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    Überführung eines Verstorbenen – wann und wie?

Überführung eines Leichnams

Transport des Verstorbenen

Der Sterbeort eines Menschen ist oft nicht der Ort, an dem er verabschiedet oder bestattet werden kann. Der Transport des Verstorbenen durch einen Bestatter ermöglicht eine fachkundige Versorgung des Leichnams und die Einleitung der Bestattung.

Überführung - Häufig gestellte Fragen


Wann muss man überführen?

Nach der Feststellung des Todes durch einen Arzt muss die Überführung des Verstorbenen in einem Zeitraum von 24 bis 48 Stunden erfolgen. Die Fristen werden dabei durch die Bestattungsgesetze der einzelnen Bundesländer geregelt. Mit einigen Ausnahmen beträgt der Überführungszeitraum in der Regel 36 Stunden.


Was ist eine Überführung?

Der Begriff Überführung bezeichnet den Transport eines Verstorbenen in speziell dafür ausgelegten Fahrzeugen, sogenannten Bestattungswagen oder Leichenwagen. Laut deutschem Bestattungsgesetz ist es Privatpersonen nicht gestattet einen Leichnam zu überführen – dieses Recht obliegt alleine Bestattern oder Überführungsunternehmen. Abhängig vom Sterbeort und der Bestattungsart sind bis zur eigentlichen Beisetzung oftmals mehrere Überführungsfahrten notwendig, da der Verstorbene beispielsweise vom Sterbeort in die Räumlichkeiten des Bestatters, zum Krematorium oder zum Friedhof überführt werden muss.

Zeitlicher Rahmen einer Überführung

Bevor das beauftrage Bestattungsunternehmen den Verstorbenen überführen kann, muss immer erst die eindeutige Feststellung des Todes und die Ausstellung des Totenscheins durch einen Arzt erfolgen.

In Deutschland legt das Bestattungsgesetz des jeweiligen Bundeslandes die Fristen für eine Überführung fest. In der Regel muss der Leichnam innerhalb von 36 Stunden vom Sterbeort in geeignete Ruheräume überführt werden. Ausnahmen bilden die Länder Brandenburg und Sachsen (24 Stunden) sowie Bayern und Bremen (keine konkreten Angaben). Das heißt, die Überführung muss nicht immer sofort nach der Ausstellung des Totenscheins erfolgen. Stirbt ein Mensch zu Hause, können die Hinterbliebenen die Zeit innerhalb der Fristen nutzen, um sich in Ruhe und gewohnter Umgebung vom Verstorbenen zu verabschieden.

Ablauf einer Überführung

Je nach Bestattungsart unterscheiden sich Ablauf und Anzahl der Überführungsfahrten. Bei einer Feuerbestattung muss der Verstorbene für die Einäscherung zusätzlich ins Krematorium überführt werden. Ist eine Bestattung außerhalb Deutschlands geplant, wird der Leichnam zum Beisetzungsort im Ausland überführt.

Ganz unabhängig von der gewünschten Bestattungsart ist es notwenig, den Leichnam fristgerecht vom Sterbeort zu einem Bestatter zu überführen, falls er nicht bereits in geeigneten Kühlräumen (beispielsweise im Krankenhaus) liegt. Sofern es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, wird der Verstorbene eingesargt und in einem speziellen Überführungswagen auf direktem Weg in das entsprechende Bestattungsinstitut gebracht. Wurde noch kein Sarg für die Bestattung ausgewählt, kann die Überführung problemlos in einem einfachen Kremationssarg durchgeführt werden. Im Bestattungsinstitut findet die hygienische Totenversorgung und Kühlung des Leichnams statt.

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Im Rahmen einer Erdbestattung wird der Leichnam am Tag der Beisetzung vom Bestattungsunternehmen zum Friedhof überführt. In der Regel sind somit bei einer Erdbestattung zwei Überführungsfahrten vonnöten.

Findet im Vorfeld der Beisetzung noch eine Kremation statt – weil eine Feuer-, See- oder Baumbestattung gewählt wurde – fällt noch eine dritte Überführungsfahrt zum Krematorium der jeweiligen Stadt an. Die Distanz zwischen den jeweiligen Überführungsstationen kann je nach Fall stark variieren.

Längere Wege bedeuten auch höhere Überführungskosten. Besonders die Überführung zu einem Beisetzungsort im Ausland kann einen größeren Kostenpunkt bedeuten. Wenden Sie sich einfach an mymoria und lassen Sie sich unverbindlich bei der Planung der Überführung und der anschließenden Bestattung unterstützen.

Umbettung als weiterer Grund für Überführungen

Die Überführung eines Leichnams ist auch dann notwendig, wenn der Ort der Ruhestätte des Verstorbenen gewechselt werden soll. Ein Grund für eine Umbettung könnte beispielsweise die Umstrukturierung eines Friedhofs sein. Die sogenannte Exhumierung kann ein weiterer Anlass für eine Überführung sein. Als Exhumierung wird das Ausgraben eines bereits bestatteten Leichnams bezeichnet, die unter Umständen in laufenden Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft angeordnet werden kann.

Überführung eines Verstorbenen ins oder aus dem Ausland

Tritt ein Todesfall während des Urlaubs ein oder möchten Menschen mit einem Migrationshintergrund in ihrer ursprünglichen Heimat begraben werden, können die Verstorbenen ins Ausland überführt werden. Die Bestimmungen für Auslandsüberführungen sind je nach Land sehr unterschiedlich und es müssen häufig zusätzliche Dokumente organisiert werden, da die Überquerung von Landesgrenzen notwendig ist.

Innerhalb Europas ist der grundsätzliche Ablauf der Auslandsüberführung im Europäischen Übereinkommen über die Leichenbeförderung geregelt. Doch auch innerhalb Europas gibt es besondere Vorschriften, die bei solch einem Todesfall nur für ein einzelnes Land gelten. Vor allem Italien hat einiges an detaillierten Bestimmungen zu bieten. So muss dort der Sarg aus drei Zentimeter starkem Holz bestehen und in 15 Zentimeter Abständen einen Nagel aufweisen.

Es müssen zwingend immer alle gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden, da der Verstorbene sonst kurzfristig umgesargt werden muss und als weitere juristische Konsequenz Geldstrafen folgen können.

Notwendige Dokumente zur Überführung ins Ausland

Auch bei den benötigten Unterlagen für eine Überführung ins Ausland gibt es länderspezifische Unterschiede. Verlangt werden im Todesfall eine internationale Sterbeurkunde und ein internationaler Leichenpass. Der internationale Leichenpass ist mehrsprachig und enthält neben den persönlichen Daten des Verstorbenen die Todesursache und Informationen zur Beförderungsart und Bestimmungsort. Dieser Leichenpass wird vom zuständigen Standesamt ausgestellt. Je nach Gemeinde muss mit Gebühren von 20 bis 120 Euro gerechnet werden. Für die Ausstellung müssen folgende Dokumente vorgelegt werden:

  • Totenschein mit Angabe der Todesursache
  • Sterbeurkunde oder Beurkundung des Todesfalls
  • Bestätigung für angemessenes Einsargen und Transport durch den Bestatter

Das Standesamt benötigt zur Ausstellung eine Reihe von Unterlagen, dazu gehören die Sterbeurkunde, der Totenschein, die Bescheinigung eines Arztes, dass die Überführung unbedenklich ist sowie eine Bescheinigung vom Bestatter, die eine Einsargung gemäß den geltenden Vorschriften bestätigt. Die ärztliche Bescheinigung nach solch einem Todesfall kann das Krankenhaus, die Gerichtsmedizin oder das Gesundheitsamt ausstellen und stellt sicher, dass von einem Leichnam keine gesundheitlichen Gefahren ausgehen. Sie entfällt meistens, wenn nur die Urne ins Ausland überführt wird, da hier keine Gesundheitsgefahren oder Seuchenrisiken mehr bestehen.

Der Zinksarg als Transportmittel

Häufig werden Überführungen über lange Distanz auf dem Luftweg durchgeführt. Lässt die Entfernung es zu, ist allerdings auch eine Überführung in einem Fahrzeug möglich. Für die Überführung ins Ausland wird vom Bestatter immer ein Zinksarg verwendet, der zugelötet wird. Üblicherweise wird dieser Zinksarg zusätzlich in einen Holzsarg gebettet. Der gesamte Überführungssarg wird für den Transport meist in einer neutralen Kiste transportiert, damit beispielsweise auch die Nutzung von normalen Gepäckabteilen von Passagierflugzeugen möglich ist. Die speziellen Transporthüllen ermöglichen es, dass die übrigen Passagiere den Sarg als solchen beim Be- und Entladen nicht erkennen. Außerdem muss beim Transport mit dem Flugzeug sichergestellt sein, dass kein Unter- oder Überdruck im Sarg entsteht. Je nach Ländervorschrift kann auch eine zusätzliche Einbalsamierung des Leichnams benötigt werden.

Urnenversand

Eine unkomplizierte Variante der Auslandsüberführung ist die Überführung in einer Urne. Die Urne mit der Asche des Verstorbenen wird vom Bestatter auf dem Postweg zum gewünschten Zielort geschickt. Ein Urnenversand kommt jedoch nur dann in Frage, wenn eine Feuer-, See- oder Baumbestattung gewählt wurde und die Kremation erfolgt ist.

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