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Sterbefall: Einen Sterbefall fristgerecht beim Standesamt melden

Im Todesfall eines nahen Angehörigen müssen Hinterbliebene trotz der belastenden Ausnahmesituation viele Dinge organisieren und entscheiden. Dazu gehört unter anderem die amtliche Beurkundung des Todesfalls. Wir liefern Ihnen alles Wissenswerte rund um die fristgerechte Meldung eines Sterbefalls beim Standesamt.

Sprachliche Unterscheidung zwischen Sterbefall und Todesfall

Inhaltlich bezeichnen die Begriffe Sterbefall und Todesfall denselben Sachverhalt. Die Bezeichnung Sterbefall ist zwar gesetzlich definiert und wird in der Regel im amtlichen Sprachgebrauch und in Gesetztestexten verwendet, im alltäglichen Sprachgebrauch hingegen wird zwischen den beiden Begriffen nicht unterschieden.

Definition eines Todesfalls

Für den Begriff Todesfall ist im deutschen Recht keine gesetzliche Definition zu finden. Im medizinischen Sinne bezeichnet der Tod das Lebensende eines Menschen auf natürliche oder gewaltsame Weise. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange der Mensch bis zu diesem Zeitpunkt lebte.

Das Transplantationsrecht setzt für eine Organentnahme den Gesamthirntod des Organspenders voraus. Der Gesamthirntod wird nicht als reine Definition, sondern als notwendige Bedingung verstanden. In der Rechtspraxis gilt der Tod in der Regel als Gesamthirntod.

Feststellung eines Todesfalls

Der Eintritt eines Todesfalls kann nur von einem Arzt anhand von medizinischen Untersuchungen durch eine Leichenschau nachgewiesen werden. Das Verfahren zur Todeserklärung oder Feststellung der Todeszeit muss von den Angehörigen des Verstorbenen eingeleitet werden.

Auf Basis dieser Feststellung wird der Totenschein ausgestellt. Dieser legt den Todeszeitpunkt und die Todesursache fest. Der ausgestellte Totenschein ist Voraussetzung für die Sterbeurkunde. Diese wird vom zuständigen Standesamt ausgestellt. In den meisten Fällen kümmert sich der beauftragte Bestatter um die Beurkundung des Todesfalls.

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Örtliche Zuständigkeit des Standesamts im Sterbefall

Für die Ausstellung einer Sterbeurkunde ist in der Regel das Standesamt des Bezirkes zuständig, in dem der Sterbefall eingetreten ist. Der Wohnsitz oder übliche Aufenthaltsort des Verstorbenen spielen dabei keine Rolle. Abhängig vom Ort, an dem der Todesfall eintritt, gelten bestimmte Sonderregelungen für die Zuständigkeit eines Standesamtes:

Sterbefall im Inland generell

Generell ist bei einem inländischen Todesfall das Standesamt des Bezirkes zuständig, in dem der Verstorbene aufgefunden wird. Weitere Erkenntnisse zum Todesfall tragen nicht zur Änderung der Zuständigkeit bei. Für verstorbene Personen in einem Gewässer ist das Standesamt des Bezirkes zuständig, in dem der Verstorbene an Land gebracht wurde.

Sterbefall in Fahrzeugen, auf Binnenschiffen und Luftfahrzeugen

Befindet sich die verstorbene Person auf einem Landfahrzeug, Binnenschiff oder Luftfahrzeug, ist das Standesamt des Bezirkes zuständig, in dem der Verstorbene aufgefunden wird. Bei einer Umladung des Verstorbenen aus dem Fahrzeug in ein anderes Fahrzeug, wechselt am Umladeort die Zuständigkeit.

Sterbefall auf einem Schiff mit Bundesflagge

Führt ein Schiff die Bundesflagge, muss das „Standesamt I“ in Berlin die verstorbene Person beurkunden. Die vom Kapitän aufgenommene Niederschrift wird über das nächste Seemannsamt an die zuständige Behörde weitergeleitet.

Sterbefall außerhalb Deutschlands

Tritt der Sterbefall außerhalb Deutschlands ein, können die verantwortlichen Personen oder die deutsche Botschaft den Fall beim zuständigen Standesamt melden. In diesem Fall ist das Standesamt zuständig, in dessen Zuständigkeitsbereich die verstorbene Person ihren letzten Wohnsitz hatte.

Sofern Zweifel bei der örtlichen Zuständigkeit bestehen, entscheidet die gemeinsame Aufsichtsbehörde. Fehlt diese, ist das BMI (Bundesministerum des Innern) dafür zuständig. Auch bei Unstimmigkeiten, ob sich ein Todesfall innerhalb oder außerhalb Deutschlands ereignet hat, entscheidet das BMI, welches Standesamt für den Sterbefall zuständig ist.

Fristen bei der Sterbefallanzeige

Nach dem Personenstandsgesetz muss der Tod eines Menschen spätestens am dritten Werktag nach Eintritt des Todes beim zuständigen Standesbeamten gemeldet werden. Werktage gelten als Arbeitstage im Standesamt. Samstag und Sonntag sind somit ausgenommen. Tritt beispielsweise Freitag der Tod ein, muss der Todesfall spätestens am Mittwoch der darauffolgenden Woche angezeigt werden.

Verpflichtung zur Sterbefallanzeige

Gesetzlich ist vorgeschrieben, welche Personen dazu verpflichtet sind, einen Sterbefall beim Standesamt zu melden. In der Regel erfolgt die Sterbefallanzeige persönlich im Standesamt.

Zur mündlichen Anzeige sind nach §29 Abs.1 PStG folgende Personen verpflichtet:

1. Jede Person, die mit dem Verstorbenen in einer häuslichen Gemeinschaft gelebt hat,
2. Die Person, in deren Wohnung sich der Sterbefall ereignet hat,
3. Jede andere Person, die bei Todeseintritt anwesend war oder Kenntnis vom Sterbefall hat.

Bei der Anzeige des Sterbefalls muss die Todesbescheinigung vorgelegt werden. Anhand dieser wird festgestellt, ob ein natürlicher Tod vorliegt oder nicht. Zur Ermittlung der Todesumstände können die zuständigen Behörden eingeschaltet werden.

Tritt der Sterbefall im Krankenhaus, Alten- oder Pflegeheim ein, sind die Träger der Einrichtung dazu verpflichtet, den Fall schriftlich beim Standesamt anzuzeigen. Sofern kein Anzeigepflichtiger für den Sterbefall vorhanden ist, ist die Gemeindebehörde für den Fall zuständig.
In der Regel kümmert sich der beauftragte Bestatter um die Abwicklung der Sterbefallanzeige. Der Bestatter reicht die benötigten Unterlagen beim Standesamt ein, erhält die Sterbeurkunde und die Erlaubnis für die Bestattung.

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Wenn ein Mensch zum ersten Mal mit dem Tod in Berührung kommt, kann dies schnell zu Überforderung führen. Wir haben unsere Erfahrung und unser Wissen für Sie zusammengefasst und liefern Ihnen mit dieser Checkliste für den Todesfall eine Schritt-für-Schritt-Hilfestellung.

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Sterbefall nicht anzuzeigen ist eine Ordnungswidrigkeit

Kommt eine Person ihrer Anzeigepflicht nicht in der gesetzlich vorgeschriebenen Art und Weise nach, begeht sie eine Ordnungswidrigkeit. Die Ordnungswidrigkeit kann von der zuständigen Behörde mit einem Bußgeld geahndet werden. Wenn eine andere Person den Sterbefall rechtzeitig beim Standesamt meldet, wird in der Regel von einem Bußgeld abgesehen.

Benötigte Unterlagen zur Anzeige eines Sterbefalls

Für die Ausstellung einer Sterbeurkunde benötigt das Standesamt einige persönliche Dokumente des Verstorbenen im Original. Die vom Arzt ausgestellte Todesbescheinigung muss unbedingt vorgelegt werden. Darüber hinaus werden weitere Dokumente im Original benötigt. Je nach Familienstand des Verstorbenen handelt es sich dabei um unterschiedliche Dokumente. Zum Nachweis von weiteren Angaben (z.B. einer Namensänderung), kann das Standesamt weitere Dokumente verlangen.

Dokumente (im Orginal) Ledig Verheiratet Verwitwet Geschieden
Totenbescheinigung X X X X
Personalausweis X X X X
Geburtsurkunde X X X X
Heiratsurkunde/Familienbuch X X X
Scheidungsurteil mit Rechtsvermerk X
Sterbeurkunde des Ehepartners X




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