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Royale Begräbnisse: Königliche Familien nehmen Abschied

Stirbt ein Mitglied der königlichen Familie, trauert nicht nur die Königsfamilie, sondern auch das Volk nimmt Abschied vom verstorbenen Monarchen. Meist folgt ein großes Staatsbegräbnis, bei dem den Prinzen, Prinzessinnen. Königinnen und Königen die letzte Ehre erwiesen wird.

Dänemark trauert im Februar 2018 um Prinz Henrik, Ehemann von Königin Margrethe II., der am 13. Februar im Alter von 83 Jahren verstorben ist. Wie Hendrik von Dänemark schon im letzten Sommer bekannt gab, wünschte er sich eine Feuerbestattung und plante nicht wie Königin Margrethe II. seine letzte Ruhe im Dom von Roskilde zu finden. Seine Asche sollte zudem aufgeteilt werden, wobei eine Hälfte im Rahmen einer Seebestattung über das dänische Gewässer verstreut und der restliche Teil der Asche in einer Urne im privaten Garten des Schlosses Fredensborg bei Kopenhagen beigesetzt werden soll. Er sich wünschte zudem kein Staatsbegräbnis, sondern lediglich eine Beisetzung im engsten Familienkreise und wird somit unüblich für ein Königshaus, sehr modern bestattet.

Auch die Bestattungen der nachfolgenden Mitglieder verschiedener Königshäuser fielen aus der Reihe.

Friedrich der II.

Friedrich der Große hatte bereits vor seinem Ableben detaillierte Vorstellungen bezüglich seiner Bestattung geäußert und Vorsorge getroffen, indem er diese testamentarisch festgehalten hatte. So wünschte er sich eine schlichte Beisetzung „beim Schein einer Laterne und ohne dass mir jemand folgt“ und zwar am „dritten Tag um Mitternacht, ohne Pomp, ohne Prunk und ohne die geringsten Zeremonien“ – wohl auch, um der „eitlen Neugierde des Volkes“ zu entgehen.

Die Wahl seiner Grabstelle war ebenfalls ungewohnt für einen König: Diese wollte er keinesfalls unter dem Dach einer Kirche wissen, da er mit Religion nie viel am Hut hatte und ließ stattdessen eine schlichte Gruft am oberen Terrassenrand seines Potsdamers Lustschlosses Sanssouci erbauen. Doch trotz testamentarischer Vorsorge sollte alles ganz anders kommen. Denn als Friedrich schließlich im August 1786 verstarb, ließ ihn sein Neffe und neu amtierende König in der Potsdamer Garnisonkirche neben seinem gehassten Vater beisetzen. Acht Tage darauf folgte die pompöse öffentliche Bestattung mit Prunksarg und Ehrensalut.

Einige Jahrzehnte später ließ Adolf Hitler die Königssärge aus Angst vor Beschädigungen durch Bombenangriffe in einen nahgelegten Luftschutzbunker bringen und als die Rote Armee anzurücken drohte, wurden die Särge weiter in den Westen in ein als sicher erachtetes Kalibergwerk verfrachtet. Doch selbst dort, in Bernterode im Eichsfeld, in 563 Metern Tiefe, wurden die Särge letztlich von Amerikanischen Besatzern im Jahr 1945 gefunden und weiter ins hessische Marburg geschafft, wo sie in der Elisabethkirche beigesetzt wurden. Doch auch dort blieben die Särge nur ein paar Jahre, denn 1952 ließ Louis Ferdinand die Überreste seiner Vorfahren still und heimlich auf die Burg Hohenzollern bei Hechingen bringen.

Im Zuge der wiedergewonnenen deutschen Einheit sollten die Särge im Jahr 1991 schlussendlich zurück nach Potsdam gebracht werden. Begleitet durch Trommelwirbeln und Glockengeläut, tausenden Schaulustigen in den Straßen und nicht zuletzt auch politischen Bedenken, wurden die damaligen Könige in ihren Särgen auf Kutschen zum Weinberg des Schlosses gebracht. Dort wurde Friedrich II. nun letzten Endes doch, pünktlich zur Geisterstunde und im Schein der vier Kutschenlaternen, in seiner Gruft beigesetzt. Lässt man nun die Anwesenheit des Fernsehteams und des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohls außer Acht, bekam Friedrich II. letzten Endes sogar seine gewünschte Bestattung – wenn man beide Augen zudrückt. Wollen wir nur noch hoffen, dass die 205 Jahre andauernde Odyssee des Alten Fritz an dieser Stelle auch wirklich endet.

König Bhumibol Adulyadej

Ganz anders verlief dagegen die Beisetzung des Königs Bhumibol Adulyadej, seinerzeit der dienstälteste Monarch Thailands und das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Als Bhumibol am 13. Oktober 2016 im Alter von 88 Jahren verstarb, ordnete die Regierung unverzüglich eine einjährige Staatstrauer an, in der Beamte, Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und Angestellte staatlicher Betriebe schwarz tragen mussten. Zudem wurden für die ersten 30 Tagen nach dem Tode Bhumibols alle Flaggen auf halbmast gesetzt, Nachtclubs und Bars wurden geschlossen, Theaterveranstaltungen abgesagt und das Volk wurde angewiesen sich „angemessen“ zu kleiden. Offizielle Fernseh- und Radioprogramme wurden eingestellt und auf allen Sendern, auch auf ausländischen, wurden stattdessen Beiträge über den König und den Königshof in Schwarz-Weiß ausgestrahlt.

Anders als seine Vorgänger wünschte Bhumibol nicht direkt eingeäschert zu werden, sondern wählte für das Jahr der Ehrerweisung einen Sarg – wie die kleinen Leute Thailands. So wurde der einbalsamierte Körper des Königs ein Jahr lang in einem handgeschnitzten Sarg aus Sandelholz aufgebahrt, das Gesicht mit einer goldenen Maske bedeckt und fortwährend von singenden Mönchen gesegnet. Über 12 Millionen Menschen erwiesen dem König ihm Laufe des Jahres die Ehre.

Am 25. Oktober 2017 wurden die sterblichen Überreste aus dem Sarg entnommen und gemäß der Tradition mit geweihtem Kokoswasser übergossen, einen Tag später erfolgte die feierliche Feuerbestattung, in einem eigenes dafür auf Sanam Luang errichteten prunkvollen Krematorium. Da die königliche Urne eine zentrale Rolle während der Beisetzungszeremonie spielt, wurde der Sarg am Abend vor der Einäscherung heimlich zum Krematorium gebracht und eine leere Urne auf einem üppig geschmückten Streitwagen platziert. Mehrere Künstler hatten in den vergangenen zehn Monaten einen 50 Meter hohen Scheiterhaufen errichten, geprägt von Symbole aus der hinduistischen Mythologie. Um 22 Uhr entzünde der Sohn und Nachfolger Bhumibols das Feuer und beendet damit auch die spektakuläre, traditionsreiche und 77 Millionen teure Beisetzungsjahr. Stimmen aus dem Volk, wie Royalist Apichai Klapiput, betitelte den Schmerz des Volkes und die Beisetzung des verehrten Königs auch als ihren „ganz eignen Lady Di-Augenblick“.

Prinzessin Diana

Denn als die „Königin der Herzen“ am 31. August 1997 im Alter von nur 36 Jahren tragisch ums Leben kam, hielt die ganze Welt inne. Rund eine Millionen Menschen versammelten sich in den Straßen vor Ort als Lady Diana vom Kingston Palast zur Westminster Abbey gefahren wurde, weitere zwei Millionen verfolgten das Spektakel an den Fernsehern. Der Beisetzung wohnten zahlreiche Prominente wie Nelson Mandela, Steven Spielberg, Tom Cruise und Donatella Versace bei, Dianas guter Freund Elton John widmete ihr während des Gottesdienstes seinen Song „Candle in the Wind“, der später der meistverkaufte Song Englands wurde.

Für den Fall des Todes der Queen wurden übrigens schon alle wichtigen Vorkehrungen getroffen. Wie im englischen Königshaus üblich, werden die Beisetzungen der höchsten Mitglieder nämlich schon lange im Voraus geplant. Mit „London Bridge“ für Queen Elisabeth und „Forth Bridge“ für ihren Prinzengemahl Herzog Philip gibt es sogar Codenamen für den Plan, der die Angelegenheiten nach dem Todesfall regelt.

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