mymoria
Menü
© pixabay.com/goranh
  1. mymoria >
  2. Grabstätte
  3. >

    Grabpflege: Wie pflegt man ein Grab?

Grabpflege

Wie pflegt man ein Grab?

Ein Grab soll immer auch ein Ort sein, an dem die Hinterbliebenen Trost finden und dem Verstorbenen nahe sein können. Entsprechend wichtig ist es, dass das Grab ordentlich gepflegt und schön bepflanzt ist.

Die Grabpflege kann man entweder an eine Gärtnerei übergeben, die im Rahmen der Dauergrabpflege regelmäßig gießt, Unkraut zupft und saisonal wechselnde Pflanzen setzt. Möchten sich die Hinterbliebenen selbst um die Grabpflege kümmern, ist dies natürlich auch möglich. Wir zeigen, worauf es dabei zu achten gilt und welche Tipps es für die Pflege gibt.

Übernimmt man die Grabpflege selbst, stellen sich schnell einige grundlegende Fragen: Wann kann man nach der Beisetzung mit der Erstbepflanzung beginnen? Welche Erde muss auf einem Grab verwendet werden? Und welche Pflanzen darf man eigentlich verwenden? Wer keine Gärtnerei mit der Dauergrabpflege beauftragen möchte, sollte diese Fragestellungen klären, bevor er mit der Grabgestaltung beginnt.

Die Erstbepflanzung nach der Bestattung

Während Urnengräber nach der Beisetzung sofort bepflanzt und gestaltet werden können, muss sich die Erde nach der Bestattung eines Sarges zunächst noch setzen. In der Regel hat sich das Erdreich nach etwa sechs bis zwölf Monaten gesetzt und es kann mit der Erstbepflanzung begonnen werden. Da nur selten zu diesem Zeitpunkt bereits der Grabstein gesetzt ist, empfiehlt es sich, zunächst nur eine provisorische Grabbepflanzung vorzunehmen. Letztendlich soll die florale Grabgestaltung zum Grabstein passen und ein harmonisches Gesamtbild abgeben. Daher sollte man mit der finalen Anpflanzung erst mach dem Setzen des Grabsteins beginnen. Auch im Verlauf der Jahre kann es immer wieder vorkommen, dass sich ein Grab senkt. In diesem Fall sollte man den abgesackten Boden verfestigen und im Anschluss mit Erde auffüllen.

Eine Erstbepflanzung während des Winters macht wenig Sinn. Während der kalten Jahreszeit kann man die Grabstelle mit einem Gesteck oder Reisig dekorieren und mit der eigentlichen Bepflanzung bis zum Frühling warten.

Die Gestaltung des Grabs ist immer auch von der jeweiligen Friedhofsordnung abhängig. So kann der einzelne Friedhof etwa vorgeben, dass das Grab von einer Hecke umrahmt sein muss, Begrenzungssteine für die Grabeinfassung genutzt und Kies als Grababdeckung verwendet werden dürfen.

Friedhöfe haben vor allem in Großstädten eine extrem wichtige ökologische Bedeutung und stellen vielerorts eine unverzichtbare grüne Oase in den Städten dar. Daher werden die Grabbepflanzung und damit der Erhalt von Bäumen, Sträuchern und der hohen Artenvielfalt durch die örtliche Friedhofssatzung geregelt und sichergestellt. Neben dem Umweltschutz ist die würdevolle und gepflegte Gestaltung des Friedhofs ein Grund für die Vorschriften durch die Friedhofsverwaltung.

Die passende Erde für das Grab

Auf Gräbern kann entweder normale Blumenerde oder aber eine spezielle Graberde verwendet werden. Letztere ist mit Torfen versetzt und ist dadurch nicht nur schwerer als gewöhnliche Blumenerde, sondern auch deutlich dunkler. Viele Hinterbliebene bevorzugen für die Grabgestaltung aus optische Gründen die dunkle Graberde. Übrigens: Auf Gräbern dürfen keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Organisches und mineralisches Düngen – etwa mit Komposterde – ist hingegen erlaubt.

Ist der Boden des Friedhofs sehr sandig und versickert das Wasser dadurch zu schnell, muss dieser mit Erde versetzt werden. Auch lehmhaltiger Boden ist für die Grabpflege nicht ideal. Angereichert mit Sand oder Splitt, wird jedoch auch dieser Boden wasserdurchlässig und lässt sich bepflanzen.

Pflegeleichte Pflanzen

Wer möglichst wenig Arbeit mit der Grabpflege haben möchte, sollte mehrjährige Bodendecker wählen. Bei diesen pflegeleichten Pflanzen sollte man immergrüne Arten pflanzen, wie etwa Immergrün, Efeu oder Bruchkraut. Die winterharten Bodendecker verhindern, dass Unkraut auf dem Grab wächst. Zugleich sparen die Hinterbliebenen auch Kosten, da nicht ständig neue Pflanzen gesetzt werden müssen. Auch Kies und Rindenmulch sind günstige Mittel, um den Wuchs von Unkraut zu unterbinden. Das Pflanzen von großwüchsigen Sträuchern oder gar Bäumen ist meist durch die Friedhofssatzung untersagt.

Die Wahl der Blumen und Gewächse ist außerdem von der Bodenbeschaffenheit abhängig. Von Pflanzen die viel Wasser benötigen sollte man absehen, wenn man im Sommer nicht täglich zum Gießen auf den Friedhof gehen möchte. Bei der Wahl der Pflanzen muss zudem darauf geachtet werden, ob diese besser im Schatten oder in der Sonne gedeihen. Die Grabpflege wird auch deutlich erleichtert, wenn man nur einen Teil der Grabstelle bepflanzt, indem man die Pflanzfläche verkleinert und den Rest der Fläche mit Bodendeckern, Rindenmulch oder Kies füllt. Wer sich unsicher ist, welche Pflanzen sich eignen, erhält oftmals auch von der Friedhofsverwaltung und der zuständigen Friedhofsgärtnerei Tipps für die Grabpflege.

Wie macht man ein Grab winterfest?

Spätestens im November ist es an der Zeit, die Gräber auf dem Friedhof auf die kalten Wintermonate vorzubereiten und winterfest zu machen. Mit diesen Tipps sieht das Grab auch im Winter gepflegt aus.

Im Winter ändert sich auch das Erscheinungsbild der Friedhöfe. Nach und nach werden die herbstlichen Spätblüher auf den Gräbern von winterfesten Pflanzen abgelöst. Gestecke und Kränze ersetzen Blumen und sorgen dafür, dass das Grab auch in der kalten Jahreszeit schön geschmückt ist. Viele Hinterbliebene nutzen vor allem Feiertage wie Allerheiligen oder den Totensonntag, um das Grab für den Winter vorzubereiten. Doch welche Arbeiten fallen eigentlich an, wenn das Grab winterfest gemacht werden soll?

Sommerpflanzen entfernen

Zunächst sollte das Laub vom Grab beseitig werden. Außerdem sollten die verblühten einjährigen Sommerpflanzen aus dem Boden entfernt werden. Mehrjährige Stauden und Gehölze müssen zurückgeschnitten werden. Beim Beschnitt muss bei einigen Pflanzen jedoch darauf geachtet werden, dass sie nicht zu spät beschnitten werden und mögliche neue Triebe vor dem ersten Frost nicht mehr richtig aushärten können, um nicht zu erfrieren. Dies gilt vor allem für den beliebten, aber etwas empfindlicheren Buchsbaum.

Winterfeste Pflanzen

Zwar sind vor allem der Herbst und der Frühling gute Zeitpunkte, um das Grab neu zu gestalten, doch solange der Boden nicht gefroren ist, können auch in der kalten Jahreszeit noch neue Pflanzen auf dem Grab gepflanzt werden. Es empfehlen sich robuste und winterharte Pflanzen wie Silberblatt, Stachelnüsschen, Günsel, Purpurglöckchen oder winterfeste Heidearten, die in wilden Wintern teilweise sogar durchgehend blühen. Wichtig ist, dass die Pflanzen vor dem ersten Frost auch an trockenen Tagen gegossen werden. Möchte man das Grab im folgenden Jahr mit Frühlingsblühern dekorieren, müssen die Blumenzwiebeln bereits einige Wochen vor dem ersten Dauerfrost eingesetzt werden.

Wer auch im Winter nicht auf blühende Blumen auf dem Grab verzichten möchte, für den eignen sich Christrosen hervorragend. Selbst an kalten Wintertagen erblühen die weißen oder rosafarbenen Blumen im Schnee.

Abdeckung der Grabbepflanzung

Eine Abdeckung des Grabes mit dicken Zweigen ist vom Verlauf und der Intensität des Winters abhängig, in normalen Winter ist sie in der Regel nicht nötig. Während besonders kalter Wintermonate kann man die Grabbepflanzung zwar so vor dem Frost schützen, bei milden Temperaturen schadet die Abdeckung den Pflanzen jedoch und führt schnell zur Fäulnis und Schimmelbildung. In manchen Fällen treiben die Pflanzen durch den wärmenden Schutz zu früh und dann besonders empfindlich gegenüber Frost.

© pixabay.com/aloiswohlfahrt

In außergewöhnlich kalten Wintern oder bei einer Grabbepflanzung mit sehr empfindlichen Pflanzen kann die Grabstelle mit Zweigen von Nadelgehölzen geschützt werden. Die Äste von Tanne oder Blaufichte werden klein geschnitten und dicht auf das Grab gelegt, so dass sie sich – ähnlich wie Dachziegel – überlappen. Dies Anordnung schützt nicht nur die Pflanzen und fixiert die Zweige, sondern kann auch für die dekorative Gestaltung des Grabes genutzt werden. Wichtig bei der Abdeckung ist immer, dass die Luft unter der Zweigschicht ausreichend zirkulieren kann.

Sehr dekorativ sind auch gesteckte Schalen, Gestecke und Kränze. Die Basis für solche winterliche Dekoelemente sind meist Tannenzweige oder Pinienreisig. Auch Moos und Stechpalmenzweige sind für die winterliche Grabgestaltung beliebt. Wer Dekoschalen oder anderen Grabschmuck aufstellt, sollte diese immer gut befestigen, damit sie den stürmischen Winterwinden standhält.

Pflegeleichte Grabgestaltung

Wer das Grab besonders pflegeleicht gestalten möchte, für den sind Bodendecker eine kostengünstige und einfache Möglichkeit der ganzjährigen Bepflanzung. Sobald die winterharten Bodendecker, wie etwa Bruchkraut oder Efeu, gut angewachsen sind, benötigen sie nur noch wenig Pflege und verhindern zusätzlich den Wuchs von Unkraut. Allerdings müssen auch diese Pflanzen beschnitten werden – idealerweise im Herbst.

In den Wintermonaten muss die Grabbepflanzung kaum gepflegt werden. Lediglich die immergrünen Pflanzen müssen gegossen werden, allerdings nur an frostfreien Tagen. Um Staunässe zu verhindern, gießt man sehr sparsam. Test.

Ist das Grab gut für den Winter vorbereitet, gibt es bei der Grabpflege während der kalten Jahreszeit nur wenig zu tun, denn die Grabstelle wird dank der Abdeckung oder der winterfesten Bepflanzung bis zum Frühling gepflegt aussehen. Es ist ausreichend, wenn man das Grab nach einem Wintersturm kontrolliert und bei anhaltender Trockenheit ab und zu gießt.

Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
Efre Logo