Wir beantworten gerne Ihre Fragen, telefonisch oder per E-Mail

mymoria.de verwendet Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf der Webseite zu ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie hier

Gesetzliche Erbfolge: Wer erbt ohne Testament?

Gesetzliche Erbfolge: Wer erbt ohne Testament?

Jeder hat das Recht, seine Erben selbst zu bestimmen und gewisse Verwandte von der Erbschaft auszuschließen. Damit die gewünschten Erben nach dem Tod des Erblassers auch wirklich berücksichtigt werden, muss dieser seine Wünsche zuvor in Form eines Testaments festhalten. Trotzdem macht nur rund ein Drittel der Deutschen von diesem Recht Gebrauch und verfassen vor ihrem Ableben ein Testament. Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge – mit teilweise unerwünschten Folgen für die Verwandten.

Für den Fall, dass der Verstorbene kein Testament verfasst hat, greifen in Deutschland die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) und der Nachlass wird nach gesetzlichen Regeln verteilt. Ob diese gesetzliche Erbfolge im Interesse des Erblassers und seiner Familie ist, spielt dabei keine Rolle.

Oftmals haben Angehörige eine falsche Vorstellung vom Erbrecht und Ehepartnern ist häufig nicht bewusst, dass der Nachlass ohne Testament nicht automatisch ihnen zufällt. So ist die Überraschung im Erbfall oft groß, wenn das Vermögen, das Haus oder andere Nachlass-Güter plötzlich mit den Kindern, anderen Familienangehörigen oder gar entfernten Verwandten geteilt werden müssen. Streit in der gesetzlich vorgeschriebenen Erbengemeinschaft lässt sich ganz einfach vermeiden – indem man vorsorgt und ein Testament verfasst.

Kinder und Ehepartner zuerst

Bei der gesetzlichen Erbfolge sind die Kinder, Enkel und Urenkel des Verstorbenen klar im Vorteil. Die sogenannten Abkömmlinge schließen alle anderen Verwandten als Erben aus. Das heißt beispielsweise, solange es noch Verwandte der ersten Ordnung gibt (Ehepartner, Kinder, Enkel oder Urenkel) kommen die Verwandten der zweiten Ordnung nicht als Erben infrage. Hat der Erblasser seine direkten Abkömmlinge zuvor enterbt, steht ihnen der Pflichtteil zu.

Zu den näheren Verwandten zählen auch die Ehegatten. Zwar sind sie nicht mit dem Erblasser verwandt, werden bei der Erbfolge aber durch das Ehegattenerbrecht berücksichtigt. Dieses schränkt das Erbrecht der Verwandten ein. Je nachdem welche Verwandten des Verstorbenen als Erben infrage kommen, beträgt der gesetzliche Erbteil für den Ehegatten ein Viertel, ein Drittel oder die Hälfte des Nachlasses. Hat der Verstorbene weder Verwandte des ersten noch des zweiten Grades hinterlassen und sind außerdem keine Großeltern vorhanden, ist der Ehegatte Alleinerbe. Das Ehegattenerbrecht ist hinfällig, wenn zum Zeitpunkt des Todes bereits eine Scheidung der Ehe beantragt war, der Verstorbene dieser zugestimmt hatte oder das Noch-Ehepaar bereits seit einem Jahr getrennt gelebt hat.

Erstellen Sie Ihre persönliche Bestattungsvorsorge

Tragen Sie Ihre Wünsche und Vorstellungen zusammen und erhalten Sie ein vollständiges Bestattungsvorsorgepaket – kostenfrei und unverbindlich. Bestimmen Sie die Ausgestaltung der Bestattung und Trauerfeier rechtzeitig selbst und nehmen Sie Ihren Angehörigen in dieser Ausnahmesituation schwierige Entscheidungen ab.

Bestattungsvorsorge erstellen



Übrigens: Unverheiratete Paare gehen beim Tod des Partners komplett leer aus, denn die gesetzliche Erbfolge sieht keinen Erbteil für Paare ohne Trauschein vor. Auch hier gilt: Wer seinen Lebenspartner dennoch absichern will, muss ein Testament erstellen oder einen Erbvertrag abschließen.

Leben die Eltern des Erblassers noch?

Ist der Verstorbene nicht verheiratet und hat weder Kinder noch Kinderkinder, so wird das Erbe an die Eltern des Verstorbenen übertragen. Ist ein Elternteil des Erblassers bereits verstorben und hat der Verstorbene weitere Geschwister oder Halbgeschwister, erhält das verbliebene Elternteil die eine Hälfte des Nachlasses, die Geschwister des Erblassers gemeinsam die andere Hälfte.

Für den Fall das beide Elternteile des Verstorbenen bereits tot sind, er keine eigenen Kinder hatte und auch nicht verheiratet war, erben die Geschwister des Erblassers. Sollten auch die Geschwister bereits verstorben sein, kommt es darauf an, ob diese Kinder hatten. Die Nichten und Neffen des Erblassers sind dann erbberechtigt.

Hat der Verstorbene weder eigene Kinder, Eltern, Geschwister, Nichten oder Neffen, kommen die Verwandten der 3. Ordnung zum Zuge und die Großeltern des Erblassers sind die nächsten Erbberechtigten. Sind die Großeltern ebenfalls bereits verstorben, kommen die Tante und der Onkel des Verstorbenen und im Anschluss die Cousinen und Cousins als Erben infrage.

Wenn der Staat alles erbt

Für den extrem seltenen Fall, dass keine erbberechtigen Verwandten des Verstorbenen vorhanden sind oder alle Erbberechtigten das Erbe ausschlagen, erhält der Staat den gesamten Nachlass. Anders als die Verwandten des Erblassers kann der Staat das Erbe nicht ausschlagen und muss auch im Falle von Schulden das Erbe annehmen.

Die komplizierte Erbfolge zeigt, dass es Sinn macht, vorzusorgen und ein Testament zu verfassen. Mit dem Testament kann man nicht nur verfügen, wie der Nachlass aufgeteilt werden soll, sondern auch seinen Lebensgefährten absichern sowie gesetzlich vorgeschriebene Erbengemeinschaften und damit oftmals einhergehende Streitigkeiten unter Familienmitgliedern verhindern.




Haben Sie Fragen? Unsere Bestattungsexperten helfen gerne