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Im Tod dem Leben dienen

Körperspende im Trauerfall

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Im Tod dem Leben dienen: Körperspende im Trauerfall

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Eine Sonderform der Bestattung, die zugleich der Wissenschaft und Medizin behilflich sein soll, ist die Körperspende, bei der Verstorbene einer wissenschaftlichen Verwendung nach dem Tod zustimmen.

Inhaltsverzeichnis


Zu Lebzeiten schon sind wir bis zu einem gewissen Grad davon abhängig, dass wir uns in die Hände von Wissenschaft und Medizin begeben. Im Krankheitsfall oder bei Verletzungen durch Unfall, sei es im Haushalt oder bei der Arbeit, vertrauen wir auf fachkundige Menschen, die uns helfen, schnellstmöglich gesund und „wieder fit“ zu werden.

Diese fachkundigen Ärztinnen und Krankenpfleger jedoch müssen im Vorfeld bereits Erkenntnis und Einsicht über den menschlichen Körper erlangen.

Warum Körperspende?

Nur schwerlich lässt sich dieses Wissen allein durch Zeichnungen und Bücher vermitteln, vielmehr soll und muss diese Erkenntnis erster Hand am menschlichen Körper gewonnen werden.

Die ethische Grundüberzeugung unserer Gesellschaft ist zwischenzeitlich so weit fortgeschritten, dass wir hierfür nicht (mehr) unfreiwillige Opfer (etwa straffällig gewordene Menschen) oder wahllos gewählte Tote Menschen zur Hilfe nehmen – die Wissenschaft ist abhängig von Körperspenden.

Wofür wird die Körperspende benötigt?

Medizinische Institute wie etwa die "Dr. Senckenbergische Anatomie" der Goethe-Universität Frankfurt/Main bilden künftige Ärzte und Ärztinnen aus und haben dabei auch die Verantwortung, den menschlichen Körper in seinem Aufbau detailliert zu vermitteln. Nicht nur der interne Aufbau des Menschen und die Lage einzelner Organe wird hierbei vermittelt, auch anatomische Operationen können durchgeführt werden, um bekannte Operationsmethoden zu lehren und weiterzuentwickeln.

Auch die Charité Berlin, das UKE Hamburg und viele weitere Institute im bundesdeutschen Gebiet bieten die Option der Körperspenden an. Sie haben je eigene, mithin voneinander unterschiedliche, Konditionen und Voraussetzungen.

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Wie meldet man sich zur Körperspende?

Bereits zu Lebzeiten schließt man, zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Bestattungsvorsorge, einen Vertrag mit dem medizinischen Institut der Wahl ab, in welchem der eigene Körper dem Institut nach dem Tod zur Verfügung gestellt wird. Alternativ kann auch eine letztwillige Verfügung erstellt werden. Zumeist wird diese als Vordruck, gemeinsam mit einem Körperspendeausweis, zur Verfügung gestellt. Am besten ist es, die Webseiten der Wunschinstitution zu durchsuchen, um den spezifischen Ablauf herauszufinden. Alternativ kann man auch mit dem Sekretariat des jeweiligen Instituts Kontakt aufnehmen und so auch gleich den Bedarf abzuklären.

Besteht neben dem Wunsch nach Körperspende auch der Wunsch nach Organspende, so entfällt die Körperspende, wenn eine Organspende im Todesfall möglich ist.

Ablauf der Körperspende

Sind beim Eintritt des Todes die notwendigen Voraussetzungen erfüllt, etwa dass keine hochansteckenden Krankheiten vorliegen, so findet nach dem Ableben eine Überführung in das Institut statt. Diese Überführung wird vom Institut organisiert, sodass es sich anbietet, auch die Telefonnummer des Instituts vorzuhalten. Diese kann zum Beispiel zusätzlich auf dem Aufkleber für die Gesundheitskarte mit notiert werden, den Sie bei einer bei uns aktivierten Vorsorge aus dem kostenfreien Vorsorge-Portal erhalten. Sollte ein Institut nicht verfügbar sein, wenn der Tod eintritt – etwa nachts oder am Wochenende – so kann die Überführung zunächst durch einen Bestatter in die Klimaräume erfolgen, die Überführung zum Institut erfolgt dann später. Die Institute haben zudem meist spezifische Ausschlusskriterien, unter denen eine Überführung eventuell abgelehnt wird (etwa Distanz zwischen Sterbeort und Institut).

Was passiert nach der Präparation?

Nach der Präparation erfolgt in der Regel eine durch das anatomische Institut übernommene Kremation. Nach dieser Feuerbestattung kann, wie auch bei anderen Kremationen, eine Urnenbeisetzung erfolgen.

Für die Beisetzung bieten einige Institutionen eigene anonyme Gräberfelder auf einem Friedhof an. Auch dem Wunsch nach einer persönlichen, begleiteten Beisetzung kann entsprochen werden – so kann die Urne durchaus zu einer Baum- oder Seebestattung überführt werden. Zu rechnen ist hierbei jedoch mit einer längeren Wartezeit, da zunächst die Einbalsamierung des Verstorbenen sowie die medizinische Verwendung erfolgen. Es können also bis zu drei Jahre bis zur eigentlichen Beisetzung vergehen.

Dennoch sollte natürlich dem Wunsch nach Körperspende des Verstorbenen entsprochen werden. Die Details der Kostenübernahme unterscheiden sich erneut von Institut zu Institut – in der Regel werden aber die Überführung in das Institut, die Kremation sowie die Beisetzung auf dem Instituts-Friedhof oder die Überführung der Totenasche zum Beisetzungsort mit übernommen.

Dennoch sollte natürlich dem Wunsch nach Körperspende des Verstorbenen entsprochen werden. Die Details der Kostenübernahme unterscheiden sich erneut von Institut zu Institut – in der Regel werden aber die Überführung in das Institut, die an die medizinische Verwendung anschließende Überführung in das Krematorium, die Einäscherung sowie die Beisetzung auf dem Instituts-Friedhof übernommen.

Sollte eine selbst organisierte Beisetzung gewĂĽnscht sein, so wird zumeist auch die ĂśberfĂĽhrung der Totenasche zum Beisetzungsort bezahlt.

Eine weitere Besonderheit der Körperspende

Eine „Beisetzung“, die als Form nur dem Körperspender offen steht, ist der vollständige Verzicht auf eine Beisetzung. Hierbei werden dauerhafte anatomische Präparate erstellt, die auch längerfristig Ausbildungs- und Forschungszwecken zugutekommen. Dies ist als Ausnahme konform mit dem Bestattungsgesetz.


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