menschen fällt es hingen leichter, sich durch das Fortführen ihres Alltags von ihrem Schmerz abzulenken. Gewohnte Strukturen können einen gewissen Halt geben, selbst wenn die alltäglichen Bewegungsabläufe nur mechanisch ausgeführt werden. Entzieht man sich hingegen ganz dem Alltag, besteht die Gefahr, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Den Fokus auf Positives verschieben

Ab einem gewissen Punkt in der Trauerbewältigung gelingt es vielen Trauernden zeitweise, einen optimistischeren Blickwinkel anzunehmen. In diesen Abschnitten hilft es, dies zu verstärken und sich auf die positiven Erlebnisse mit dem Verstorbenen zu fokussieren. Denken Sie an die schönen Erinnerungen und all die Bereicherungen, die Ihnen die verlorene Person beschert hat. Stellen Sie sich die Frage, inwiefern die Person Sie zu dem Menschen gemacht hat, der Sie heute sind. Auf diese Weise können Sie Ihren Fokus verschieben und sich dafür öffnen, das Geschenk, das Ihnen durch die Person zuteilwurde, zu entdecken.

Mach Sie das, was Ihnen gut tut

Hat einen die Trauer erst einmal ganz vereinnahmt, kann es schnell passieren, dass man sich selbst vernachlässigt. Dies kann jedoch den Trauerprozess verschlimmern. Versuchen Sie, sich Dinge, die Ihnen Freude bereiten und in dieser schweren Zeit Balsam für die Seele sind, zu erlauben. Gönnen Sie sich trotz allem Schmerz viel Schlaf, verzichten Sie nicht auf gesunde Ernährung und versuchen Sie sich nach Möglichkeit in Bewegung zu halten. Damit beugen Sie psychosomatischen Erkrankungen vor und können die leidende Psyche mit einem gesunden Körper stützen. 

Bemühen Sie sich, auch Ihren Hobbys weiterhin nachzugehen. Dadurch schaffen Sie eine Routine, die Sie durch den Alltag bringt und können Ihre Emotionen in anderen Bereichen zum Ausdruck bringen. Sportliche Aktivitäten sind motivierend und generieren Glücksgefühle, die zeitweise Linderung des Schmerzes verschaffen können. Auch kreative Aktivitäten sind oft sehr hilfreich. Wenn die eigenen Emotionen selbst kaum zu ertragen sind, kann das Niederschreiben oft Wunder bewirken. Viele Trauernde empfinden es als befreiend, die Dinge, die man dem Verstorbenen gern noch gesagt hätte, zu Papier zu bringen.

Über den Schmerz sprechen

Wir alle haben mehr oder weniger das Bestreben, andere nicht zu belasten. So kommt es oft vor, dass wir unsere Trauer lieber mit uns allein ausmachen möchten, anstatt bei den Menschen, die uns nahe stehen Trost zu suchen. Verständlicherweise fällt es auch nicht allen Angehörigen leicht, die Trauer eines Nahestehenden aufzufangen. Oft fehlen dann die tröstenden Worte und man äußert schnell Floskeln, die der trauernden Person wenig Trost spenden. Für beide Seiten ist es in dieser Situation zuträglicher, klar zu äußern, wozu man sich gerade in der Lage fühlt. Braucht der Trauernde einfach nur jemanden, der ihm in aller Stille in seiner Trauer zur Seite steht und Präsenz zeigt, dann sollte dies auch so akzeptiert werden. Genauso ist es völlig legitim, dass der Trostspendende zeitweise keine Kapazitäten hat, um die Trauer aufzufangen. Wertschätzende Kommunikation ist dabei besonders wichtig, um dem Prozess der Trauerbewältigung den nötigen Raum zu geben und füreinander da zu sein.

Was tun bei nicht abklingender Trauer?

Zuweilen kommt es vor, dass trauernde Menschen keine Bezugspersonen in ihrem Leben haben, die Ihnen unterstützend zur Seite stehen können. In diesen Fällen empfiehlt es sich, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Wenn Sie nicht wissen, an wen Sie sich dabei wenden können, kann der erste Ansprechpartner auch Ihr Hausarzt sein. Dieser kann Ihnen Selbsthilfegruppen vermitteln oder den Kontakt zu professionellen Trauerbegleitern aufbauen. Scheuen Sie sich nicht, nach Hilfe zu fragen – niemand muss in seiner Trauer allein sein.

Erhalten Sie ein unverbindliches Angebot für eine Bestattung

Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Efre Logo