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Wissenswertes zum Thema Nachlass

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Erbe: Wissenswertes zum Thema Nachlass

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Im Todesfall eines Menschen erhalten Angehörige gemäß einer bestimmten Erbfolge Anteile oder das gesamte Vermögen des Verstorbenen. Erfahren Sie alles Wissenswerte zu den Rechten und Pflichten eines Erben.

Inhaltsverzeichnis


Mögliches Erbe

Der Nachlass eines Verstorbenen kann aus Vermögen, Grundstücken, Immobilien oder persönlichem Hausrat bestehen. Allerdings können auch Verbindlichkeiten des Verstorbenen vererbt werden. Das Erbe sollte bereits zu Lebzeiten in Form eines Testaments oder eines Erbvertrages festgeschrieben werden. Dabei kann auch die Verteilung des Nachlasses bestimmt werden.

Hinweis:

Hinterbliebene erhalten vor einer Annahme oder Ausschlagung des Erbes keine Auskunft über die Höhe oder Art des Nachlasses.

Erbfähigkeit

Erbfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit, den Nachlass eines Erblassers als dessen Rechtsnachfolger zu erlangen. Tiere, Objekte und fiktive Personen besitzen diese Fähigkeit nicht. Erbfähig sind laut deutschem Recht natürliche oder juristische Personen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Natürliche Personen, die am Leben sind
  • Ungeborene Kinder, die lebend geboren werden
  • Juristische Personen (z. B. Firmen), die zum Zeitpunkt des Todes wirksam gegründet und nicht aufgelöst sind

Allerdings muss zwischen der Erbfähigkeit und der Fähigkeit Vermächtnisnehmer zu werden, differenziert werden. Ist eine Person zum Zeitpunkt des Todes des Erblassers noch nicht gezeugt worden, kann sie zwar nicht Erbe werden, jedoch Vermächtnisnehmer, sobald sie geboren wurde.

Erbfolge

Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzlich festgelegte Erbfolge greift in Deutschland, sofern vom Verstorbenen kein Testament mit einer individuellen Erbfolge aufgesetzt wurde. In absteigender Reihenfolge sind folgende Personengruppen erbberechtigt, wobei beachtet werden muss, dass die vorgehende Ordnung die Nachfolgenden ausschließt:

1. Ordnung: Das sind direkte Abkömmlinge des Erblassers. Damit sind alle Personen gemeint, die in absteigender, gerader Linie mit dem Erblasser verwandt sind. Konkret bedeutet das, alle Kinder, Enkel oder auch Urenkel fallen unter den Begriff des Abkömmlings. Dabei spielt es keine Rolle, ob es eheliche Kinder sind oder nicht. Gleiches gilt auch für adoptierte Kinder, aber nicht für Stief- oder Ziehkinder. 2. Ordnung: Hierbei handelt es sich um die Eltern des Erblassers und deren Abkömmlinge; also um die Geschwister, Nichten und Neffen oder sogar Großnichten und Großneffen des Erblassers. 3. Ordnung: : Hiermit sind die Großeltern des Erblassers sowie deren Abkömmlinge gemeint. Es handelt sich also um die Großeltern, Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen des Verstorbenen.
4. Ordnung: Diese entspricht den Urgroßeltern sowie deren Abkömmlinge. Dazu zählen Großonkel und -tante etc.
5. Ordnung: Darunter lassen sich entfernte Voreltern und deren Abkömmlinge zusammenfassen.

Hinweis:

Wenn mehrere Personen durch die gesetzliche Erbfolge innerhalb einer Ordnung als Erben in Frage kommen, bilden diese eine Erbgemeinschaft. Der Nachlass wird unter der Erbengemeinschaft aufgeteilt.

Das Nachlassgericht ist im Erbfall dafür zuständig, die Erben gemäß der gesetzlichen Erbfolge ausfindig zu machen. Sofern der oder die Erben das Erbe annehmen, wird ein Erbschein ausgestellt. Dieser weist den Erben als neuen Rechtsnachfolger des Verstorbenen aus.

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Individuelle Erbfolge

Sofern ein Verstorbener zu Lebzeiten eine individuelle Erbfolge in einem Testament oder Erbvertrag festgelegt hat, wird der Nachlass entsprechend dieser Reihenfolge unter den Erben aufgeteilt. Das Erbe kann dabei auf eine einzige oder mehrere Personen fallen. Sofern mehrere Personen durch ein Testament als Erben benannt werden, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Als Erben können beispielsweise Verwandte, Freunde, Bekannte oder Einrichtungen wie Stiftungen benannt werden.

Allerdings kann durch die Testierfreiheit des Erblassers der grundrechtlich geschützte Pflichtteil nicht umgegangen werden. Das bedeutet, dass die Verwandten des Erblassers der höchsten Ordnung zumindest immer einen Anspruch auf ihren Pflichtteil haben, welcher der Hälfte des gesetzlichen Anteils entspricht.

Erbengemeinschaft

Bei mehreren Erben wird das Erbe unter der Erbengemeinschaft aufgeteilt. Die Höhe der Erbanteile wird grundsätzlich gleichermaßen hierarchisch auf die Erben aufgeteilt. Sofern keine Erben der ersten Ordnung vorhanden sind, geht das Erbe auf erbberechtigte Personen der nächsten bis hin zur letzten Ordnung über. Das Erbe wird auf jeder Ebene zu gleichen Teilen aufgeteilt, sofern der Erblasser vor seinem Tod nichts anderes durch ein Testament bestimmt hat. Es erbt immer die höchste Ordnung.

Beispiel: Die Eltern des Erblassers erben zu gleichen Teilen. Sind diese bereits verstorben, wird das Erbe zu gleichen Teilen auf die Geschwister übertragen. Sofern die Geschwister bereits verstorben sind, erben deren Abkömmlinge zu gleichen Teilen und so weiter.

Ehegattenerbrecht

Im Sinne des Erbrechts wird der Ehegatte nicht einer der Ordnungen der gesetzlichen Erbfolge zugeordnet. Vielmehr steht er neben der ersten Ordnung, also den Abkömmlingen des Erblassers. Hieraus ergibt sich auch der Anspruch des Ehegatten auf sein Erbe. Voraussetzung ist allerdings, dass die Eheleute zum Zeitpunkt des Todes nicht geschieden waren und auch die Voraussetzungen für eine Scheidung noch nicht vorlagen.

Zunächst erbt ein Ehegatte den ehelichen Hausrat sowie die Hochzeitsgeschenke. Die Höhe des Erbanteils bestimmt sich nach dem Güterstand, in dem die Eheleute gelebt haben und gegebenenfalls nach der Anzahl der Kinder. Sofern Erben erster Ordnung vorhanden sind, erhält der Ehegatte grundsätzlich ein Viertel des Erbes. Haben Verwandte der zweiten Ordnung Anspruch auf das Erbe, so erhält der Ehegatte die Hälfte des Erbes. Sofern keine Verwandten der ersten oder zweiten Ordnung vorhanden sind, erbt ein Ehepartner den gesamten Nachlass.

Keine vorhandenen Erben

Sofern keine Erben vorhanden sind, geht der Nachlass des Verstorbenen an den Staat über. Der Staat kann ein Erbe nicht ausschlagen und tritt die Rechtsnachfolge des Verstorbenen an. Bei offenen Schulden des Verstorbenen haftet der Staat in Höhe des Nachlasses gegenüber Gläubigern.

Ausschluss von der Erbfolge

Ausgeschlossen von der gesetzlichen Erbfolge sind Personen, die erbunwürdig geworden sind. Als erbunwürdig gelten Hinterbliebene, die den Erblasser vorsätzlich getötet oder einen Tötungsversuch begangen haben. Drohungen und Täuschungen gegenüber dem Verstorbenen zur Erstellung oder Aufhebung einer Verfügung können ebenfalls einen Ausschluss von der Erbfolge zur Folge haben.

Erbunwürdig sind darüber hinaus Personen, die eine letztwillige Verfügung des Verstorbenen ge- oder verfälscht haben. Um einen Erben als erbunwürdig erklären zu lassen, muss ein Nächstberufener die Erbschaft des Unwürdigen anfechten. Liegen Gründe vor, die den Erben als unwürdig erscheinen lassen, muss dieser allerdings nicht zwingend von der Erbfolge ausgeschlossen werden. Verzeiht ihm der Erblasser, besteht seine Erbschaft weiterhin.

Pflichtteilsanspruch des Erben

Schließt ein Erblasser Pflichtteilsberechigte testamentarisch von der Erbfolge aus, haben diese trotz dessen noch einen Anspruch auf ihren Pflichtteil. Dieser Anspruch beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteilanspruchs. Pflichtteilsberechtigt sind folgende Personengruppen:

  • der hinterbliebene Ehe- oder Lebenspartner
  • Kinder
  • Enkel
  • Eltern

Unterschied zwischen Erben und Vermächtnisnehmer

Als Erben werden Hinterbliebene bezeichnet, denen Teile oder der gesamte Nachlass eines Verstorbenen vererbt werden. Als Vermächtnisnehmer gelten Personen, die lediglich einzelne Vermögensgegenstände vom Erblasser vermacht bekommen. Die Rechte und Pflichten eines Erbnehmers gelten nicht für den Vermächtnisnehmer. Beispielsweise hat ein Vermächtnisnehmer keinen Anspruch auf Ausstellung eines Erbscheins. Außerdem kann er die Herausgabe des Vermächtnisgegenstands nicht vom Nachlassgericht verlangen, sondern es besteht ein schuldrechtlicher Anspruch dahingehend gegen den oder die Erben.

Hinweis:

Im Testament sollte klar zwischen Erbnehmer und Vermächtnisnehmer unterschieden werden, um bei der Testamentseröffnung keine Entscheidungen entgegen dem Willen des Erblassers zu riskieren.

Rechte und Pflichten des Erben

Mit der Annahme der Erbschaft gehen alle Rechte und Pflichten des Erblasser im Wege der Rechtsnachfolge auf die Person des Erben über. Das bedeutet, dass dieser alle Ansprüche des Erblassers gegenüber Dritten geltend machen kann, jedoch auch für die Verbindlichkeiten des Erblassers einzustehen hat.

Übernahme der Bestattungskosten

Darüber hinaus treffen den Erben auch eigene Pflichten aufgrund seiner Erbenstellung. Dazu gehört beispielsweise die Kostentragungspflicht der Beerdigungskosten.

Diese Kostentragungspflicht ist im deutschen Erbrecht verankert. Die Erben eines Verstorbenen müssen demnach für die Kosten der Bestattung aufkommen. Der Nachlass ist dabei für die Begleichung der Bestattungskosten vorgesehen, auch wenn es dadurch vollständig aufgebraucht werden würde. Gibt es eine Erbengemeinschaft, so wird der Teil für die Bestattungskosten vom Gesamterbe abgezogen.

Nachlassverbindlichkeiten

Durch die Rechtsnachfolge können Dritte gegenüber dem Erben ebenfalls Forderungen geltend machen. Sofern der Verstorbene zu Lebzeiten beispielsweise Schulden hatte, gehen diese auf den Erben über.

Rechte durch die Rechtsnachfolge

Der Erbe kann durch die Rechtsnachfolge sämtliche Forderungen des Erblassers Dritten gegenüber geltend machen oder die Herausgabe von Vermögensgegenständen fordern, die der Verstorbene nicht in seinem Testament an Personen vermacht hat.

Erbschulden

Durch die Rechtsnachfolge können Dritte gegenüber dem Erbnehmer ebenfalls Forderungen stellen. Sofern der Verstorbene zu Lebzeiten beispielsweise Schulden hatte, gehen diese auf den Erben über.

Hinweis:

Pflichten aus stark personenbezogenen Verträgen, wie beispielsweise dem Arbeitsvertrag, des Verstorbenen sind grundsätzlich von der Rechtsnachfolge ausgenommen.

Erbe ausschlagen

Personen, die als Erben bedacht wurden, sind dazu berechtigt, die Erbschaft auszuschlagen. In diesem Falle verzichten Hinterbliebene auf ihren Erbschaftsanspruch und treten auch nicht die Rechtsnachfolge des Verstorbenen an. Das Ausschlagen der Erbschaft kann nicht auf einen Teil bezogen werden, es muss daher immer das gesamte Erbe ausgeschlagen werden.

Die Ausschlagung des Erbes muss gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht innerhalb von 6 Wochen formgerecht erklärt werden. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Erbe von dem Anfall und dem Grunde seiner Erbberufung Kenntnis erlangt. Sofern sich der Erbe im Ausland befindet oder der Erblasser seinen Wohnsitz im Ausland hatte, beträgt die Frist 6 Monate. Für die Ausschlagung fallen Gebühren an, die anteilig aus dem Gesamtwert des Nachlasses errechnet werden. Wird die gesetzte Frist zur Ausschlagung versäumt wird, geht die Erbschaft automatisch auf den Erben über.


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