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Sonderurlaub im Todesfall: Urlaubsanspruch beim Tod eines Angehörigen

Sonderurlaub im Todesfall: Urlaubsanspruch beim Tod eines Angehörigen

Ein Todesfall in der Familie ist meist eine große emotionale Belastung. Für diese beanspruchende Zeit steht Ihnen im Todesfall eines Familienmitglieds Sonderurlaub zu. Wichtig zu wissen ist, bis zu welchem Verwandtschaftsgrad dieser greift. Wir bieten Ihnen nähere Erläuterungen und Informationen zum Thema Sonderurlaub.

Wem steht Sonderurlaub zu?

Im Todesfall eines Angehörigen des ersten Verwandtschaftsgrades steht Ihnen Sonderurlaub zu. Dieser erstreckt sich auf die Eltern, Kinder sowie Pflegekinder und Geschwister. Meist ist der Sonderurlaub auf zwei Tage festgelegt: Ein Tag für den Todestag und einen Tag für die Beisetzung.

Die Großeltern und Schwiegereltern fallen zwar nicht in den ersten Verwandtschaftsgrad, doch auch in diesem Fall wird meist Sonderurlaub gewährt. Voraussetzung dafür ist ein kulanter Arbeitgeber.

In jedem Falle sollten Sie vorab das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen. Bei Angehörigen, die Ihnen nahestanden, aber nicht in den ersten Verwandtschaftsgrad fallen, können Sie die Situation ruhig und sachlich erklären. Gemeinsam lässt sich in vielen Fällen eine Lösung finden. Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen jegliches Entgegenkommen verweigern, gibt es die Möglichkeit eines Rechtsbeistandes oder unbezahlten Urlaubes.

Verwandschaftsgrad Anspruch auf Sonderurlaub Keinen Anspruch
Eltern X
Geschwister X
Kinder (Pflege- und Adoptiv) X
Großeletern X* X*
Schwiegereltern X* X*
Onkel und Tanten X* X*
Cousins und Cousinen X* X*

* liegt im Ermessen des Arbeitgebers

Gesetzliche Regelung

Die Regelung zum Sonderurlaub findet sich im § 616 BGB. Zu beachten ist, dass dies keine explizite Regelung für Sonderurlaub darstellt, sondern vielmehr eine Regelung für eine Freistellung aus Gründen, auf die der Arbeitnehmer keinen Einfluss hat (u.a. Todesfall eines nahen Angehörigen). Die heute gängige Praxis wurde von der Gesetzgebung der letzten Jahre sowie der praktischen Anwendung im Arbeitsleben geformt. Der genaue Wortlaut lautet wie folgt:

§616 BGB: „Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen, welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt.“

Zur Dauer des sogenannten Sonderurlaubs gibt es keine verbindliche Angabe. Verschiedene Faktoren spielen für die Dauer und Genehmigung eine entscheidende Rolle, wie zum Beispiel Länge der Betriebszugehörigkeit, Verwandtschaftsgrad zum Verstorbenen sowie die Kulanz Ihres Arbeitgebers.

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Ausnahmen für Beamte und Tätige im öffentlichen Dienst

Für Beamte und Tätige im öffentlichen Dienst ist der Sonderurlaub gesetzlich geregelt. Er beträgt beim Tod des Ehepartners, eines Kindes, der Eltern oder Schwiegereltern zwei Arbeitstage. Auch hier wird mit einem Tag für den Todestag und einem Tag für die Bestattung gerechnet.

Wie kann man Sonderurlaub beantragen

Der Sonderurlaub wird erfahrungsgemäß auf dem gleichen Weg beantragt wie der reguläre Urlaub. Jedes Unternehmen kann dies jedoch individuell handhaben. Es ist daher ratsam, sich in akuten Fällen mit dem direkten Vorgesetzten und der Personalabteilung in Verbindung zu setzten.

Entgeltfortzahlung

Mit Sonderurlaub verhält es sich wie mit dem Jahresurlaub. Im Falle eines genehmigten Sonderurlaubes wird die reguläre Vergütung während der Organisation einer Bestattung weitergezahlt.



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