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    Leichenschau: Feststellung des Todes und der Todesursache

Leichenschau

Feststellung des Todes und der Todesursache

In Deutschland ist die Leichenschau die Voraussetzung für eine Bestattung und in der Regel der erste Handlungsschritt in einem Todesfall. Bei uns erfahren Sie, wie die Leichenschau abläuft und welche Kosten auf Sie zukommen.

Gesetzliches zur Leichenschau

In Deutschland gilt bundeseinheitlich, dass eine Leichenschau generell immer von einem Arzt durchgeführt werden muss. Die Leichenschau dient der Feststellung des Todes und der Bestimmung der Todesursache sowie der Todesart. Sie ist außerdem Voraussetzung für die Ausstellung des Totenscheines, in dem diese Informationen festgehalten werden. Ohne Totenschein ist es nicht möglich, einen Sterbefall beim Standesamt zu melden und eine Sterbeurkunde zu beantragen.

Übrigens: Notärzte stellen meist nur einen vorläufigen Totenschein aus. Dieser muss von einem niedergelassenen Arzt noch einmal bestätigt werden. Für Notärzte steht die Verpflichtung, Leben zu retten an erster Stelle.

Arten einer Leichenschau

Die Leichenschau gilt als Voraussetzung für die gesamte Bestattung, aus diesem Grund ist es wichtig diese nach eintreten des Todes schnellstmöglich durchzuführen. Sie wird direkt am Sterbeort am entkleideten Körper des Verstorbenen vorgenommen. Dabei muss zwischen zwei Arten der Leichenschau unterschieden werden: Der äußeren und inneren Leichenschau.

Äußere Leichenschau

Bei einem natürlichen Tod wird nur die erste, äußere Leichenschau durchgeführt. Die erste Leichenschau erfolgt am Sterbeort und wird regilär bei jedem Todesfall durchgeführt. Diese äußere Leichenschau kann vom Hausarzt, einem Notarzt oder dem entsprechenden Bereitschaftsdiesnt vorgenommen werden. Wie diese erste Leichenschau erfolgen muss, wird vom Bestattungsgesetz der jeweiligen Bundesländer geregelt.

Wieso gibt es die erste Leichenschau?

Mit der äußeren Leichenschau soll in erster Linie offiziell der Tod festgestellt werden. Zudem kann in den meisten Fällen bereits bei der ersten Untersuchung die Todesart (eine der Kategorien "natürlich", "nicht natürlich" und "ungeklärt") sowie die Todesursache, das heißt eine konkrete Erkrankung oder aber auch der Tod infolge von äußerer Gewalteinwirkung, festgestellt werden.

Ablauf der äußeren Leichenschau

Bei der ersten Untersuchung des Verstorbenen am Auffindeort wird der Leichnam vom Arzt komplatt entkleidet und untersucht. Bei der Untersuchung muss mindestens ein sicheres Todesanzeichen erkennbar sein. Dazu zählen:

  • Totenflecken
  • Totenstarre
  • Leichenfäulnis
  • Unvereinbare Verletzungen mit dem Leben

Die folgenden Todeszeichen zählen weder einzeln noch in Kombination als sichere Todeszeichen. Dies sind unsichere Todeszeichen:

  • Atemstillstand
  • Blässe der Haut
  • Fehlende Reflexe
  • Schlaffer Muskeltonus
  • Abkühlung des Körpers
  • Weite und lichtstarre Pupillen
  • Pulslosigkeit

Auch die vergeblichen Wiederbelebungsmaßnahmen über 30 Minuten können zur einduetigen Feststellung des Todes dienen.

Der Leichnam wird zusätzlich auf die Todesart und die Todesursache hin untersucht. Außerdem stellt der Arzt den Todeszeitpunkt fest. Dafür ist die Körpertemperatur des Totden ein guter Anhaltspunkt. Auch die Intensität der Totenflecken und der Totenstarre helfen bei der Bestimmung des Todeszeitpunkts.

Seine Ergebnisse trägt der untersuchende Arzt in den Totenschein ein und stellt diesen aus. Liegt eine natürliche Todesart vor, wird der Leichnam vom beauftragten Bestattungsunternhemen überführt und die Planung der Bestattung kann erfolgen. Wird hingegen eine unnatürliche Todesart festgestellt, muss sofort die Polizei oder Staatsanwaltschaft in Kenntnis gesetzt werden.

Zweite Leichenschau

Warum gibt es die zweite Leichenschau?

Der Kremation geht immer eine zweite Leichenschau, die sogenannte Kremationsleichenschau, voraus. In Deutschland ist diese bei einer Feuerbestattung gesetzliche Pflicht. Sie dient dem eindeutigen Ausschließen eines unnatürlichen Todes. Die Feststellungen der ersten Leichenschau werden dabei bekräftigt und neue Todesanzeichen vermerkt. Erst nach der Freigabe durch einen Amtsarzt kann die Kremation beginnen.

Die zweite Leichenschau hat eine große Bedeutung, da es nach der Kremation nicht mehr möglich ist, Untersuchungen durchzuführen. Bei einer Erdbestattung ist es bei aufkommenden Zweifeln am natürlichen Tod beispielsweise möglich, eine Exhumierung zu beantragen.

Wo wird die zweite Leichenschau durchgeführt?

In den meisten Fällen wird die Kremationsleichenschau im Krematorium von zuständigen Amtsarzt durchgeführt. Der zweite Arzt gleicht seinen Befund mit dem Totenschein ab. Stimmen die Ergebnisse nicht überein, kann eine Feuerbestattungssektion gefordert werden.

Innere Leichenschau

Bei Verdacht auf einen unnatürlichen Tod wird die Polizei sowie Staatsanwaltschaft benachrichtigt und eine innere Leichenschau veranlasst. Bei der inneren Leichenschau wird von der Leichenöffnung gesprochen. Sie wird häufig auch als Obduktion, Autopsie, Nekropsie oder Sektion bezeichnet.

Ablauf der inneren Leichenschau

Sie möchten wissen, die die innere Leichenschau genau abläuft? In unserem Artikel Was ist eine Obduktion und was passiert dabei? werden die Details der Autopsie erläutert.

Wer muss die Kosten der Leichenschau tragen?

Kosten der ersten Leichenschau

Der Anspruch auf Bezüge aus gesetzlichen oder privaten Krankenkassen erlischt mit dem Zeitpunkt des Todes. Die Kosten, die bei der Leichenschau entstehen, sind von den Hinterbliebenen zu tragen. Die ärztliche Leichenschau wird nach der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet. Bei schwierigen Fällen ist es dem Arzt gestattet, mit einer schriftlichen Begründung den dreieinhalbfachen Satz zu verlangen. Hinzu kommt, dass die Untersuchung nur selten in den Räumlichkeiten eines Arztes stattfindet. Dies ermöglicht es dem Arzt, ein Weggeld zu berechnen.

Seit Januar 2020 können für die Leichenschau zwischen 103 € und 265 € berechnet werden. Die Höhe der Kosten ist unter anderem abhängig vom Anfahrtsweg des Arztes. Muss dieser weniger als zwei Kilometer anfahren, ist mit 103 € für die erste Leichenschau zu rechnen. Beträgt der Anfahrtsweg hingegen 25 Kilometer und erfolgt die Anfahrt beispielsweise in der Nacht, können sich die Leichschaukosten auf bis zu 265 € belaufen. Zuvor betrugen die Kosten für die Leichenschau laut GÖA höchstens 76,56 €.

Kosten der zweiten Leichenschau

Die Kosten für die Kremationsleichenschau wird auch von den Angehörigen des Verstorbenen getragen. Oftmals geht der beauftragte Bestatter bei dieser zunächst in Vorkassen und verrechnet die Kosten in der Abschlussrechnung an die Hinterbliebenen weiter.

Kosten für die innere Leichenschau

Anders verhält es sich hingegen bei der inneren Leichenschau. Die Kosten dafür werden immer vom Auftraggeber getragen. Wird die Autopsie von den Hinterbliebenen beauftragen zahlen diese die Untersuchung, ist die Leichenschau gerichtlich, von der Staatsanwaltschaft oder einem Krankenhaus angeordnet, tragen diese die Kosten.

Weitere Informationen zu den Kosten der inneren Leichenschau finden Sie in unserem Artikel Wer trägt die Kosten einer Obduktion?

Abrechnung der Leichenschau & gesetzliche Grundlage

Mit dem Tod eines Menschen erlischt sein Versicherungsschutz. Die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Leichenschau werden daher vom jeweiligen Arzt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet und müssen von den Angehörigen des Verstorbenen selbst getragen werden.

Grundlegende Abrechnungspositionen

Folgende Basis-Positionen auf einer Rechnung für die kostenpflichtige Ausstellung der Todesbescheinigung sind üblich:

  • Ziffer 100 GOÄ – Kosten für die „Untersuchung eines Toten einschließlich Feststellung des Todes und Ausstellung des Leichenschauscheins“
  • §8 GOÄ – Ein von der Uhrzeit und der zurückgelegten Distanz abhängiges Wegegeld

Zusätzliche Positionen in Sonderfällen

Unter gewissen Umständen hat der behandelnde Arzt die Möglichkeit zusätzlich zu den beiden oben genannten Abrechnungspositionen die Ziffer 50 der GOÄ abzurechnen. Diese ist für die Vergütung eines Hausbesuchs inklusive Beratung und symptombezogener Untersuchung vorgesehen. Eine Abrechnung der Ziffer 50 ermöglicht gleichzeitig aber auch die Aufnahme mehrerer Zuschläge (GOÄ E-H) in die Rechnung.

Wann aber ist die Abrechnung der Ziffer 50 rechtlich gestattet? Das Einfordern dieser ergänzenden Besuchs-/Behandlungsgebühr ist Ärzten im Zusammenhang mit der Leichenschau und der Ausstellung des Totenscheins (Ziffer 100 GOÄ) nur in Ausnahmefällen gestattet. Ein Besuch inklusive Beratung eines bereits Verstorbenen ist logischerweise nicht mehr möglich und Ziffer 50 in Kombination mit Ziffer 100 somit normalerweise nicht honorarfähig.

Hat der Patient zum Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit dem Arzt noch gelebt bzw. wurde sein Tod noch nicht zweifelsfrei festgestellt, ist bis zur Ankunft des Arztes aber verstorben, entsteht eine rechtliche Grauzone. Es kommt daher immer wieder vor, dass Ärzte die Ziffer 50 zusätzlich zur reinen Leichenschau abrechnen, um eine angemessene Aufwandsentschädigung sicherzustellen.

Von derartigen Abrechnungspraktiken rät die Bundesärztekammer allerdings vehement ab, da die jeweiligen Ärzte, auf Klage der Angehörigen hin, häufig vor Gericht belangt werden.

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Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
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