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Klinischer Tod oder Hirntod: Wann ist ein Mensch tot?

Der Hirntod gilt als sicheres Anzeichen, dass ein Mensch verstorben ist. Sobald dieser festgestellt wurde, dürfen bei Organspendern die entsprechenden Organe entnommen werden. Doch immer wieder gibt es – auch unter Medizinern – Zweifel, wie und ob der Hirntod hundertprozentig festgestellt werden kann. Und ist diese Feststellung überhaupt ausreichend, um zu entscheiden, ob ein Mensch tatsächlich tot ist?

Wann ist ein Mensch tot? Eine konkrete Antwort auf diese Frage ist die Voraussetzung, um postmortale Organtransplantationen durchführen zu können. Für die Vielzahl der Mediziner gilt der Hirntod eines Patienten als absolut sicheres Zeichen, da der Mensch nicht mehr ins Leben zurückgeholt werden kann, wenn das Gehirn tot ist. Beim klinischen Tod ist es durchaus möglich, den gerade verstorbenen Patienten zurück ins Leben zu holen.

Der klinische Tod

Klinisch gesehen bedeutet Sterben nichts anderes als ein Kreislaufstillstand, der zum Versagen von immer mehr Organen führt. Der Tod tritt ein, wenn alle Organfunktionen eingestellt sind und der Mensch dadurch nicht mehr lebensfähig ist. Das Herz schlägt nicht mehr, die Sinne fallen aus, es wird kein Blut mehr durch die Adern gepumpt und der Körper wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt. Nach und nach sterben die wichtigen Organe wie Lunge, Nieren, Magen und Leber ab. Da auch das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird, ist es nach drei bis fünf Minuten irreversibel geschädigt. Wird der Mensch jedoch vor der Hirnschädigung erfolgreich wiederbelebt, kann er mit ein bisschen Glück sogar komplett gesund weiterleben.

Der Hirntod

Die Diagnose Hirntod wird hingegen gestellt, wenn alle Funktionen des Großhirns, des Kleinhirns sowie des Hirnstamms irreversibel erloschen sind und keine Hirnaktivität mehr messbar ist. Die restlichen körperlichen Funktionen wie Herzschlag und Atmung werden nur noch durch Maschinen aufrecht gehalten.

Bevor ein Mensch für hirntot erklärt wird, muss er von zwei Ärzten unabhängig voneinander untersucht werden. Diese müssen sich an ein strenges Protokoll halten und den Hirntod in drei Schritten diagnostizieren. Zunächst muss festgestellt werden, ob eine akute schwere Hirnschädigung vorliegt. Außerdem muss zweifelsfrei ausgeschlossen werden, dass keine anderen Ursachen für die Ausfallsymptome des Gehirns vorliegen, wie etwa eine Vergiftung oder eine Unterkühlung des Patienten.


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Im Anschluss werden die klinischen Symptome überprüft. Falls der Patient tatsächlich hirntot ist, ist er komatös, eine selbstständige Atmung ist nicht mehr möglich, seine Pupillen zeigen bei Lichteinfall keine Reflexe und auch der Lidschlussreflex sowie der Hustenreflex fehlen. Der Hirnstammreflex und die selbstständige Atmung sind ebenso ausgefallen.

Abschließend erfolgt der Irreversibilitätsnachweis. Meist geschieht dies mit Hilfe des Elektroenzephalogramms (EEG), bei dem über Elektroden auf der Kopfhaut die elektrische Aktivität der Hirnrinde gemessen wird. Gibt es innerhalb von mindestens einer halben Stunde keinerlei Ausschläge auf dem EEG, ist nachgewiesen, dass keine Hirnaktivität vorliegt. An diesem Punkt ist es ausgeschlossen, dass das Gehirn seine Aktivität wiedererlangen wird und als Folge wird der Patient offiziell als hirntot erklärt. Mit diesem umfangreichen Verfahren soll verhindert werden, dass fälschlicherweise ein Hirntod diagnostiziert wird.

Hirntot Menschen als Organspender

Für Angehörige eines hirntoten Patienten ist die Tatsache, dass der Patient nach wie vor zu leben scheint – aufgrund der künstlichen Beatmung hebt und senkt sich die Brust, seine Haut ist warm und sein Körper verdaut sogar noch Nahrung – besonders schmerzhaft, denn medizinisch gilt er bereits als tot. Dank der heutigen Fortschritte in der Medizin, ist es mittlerweile sogar möglich, dass hirntote Frauen ein Kind gebären. Dennoch müssen sich die Angehörigen des hirntoten Patienten an diesem Punkt mit der Entscheidung befassen – sollte der Patient keine Vorsorge getroffen und vor seinem Tod die Ablehnung oder Zustimmung der Organentnahme nicht dokumentiert haben – ob die Organe für eine Organspende verwendet werden sollen.

Das Gehirn ist nicht das einzige lebenswichtige Organ

Selbst unter Experten ist der Hirntod ein umstrittenes Thema. Einige Fachleute bezweifeln, dass der Hirntod das ausschlaggebende Signal für das Lebensende sein und der Hirntod mit dem Tod gleichgesetzt werden kann. Das Gehirn ist ihrer Meinung nach zwar ein wichtiges Organ, aber letztendlich sei das Überleben des Körpers von der Interaktion aller Körperteile, welche durch den Blutkreislauf ermöglicht wird, abhängig. Daher sehen sie das Versagen aller lebenswichtigen Organe und damit des gesamten Organismus als Todeszeitpunkt. Manche Mediziner sind außerdem der Ansicht, dass hirntote Menschen zwar von Maschinen abhängig, aber trotzdem noch lebende Organismen seien. Damit wäre der Organspende die ethnische Grundlage genommen.

Ein weiteres Problem in der Debatte „Wann ist ein Mensch tot?“ ist, dass es keine internationalen Standards für die allgemeine Feststellung des Todes gibt. Während in den USA bereits wenige Minuten nach dem Herzstillstand der Totenschein ausgefüllt wird, lassen sich die italienischen Mediziner beispielsweise bis zu zwanzig Minuten Zeit bevor sie einen Patienten für tot erklären. Es kann durchaus passieren, dass sich Herz und Lunge spontan erholen und nach wenigen Minuten wieder zu arbeiten beginnen. Vor allem in Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung was die Ausstellung des Totenscheins betrifft und auch die Leichenschau ist Sache der Bundesländer. Hier muss definitiv national und international nachgebessert werden, damit Lebende nicht versehentlich für tot erklärt werden.

Der biologische Tod

Sowohl auf den klinischen Tod als auch auf den Hirntod folgt der biologische Tod. Diese letzte Phase ist geprägt vom Auftreten der ersten sicheren Todesmerkmale, wie etwa Totenflecke, die rund zwanzig bis dreißig Minuten nach dem Tod entstehen. Wenige Stunden später tritt die Totenstarre ein, die zwei bis drei Tage anhält. Rund 24 Stunden nach dem Tod beginnt bereits die Zersetzung des Körpers durch Bakterien und Enzyme. Zu diesem Zeitpunkt hat der Körper den Stoffwechsel bereits vollständig eingestellt.

Abschließend lässt sich feststellen: Die Frage, wann ein Mensch tatsächlich tot ist, bleibt vorerst unbeantwortet und wird sicherlich weiterhin Thema vieler fachlicher und privater Diskussionen sein.




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