Wir beantworten gerne Ihre Fragen, telefonisch oder per E-Mail

mymoria.de verwendet Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf der Webseite zu ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie hier

Testament verfassen: Das muss beachtet werden

Testament verfassen: Das muss beachtet werden

Wer sicherstellen möchte, dass sein Nachlass nach dem Tod an diejenigen geht, die man sich als Erben wünscht, muss rechtzeitig ein Testament verfassen. Was viele nicht wissen: Das wichtige Dokument kann auch ohne Notar verfasst werden. Wir erklären, worauf dabei geachtet werden muss.

Ein Testament sollte immer dann verfasst werden, wenn man die gesetzliche Erbfolge aushebeln und sicherstellen möchte, dass nach dem eigenen Tod wirklich diejenigen den Nachlass erhalten, die man sich selbst als Erben wünscht. Einer der großen Irrtümer im Erbrecht ist, dass ein Testament notariell verfasst werden muss. Das stimmt nicht, denn jeder kann sein eigenes Testament schreiben. Dabei gibt es jedoch einige Dinge zu beachten.

Für ein gutes, verständliches und rechtsgültiges Testament bedarf es ein wenig Vorbereitung. Zunächst einmal muss man sich grundlegende Gedanken darüber machen, was man mit dem Nachlass bewirken will. Sollen der Partner oder Familienmitglieder finanziell abgesichert werden? Wird das Vermögen an die eigene Firma vererbt? Oder soll der Nachlass einer sozialen oder kulturellen Organisation zugutekommen?

Überblick über Vermögenswerte und Verbindlichkeiten verschaffen

Am besten beginnt man damit, eine Übersicht über das gesamte Vermögen, das heißt Guthaben auf Bankkonten, Immobilien, Aktien und Wertpapiere, aber auch einzelne wertvolle Gegenstände aus dem Hausrat zusammenzustellen. Da der Nachlass immer auch Schulden einschließt, werden diese Verbindlichkeiten ebenso aufgelistet.

Im Zuge der Vorbereitung werden zusätzlich alle größeren Schenkungen an Verwandte notiert. Diese finanziellen Zuwendungen kann der Erblasser nach Wunsch im Testament berücksichtigen und gegebenenfalls für einen Ausgleich sorgen.

Gesetzliche Reihenfolge umgehen

Generell kann der Erblasser jede Person zum Erbe ernennen. Er muss sein Erbe nicht den Verwandten überlassen, sondern kann jede beliebige Person oder Organisationen als Erben auswählen. Dafür bedarf es eines Testaments – hat der Erblasser keines hinterlassen, greift automatisch die gesetzliche Erbfolge.

Zwar kann man Verwandte enterben, doch dem Ehepartner, den Kindern oder – falls man kinderlos ist – den eigenen Eltern steht immer ein Pflichtteil am Erbe zu. Dieser Pflichtteil beläuft sich auf die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Wer Angehörige enterben möchte, die einen Anspruch auf den Pflichtteil haben, sollte sich nach Möglichkeit von einem Notar oder einem Anwalt beraten lassen, damit sich die tatsächlichen Erben später nicht mit den eventuell nicht erfüllbaren Zahlungsansprüchen der Enterbten konfrontiert sehen.

Im Zweifel immer beraten lassen

Damit das selbstverfasste Testament nicht aufgrund von Formfehlern ungültig wird, gewisse Formulierungen auslegungsbedürftig sind und die Erben womöglich leer ausgehen, kann das Testament von einem Anwalt auf Genauigkeit und Richtigkeit überprüft werden. Auch wenn man sich beim Erbrecht nicht ganz sicher ist, Fragen zum Vermächtnis oder Schwierigkeiten mit bestimmten Regelungen hat, sollte man juristische Hilfe in Anspruch nehmen und sich beraten lassen. Nur so kann man Fehler vermeiden und die gewünschten Erben schützen.

Unterschied zwischen Nachlass und Vermächtnis

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Begriffe Erbe und Vermächtnis als Synonyme verwendet. Im Erbrecht handelt es sich jedoch um zwei grundverschiedene Dinge. Erben haben nicht nur einen Anspruch auf einen Erbanteil, sondern müssen bei Erbantritt auch etwaige Schulden oder Verbindlichkeiten übernehmen.

Möchte man nur einzelne Gegenstände aus dem Nachlass oder einen bestimmten Geldbetrag an eine Person oder eine Organisation vermachen, kann man dies im Testament in Form eines Vermächtnisses tun. Während das Erbe automatisch an die Erben übergeht, muss der Vermächtnisnehmer das Vermächtnis aktiv bei den Erben einfordern. Daher sollte der Erblasser im Testament immer den Zeitpunkt der Herausgabe des Nachlassgegenstandes angeben, da die Erben ansonsten selbst entscheiden können, wann der Vermächtnisnehmer das Vermächtnis erhält.


Erstellen Sie Ihre persönliche Bestattungsvorsorge

Tragen Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen zusammen und erhalten Sie ein vollständiges Bestattungsvorsorgepaket – kostenfrei und unverbindlich. Bestimmen Sie die Ausgestaltung der Bestattung und Trauerfeier rechtzeitig selbst und nehmen Sie Ihren Angehörigen in dieser Ausnahmesituation schwierige Entscheidungen ab.

Bestattungsvorsorge erstellen


Erben können ebenfalls ein Vermächtnis erhalten. Möchte der Erblasser einem Erben zusätzlich einen speziellen Gegenstand vermachen, hält er dies in seinem Testament fest. Ein Vermächtnis wird nicht etwa dem regulären Erbanteil angerechnet, sondern der Erbe erhält dieses zusätzlich zu seiner Erbquote.

Formvorschriften beachten

Ein selbstverfasstes Testament ist zwar eine kostengünstige Alternative zum notariellen Dokument, doch es hat seine Tücken. Wer glaubt, er könne sein Testament am Computer verfassen, ausdrucken und dann unterschreiben begeht einen großen Fehler. Damit der letzte Wille rechtswirksam ist, muss er vom ersten bis zum letzten Wort handschriftlich verfasst sein. Auch das Datum, der Ort und die Unterschrift dürfen auf keinen Fall fehlen.

Das sichere Hinterlegen des Testaments

Man kann noch so gut vorgesorgt und ein wirksames Testament verfasst haben – wenn es nach dem Tod nicht gefunden wird, nützt dies alles nichts. Daher kann das Dokument gegen eine Gebühr beim Amtsgericht in amtliche Verwahrung gegeben werden. Gleichzeitig wird das eingereichte Testament auch beim Zentralen Testamentsregister der Bundesnotarkammer registriert, welche im Falle des Todes das Amtsgericht informiert. Letzteres kontaktiert schließlich die Erben. Bei einem notariell erstellten Testament übernimmt der Notar die Hinterlegung beim Amtsgericht sowie die Registrierung beim Testamentsgericht.

Die amtliche Verwahrung ist kein Muss. Wer sein Testament selbst verfasst hat, kann das Dokument auch in der eigenen Wohnung aufbewahren. In diesem Fall sollte man aber auf jeden Fall daran denken, Angehörige oder eine Vertrauensperson über den Aufbewahrungsort zu informieren, damit diese nach dem Tod Zugriff darauf haben. Idealerweise legt man gleich einen Ordner an, in dem neben dem Testament auch Dokumente zum digitalen Nachlass, Patientenverfügungen und andere Vorsorge-Unterlagen aufbewahrt werden. Da bei der Aufbewahrung Zuhause nicht nur die Gefahr besteht, dass das Dokument nicht gefunden, sondern gegebenenfalls vom Finder unterschlagen oder vernichtet wird, ist das Hinterlegen im Amtsgericht die bessere Wahl.

Widerruf oder Änderungen des Testaments

Ein Testament kann jederzeit geändert oder neu aufgesetzt werden, solange man noch als testierfähig gilt. Von Änderungen ausgeschlossen ist lediglich das Berliner Testament. Statt die Änderungen direkt im Testament vorzunehmen, vernichtet man dieses entweder und setzt ein neues Dokument auf oder man verfasst ein neues Testament, datiert dieses und erklärt das früher errichtete Dokument für ungültig. Die sicherste Variante ist jedoch die der Vernichtung des alten Testaments.

Wer sein selbstverfasstest Testament beim Amtsgericht hinterlegt hat, muss dieses bei Änderungswünschen zurückfordern und das abgeänderte Dokument neu einreichen. Ein notariell verfasstes Testament verliert hingegen seine Gültigkeit, wenn es aus der gerichtlichen Verwahrung zurückgefordert wird und muss komplett neu verfasst werden.




Haben Sie Fragen? Unsere Bestattungsexperten helfen gerne