Wir beantworten gerne Ihre Fragen, telefonisch oder per E-Mail

mymoria.de verwendet Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf der Webseite zu ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie hier

Würdevolles Abschiednehmen: Thanatopraxie und hygienische Totenversorgung

Die hygienische Totenversorgung gehört nach dem Eintritt des Todes zur Vorbereitung des Verstorbenen auf die Bestattung. Die Versorgung wird vom Bestatter vorgenommen und umfasst unter anderem die Reinigung des Leichnams, das Frisieren sowie das Einkleiden. Bei einer Überführung des Leichnams ins Ausland oder einer längeren Aufbahrung kann zudem eine Thanatopraxie notwendig werden.

Nach jedem Todesfall übernimmt der Bestatter zunächst den Leichnam. Er versorgt den Körper der verstorbenen Person und bereitet ihn gleichzeitig für die bevorstehende Beisetzung vor. Vorausgehend möchten sich die Hinterbliebenen meist in aller Stille vom Verstorbenen verabschieden. Ein solcher letzter Moment mit der verstorbenen Person findet nicht selten an ihrem geöffneten Sarg statt. So kann man den geliebten Menschen ein letztes Mal sehen. Damit diese Begegnung würdevoll abläuft, sind eine hygienische Totenversorgung und gegebenenfalls eine Thanatopraxie nach jedem Todesfall unerlässlich. Inwieweit sich Thanatopraxie und hygienische Totenversorgung ergänzen oder unterscheiden, erklären wir im Folgenden.

Welche Maßnahmen umfasst die hygienische Totenversorgung?

Nach dem Eintritt eines Todesfalls und im Anschluss an die Leichenschau wird der Körper von einem Bestatter abgeholt und in das Bestattungsunternehmen überführt. Dieser nimmt die hygienische Totenversorgung an dem Leichnam vor. Dabei wird die Person vollständig entkleidet, Pflaster oder Verbände werden ebenfalls abgenommen. Zu dem Vorgehen gehört auch, dass medizinisch notwendige Vorrichtungen, wie Katheter, Herzschrittmacher, Insulinpumpe, medizinischen Implantaten oder auch Prothesen zu entfernen sind.

Körperöffnungen werden desinfiziert und mit Watte verschlossen, sodass keine Flüssigkeiten austreten. Die Haare werden gekämmt und zurechtgelegt, Augen werden bei Bedarf mithilfe von Plastikkappen verschlossen, die man unter den Augenlidern platziert und die verhindern, dass sich die Augen des Verstorbenen öffnen. So bleiben die Augen dauerhaft geschlossen. Falls vorhanden, werden Zahnprothesen eingesetzt und der Mund mit einer chirurgischen Naht innerlich geschlossen. Äußerlich ist davon nichts zu erkennen. Das Verschließen ist notwendig, da sich der Mund sonst durch die Erschlaffung der Muskeln öffnen würde.


Sie müssen eine Bestattung organisieren?
Wir unterstützen Sie dabei!

  • Bei voller Kostenkontrolle
  • In vertrauter Umgebung
  • Mit erfahrenen Bestattern

In nur 3 Schritten können Sie mit mymoria eine individuelle Bestattung planen – ganz einfach von zu Hause aus. Fordern Sie jetzt ihr unverbindliches Angebot an!

Jetzt Bestattung planen


Der Körper wird eingecremt, damit die Haut eine natürliche Farbe behält. Finger- und Fußnägel werden geschnitten. Anschließend ist der gesamte Körper vor dem Ankleiden zu desinfizieren, damit keine unangenehmen Gerüche entstehen. Abschließend wird auf den korrekten Sitz der Kleidung geachtet, bei Bedarf eine abschließende Kosmetik und ein Abdecken von möglichen Hämatomen durchgeführt. Zusammenfassend erkennt man, dass die hygienische Totenversorgung die Maßnahmen umfasst, die den Leichnam ästhetisch wirken lassen, wenn Angehörige am offenen Sarg Abschied nehmen wollen. 

Wie unterscheidet sich die Thanatopraxie von der hygienischen Totenversorgung?

Ist der Todesfall durch unnatürliche Umstände – etwa bei einem Unfall, einem Verbrechen oder einem Suizid – eingetreten, ist meist eine Thanatopraxie notwendig. Der Begriff beschreibt die Kurzzeitkonservierung des Leichnams und ist eine Form der hygienischen Totenversorgung. Die Konservierung, auch Modern Embalming genannt, ermöglicht es, den Leichnam auch ohne Kühlung über einen längeren Zeitraum zu erhalten und aufzubahren. Bei der thanatopraktischen Behandlung wird das Blut aus den Blutgefäßen des Körpers drainiert und zugleich durch eine konservierende und desinfizierende auf Formaldehyd basierende Lösung ersetzt. Die Thanatopraxie wird auch dann nötig, wenn der Verstorbene ins Ausland überführt werden muss. Einige Länder schreiben dafür zwingend eine Behandlung des Leichnams vor. Ebenso ist eine Konservierung nötig, möchte man den Leichnam für längere Zeit aufbahren. Dabei wird das Blut durch eine Lösung ersetzt. Der Körper wird zusätzlich einbalsamiert, der Verwesungsprozess ist damit für längere Zeit gestoppt.

Ein weiterer Teilbereich der Thanatopraxie ist die Rekonstruktion des Leichnams. Dabei werden Verletzungen an dem Leichnam versorgt und größere Wunden verschlossen, damit sie kaum sichtbar sind. Ist ein Mensch durch einen schwerwiegenden Unfall verstorben, wird im Rahmen der Thanatopraxie eine Rekonstruktion des Körpers vorgenommen. Besonders im Bereich des Gesichts ist diese angebracht, wenn es durch die äußeren Umstände des Todes entstellt wurde. Vergleichbar ist das Vorgehen mit einer Schönheitsoperation. Der Leichnam wird so präpariert, dass auch nach einem schweren Unfall Angehörige am offenen Sarg Abschied nehmen können, ohne sich bei dem Anblick der Person unwohl zu fühlen.




Haben Sie Fragen? Unsere Bestattungsexperten helfen gerne