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Leistungen einer Bestattung

Welche direkten und indirekten Bestattungskosten fallen an?

Neben den Leistungen, die für die Bereitstellung und Erhaltung der letzten Ruhestätte anfallen, machen die Leistungen des Bestattungsunternehmens sowie die Leistungen von Drittanbietern einen Großteil der Bestattungskosten aus.

Diese Kosten können getrennt voneinander behandelt werden, in der Regel kann die Organisation der Fremdleistungen aber auch über das Bestattungsunternehmen erfolgen. Wie sich die Leistungen im Einzelnen zusammensetzen, erfahren Sie hier.

Leistungen des Bestatters

Ein großer Anteil der Gesamtkosten fällt für das Bestattungsunternehmen an, da es die gesamte Organisation und Durchführung der Bestattung übernimmt. Die Kosten variieren je nach Region, Bestattungsanbieter und Leistungsumfang.

Das Leistungsspektrum des Bestatters kann schnell recht umfangreich und unübersichtlich ausfallen. Es empfiehlt sich deswegen, vor der Beauftragung einen schriftlichen Kostenvoranschlag erstellen zu lassen. Dadurch bekommen Sie einen besseren Überblick und können im Anschluss mit Ihrem Bestatter besprechen, welche Leistungen zwingend erforderlich und welche optional sind.

Formalitäten und Urkundengebühren

  • Abmeldung des Verstorbenen beim zuständigen Meldeamt
  • Sterbefallanzeige und Beantragung der Sterbeurkunde
  • Abmeldung bei Krankenkassen, gesetzlichen Rententrägern und sonstigen Versicherungen
  • Hygienische Grundversorgung
  • Umkleiden und Einbetten des Leichnams
  • Totenbekleidung
  • Aufbewahrung und Kühlung des Leichnams
  • Überführung
  • Überführung des Leichnams
  • Träger zur Abholung und Überführung
  • Verbrennersarg
  • Trauerfeier und Services
  • Beratung und Organisation der Bestattung vor Ort
  • Organisation und Ausführung der Trauerfeier
  • Bereitstellung der eigenen Trauerhalle (falls vorhanden)
  • Sargträger am Grab
  • Sarg
  • Urne
  • Deckengarnitur

Kosten für die Aufbahrung

Die Aufbahrung des Verstorbenen bietet der Trauergemeinde die Möglichkeit, vor der Kremation auf eine besonders würdigende Weise Abschied vom Verstorbenen zu nehmen. Der geschmückte Sarg wird dabei in Trauerräumlichkeiten sichtbar für die Trauergemeinde platziert. Bei einer Aufbahrung kann der Sargdeckel geöffnet werden oder geschlossen bleiben. Eine offene Aufbahrung spendet durch den friedlichen Anblick des Verstorbenen häufig Trost und kann bei der Trauerbewältigung der Angehörigen helfen, ehe die Kremation durchgeführt wird.

Soll die Aufbahrung über einen länger andauernden Zeitraum erfolgen, so werden zusätzliche konservierende Maßnahmen notwendig. Je nach Umfang der erforderlichen Leistungen, muss dann mit zusätzlichen Kosten gerechnet werden.

Kosten für einen Sarg

War der Sarg bis ins 19. Jahrhundert noch ein Privileg der besser betuchten Gesellschaftsschicht, so schreibt heutzutage die Sargpflicht in vielen Bundesländern die Nutzung eines Sarges vor. Dies gilt auch für Bestattungen, bei denen eine Einäscherung des Leichnams erfolgt. In diesem Fall kann der dafür bestimmte Verbrennungssarg allerdings weniger kostspielig ausfallen. Ein hohes Maß an Stabilität ist für einen Einäscherungssarg nicht notwendig. In der Regel werden auch auf Modelle mit besonderen Gestaltungselementen verzichtet.

Särge werden heutzutage in vielen unterschiedlichen Variationen von Material, Form und Farbe hergestellt. Daraus ergibt sich ein sehr großes Preisspektrum. Auf Wunsch können die Hinterbliebenden den Sarg auch individuell gestalten. Aus einer Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten kann so der Wunschsarg entworfen werden. Zusätzliche Schnitzereien, sonstige Verzierungen aufwendige Griffe müssen dabei in der Preiskalkulation berücksichtigt werden.

Särge werden aus Kiefer-, Eiche-, Mahagoni-, Pappel- und Kirschbaumholz angeboten. Der Preis für einen Kiefernsarg kann beispielsweise zwischen 350 und 1200 Euro liegen. Als günstigere Variante können auch Särge aus furniertem Holz verwendet werden. Dabei wird ein Sarg aus kostengünstigerem Holz so gestrichen, dass er optisch ein teureres Material imitiert.

Kosten für eine Urne

Für eine Feuerbestattung ist die Einäscherung des Verstorbenen in einem Krematorium erforderlich. Die Asche wird anschließend in eine Aschekapsel gefüllt. Diese versiegelte Kapsel wird dann in eine Schmuckurne, oder auch Überurne genannt, gegeben. Auch die Kosten einer Urne können stark variieren und hängen von Modell und Material ab. Die Preise dabei liegen zwischen 90 und 500 Euro. Je nach Bestattungsart, ist eine Überurne nicht zwingend notwendig.

Für die Beisetzung der Urne im Erdreich muss biologisch abbaubares Material verwendet werden. Urnen aus unbehandeltem Holz, weich gebrannter Keramik oder Naturkautschuk kommen dafür in Frage. Materialien wie Glas, emailliertes Metall oder fest gebrannte Keramik sind bei der Erdbestattung nicht zulässig. Entsprechende Urnen können allerdings in einem Kolumbarien beigesetzt werden.

Leistungen von Drittanbietern

Nicht alle Leistungen einer Bestattung können in der Regel von einem Bestattungsunternehmen erbracht werden. Für die Abwicklung einer Bestattung sind weitere Services notwendig, die von Drittanbietern angeboten werden. Dazu zählen beispielsweise Trauerredner, musikalische Begleitung der Trauerfeier sowie die Trauerfloristik.

Auch für Erstellung des Totenscheins durch einen Arzt entstehen zusätzliche Kosten. Bei einer Kremation fallen zudem Kosten für eine zweite Leichenschau an. Diese ist notwendig, um ein Gewaltverbrechen als Todesumstand mit Gewissheit auszuschließen, da nach der Einäscherung sämtliche Beweise vernichtet sind. Auch die Kremationskosten für die Einäscherung sowie den Urnenversand müssen eingeplant werden. Werden zusätzliche Exemplare der Sterbeurkunde oder anderer Sterbedokumente benötigt, entstehen weitere Kosten.

Leistungen von Drittanbietern

  • Leichenschau und Ausstellung des Totenscheins
  • Zweite Leichenschau
  • Krematorium
  • Trauerredner für Trauerfeier
  • Orgelspieler oder Musiker
  • Sterbebilder
  • Trauerkarte
  • Traueranzeige
  • Trauerkranz
  • Sargschmuck oder Blumenbukett
  • Bewirtung der Trauergäste beim Leichenschmaus

Trauerredner

War der Verstorbene Mitglied einer Kirchengemeinde, stellt diese meist kostenfrei einen geistlichen Trauerredner. Für einen weltlichen Trauerredner fällt hingegen ein Honorar an. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Trauerrede selbst zu halten oder einen der Angehörigen darum zu bitten.

Trauermusik

Für die musikalische Begleitung der Trauerfeier gibt es mehrere Möglichkeiten. Es können professionelle Musiker engagiert werden. Soll die musikalische Untermalung mittels einer Musikanlage erfolgen, können Bereitstellungskosten beim Vermieter der Anlage anfallen.

Trauerkarten

Um Angehörige offiziell über einen Todesfall in Kenntnis zu setzen und Einladungen für die Trauerfeier auszusprechen, können Trauerkarten verschickt werden. Je nach Art der Gestaltung, Größe und Anzahl müssen dabei mit Kosten zwischen 100 und 200 Euro gerechnet werden.

Traueranzeige

Eine weitere Möglichkeit, den Todesfall öffentlich bekannt zu geben, ist die Todes- oder Traueranzeige. Der Anzeigenpreis setzt sich aus der Größe der Anzeige und der Auflagenstärke der Zeitung zusammen. Hier liegt die Preisspanne zwischen 200 und 600 Euro.

Sterbebilder

Im Anschluss an die Trauerfeier können den Trauergästen noch Sterbebilder mitgegeben werden. Die konkreten Kosten hängen von der Auflage sowie der Gestaltungsform ab. Für 50 Exemplare muss mit einer Summe zwischen 80 bis 120 Euro gerechnet werden. Die Preise variieren von Druckerei zu Druckerei. Ein Preisvergleich lohnt sich auch in diesem Fall.

Floristik

Die Trauerfloristik stellt einen weiteren Kostenpunkt der Fremdleistungen dar. Sarg oder Urne können mit einem Blumenbukett oder einem Trauerkranz geschmückt werden. Die verwendeten Blumen können dabei mit der Dekoration für die Trauerfeier abgestimmt werden. Je nach Art und Umfang der Floristik variieren auch hier die Preise stark und sollten nach Möglichkeit verglichen werden.

Leichenschmaus

Ist ein Leichenschmaus gewünscht, so fallen auch dafür zusätzliche Kosten an. Traditionell werden nach einer Beisetzung die engsten Freunde und Verwandten dazu eingeladen. Erfolgt der Leichenschmaus in einem Restaurant, so kann das viele Vorteile haben. Bei emotionaler Überforderung können sich die angehörigen Gastgeber leicht zurückziehen. Die Gäste können indes weiter am Leichenschmaus teilnehmen und ist die Veranstaltung beendet, müssen keine Aufräumungsarbeiten vorgenommen werden. Jedoch ist diese Variante oft kostenintensiver. Das Ausrichten eines Leichenschmauses im eigenen Haus spart hingegen Service- und Bereitstellungskosten für die Räumlichkeiten des Lokals.