Wir beantworten gerne Ihre Fragen, telefonisch oder per E-Mail

mymoria.de verwendet Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf der Webseite zu ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie hier

Autopsie: Was ist eine Obduktion und was passiert dabei? 

Öffnet ein Pathologe oder Rechtsmediziner eine Leiche, handelt es sich um eine Autopsie, auch Obduktion oder Sektion genannt, die der Auftraggeber bezahlt. Die Obduktion erfolgt immer dann, wenn die Todesursache nicht eindeutig ist und die genauen Todesumstände geklärt werden müssen.

Autopsien im Todesfall unterscheiden sich in klinische, gerichtliche sowie behördliche Untersuchungen eines Leichnams.

Die Klinische Autopsie

Bei der klinischen Autopsie sprechen die Fachleute von einer pathologischen Sektion. Diese führt ein ausgebildeter Pathologe bei natürlicher Todesursache durch. Die Durchführung bedarf der Zustimmung der Angehörigen. Ausnahmen bestehen, wenn es sich um die Untersuchung einer meldepflichtigen Krankheit handelt. Gründe für diese Art Autopsie sind zum einen das Erkennen von Erbkrankheiten oder ansteckenden Vorerkrankungen sowie die Durchführung zu Lehrzwecken.

Gerichtlich angeordnete Untersuchungen

Die gerichtliche Obduktion eines Leichnams wird vom Staatsanwalt angeordnet, wenn im Totenschein eine ungeklärte Todesursache bescheinigt wird. Das bedeutet, der Tod lässt sich auf einen Unfall, ein Verbrechen oder einen Suizid zurückführen. Daher ist der Staat gesetzlich verpflichtet, die Todesursache durch eine gerichtliche Autopsie genauer zu beleuchten. Die gerichtsmedizinische Sektion bedarf laut § 87 der Strafprozessordnung der Anwesenheit zweier Ärzte, von denen einer ein zugelassener Rechtsmediziner sein muss. 


In 3 Schritten zum individuellen
Bestattungsangebot

  • Bei voller Kostenkontrolle
  • In vertrauter Umgebung
  • Mit erfahrenen Bestattern

MYMORIA ist die Alternative für eine individuelle Bestattungsplanung. Erhalten Sie in nur 3 Schritten ein Bestattungsangebot ganz nach Ihren Wünschen. Einfach online von zu Hause aus. Fordern Sie jetzt Ihr unverbindliches Angebot an!

Bestattung planen


Behördlich angeordnete Obduktion eines Leichnams

Diese Art der Obduktion erfolgt in der Regel bei Todesfällen außerhalb von Krankenhäusern auf Ersuchen des amtlichen Leichenbeschauers. Voraussetzung ist die ungeklärte Todesursache. Des Weiteren lässt sich eine behördliche Autopsie von der Sanitätsbehörde anordnen, wenn sich der Todesfall in einem öffentlichen oder privaten Krankenhaus ereignet hat. Die behördlich angeordnete Autopsie führt ein Pathologe oder ein Gerichtsmediziner durch.

Der Ablauf einer Obduktion

Teile einer Autopsie sind immer die äußere sowie die innere Leichenschau. Mit einem Diktiergerät protokolliert der Arzt alle Befunde während der Leichenschau sorgfältig. Die Leichenschau beginnt zunächst mit der äußeren Begutachtung, bei der der Arzt den Leichnam von außen begutachtet und Auffälligkeiten wie Verfärbungen, äußerlich sichtbare Verletzungen, Ergüsse am Leichnams vermerkt. 

Bei der inneren Obduktion erfolgt die Untersuchung der Organe auf Auffälligkeiten. Zudem analysiert der Arzt Körperflüssigkeiten darauf, ob sie Gifte oder andere auffällige Substanzen enthalten. Schneidet er das Herz auf, dient ihm als Hilfsmittel eine Kopfschere. Beim Aufschneiden der Lunge ist ein Laminar-Flow-System im Seziersaal wichtig, um vor austretenden gefährlichen Erregern zu schützen.

Der Arzt reinigt die entnommenen Organe, wiegt diese und durchsucht sie. Nach der Autopsie legt er sie zurück in den Körper, stopft ihn mit Papier aus und vernäht die offenen Stellen. Anschließend wird der Leichnam gewaschen und für die Beisetzung vorbereitet.

Bei einem plötzlichen Kindstod ermöglicht die Gehirnobduktion zu klären, ob das Baby auf unnatürliche Weise ums Leben kam, wie durch übermäßiges Schütteln. In solchen Fällen reißen die Venen im Gehirn und es entstehen Gehirnblutungen. Diese werden bei der Gehirnobduktion sichtbar.

Der Mageninhalt hingegen liefert Erkenntnisse über den Todeszeitpunkt. Dazu muss der Gerichtsmediziner wissen, wann der Verstorbene die letzte Mahlzeit einnahm und wie viel er zu sich nahm. Anhand des Verdauungszustands des Essens kann er errechnen, wann der Tod eingetreten ist.

Kann man eine Obduktion verweigern?

Die Todesumstände und der Ort des Todes sind Faktoren, die in vielen Fällen entscheiden, ob sich eine Obduktion von Angehörigen untersagen lässt. Eine behördlich angeordnete Untersuchung eines Leichnams kann grundsätzlich nicht verweigert werden. 

Tritt der Todesfall in einer öffentlichen Krankenanstalt ein und die Todesursache ist eindeutig, nehmen die Verantwortlichen auf Wunsch der Angehörigen in der Regel Abstand von einer Obduktion. In privaten Krankenhäusern besteht die Zustimmungspflicht der Angehörigen. Diese Zustimmungspflicht besteht nicht, wenn der Verstorbene zu Lebzeiten einer Obduktion zugestimmt hat. Die durch das Bestattungsgesetz vorgeschriebenen Bestattungsfristen verlängern sich im Fall einer Autopsie.

Wer bezahlt eine Autopsie?

Abhängig von der Art der Obduktion bezahlt diese entweder das Krankenhaus oder der Staatsanwalt. Angehörige sind von der Zahlung der Kosten ausgeschlossen, außer sie beauftragen selber eine klinische Obduktion. 




Haben Sie Fragen? Unsere Bestattungsexperten helfen gerne