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Anonyme Bestattung: Wissenswertes zur stillen Beisetzung

Bei einer anonymen Bestattung sind weder Zeitpunkt noch Ort der Beisetzung bekannt. Viele Menschen entscheiden sich bewusst für diese diskrete Variante der Beisetzung. Erfahren Sie alles Wissenswerte über die Gründe und Kosten für eine anonyme Bestattung oder planen Sie eine anonyme Bestattung hier.

Hintergrund der anonymen Bestattung

Die anonyme Bestattung, auch stille Bestattung genannt, bezeichnet eine Beisetzung, bei der auf jegliche Kennzeichnung und Gestaltung einer Grabstätte verzichtet wird. Bei einer anonymen Bestattung werden den Angehörigen der Ort und Zeitpunkt der Beisetzung nicht mitgeteilt. Es besteht auch die Möglichkeit einer halb-anonymen Beisetzung, bei der Angehörige anwesend sein können und über den Ort der Grabstelle informiert werden.

Anonyme Bestattungen können im Rahmen einer Feuerbestattung, Seebestattung, Baumbestattung oder auch einer Erdbestattung umgesetzt werden. Die gängigste Form für anonyme Grabstätten sind Urnensammelgräber auf Friedhöfen. Diese liegen in einem separaten Bereich des Friedhofs und werden von der Friedhofsverwaltung gepflegt.

Vor- und Nachteile einer anonymen Bestattung

Unbekannte Grabstelle

Bei einer anonymen Bestattung wird die Grabstelle nicht namentlich markiert. Bei einigen Varianten wird auch der Ort nicht bekannt gegeben. Zu bedenken ist, dass die Hinterbliebenen in diesem Fall keinen Ort der Trauer und keinen Bezugspunkt haben. Es empfielt sich daher mit den Angehörigen über diesen Wunsch zu sprechen.

Keine Folgekosten

Eine anonyme Bestattung zählt zu den besonders kostengünstigen Beisetzungsvarianten, da oftmals keine Trauerfeier ausgerichtet wird und langfristig die Kosten für die Grabpflege entfallen. Grabnutzungskosten werden bei einer anonymen Bestattung einmalig beglichen. Anschließend fallen keine weiteren Gebühren an.

Keine anfallende Grabpflege

Bei einer anonyme Bestattung entfällt die Grabpflege für Hinterbliebene vollständig, da die Grabstelle unbekannt ist und von der Friedhofsverwaltung betreut wird. Auch bei einer halb-anonymen Bestattung, bei der die Grabstelle bekannt ist, ist die Gestaltung des Grabes nicht gestattet, was besonders vorteilhaft für Angehörige ist, die keine Möglichkeit haben, ein Grab zu pflegen.

Unbefristete Ruhezeit

Auf herkömmlichen Friedhöfen ist die Ruhezeit in der Regel auf 20 bis 25 Jahren limitiert und muss anschließend kostenpflichtig verlängert werden. Bei einer anonymen Bestattung ist die Grabstelle nicht bekannt und ausgewiesen und muss und kann daher auch nicht verlängert werden.

Gründe für eine anonyme Bestattung

Anonyme Bestattungen werden auch häufig aus ökonomischen Gründen gewählt. Bereits zu Lebzeiten treffen viele Menschen eine Bestattungsvorsorge, um deren Angehörigen später hohe Bestattungskosten und den Pflegeaufwand eines Grabes zu ersparen.

Eine anonyme Bestattung kann auch von Seiten der Behörden veranlasst werden, wenn der Verstorbene keine Angehörigen hat oder die Bestattungspflichtigen nicht auffindbar sind. Nichtidentifizierbare Verstorbene wie Opfer von Katastrophen oder Kriegen werden in der Regel ebenfalls anonym bestattet.

Ein anonymes Grab dient in seltenen Fällen auch dem Schutz eines Verstorbenen vor dem Zugriff der Öffentlichkeit oder vor Grabschändung. Prominente Beispiele für eine anonyme Bestattung sind Osama bin Laden, Adolf Eichmann und John Lennon.

Einleitung einer anonymen Bestattung

Ausstellung der Todesbescheinigung

Um im Todesfall eine anonyme Bestattung einzuleiten, muss umgehend ein Arzt benachrichtigt werden. Dieser stellt den Tod fest und fertigt eine Todesbescheinigung an, die für die Beantragung der Sterbeurkunde und alle weiteren Schritte erforderlich ist. Die Leichenschau muss innerhalb von 12 Stunden nach Eintritt des Todes vorgenommen werden. Die Todesbescheinigung wird abhängig vom Ort, an dem der Sterbefall eingetreten ist, nach einer Leichenschau von einem Arzt ausgestellt.

Ort des Sterbefalls Was zu tun ist
Sterbefall im eigenen Zuhause Kontaktieren Sie Ihren Hausarzt oder den Notruf unter der Nummer 112
Sterbefall im Krankenhaus, Pflegeheim Ausstellung der Todesbescheinigung wird von der Einrichtung organisiert
Sterbefall im öffentlichen Bereich Verständigen Sie den Notruf unter der Nummer 112

Beauftragung eines Bestatters

Anschließend muss ein Bestatter kontaktiert werden, der die Organisation und Ausführung der Bestattung übernimmt. In der Regel beantragt der Bestatter für Sie auch die Sterbeurkunde und übernimmt die Abmeldung bei Versicherungen. Nehmen Sie sich etwas Zeit und vergleichen Angebote verschiedener Bestatter. Die Preise und Leistungen können zum Teil stark variieren.

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Abholung und Überführung des Verstorbenen

Als Überführung eines Leichnams wird die Abholung des Verstorbenen vom Sterbeort durch den Bestatter und der Transport zu den Kühlräumen des Bestatters oder Krematoriums bezeichnet. Je nach Bundesland haben Sie nach einem Sterbefall zwischen 24 und 48 Stunden Zeit, ehe die Überführung durchgeführt sein muss.

Zweite Leichenschau

Die sogenannte „zweite Leichenschau“ ist im Falle einer anonymen Feuerbestattung vor der Kremation gesetzlich vorgeschrieben. Diese erfolgt im Krematorium und wird von einem Amtsarzt durchgeführt. Die zweite Leichenschau dient dazu, zweifelsfrei auszuschließen, dass die Todesursache nicht-natürlich ist und beispielsweise auf eine Gewalttat zurückführt. Nach einer Kremation ist diese Überprüfung nicht mehr möglich.

Hygienische Versorgung des Verstorbenen

Durch eine hygienische Versorgung wird der Verstorbene für die anonymen Bestattung vorbereitet. Insbesondere bei einer Aufbahrung des Verstorbenen vor der Verbrennung ist ein würdevoller und friedlicher Anblick für die Trauergemeinde von Bedeutung. Die hygienische Versorgung umfasst unter anderem das Waschen und die Einbalsamierung des Körpers, die Rekonstruktion des ästhetischen Erscheinungsbildes sowie die kosmetische Behandlung des Verstorbenen. Mund und Augen bleiben üblicherweise geschlossen.

Einkleidung des Verstorbenen

Vor der Beisetzung kann der Verstorbene nach individuellen Wünschen eingekleidet werden. Im Falle einer anonymen Feuerbestattung kann der Verstorbene ebenfalls mit persönlicher Kleidung ausgestattet werden. Jedoch muss darauf geachtet werden, dass diese aus reiner Baumwolle besteht. Kleidung aus synthetischen Stoffen ist nicht zulässig. Da die Bestimmungen je nach Krematorium variieren, sollten Sie die Regelungen in der zuständigen Kremationsstätte oder bei Ihrem Bestatter erfragen.

Kremierung

Bei einer anonymen Feuerbestattung ist die Kremierung des Verstorbenen erforderlich. Kremationsanlagen sind so konzipiert, dass jeder Leichnam einzeln und nach höchsten hygienischen Standards eingeäschert wird. Dies schließt die Verwechslung der Asche von verschiedenen Verstorbenen aus. Vor der Kremation wird ein Stein aus feuerfestem Ton mit der Identifikationsnummer des Toten neben den Sarg gelegt. Dieser garantiert nach der Kremation die zweifelsfreie Zuordnung der Asche.

Der Prozess der Einäscherung dauert je nach natürlicher Beschaffenheit des Körpers etwa 90 Minuten. Die Temperatur beträgt dabei bis zu 1200° C. Nach der Kremation wird lediglich die Asche in die Aschekapsel gefüllt. Nicht-verbrennbare Substanzen wie Zähne, Implantate und mineralische Knochenbestandteile werden herausgefiltert.

Anschließend wird die Asche in eine Aschekapsel umgefüllt, die später in eine Urne eingesetzt wird. Der Stein mitsamt Identifikationsnummer kommt mit in die Aschekapsel. Auf dem Verschluss der Aschekapsel werden alle wichtigen Daten des Verstorbenen sowie der Name des Krematoriums und das Datum der Einäscherung vermerkt.

Erledigung von Formalitäten

Anschließend kommt die Erledigung verschiedener Formalitäten für die Organisation einer Sterbeurkunde sowie die Kündigung verschiedener Verträge auf Sie zu. Der Bestatter ist Ihnen dabei behilflich und kann sämtliche Behördengänge für Sie übernehmen.

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Organisatorisches für die anonyme Bestattung

Vor einer anonymen Beisetzung müssen einige Dinge entschieden werden. Dabei steht Ihnen ein Bestatter zur Seite, der Sie zu verschiedenen Beisetzungs- und Grabvarianten berät. In der Regel werden Verstorbene vor einer anonymen Beisetzung kremiert. Da bei einer anonymen Bestattung keine Trauerfeier im herkömmlichen Sinne ausgerichtet wird, beschleunigt sich die Bestattungsplanung meist. In einem Trauergespräch können Sie verschiedene Punkte mit dem Bestatter klären:

  • Beisetzungsvariante
  • Urnenauswahl
  • Offene oder geschlossene Aufbahrung vor der Kremation
  • Trauerkarten, Traueranzeige
  • Floristik und andere Dekoelemente
  • Termin für eine private Abschiednahme
  • Ort für eine private Abschiednahme
  • Programmpunkte für eine private Abschiednahme
  • Trauerredner
  • Musiker

Beisetzungsvarianten

Die erste Entscheidung, die in einem Todesfall getroffen werden muss, ist die Art der Beisetzung. Diese beeinflusst den weiteren Verlauf der Bestattungsplanung. In Deutschland ist lediglich die Durchführung bestimmter anonymer Beisetzungsarten möglich.

Bestattungsart Anonym möglich In Deutschland möglich
Feuerbestattung X X
Seebestattung X X
Baumbestattung X X
Luftbestattung X
Felsbestattung X
Almwiesenbestattung X
Asche zur freien Verfügung
Diamantbestattung
Flugbestattung X
Weltraumbestattung X
Urnenbestattung X X
Waldbestattung X X
Urne für zu Hause
Ascheverstreuung X (X)
Edelsteinbestattung
Flussbestattung X

Urne

Bei einer anonymen Feuerbestattung wird die Asche der verstorbenen Person nach der Kremation in eine versiegelte Kapsel gefüllt. Diese Aschekapsel wird dann in eine Überurne, auch Schmuckurne genannt, gesetzt. Je nach Beisetzungsart kann auch auf eine Überurne verzichtet werden.

Wird die Urne im Erdreich beigesetzt, muss die Urne aus einem biologisch zersetzbaren Material bestehen. Dabei kommen unbehandeltes Holz, weich gebrannte Keramik oder Naturkautschuk in Frage. Urnen aus Glas, emailliertem Metall oder fest gebrannter Keramik sind bei einer anonymen Erdbestattung nicht zugelassen. Bei einer anonymen Seebestattung werden bestimmte Urnen eingesetzt, die sich innerhalb weniger Stunden vollständig auflösen.

Kremationssarg

Auch bei der Kremation wird in Deutschland laut Gesetzgebung ein Verbrennungssarg benötigt. Diese sind weniger stabil als Särge, die bei einer klassischen Erdbestattung zum Einsatz kommen, da sie dem Druck unter der Erde nicht standhalten müssen. Zudem sind sie meist nicht verziert, da sie ohnehin verbrannt werden. Die Särge können je nach Wunsch auch aufwändig gestaltet werden.

Sarg

Eine Bestattung muss laut „Sargpflicht“ in einem Sarg stattfinden. Mittlerweile werden Särge in diversen Formen, Farben und Stilen angeboten. Das Angebot stellt für jedes Budget und jede Vorliebe eine Variante bereit.

Muslimische Beerdigungen sind als einzige Ausnahme von der Sargpflicht befreit. Immer mehr deutsche Friedhöfe bieten diese religiöse Form der Bestattung an. Bei einer islamischen Bestattung ist es erlaubt, die Toten lediglich in einem weißen Leinentuch zu beerdigen.

Aufbahrung

Die Aufbahrung des Verstorbenen bietet den Hinterbliebenen die Möglichkeit, vor der Beisetzung auf eine besonders würdigende Weise Abschied vom Verstorbenen zu nehmen. Im Rahmen einer anonymen Beisetzung ist dies später nicht mehr möglich. Bei einer Aufbahrung wird der geschmückte Sarg in Trauerräumlichkeiten sichtbar für die Trauergemeinde platziert. Dabei kann der Sargdeckel geöffnet werden oder geschlossen bleiben. Eine offene Aufbahrung spendet durch den friedlichen Anblick des Verstorbenen häufig Trost und kann bei der Trauerbewältigung der Angehörigen helfen, ehe eine eventuelle Kremation durchgeführt wird.

Hinweis:

Da bei einer anonymen Bestattung keine Trauerfeier ausgerichtet wird, kann eine Aufbahrung zur Abschiednahme eine zentrale Funktion für Hinterbliebene bei der Trauerbewältigung einnehmen.

Bestattungsort

Die Wahl des Bestattungsortes ist abhängig von der Beisetzungsart und den finanziellen Mitteln des Kostenträgers. In Deutschland besteht die Friedhofspflicht, die vorschreibt, dass ein Verstorbener in jedem Fall an einem dafür genehmigten Ort beigesetzt werden muss. Hierzulande kommen dafür Friedhöfe, die Nord- oder Ostsee sowie FriedWald-Standorte in Frage. Angehörige entscheiden sich bei einer anonymen Bestattung zwar für den Ort der Beisetzung, aber erhalten keine genaueren Informationen zur konkreten Grabstelle.

Bestattungstermin

Die Beisetzung findet in der Regel wenige Tage und maximal 10 Tage nach Eintritt des Todesfalls statt. Angehörige erfahren bei einer anonymen Bestattung jedoch weder den Zeitpunkt noch den Ort der Beisetzung.

Gästeliste für die private Abschiednahme

Die Wahl der Gästeliste für eine private Abschiednahme sollte sich nach den Wünschen des Verstorbenen richten. So zählen Hinterbliebene aus der nahen Verwandtschaft neben Freunden und Kollegen des Verstorbenen zur Trauergemeinde. Auch entfernte Verwandte und Bekannte können bei der Einladung bedacht werden. In der Regel wird die Abschiednahme von einer anonymen Beisetzung jedoch für den engsten Familienkreis organisiert.

Traueranzeige

Trotz der Wahl einer anonymen Bestattung haben Sie diverse Möglichkeiten, Ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen und dem Verstorbenen zu gedenken. Vor der Beisetzung haben Sie beispielsweise die Möglichkeit, eine Traueranzeige aufzugeben. Sie sollten sich jedoch rechtzeitig um die Einreichung der Anzeige bei den Zeitungen bemühen, da diese unterschiedliche Redaktionsschlüsse haben. Darüber hinaus können Sie Trauer- sowie Dankeskarten für die Anteilnahme drucken zu lassen.

Dekoration und Floristik

Auch bei einer privaten Abschiednahme kann der Ort der Trauer neben dem Sarg oder der Urne des Verstorbenen nach individuellen Wünschen geschmückt werden. Als dekorative Elemente können Blumen, Kerzen, Bilder und persönliche Gegenstände des Verstorbenen eingesetzt werden.

Blumenarrangements werden in der Regel von Floristen angefertigt. Die Floristik für eine Bestattung wird von den nächsten Angehörigen nach Vorlieben des Verstorbenen oder eigener Einschätzung gewählt. Hierzu zählen:

  • Urnenbuketts
  • Sargbuketts
  • Trauerkränze
  • Trauersträuße

Angehörige haben ebenfalls die Möglichkeit, einen Kranz oder Strauß beizusteuern. Blumenarrangements sind in verschiedenen Formen und Farben erhältlich und werden mit Schleifen verziert, die den Namen und einen Gruß des Schenkenden enthalten.

Musikalische Begleitung

Die private Abschiednahme kann von Musik begleitet werden, die den Vorlieben des Verstorbenen entspricht oder die Gefühlswelt der Angehörigen widerspiegelt. Musikstücke können von einem Chor oder Sänger, einer Liveband oder Kapelle sowie durch ein Orgelspiel oder eine CD vorgetragen werden. Die musikalische Begleitung kann sehr individuell gestaltet werden und ist an keine Vorgaben gebunden.

Trauerrede

Sofern Sie bei einer privaten Abschiednahme eine Trauerrede wünschen, aber selbst keine Rede halten möchten, haben Sie die Wahl zwischen einem christlichen und einem weltlichen Redner. Diese werden sich in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen über den Verstorbenen unterhalten. Auf diese Weise kann der Trauerredner die verstorbene Person näher kennenlernen und in der Trauerrede darstellen, was den Verstorbenen ausgemacht hat.

Grabstätte

Je nach Beisetzungsart stehen in Deutschland bei einer anonymen Bestattung verschiedene Grabstätten zur Wahl:

  • Anonymes Grab
  • Ascheverstreuung
  • Anonyme Baumbestattung
  • Anonyme Seebestattung

Anonymes Urnengrab

Bei einem anonymen Urnengrab wird die Asche des Verstorbenen in einer kleinen Urne unter einer ausgestochenen, quadratischen Rasenplatte auf einem Friedhof oder im Wurzelwerk eines Baumes beigesetzt. Sammelbeisetzungen von zahlreichen Urnen in Gemeinschaftsgräbern sind nicht unüblich. Den Angehörigen ist zwar das Areal der Beisetzung bekannt, nicht aber der genaue Ort.

Anonymes Erdgrab

Während die anonyme Urnenbeisetzung die deutlich gängigere Form der stillen Beisetzung ist, wird in einigen Städten auch eine anonyme Beerdigung angeboten. Der Sarg wird dabei unter einer Rasenfläche auf einem speziellen Areal von Friedhöfen beigesetzt. Der Verstorbene kann bei dieser Variante auf einem Gemeinschaftsfeld oder in einem Einzelgrab bestattet werden.

Anonymes Seegrab

Bei einer anonymen Seebestattung wird die Asche des Verstorbenen an eine Reederei übergeben, die diese hierzulande in der Nord- oder Ostsee beisetzt. Die Reederei ist in ihrer Planung einer stillen Beisetzung nicht termingebunden, da eine Begleitung durch die Angehörigen entfällt. Der Kapitän übergibt dem Meer auf einer Fahrt mehrere wasserlösliche Urnen.

Trauermöglichkeiten

Hinterbliebenen wird bei einer anonymen Bestattung durch das Fehlen eines Grabes als Trauerstätte häufig die Möglichkeit der Trauerbewältigung genommen. Dennoch bietet eine anonyme Bestattung verschiedene Möglichkeiten, der eigenen Trauer Ausdruck zu verleihen.

Abschiednahme vor der Beisetzung

Bei einer anonymen Bestattung wird im Rahmen der Beisetzung keine Trauerfeier ausgerichtet. Dennoch kann eine private Abschiednahme vor der Kremation am Sarg oder an der geschmückten Urne organisiert werden. Eine Feierlichkeit dieser Art ist die letzte Gelegenheit, um von einem Verstorbenen Abschied zu nehmen, da die Beisetzungszeremonie im Stillen und ohne die Begleitung der Angehörigen stattfindet.

Trauerorte

Nach einer Beisetzung können verschiedene Trauerorte aufgesucht werden. Immer häufiger bieten Friedhöfe einen zentralen Ort der Trauer in Form von Gemeinschafts- oder Jahresdenkmälern. An einigen Stellen können auch Blumen abgelegt werden. Die halbanonyme Bestattung bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Namenstafeln von Verstorbenen an einem zentralen Ort auf einem Friedhof in den Rasen oder die Erde einzulassen.

Generell haben Angehörige die Möglichkeit, persönliche Orte der Trauer zu schaffen. Dies können Orte sein, an denen sie eine schöne Zeit mit dem Verstorbenen verbracht haben oder das eigene Zuhause. Eine regelmäßige Rückkehr an diese Orte, um einem geliebten Menschen zu gedenken, kann ein wichtiger Teil der Trauerarbeit sein.

Kosten

Die anonyme Feuerbestattung ist eine der günstigsten Bestattungsarten. Bei dieser Variante fallen Kosten für die Kremation des Verstorbenen, die zweite Leichenschau, den Bestatter sowie den Friedhof an. Diese können regional und je nach Träger der Einrichtung variieren.

Da die Ausrichtung einer Trauerfeier während der Beisetzung entfällt, entstehen nur geringe Kosten für Fremdleistungen. Eine anonyme Bestattung erfordert keinerlei Grabpflege, Friedhofsgebühren für ein anonymes Grab sind außerdem deutlich geringer als die für andere Grabarten. Damit ist eine anonyme Bestattung langfristig besonders pflegeleicht und kostengünstig.

Kremationsverfügung

Sofern Sie den Wunsch haben, via anonymer Feuerbestattung bestattet zu werden, können Sie bereits zu Lebzeiten eine Einäscherungsverfügung verfassen. Diese stellt sicher, dass Ihr Wunsch berücksichtigt wird. Für eine Kremationsverfügung reicht ein handschriftliches Schriftstück, auf dem Sie unterschrieben vermerken, dass die Kremation Ihr letzter Wunsch ist. Es bedarf keiner notariellen Beglaubigung.

Hinweis:

Vermerken Sie die Bestattungswünsche nicht im Testament. Dieses wird oft erst Wochen nach der Beisetzung geöffnet.

Suchen Sie hinsichtlich Ihrer Bestattungswünsche auch ein offenes Gespräch mit Ihrer Familie. Im Todesfall erleichtert die Kenntnis Ihrer Wünsche den Hinterbliebenen viele Entscheidungen und den organisatorischen Aufwand der Bestattung. Halten Sie Ihre Wünsche schriftlich fest und bewahren Sie diese an einem gut zugänglichen Ort auf, der Ihrer Familie ebenfalls bekannt ist.

Bestattungsvorsorge

Eine anonyme Bestattung kann bereits zu Lebzeiten geplant und nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden. So werden nicht nur den Hinterbliebenen Entscheidungen erleichtert, sondern auch gewährleistet, dass die eigene Bestattung entsprechend persönlicher Wünsche gestaltet wird.

Eine Bestattungsvorsorge kann in Form einer Bestattungsverfügung oder einem Vorsorgevertrag getroffen werden. Darin können Sie frühzeitig festlegen, in welcher Form und an welchem Ort die eigene Beisetzung erfolgen soll. Ein weiterer Vorteil der Bestattungsvorsorge ist die Eröffnung eines Treuhandkontos für sämtliche Bestattungskosten, die auf Ihre Angehörigen zukommen.

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Bestattungsgesetz

In Deutschland wird die Durchführung von Bestattungen mit einem Bestattungsgesetz geregelt, das sich je nach Bundesland unterscheiden kann. Bestimmte Regelungen gelten jedoch deutschlandweit.

Bestattungspflicht

Die Bestattungspflicht gilt deutschlandweit und gibt vor, innerhalb welches Zeitrahmens die Bestattung eines Verstorbenen erfolgen muss. Je nach Bundesland muss die Überführung des Verstorbenen zwischen 24 und 48 Stunden nach Eintritt des Todes durchgeführt werden.

Zweite Leichenschau

Für eine Kremation ist die sogenannte „zweite Leichenschau“ gesetzlich vorgeschrieben. Diese erfolgt im Krematorium und wird von einem Amtsarzt durchgeführt. Die zweite Leichenschau dient dem zweifelsfreien Ausschluss eines unnatürlichen Todes. Nach einer Kremation ist dies nicht mehr möglich.

Sargpflicht

Die in Deutschland geltende Sargpflicht ist auch bei der Kremation vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass auch für die Kremation ein Sarg erworben werden muss, der ebenfalls kremiert wird. Die Kremation im Sarg bietet auch Vorteile für den Kremationsprozess.

Friedhofspflicht

In Deutschland gilt die Friedhofspflicht. Diese schreibt vor, dass physische Teile eines verstorbenen Menschen lediglich an dafür vorgesehenen Orten aufbewahrt werden dürfen. Anonyme Bestattungen sind in Deutschland auf Friedhöfen, in der Nord- und Ostsee sowie im FriedWald möglich.

Totenfürsorgepflicht

Sofern der Verstorbene keine Bestattungsvorsorge getroffen und seinen Willen nicht dokumentiert hat, liegt die gesamte Organisation und Gestaltung der Bestattung laut Totenfürsorgepflicht bei dessen nächsten Familienangehörigen.

Kostentragungspflicht

Die Kostentragungspflicht sieht vor, dass die Finanzierung einer Bestattung durch die Erben des Verstorbenen erfolgt. Sofern keiner der Angehörigen und Erbberechtigten im Stande ist, die Bestattungskosten zu tragen, kann eine Sozialbestattung beantragt werden.




Haben Sie Fragen? Unsere Bestattungsexperten helfen gerne