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Abschiedsrituale fĂĽr den Trauerfall: Eine Ăśbersicht klassischer und moderner Abschiedsrituale

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Abschiedsrituale fĂĽr den Trauerfall

Eine Ăśbersicht klassischer und moderner Abschiedsrituale

Wir stellen Möglichkeiten vor, wie im Trauerfall Abschied genommen werden kann. Ob mit religiösem Hintergrund, klassischen Abschiedsritualen oder auf dem modernen Wege kann sich so von geliebten Menschen verabschiedet werden.

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Inhaltsverzeichnis


Der Tod und die damit einhergehende Trauer um geliebte Menschen sind Themen, die in unserer Gesellschaft mit einem Tabu versehen sind. Wir wollen mit dem Tod „nichts zu tun“ haben, was zur Folge hat, dass sich Menschen mit dem Schmerz unter Umständen alleine gelassen fühlen. Oft wissen sie nicht, wie Sie diese emotionale Ausnahmesituation nach dem Tod eines nahen Verwandten oder eines engen Freundes verkraften sollen, was auch die Bedeutung der Seelsorge heute aufrechterhält.

Dies war nicht immer der Fall – nicht immer wurde der Tod versteckt, es gab (und gibt) in allen Kulturen Rituale, mit denen man sich von den von uns Gegangenen verabschiedet.

Bedeutung und Sinn von Abschiedsritualen

Trauerrituale sollen zum Teil helfen, dem Verstorbenen den Übergang in die nächste Phase zu erleichtern oder sie auf eine gutes „Leben nach dem Tod“ vorzubereiten. In der Anderswelt, wie auch immer die je eigene kulturelle Vorstellung dieser aussieht, ist vielleicht nicht „alles einfach vorbei“, sondern man trifft auf andere – auf frühere Generationen oder vielleicht auch auf den Schöpfer des eigenen Seins.

Andere Trauerrituale dagegen dienen dazu, es den Hinterbliebenen zu erleichtern, Abschied zu nehmen oder den Tod der geliebten Person zu akzeptieren und sich zu vergegenwärtigen, dass das (diesseitige) Leben dieser Person beendet ist, ver das Begräbnis den endgültigen Abschied darstellt.

Auch für Menschen, die selbst kurz vor dem Tod stehen gibt es unzählige Rituale, welche der Vorbereitung auf das Sterben dienen.

Hier finden Sie einige dieser Rituale, um Ihnen und anderen Hinterbliebenen Inspiration zu geben, um ihren Abschied zu gestalten und die Trauer im ersten Schritt zu akzeptieren.

Klassiche Rituale des Abschieds

Einige Abschiedsrituale sind als Klassiker bekannt. So werden zum Beispiel Spiegel abgenommen, verhängt oder mit der Spiegelseite zur Wand aufgehängt. Für diesen Brauch gibt es verschiedene Theorien zum Ursprung, die meisten entstammen aber dem Aberglaube.

Die Spiegel werden demnach verhängt, um zu vermeiden, dass sie dich Seele des Verstorbenen gebannt im eigenen Anblick verfängt oder dass gar das Spiegelbild des Leichnams einen zweiten Tod im Haus ankündigt. Einem ähnlichen Ursprung geschuldet ist der Brauch, stehendes Wasser auszuschütten, da befürchtet wird, dies könnte andernfalls von einem hindurchziehenden „Geist“ verseucht werden.

Auch Uhren werden bisweilen verhängt, um symbolisch zum Ausdruck zu bringen, dass die Zeit angesichts des Todes ihre Bedeutung verliert.

Historisch gesehen gehört auch das Versorgen des Verstorbenen zu den Abschiedsriten – heute wird des jedoch zumeist vom Bestatter durchgeführt, auch, da weniger Sterbefälle zu Hause eintreten sondern häufiger im Pflegeheim oder Hospiz.

Als Form der Abschiednahme zu Hause, die diesen engen Kontakt als Abschied von geliebten Menschen ermöglicht, besteht ebenfalls die Möglichkeit, nicht nur die Waschung zu Hause vorzunehmen, sondern auch eine letzte Rasur vorzunehmen und gegebenenfalls zu frisieren oder zumindest zu kämmen. Anschließend kann der Verstorbene in seine Lieblingskleider eingekleidet werden und in diesen kremiert oder beigesetzt werden. Diese Form der sehr intimen Abschiednahme wird idealerweise mithilfe eines erfahrenen Bestatters durchgeführt – wir helfen ihnen gerne, diese (wie auch andere Formen der Trauerarbeit) zu organisieren.

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Ein weiterer „Klassiker“ der Trauerrituale ist das Öffnen der Fenster, oder doch zumindest der Tür, nach dem Tod eines Menschen – dies soll ermöglichen, dass die Seele das Haus verlassen oder, je nach religiöser Weltanschauung, in den Himmel gelangen kann. Aus ähnlichen Gründen hatten Betten in der Vergangenheit eine spezielle Kassette im aus mehreren Kassetten bestehenden Baldachin. Diese besonders aufwendig gestaltete Kassette wurde beim Tod eines Menschen entfernt, sodass die Seele ungehindert gehen konnte. Auch dies kann als „Fenster" verstanden werden und wird daher auch „Seelenfenster“ genannt.

Der vielleicht bekannteste Brauch im Zusammenhang mit dem Tod eines Menschen ist der Leichenschmaus oder Trauerkaffee. Dieser findet zumeist in einem Café oder Restaurant in der Nähe des Friedhofs, manchmal auch bei den Hinterbliebenen zu Hause, statt. Dieser Brauch diente zwar ursprünglich dazu, weit angereiste Trauergäste oder auch die Sargträger zu verpflegen, heute dient er aber eher dem gemeinsamen Umtrunk, um Erinnerungen an den Verstorbenen zu wecken oder Geschichten von und mit ihm zu erzählen. So soll gemeinsam positiv des Verstorbenen gedacht werden und zugleich den direkten Angehörigen gezeigt werden, dass sie nicht alleine auf der Welt sind.

Als Trauerritual betrachtet werden kann auch das Erstellen von Erinnerungsschmuck, um die Erinnerung an den geliebten Menschen mit in die Alltagswirklichkeit zu nehmen und „greifbar“ zu machen.

Totenbett-Fotografie

Die Idee, Fotos verstorbener im Totenbett oder im Sarg zu machen mutet vielen zunächst befremdlich, fast „Todes-Fetisch behaftet“ an. Doch diese Tradition ist so alt wie die Technologie der Fotografie selbst – schon immer wurden Menschen in manchen Kreisen nach Ihrem Ableben fotografiert. Ein Grund hierfür ist bisweilen, dass in ländlichen Gegenden die „besonderen Kleidungsstücke“ für bestimme Anlässe vorbehalten waren. Solche Kleider durften etwa nur zu Taufen oder Hochzeiten getragen werden. Ein solcher Anlass ist eben auch die Beerdigung – diese war somit eine der wenigen Situation und auch die letzte Möglichkeit, ein Foto des geliebten Menschen in besonderer Kleidung anzufertigen.

Diese Fotos können dabei im Totenbett nach dem Ankleiden angefertigt werden, heute besteht aber auch die Möglichkeit, dass die verstorbene Person bei Ihrer eigenen Trauerfeier in einer für sie typischen Situation posiert. So etwa in New Orleans, wo ein junger Mann im für ihn typischen „gaming Stuhl“ beim Computerspielen posierte.

Aufbahrung im Totenbett und BerĂĽhrung zum Abschied

Ist ein Mensch verstorben, so erlaubt es das deutsche Bestattungsgesetz durchaus, dass er noch einige Zeit im Totenbett, beziehungsweise im eigenen Haus, zur Abschiednahme aufgebahrt wird. Dies ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt, im Schnitt dürfen jedoch 36 Stunden vergehen, bis die Überführung durch einen Bestatter vorgenommen werden muss. Die Ausnahmen hiervon sind Thüringen, wo 48 Stunden vergehen dürfen, sowie Sachsen und Brandenburg, wo es höchstens 24 Stunden sein dürfen.

In dieser Zeit besteht die Möglichkeit, dass Freunde, Verwandte und Nachbarn den Verstorbenen nochmals zu Hause besuchen und sich dort verabschieden. So sind die Hinterbliebenen nicht mit ihrer Trauer alleine gelassen und man hat die Möglichkeit, nochmals in gewohnter Umgebung mit dem Verstorbenen zu sprechen, oder ihn zur Verabschiedung zu berühren. Auch der symbolische Abschiedskuss auf die Stirn, wie man es vielleicht auch aus Filmen kennt, ist möglich.

So bleibt eine trotz des Verlustes positive Erinnerung an den verstorbenen Menschen und zugleich wird der Tod realer, greifbarer. Dies ist nicht etwa ungewöhnlich, sondern entspricht vielmehr dem, was Menschen bereits den Großteil unserer Kulturgeschichte (Mark D. Rego) getan haben.

Dieses Zeitfenster erlaubt auch eine Form des Abschieds, die nur selten noch durchgeführt wird. Bei der so genannte Totenwache. Angehörige, Nachbarn und Freunde kommen einzeln oder in Gruppen in das Trauerhaus, um den Angehörigen ihr Beileid auszusprechen und gemeinsam eine letzte Wacht am Totenbett zu halten.

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TRAUERSPRĂśCHE

Moderne Abschiedsrituale

Auch in modernen Zeiten entwickeln sich Rituale zur Abschiednahme im Trauerfall, die der säkularen (das heißt "nicht religiösen") Grundeinstellung vieler Menschen gerecht werden und dabei dennoch die Möglichkeit geben, Trauer und Schmerz zum Ausdruck zu bringen.

Eine solches Ritual ist das Verfassen eines Abschiedsbriefes – für den Verstorbenen werden letzte Worte, Erinnerungen oder das, was den Hinterbliebenen besonders schmerzt, aufgeschrieben. Diese Briefe werden dann mit in das Urnen- oder Erdgrab gegeben oder bei der Seebestattung über Bord gegeben, wenn die Urne zu Wasser gelassen wird.

Alternativ dazu kann der Abschiedsbrief in einer stillen Stunde an einem gemeinsamen Ort, etwa dem Strand, an dem man gemeinsam im Urlaub war, leise vorgelesen werden, um anschlieĂźend dem Meer ĂĽbergeben, verbrannt oder zerrissen und in den Wind gestreut zu werden.

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Religiöse Bräuche

Auch die verschiedenen Weltreligionen haben natürlich Bräuche und Rituale, die die Menschen seit jeher, durch den Wandel der Zeit, begleiten und im Trauerfall unterstützen.

Trauer im Katholizismus

Im Katholizismus sollen Bräuche, wie etwa die Beichte, insbesondere dazu dienen, Menschen vor ihrem Ableben geistig zu reinigen und so den Eingang in das Himmelreich und das ewige Leben nach dem Tod vorzubereiten und zu gewährleisten. Der Beichte, abgenommen durch einen Priester, folgt die Erteilung der Absolution, also die Vergebung aller Sünden.

Häufig erfolgt nach Beichte und Absolution die Kommunion, in welcher stellvertretend für das Herz Jesu' eine Hostie verspeist wird, um so sakramentale Einheit mit Gott, Jesus und Kirche zu bewirken.

Ebenfalls kann eine „letzten Ölung“ oder, wie es heute heißt, „Krankensalbung“ stattfinden. Diese soll zur Stärkung und Ermutigung beitragen und Menschen, „(…) die sich wegen Krankheit oder Altersschwäche in einem bedrohlich angegriffenen Gesundheitszustand befinden“ (Die Feier der Krankensakramente. 1994, S. 55.) der Barmherzigkeit Gottes zu erinnern. Oftmals wird dabei dem vor dem Tod stehenden Menschen ein „Sterbekreuz“ in die Hände gegeben, welches ihn an die Nähe Gottes erinnern soll. Da sich der Mensch so buchstäblich am Kreuz festhalten kann, spricht man auch vom Festhaltekreuz.

Die Kommunion kann ebenfalls begleitet werden durch das EntzĂĽnden einer sogenannten Sterbekerze. Diese soll dem Scheidenden den Weg nach dem Tod leuchten. Hierzu kann, so noch vorhanden, zum Beispiel auch die Kerze der Erstkommunion verwendet werden, um so auch symbolisch den Weg des Lebens mit Anfang und Ende zu markieren.

Ist der Mensch verstorben, wird am Abend die Totenglocke geläutet, um so die Gemeindemitglieder über den Tod eines anderen Mitglieds zu informieren.

Neben der bereits erwähnten Totenwache gab es auch im Christentum den Brauch, der sogenannten Klageweiber. Gruppen von Frauen der Gemeinde gingen gemeinsam zu den Hinterbliebenen, um im Trauerhaus gemeinsam zu beten und zu singen. Traditionell wurde hier der Rosenkranz gebeten – ein Brauch, der sich über die Jahrzehnte in die Kirche verlagerte, wo das traditionelle Gebet heute am Abend des Sterbetages gebetet wird.

Abschiedsrituale im Protestantismus

Bei Menschen protestantischen Glaubens gibt es die Beichte als solche nicht oder nur auf ausdrücklichen Wunsch. Stattdessen wird der Gläubige durch Gespräche und Gebete mit einem Pastor geistlich begleitet und auf den Tod vorbereitet.

Ebenfalls kann, auf Wunsch, das Abendmahl zelebriert werden. Dies erinnert an das Abendmahl, welches Jesus am Vorabend seines Todes zum letzten Mal feierte, wobei er seine JĂĽnger aufforderte, das Abendmahl zukĂĽnftig immer wieder feiern, sowohl zur Erinnerung an Ihn als auch, um die durch seinen Tod erfolgte Rettung zu verkĂĽnden.

Trauerrituale im Islam

Im Islam wird der Ausdruck der Trauer vor allem durch die Rechtsauffassung des Islam bestimmt, der die Hinterbliebenen folgen. Eine der Formen der Trauer ist dabei die eher zurückhaltende, stille Trauer. Lautes Weinen, umfangreiche Tränen und das öffentliche Zeigen des eigenen Leids sind dabei verpönt. Den Ursprung dessen vermutet man in der Überzeugung, dass Gott das Leben gibt, aber auch nimmt – das Versterben der geliebten Person entspricht demnach dem Wunsch Gottes und sollte nicht überschwänglich aus selbstsüchtigen Gründen beklagt werden.

Anders dagegen zum Beispiel der „Ashura-Ritus“, bei dem sich Schiiten auf die Brust schlagen, um so an das Leid der Propheten zu erinnern. Andere Muslime bringen ihre Trauer durch das Anheuern sogenannter Klageweiber zum Ausdruck. Die Klageweiber können also als "sekundäres Trauerritual" verstanden werden.

Es gibt also nicht etwa die eine muslimische Art der Trauer und des Umgangs mit dem Tod, vielmehr handelt es sich um eine Vielzahl unterschiedlicher Ausprägungen, was der Herkunft der Gläubigen aus ganz unterschiedlichen Ländern geschuldet ist – diese bringen eben ihre je eigenen kulturellen Wurzeln und Traditionen mit in die Auslegung des Islam mit.

Bevor der Tod eingetreten ist, beten Verwandte sowie andere Muslime, die das Totenbett umstehen, unaufhörlich das muslimische Glaubensbekenntnis (Schahada) in arabisch. Der Sterbende liegt, gen Mekka ausgerichtet, indes auf seiner rechten Seite.

Gemein haben jedoch alle Überzeugungen die rituelle Waschung des Verstorbenen. Hierbei sind besondere Vorgehensweisen einzuhalten, sodass die Waschung primär von muslimischen Bestattungsinstituten oder von Moscheegemeinden durchgeführt werden.

Anschließend werden Muslime beigesetzt – ohne Sarg, sondern im Leinentuch, was auch auf einigen deutschen Friedhöfen in speziell hierfür eingerichteten Bereichen als Ausnahme zum Bestattungsgesetz möglich ist.

Dem Tod eines Verwandten folgt eine 40 tägige Trauerzeit, in der das Haus außer zum Freitagsgebet nicht verlassen wird. Diese Trauerzeit findet ihren Abschluss in einem großen Festessen.

Trauerrituale im Judentum

Im Judentum ist der Abschied vom Verstorbenen ebenfalls sehr wichtig. Wurde der Tod durch die Hinterbliebenen festgestellt, so fassen nahestehende Menschen – auch Kinder – die verstorbene Person am Totenkleid an und sprechen ein Gebet. Mit Eintritt der Totenstarre wird der Mensch dann mit den Füßen zur Tür auf den Boden gelegt.

Zwischen Tod und Begräbnis gibt es für die Hinterbliebenen eine Trauerzeit – die nächsten Angehörigen wie Eltern, Ehepartner, Kinder und Geschwister sind von vielen Pflichten entbunden. In der Trauerzeit nehmen sie weder Fleisch noch Wein zu sich, ebenfalls wird sich nicht rasiert.

Bei der Beisetzung selbst reißen die Hinterbliebenen ihre Kleider ein. Dieser als Kria bezeichnete Brauch wird von einem Mitglied der Bestattungsbruderschaft (der Chewra Kadischa) nach dem Heilungsgebet (Kaddisch) durchgeführt. Dabei wird der Saum des Kleides durch eingerissen, die Hinterbliebenen sprechen einen Trauer-Segnungsspruch und verlängern den Riss anschließend eigenhändig weiter nach unten.

Der Riss selbst ist dabei weiter kodifiziert, etwa was die Seite am Kleid anbelangt oder auch der Umstand, dass der Riss, der ĂĽber den Tod von Vater oder Mutter angebracht wurde, nie wieder geflickt werden darf.

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Abschiedsrituale im Hinduismus

Für den Hinduismus gilt, dass der Tod als Bestandteil des Lebens akzeptiert werden sollte, der öffentliche Ausdruck der Trauer ist aber zulässig. Liegt ein Mensch im Sterben, so wird er auch in hinduistischen Kulturkreisen liebevoll durch nahe Verwandte und Freunde begleitet. Diese tragen Gebete aus den verschiedenen heiligen hinduistischen Schriften vor, insofern möglich wird dabei eine Flasche heiliges Wasser (aus dem Ganges) bereitgestellt.

Der Verstorbene wird anschließend für drei Tage aufgebahrt, damit Freunde und Verwandte Abschied nehmen können.

Die eigentliche Bestattung erfolgt dann zunächst als Feuerbestattung auf einem Scheiterhaufen, welcher vom nächsten männlichen Verwandten entzündet wird. Um der Seele das Entweichen zu ermöglichen, wird dabei der Schädel durch einen Priester zerschlagen. Die Asche wird anschließend in einem der heiligen Flüsse verstreut.

Im Hinduismus steht der Tod nicht für Verzweiflung, sondern Befreiung der Seele und den Übergang in eine neue Existenz. Der Tod ist im Alltag allgegenwärtig und wird nicht tabuisiert. Trotzdem wird auch bei den Hindus getrauert. Als Zeichen der Trauer scheren sich die Söhne eines Verstorbenen während der Trauerzeit den Kopf kahl. Zum Gedenken werden Kerzen in fließende Gewässer gegeben und am Todestag Opfergaben dargeboten.

Buddhistische Trauerrituale

Der Buddhismus ist geprägt von der Überzeugung, dass der Tod fester Bestandteil des Seins ist. Bereits zu Lebzeiten findet ein intensives Auseinandersetzen mit dem Thema statt: in der Meditation wird die eigene Vergänglichkeit häufig zum Thema, sodass kulturell wenig Angst vor dem Tod herrscht.

Die letzten Stunden eines sterbenden Menschen sollen mild und ruhig gestaltet werden, er wird von einem nahestehenden Menschen begleitet, welcher ihm aufmunternde Worte zuspricht. Dies bereitet den Menschen auf den Übergang vor und soll eine positive Haltung dem Tod gegenüber erzeugen. Die Grundhaltung während des Sterbens beeinflusst für die Buddhisten auch den weiteren Verlauf im Rad der Reinkarnationen. Um den Übergang zu erleichtern, soll alles, was den Sterbenden an das „hier und jetzt“ binden könnte – etwa das Weinen in seiner Nähe – vermieden werden.

Hat ein sterbender Mensch aufgehört zu atmen, so gilt er noch nicht als tot – er soll für bis zu drei Tage nicht berührt werden, was auch das Verschließen der Augen beinhaltet. Damit soll gewährleistet werden, dass sich verbleibende Energien des Menschen auflösen können.

Im Buddhismus ist zwar die Feuerbestattung am häufigsten, aber auch Erdbestattungen kommen vereinzelt vor. Nach der Kremation wird die Totenasche für 49 Tage im Tempel aufgebahrt und anschließend beigesetzt.

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