Wir beantworten gerne Ihre Fragen, telefonisch oder per E-Mail

mymoria.de verwendet Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf der Webseite zu ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie hier

Trauer bei Kindern: Kinderbücher zu den Themen Tod und Sterben

Verlieren Kinder einen geliebten Menschen, stellen sie Fragen und müssen sich mit bislang oft unbekannten Gefühlen auseinandersetzen. Vielen Erwachsenen fällt es in dieser Situation schwer, die richtigen Worte zu finden. Bücher können dabei eine wertvolle Hilfe sein, um mit Kindern über dieses schwieriges Thema ins Gespräch zu kommen.

Welches Buch ist das richtige?

Bücher können Trost spenden und Berührungsängste nehmen – auch bei Eltern, die befürchten, ihre Kinder zu überfordern. Dabei ist es besonders wichtig, darauf zu achten, welche Geschichte zur jeweiligen Situation passt und ob das Buch altersgerecht mit der Thematik umgeht.

Ob nun proaktiv oder trauerbegleitend – bevor man sich für ein Buch entscheidet, sollte darauf geachtet werden, wessen Tod in der Geschichte thematisiert wird. Weiterhin gehen viele Bücher auf die Todesursache ein, ob nun durch Krankheit, Unfall oder Altersschwäche. Es liegt in der Hand des Käufers, mit welcher Geschichte oder Idealen das Kind konfrontiert wird. So sollte auch beachtet werden, dass der Autor in seiner Story (religiöse) Vorstellungen und Werte vertritt, die dem Kind ebenfalls vermittelt werden sollen oder seitens des Erwachsenen entsprechend erklärt werden können und müssen.

Im Folgenden haben wir eine Auswahl an Büchern zusammengestellt, die sich mit den verschiedenen Aspekten des Todes beschäftigen, Wissensdurst stillen und Trost spenden.

Ulf Nilsson, Eva Eriksson: Die besten Beerdigungen der Welt

Die besten Beerdigungen der Welt

(ab 5 Jahren) Die drei Geschwister Ester, Ulf und Putte gründen an einem langweiligen Sonntag die „Beerdigungen AG“ und wollen für alle toten Tiere, die sonst keiner beachtet, die besten Beerdigungen der Welt ausrichten. Alles beginnt mit der Entdeckung einer toten Hummel und schnell wird im neu gegründeten Unternehmen für jeden die passende Aufgabe gefunden: Ester ist fürs Schaufeln zuständig, Ulf schreibt Gedichte und Putte soll während der Beerdigung weinen. Doch im Verlauf des Tages gehen den Geschwistern die toten Tiere aus. Ester kommt auf die Idee, den kürzlich verstorbenen Hamster ihrer Freundin zu bestatten und geschäftstüchtig wie sie ist, fordert sie auch noch gekonnt: „Das macht 5 Kronen!“. Der erfolgreiche Tag endet mit dem Fund einer sterbenden Amsel, der dann aber selbst die sonst so taffe Ester melancholisch stimmt. Das Bilderbuch erzählt dabei sowohl humorvoll, als auch präzise und angenehm unsentimental vom recht befreiten Umgang mit dem Tod und eignet sich sehr gut als Einstieg in die sonst sehr ernste Thematik.

Inger Hermann & Carme Solé-Vendrell: Du wirst immer bei mir sein

Du wirst immer bei mir sein

(ab 4 Jahren) Peter, fünf Jahre alt, erwacht im Krankenhaus. Grade noch war er mit seiner Familie auf den Weg in den Urlaub, doch ein Unfall verhinderte die Ankunft am Meer. Als Peter erfährt, dass sein Papa bei diesem Unfall ums Leben gekommen ist, will er dies erst gar nicht wahrhaben. Doch bald lernt er, dass seine Erinnerungen und Gefühle im Herzen den Papa im Hier und Jetzt erhalten, auch wenn es sich anders anfühlt als zuvor. Das Buch endet hoffnungsvoll mit der Einschulung des Jungen. Illustrationen untermalen die Geschichte: Anfangs leicht verschwommen, symbolisch für den Dämmerzustand des Kindes, später dann klarer. Dabei verlieren sich die Bilder nicht in unnötigen Details, sondern stellen den Jungen ins Zentrum. Eine sehr sanfte und hoffnungsvolle Geschichte, vor allem für jüngere Leser.


Sie müssen eine Bestattung organisieren?
Wir unterstützen Sie dabei!

  • Bei voller Kostenkontrolle
  • In vertrauter Umgebung
  • Mit erfahrenen Bestattern

In nur 3 Schritten können Sie mit mymoria eine individuelle Bestattung planen – ganz einfach von zu Hause aus. Fordern Sie jetzt ihr unverbindliches Angebot an!

Jetzt Bestattung planen


Patrick Ness: Sieben Minuten nach Mitternacht

Sieben Minuten nach Mitternacht

(ab 10 Jahren) Seit seine Mutter unheilbar an Krebs erkrankt ist, erwacht Conor jede Nacht um sieben Minuten nach Mitternacht aus einem Albtraum. Denn neben dem guten Gefühl der Hoffnung tobt auch ein „bösartiges“ Gefühl in ihm: Conor wünscht sich, dass all das Leid und die Ungewissheit endlich ein Ende haben – nicht nur für seine Mutter, sondern auch sein eigener Schmerz. Der Wunsch nach einem erlösenden Abschied löst derartig große Schuldgefühle in dem Jungen aus, dass er nicht mehr weiß, wohin mit seinen Gefühlen. Doch er kann sich niemanden anvertrauen, sein Vater ist schon vor vielen Jahren für eine andere Frau nach Amerika gezogen und sein Umfeld nimmt ihn nicht ernst – also rebelliert er, schlägt den Schulmobber krankenhausreif und versinkt in düsteren Gedanken und Träumen. Begleitet von außergewöhnlichen Illustrationen erzählt das Buch nachhaltig, klar und kraftvoll von der Wut und Ängsten, die mit einem schweren Krankheitsverlauf und dem Tod eines geliebten Menschen einhergehen. Bildhaft und voller Fantasie beschäftigen sich die Träume des Jungen mit psychologischen Fragen, wobei Autor Patrick Ness kindgerechte Antworten findet.

Marie-Therese Schins: Eine Kiste für Opa

Eine Kiste für Opa

(ab 4 Jahren) „Eine Kiste für Opa“ erzählt nicht nur vom Verlust eines geliebten Menschen und vom Umgang mit dem Tod, sondern auch von einer anderen Kultur. Denn im afrikanischen Ghana ist es üblich, Vorsorge zu betreiben, sich schon zu Lebzeiten für einen Sarg zu entscheiden und ihn ganz individuell nach seinen Vorstellungen bauen zu lassen, ob nun in Form eines Huhns, einer Cola-Dose oder eines Schuhs. Wir finden Opa Mensah und seinem Enkel Kofi in genau diesem Prozess vor. Zusammen suchen sie einen Sarg aus, überlegen welcher dem Leben des Opas gerecht wird und entscheiden sich letztendlich für eine gelbe Rakete. Der offene und proaktive Umgang mit dem Tod bietet eine neue Sichtweise und vermittelt Kindern neue Perspektiven. Zudem stirbt der Opa nicht schon zu Beginn der Geschichte und behandelt somit nicht „nur“ die nachfolgende Trauerarbeit. Viel mehr geht es in dem Kinderbuch darum, seinen Enkel in die Vorbereitungen und die Vorsorge mit einzubeziehen und von Anfang an Hilfestellung zu leisten, damit der kleine Kofi später besser mit dem Verlust umgehen kann.

Axel Schulß: Als Otto das Herz zum ersten Mal brach

Sieben Minuten nach Mitternacht

(ab 5 Jahren) Otto und Annie sind die allerbesten Freunde, gehen jeden Tag zusammen in die Schule und verbringen auch ihre Freizeit am liebsten zusammen. Doch eines Morgens kommt Ottos Mutter in sein Zimmer, nimmt ihn fest in die Arme und erzählt, dass Annie von der Treppe gestürzt und gestorben ist. Otto kann es gar nicht glauben. Die Tränen seiner Mutter rühren ihn, aber er möchte trotzdem zur Schule. Dort angekommen, holen ihn die Erinnerungen ein, zum Beispiel wie sie gemeinsam Ringe aus dem Kaugummi-Automaten zogen und heimlich heirateten. Nach ihrem Tod fragt Otto seinen Vater, wie ein Mann heißt, dessen Frau gestorben ist und stellt daraufhin für sich fest: „Ich bin Otto, der Mann von Annie und ich bin Witwer.“ Autor Axel Schulß erzählt behutsam und ohne religiöse Trostvorstellungen von dem viel zu frühen Ende einer jungen Liebe. Dabei durchlebt der kleine Otto viele Phase der Trauer, von Unverständnis, bis hin zu Wut und großem Kummer. Seine Eltern stehen ihm in dieser Zeit zur Seite, ohne ihn dabei zu bedrängen oder alleine mit seinen Gefühlen zu lassen. Die Geschichte greift sowohl alltägliche, als auch tiefergreifende Fragen und Probleme des Jungen auf. So wiederholt Otto beispielsweise das Wort „Scheiße“, da er es seine Mutter an jenem tragischen Morgen oft sagen hörte oder fragt seine Lehrerin nach dem Namenwort „Tod“. Die Geschichte wird mit Illustrationen in warmen Farben feinfühlig untermauert.

Udo Weigelt, Cornelia Haas: Die Königin und ich

Sieben Minuten nach Mitternacht

(ab 5 Jahren) Perspektivwechsel: Denn in diesem Buch geht es nicht um den Umgang eines Kindes mit dem Verlust eines geliebten Menschen, sondern um die kleine Sophie, die selbst bald sterben muss und regelmäßig Besuch von der Königin bekommt. Denn „wenn Kinder diese Welt verlassen müssen, dann kommen sie zu mir“, sagt die Königin und zusammen haben sie viel Spaß, auch wenn Sophie hohes Fieber hat. Im Verlauf der Geschichte stellt das kleine Mädchen der Königin viele wichtige Fragen, wie etwa was aus ihren Eltern oder aus ihr selbst nach ihrem Tod wird. Unabhängig von religiösen Vorstellungen findet das Bilderbuch behutsame Antworten. So wird Sophie nach ihrem Tod Prinzessin am Hofe und als es schließlich so weit ist, fällt es dem Mädchen auch gar nicht schwer, mit der Königin mitzugehen.

Hier noch ein kleiner Tipp zum Ende: Lesen Sie das Buch immer zuerst einmal selbst, bevor Sie es sich mit ihrem Kind angucken.


Haben Sie Fragen? Unsere Bestattungsexperten helfen gerne