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Die Leichenstarre

Ein sicheres Todeszeichen

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Rigor mortis: Wann beginnt die Leichenstarre?

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Die Leichenstarre und Totenflecken bestätigen einen Todesfall und liefern bedeutende Hinweise auf die Ursache des Ablebens. Wir beleuchten die Begrifflichkeiten und erklären alles Wichtige.

Inhaltsverzeichnis


Das Wichtigste in Kurzform:

  • Ärztliche Fachkräfte dürfen den Tod einer Person nur anhand sicherer Anzeichen feststellen
  • Dazu gehören vor allem die Leichenstarre und Totenflecken, da sie am frühesten eintreten
  • Die sichtbare Totenstarre beginnt nach bis zu zwei Stunden und löst sich später wieder auf
  • Leichenflecken treten früher auf und ändern sich je nach Umstand und Lage des Leichnams

Was sind sichere Todeszeichen?

Woran erkennen ärztliche Fachkräfte den Todesfall eindeutig? Antworten liefern die sogenannten sicheren Todeszeichen. Das sind körperliche Merkmale am Leichnam eines Menschen, die den eingetretenen Tod anzeigen und keinen Zweifel an ihm lassen – sie treten nach dem Ableben einer Person zu unterschiedlichen Zeiten auf. Demgegenüber stehen die unsicheren Zeichen wie Hautblässe, Atemstillstand, Erschlaffen der Muskeln und ausbleibende Pupillenreaktionen. Beim Hirntod gehen die Meinungen auch in der Medizin auseinander.

Diese sicheren Todeszeichen gibt es

Fachkreise nennen in der Regel drei Anzeichen: Leichenstarre, Totenflecken und Fäulnis. Darüber hinaus spricht man bei nicht überlebbaren Verletzungen ebenfalls von einem sicheren Tod – zum Beispiel bei der Trennung von Kopf und Rumpf und dem vollständigen Verbrennen des Körpers. Die Totenstarre gilt als besonders sicheres Todeszeichen, Leichenflecken erscheinen am schnellsten. Daher liegt der Fokus im Artikel auf diesen Merkmalen.

Deutlich später treten andere Erscheinungen auf, die mit der Autolyse beginnen. Dabei lösen sich abgestorbene Zellen durch körpereigene Enzyme auf. Im Laufe der Zeit entwickelt sich die von einer bakteriellen Zersetzung geprägte Fäulnis – in dem Zuge entstehen normalerweise auch unangenehme Gerüche. Die weiteren Stadien sind:

  • Mumifizierung
  • Leichenlipid
  • Dekarnation

In der letzten Stufe ist der Körper von allen Weichteilen befreit, sodass lediglich die Knochen übrig sind.

Welche anderen Schlüsse erlauben Todeszeichen?

Die Leichenstarre bei Menschen kann vor allem der Rechtsmedizin helfen, da sie ein wichtiges Bestimmungskriterium des Todeszeitpunkts darstellt. Unter der Berücksichtigung elementarer Faktoren wie Temperaturverhältnisse und Ausprägung der Leichenstarre kann rechtsmedizinisches Personal häufig auf die Stunde genau feststellen, wann der Sterbefall eingetreten ist. Die Information kann Ermittlungen und die Aufklärung von Todesursachen entscheidend unterstützen. Auch die Analyse von Totenflecken kann den Zeitraum des Ablebens eingrenzen und Informationen zur möglichen Todesursache liefern.

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Leichenstarre: Definition und Zeitpunkt

Die Totenstarre zählt zu den deutlichsten Anzeichen, dass ein Mensch tot ist. Dabei geht der Körper für eine bestimmte Zeit in einen Zustand nahezu völliger Erstarrung über. Wir erklären, was es damit auf sich hat und wann die Leichenstarre eintritt.

Rigor mortis: Was ist das?

Die Leichenstarre – in Latein Rigor Mortis – ist eine vorübergehende Versteifung des Körpers. Das menschliche Herz gehört zu den ersten Körperteilen, die nach dem Eintritt des Todes erstarren. Später folgt die äußerlich erkennbare Todesstarre der Muskulatur. Hier sind in erster Linie Partien betroffen, die zu Lebzeiten besonders aktiv waren. Dazu zählen unter anderem die Kau- und Augenlidermuskeln sowie die Muskulatur an den Sprunggelenken.

Eine andere Theorie – die sogenannte Nysten-Regel – besagt, dass die Versteifung körperlich betrachtet eher von oben nach unten verläuft. Demnach folgen nach dem Gesicht die Nacken- und Rumpfmuskelgruppen und erst am Ende des Prozesses setzt die Leichenstarre bei den unteren Extremitäten ein.

Die Totenstarre wirkt für viele Menschen sehr unnatürlich. Tatsächlich verbirgt sich dahinter ein normaler, biochemischer Vorgang. Kurz gefasst: Nach dem Todeseintritt wird Adenosintriphosphat (ATP) abgebaut, wodurch sich der Muskelaufbau verändert. Das wiederum führt im Ergebnis zu einer Erstarrung der Muskelfasern und somit zur Leichenstarre. Doch wann tritt die Totenstarre ein?

Wann setzt die Leichenstarre ein?

Bereits eine halbe Stunde nach dem Eintritt des Todes kann das Erstarren der glatten Herzmuskulatur einsetzen und nach rund ein bis zwei Stunden sind muskuläre Versteifungen von außen sichtbar. Die vollständige Leichenstarre ist bei Menschen nach sechs bis acht Stunden erreicht. Das sind ungefähre Werte, die in realen Situationen abweichen können und daher zur Orientierung dienen – wann genau die Leichenstarre eintritt, ist somit unterschiedlich. In der Regel liegen die Zeiten aber in den genannten Bereichen.

Wenn Angehörige im Rigor-mortis-Kontext von „brechen“ hören, müssen sie nicht besorgt sein. Damit ist keinesfalls das Brechen von Knochen gemeint, sondern das Strecken, Beugen und Massieren von Gliedmaßen, um die Leichenstarre manuell zu lockern oder zu lösen. Die Aufgabe obliegt zum Beispiel den Bestattenden, bevor sie den Leichnam waschen und ankleiden.

Wann lässt die Leichenstarre nach?

Wenn die Bestattung später als acht Tage nach dem Ableben erfolgt, ist die Chance groß, dass der Leichnam keine Totenstarre mehr vorweist, denn der Zustand hält nicht dauerhaft an. Oft beginnt die Lösung schon nach 24 bis 72 Stunden, doch auch hierbei handelt es sich um Durchschnittswerte, die im wahren Leben stark voneinander abweichen können. Entscheidend für die Dauer der Todesstarre sind auch die Temperaturverhältnisse. Es heißt, dass Wärme für einen früheren Eintritt und ein zeitigeres Lösen sorgen kann. Kälte kann sich gegensätzlich auswirken.

Wann setzt die Totenstarre ein und wann lässt sie wieder nach? Eine Übersicht:

StadiumZeitpunkt nach Todeseintritt
Beginn der LeichenstarreÄußerlich nicht sichtbar: nach 30 Minuten; äußerlich sichtbar: nach 1 bis 2 Stunden
Komplette AusprägungNach 6 bis 8 Stunden
Erneute Bildung nach BrechenNach 2 bis 8 Stunden
Beginn der LösungNach 24 bis 72 Stunden
Komplette LösungNach bis zu 8 Tagen

Totenflecken: Bedeutung und Vorkommen

Totenflecken werden auch Leichenflecken oder Todesflecken genannt und die lateinische Bezeichnung lautet Livores. Sie treten unter den sicheren postmortalen Zeichen in der Regel als Erstes auf. Wir erklären, worum es sich dabei handelt, wann sie erscheinen und wie sie aussehen.

Was sind Leichenflecken?

Kurz nach dem Ableben eines Menschen verfärben sich bestimmte Körperregionen, weil das Blut in den Gefäßen aufgrund der Schwerkraft absinkt. Aus dem Grund sollten die Totenflecken bei einem auf dem Rücken liegenden Leichnam beispielsweise im optisch unteren Bereich erscheinen – ausgenommen sind die aufliegenden Körperteile. Befindet sich der Leichnam in einer aufrechten Position, fließt das Blut hingegen in die Beine und Hände und zeichnet sich dort ab. Der Fachbegriff für das Absinken von Flüssigkeiten wie Blut lautet Hypostase.

Totenflecken: Wann treten sie auf?

Todesflecken bilden sich bei einem Sterbefall schon nach 20 bis 30 Minuten und fließen innerhalb von einer bis sechs Stunden zusammen – im medizinischen Sprachgebrauch konfluieren sie. Im Durchschnitt dauert es maximal 16 Stunden, bis sich die Flecken vollständig ausgebreitet haben. Unter einer Verlagerung von Livores verstehen Mediziner die automatische Umlagerung bei einer veränderten Position des Leichnams – nach rund sechs Stunden lässt der Prozess nach, sodass sich die Flecken trotz Umlagerung an mehreren Stellen zeigen. Je länger sie bestehen, desto schwieriger ist es, sie zum Beispiel mit dem Finger wegzudrücken – also einen hellen Bereich auf der Haut zu hinterlassen.

Eine Übersicht:

StadiumZeitpunkt nach Todeseintritt
Bildung von TotenfleckenNach 20 bis 30 Minuten
ZusammenflussNach 1 bis 6 Stunden
Komplette AusprägungNach 3 bis 16 Stunden
Komplette VerlagerungBis zu 6 Stunden
Nicht komplette VerlagerungNach 6 bis 12 Stunden
Einfaches WegdrückenBis zu 24 Stunden
Schwieriges WegdrückenBis zu 36 Stunden

Livores: Wie sehen die Flecken aus?

Wie die Flecken aussehen, hängt von der Todesursache ab. Normalerweise treten Totenflecken in einem blassblauen bis bläulichen (lividen) Farbton auf. In einer kalten Umgebung, beispielsweise in einem Kühlraum, wechselt die Farbe zu einem hellen Rot – das gilt auch, wenn der Tod durch Unterkühlung eintrat. In dieser Farbe zeigt sich auch eine Kohlenmonoxidvergiftung. Um die Todesursache zu bestimmen, ist daher ein genauer Blick auf die Handflächen und Fußsohlen sowie unter die Finger- und Zehennägel nötig. Während das helle Rot bei einer CO-Intoxikation auch an den genannten Regionen sichtbar ist, sollten die Leichenflecken bei einem erfrorenen Menschen dort in einer Mischung aus Blau und Violett auftreten.

Nach einem Tod durch Vergiften können die Flecken auch in anderen Farben erscheinen: je nach Art des Giftstoffs zum Beispiel in Graubraun (Nitrate) und in Grün (Hydrogensulfid).

Gibt es Totenflecken bei Lebenden?

In dem Zusammenhang ist von zwei Begriffen zu lesen: fachlich von intravitalen Totenflecken und umgangssprachlich von einer Kirchhofrose. Die rötlich-lividen Verfärbungen der Haut können durch einen Blutstau entstehen und sollen bei Menschen, die bereits im Sterben liegen, vor allem im Wangen- und Ohrenbereich vorkommen.


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