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by Gavin Kelman

Bestattung im Wald

Beisetzung im RuheForst

Lesen Sie alles über Bestattungen im RuheForst. Erfahren Sie welche Möglichkeiten es in RuheForst-Wäldern gibt, wie teuer eine Grabstelle ist, wo der nächste RuheForst liegt und worauf Sie bei Beisetzungen im RuheForst achten müssen.

Neben der klassischen Beisetzung auf Friedhöfen gewinnen in den letzten Jahren immer mehr alternative Bestattungsorte an Bedeutung. Zwei führende Anbieter sind RuheForst oder FriedWald. In diesem Artikel finden Sie im Folgenden alle Informationen über den Anbieter RuheForst.

Hier finden Sie Informationen zu Baumbeisetzungen im FriedWäldern.

Bestattungswald

Der Waldfriedhof ist eine rechtlich festgelegte Waldfläche die außerhalb von traditionellen Friedhöfe liegt. Hier ist es ebenfalls erlaubt, die Asche von Verstorbenen beizusetzen. Die Grabstellen liegen in diesem Gebiet an bestimmten Bäumen oder anderen Landmerkmalen, wie Sträuchern oder auch Felsen, sind als diese in der Regel aber nicht erkennbar. Es gibt in Waldfriedhöfen in der Regel keine Grabsteine, kleine Namenschilder sind jedoch in der Regel erlaubt. Darüber hinaus ist eine individuelle Pflege nicht gestattet.

Die Grabstelle wird auf bis zu 99 Jahre erworben. Sollte ein Baum durch einen Sturm oder Feuer beschädigt werden, stellt der Bestattungswald in der Regel keinen neuen Baum. Die Hinterbliebenen können sich dann entscheiden, an dem Baum oder den Überresten festzuhalten oder eine Umsetzung zu einem neuen Baum auf eigene Kosten vorzunehmen.

Geschichte der RuheForst GmbH

Seit der Gründung im Jahr 2003 ist die RuheForst GmbH unter anderem durch die Kooperation mit Franchise-Nehmern kräftig gewachsen. Mit seinem Geschäftskonzept richtet sich RuheForst sowohl an Kommunen und staatliche Forstbetriebe als auch an private Waldbesitzer. Da in Deutschland aufgrund der Rechtslage grundsätzlich keine privatwirtschaftlichen Friedhöfe betrieben werden dürfen, werden Waldfriedhöfe immer in Kooperation mit einem kirchlichen oder kommunalen Träger umgesetzt.

Bestattung im RuheForst

In jedem RuheForst können Familien zwischen unterschiedlichen Orten entscheiden, an denen ihre Liebsten ihre letzte Ruhe finden sollen. Im Gegensatz zum Anbieter FriedWald, bei dem nur die Bestattung am Baum möglich ist, bietet der RuheForst auch die Beisetzung an markanten Baumstümpfen, großen Steine oder Felsen sowie Sträuchern an.

Die Voraussetzung für eine Beisetzung im RuheForst ist die Einäscherung der Verstorbenen. Für die sterblichen Überreste dürfen nur biologisch-abbaubare Urnen beigesetzt werden, die dann zusammen mit dem Verstorbenen im Laufe der Zeit so Teil des Waldbodens werden.

Die Grabstellen in einem RuheForst werden als RuheBiotope® benannt. Abgeleitet aus: „Bios, das Leben, und Topos, der Ort“.

Eine Ansicht von einem RuheForst in den Bergenby Ales Krivec

Grabarten

Der RuheForst unterscheidet zwischen Familien- und Freunschaftsbiotopen und den Gemeinschaftsbiotopen. In einem Familien- und Freunschaftsbiotope können bis zu 12 Familieangehörige oder im Leben nahestehende Personen zur Ruhe kommen.

In einem Gemeinschaftsbiotop können ein, zwei, drei oder auch mehrere der 12 Plätze erworben werden und das RuheBiotope dann mit weiteren Personen geteilt werden. Die sogenannten RegenbogenBiotope sind speziell für still- oder frühgeborene Kinder bestimmt. Für diese muss kein Nutzungsentgeld gezahlt werden.

Das Recht auf die Nutzung einer Ruhestelle im RuheForst kann für bis zu 99 Jahren erworben werden. Eine namentliche Kennzeichnung des Grabes ist leider nicht möglich.

Die Auswahl des genauen Ortes erfolgt in der Regel gemeinsam mit dem Förster. Oft bietet es sich an, während einer kostenlosen Führung über den RuheForst Ihrer Wahl, sich näher über den Baumbestand und Bestattungsformen vor Ort zu informieren.

Beisetzungfeiern

Am Vortag einer Beisetzung bereitet ein Mitarbeiter von RuheForst den Grabplatz vor. Am Tag der Beerdigung ist der Ruheförster anwesend hält sich aber dezent im Hintergrund.

Die Beisetzung im RuheForst ist frei von Zwängen und richtet sich nach dem Willen des Verstorbenen oder dessen Angehörigen. Auf Trauerzeremonien kann, muss aber nicht verzichtet werden; sie können bsw. auf den Andachtsplätzen individuell gestaltet werden. So kann es eine christliche Aussegungsfeier aber auch eine weltliche Abschiednahme mit einem freien Trauredner oder sogar eine von der Familie selbst gehaltene Ansprache im RuheForst geben.

Ein Mann allein unterwegs in einem RuheForst an einem Frühlingstagby Sylwia Bartyzel

 

Grabschmuck ist in einem RuheForst meist unerwünscht. Von der Idee, Blumengebinde, -gestecke und Kränze an der Grabstelle niederzulegen, sollte eher Abstand genommen werden. Bitte unterrichten Sie auch immer Ihre Trauergäste darüber.

Einzelne Blumenbeigaben oder Blütenblätter sind näturlich auch in einem RuheForst möglich. Abgelegte Trauergestecke und Kränze werden durch den RuheForst-Standort nach einigen Tagen entfernt.

Im Anschluss an die Zeremonie bleibt der Mitarbeiter vom RuheForst im Waldstück zurück, um das RuheBiotop zu verschließen und abschließend die Beisetzung zu dokumentieren. Das Verschließen der Grabstelle durch Nachbarn oder Angehörige ist nach Absprache natürlich auch möglich.

Da es sich um eine Beisetzung in freier Natur handelt, sollte man die Kleidung dem Wetter und den Gegebenheiten des Waldes entsprechend auswählen. Wir empfehlen für Beisetzungen in einem RuheForst festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Bestattungen finden bei jedem Wetter und zu allen Jahreszeit statt. Nur bei starken Sturm oder Orkan werden Termine abgesagt.

Bäume im RuheForstby Christina Sicoli

RuheForst-Standorte in Deutschland

Die Größe der Waldflächen liegt meist zwischen 10 bis 30 Hektar und befindet sich der Regel in der Nähe von Ballungsräumen. Der Waldbestand besteht überwiegend aus Laubbäumen wie Buchen, Birken, Kiefern, Ahorn oder Eichen.

Der Träger der Waldflächen ist immer ein kirchlicher oder kommunaler Träger, wie beispielsweise eine Gemeinde. Daher kann zum Beispiel auch mal ein Bürgermeister eine Aussegnungsrede abhalten.

2005 eröffneten die ersten RuheForste in Hessen und Rheinland Pfalz. Inzwischen gibt es in Deutschland bereits 68 RuheForste (Stand August 2018). Mit unserer Friedhofsdatenbank finden Sie heraus, wo sich in Ihrer Nähe Standorte befinden.

Eine Deutschlandkarte von allen RuheForst Wäldern

Kosten einer Beerdigung im RuheForst

In der Regel variieren die Kosten für einen Grabplatz in einem RuheForst je nach Lage zwischen 2.500 bis 5.000 Euro. Zudem spielen auch die Beschaffheit, Art und Ort des jeweiligen RuheBiotops® eine Rolle.

Hier finden Sie noch ein Video vom RuheForst:

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Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
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