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Testament: Wissenswerte zur Erstellung eines Testaments

Testament: Wissenswerte zur Erstellung eines Testaments

Ein Testament ermöglicht die Festlegung einer individuellen Erbfolge sowie die Benennung einzelner Vermächtnisnehmer im Rahmen des deutschen Erbrechts. Erfahren Sie alles Wissenswerte zum Umfang eines Testaments und was Sie bei der Erstellung beachten müssen.

Vorteil eines Testaments

Ein Testament steht über der gesetzlichen Erbfolge und ermöglicht die Festlegung einer individuellen Erbfolge sowie die Benennung einzelner Vermächtnisnehmer im Rahmen des deutschen Erbrechts. Ein Testament kann vom Erblasser jederzeit und unabhängig von den Begünstigten geändert werden.

Testamente werden häufig aufgesetzt, wenn Erblasser ihr Erbe nach einer anderen Rangfolge als der gesetzlichen Reihenfolge verteilen möchten. Dabei können Personen vom Erbe ausgeschlossen oder mit größeren Anteilen begünstigt werden als gesetzlich vorgesehen. So können in einem Testament neben Verwandten auch Freunde oder gemeinnützige Vereine bei der Verteilung des Erbes berücksichtigt werden.

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Mögliches Erbe in einem Testament

Der Nachlass eines Verstorbenen kann aus Vermögen, Grundstücken, Immobilien oder persönlichem Hausrat bestehen. Tiere und Waffen zählen beispielsweise ebenfalls zum Nachlass. Das Erbrecht lässt dem Erblasser weitestgehend freie Hand bei der Vererbung von Besitztümern.

Hinweis:

Hinterbliebene erhalten vor einer Annahme oder Ausschlagung des Erbes keine Auskunft über die Höhe oder Art des Nachlasses.


Erbberechtigte Personen in einem Testament

In einem Testament können lediglich erbberechtigte Personen bedacht werden. Erbfähig sind laut deutschem Erbrecht natürliche oder juristische Personen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Natürliche Personen, die am Leben sind
  • Ungeborene Kinder, die lebend geboren werden
  • Juristische Personen (z. B. Firmen), die zum Zeitpunkt des Todes wirksam gegründet und nicht aufgelöst sind
Hinweis:

Als Erben können beispielsweise Verwandte, Freunde, Bekannte oder Einrichtungen wie Stiftungen benannt werden. Tiere, Objekte und fiktive Personen sind vom deutschen Erbrecht ausgeschlossen.


Unterschied zwischen Erbnehmer und Vermächtnisnehmer

Im Erbrecht wird zwischen Erbnehmer und Vermächtnisnehmer unterschieden. Als Erben werden Hinterbliebene bezeichnet, denen Teile oder das komplette Vermögen eines Verstorbenen zugesprochen werden. Als Vermächtnisnehmer gelten Personen, die lediglich Vermögensgegenstände vom Erblasser erhalten. Die Rechte und Pflichten eines Erbnehmers gelten nicht für den Vermächtnisnehmer.

Hinweis:

Im Testament sollte klar zwischen Erbnehmer und Vermächtnisnehmer unterschieden werden. Häufig werden einzelnen Personen bestimmte Gegenstände zugesprochen. Dabei ist nicht immer klar, was mit dem verbleibenden Nachlass geschehen soll. Hierfür sollte eine klare Erbfolge festgelegt werden.


Formen von Testamenten

Nach dem BGB kann ein Testament in zwei ordentlichen Formen erstellt werden. Dem „eigenhändigen Testament“ oder dem „öffentlichen Testament“.

Eigenhändiges Testament

Das selbstständig aufgesetzte Testament muss gänzlich handschriftlich verfasst und unterschrieben sein. Eine weitere Voraussetzung für die Gültigkeit eines eigenhändigen Testaments ist die Volljährigkeit des Erblassers. Das Dokument sollte bestimmte Angaben des Erblassers enthalten:

  • Eindeutige Überschrift zur Kennzeichnung des Dokuments als Testament
  • Erstellungsdatum
  • Erstellungsort
  • Name
  • Adresse
  • Geburtsdatum
  • Festlegung der Erbfolge
  • Bestimmung von Vermächtnisnehmern
  • Unterschrift des Verfügenden
Hinweis:

Regelungen und Vermächtnisse sollten in einem eigenhändigen Testament möglichst eindeutig und unmissverständlich formuliert werden. Der Verfügende sollte sich nicht vor deutlichen Formulierungen scheuen, da diese dem Notar oder Nachlassgericht eine klare Entscheidung ermöglichen.

Der Erblasser kann den Aufbewahrungsort des Testaments frei wählen. Das Testament sollte an einem gut zugänglichen Ort aufbewahrt werden, der nahestehenden Angehörigen ebenfalls bekannt ist. Bei einer freien Aufbewahrung kann das Testament jedoch unter Umständen verloren gehen. Alternativ kann ein Testament beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung gegeben werden. Der Erblasser kann jederzeit die Herausgabe des Testaments fordern.

Öffentliches Testament

Wird das Testament mit Hilfe eines Notars erstellt, spricht man von einem öffentlichen oder notariellen Testament. Der letzte Wille des Erblassers wird dem Notar entweder mündlich erklärt oder schriftlich verfasst und dem Notar übergeben. Notare sind dazu verpflichtet, bei der Testamentserstellung zu unterstützen und Unklarheiten in bei Formulierungen zu beseitigen.

Das öffentliche Testament wird amtlich verwahrt und bei Eintritt des Todes eröffnet. Die Gebühr für diese Art von Testament richtet sich immer nach dem Wert des Nachlasses, der geregelt werden soll.

Sonderformen von Testamenten

Gemeinschaftliche und Ehegatten-Testamente

Das Ehegatten- oder auch gemeinschaftliche Testament (bei einer Lebenspartnerschaft) stellt eine Sonderform dar. Beide Erblasser müssen das Testament bei dieser Form unterzeichnen. Bei einem gemeinschaftlichen beziehungsweise Ehegatten-Testament erhält der hinterbliebene Partner im Todesfall den gesamten Nachlass. Erst nachdem beide Partner verstorben sind, wird das Erbe weitervererbt.

Hinweis:

Nach dem Tod eines der beiden Partner sind keine Änderungen am Testament mehr möglich.

Nottestamente

Nottestamente können in dringlichen Situationen geltend gemacht werden und gehen auf eine Zeit zurück, in der Postwege noch sehr viel Zeit in Anspruch nahmen. Diese Testamentform erfordert das Beisein bestimmter Zeugen und kann in akuten Sterbesituationen oder Situationen, in denen der Tod eines Menschen sehr wahrscheinlich ist, zum Einsatz kommen. Nottestamente bestehen in verschiedenen Formen:

  • Bürgermeistertestament
  • Drei-Zeugen-Testament
  • Seetestament
Hinweis:

Die Gültigkeit von Nottestamenten erlischt nach drei Monaten.


Individuelle Erbfolge im Testament

Der Nachlass wird entsprechend der im Testament festgelegten Reihenfolge unter den Erben aufgeteilt. Das Erbe kann dabei auf eine einzige oder mehrere Personen fallen. Sofern mehrere Personen durch ein Testament als Erben benannt werden, bilden diese eine Erbgemeinschaft. Erbanteile für einzelne Personen einer Erbgemeinschaft können im Testament klar geregelt werden.

Pflichtteil des Erbes

Um Ehe- oder Lebenspartner sowie die engsten Verwandten nicht ganz vom Erbe auszuschließen, sieht das deutsche Erbrecht einen Erb-Pflichtteil vor. Die Pflichtteilsberechtigen haben einen Anspruch auf Geldzahlung in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Dieser Pflichtteilsanspruch kann trotz Testament geltend gemacht werden. Pflichtteilsberechtigt sind bestimmte Personengruppen:

  • der hinterbliebene Ehe- oder Lebenspartner
  • Kinder
  • Enkel
  • Eltern


Widerruf eines Testaments

Der Erblasser ein Testament jederzeit widerrufen oder ändern. Ein Widerruf ist gültig, sofern die neuere Version eines Testaments eine bisherige Version ausdrücklich widerruft und Regelungen geändert, hinzugefügt oder entfernt wurden.

Hinweis:

Ein öffentliches Testament wird automatisch widerrufen, sobald der Erblasser das Dokument aus der amtlichen Verwahrung einfordert. Ein gemeinschaftliches Testament kann bis zum Tod des Erstversterbenden widerrufen werden.

Eine Änderung hebt nicht zwangsweise das gesamte Testament auf, sondern nur bestimmte Teile, die mit der Änderung im Widerspruch stehen. Unter Umständen können auch mehrere Testament-Versionen gleichzeitig wirksam sein, sofern diese nicht miteinander im Widerspruch stehen. Im Erbfall gilt immer die aktuellste Version eines Testaments.




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