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Die Leichenstarre

Ein sicheres Todeszeichen

Die Totenstarre zählt zu den deutlichsten Anzeichen, dass ein Mensch oder ein Tier tot ist. Bei der Leichenstarre geht der tote Körper für eine vorübergehende Zeit kurz nach dem Eintritt des Todes in einen Zustand fast völliger Erstarrung über.

Vorübergehende Versteifung des Körpers

Zu den Körperteilen, die beim Menschen nach Eintritt des Todes als erstes starr werden, gehört das Herz. Bereits eine halbe Stunde nach dem Todeseintritt beginnt die glatte Muskulatur des Herzens zu erstarren. Etwa ein bis drei Stunden nach dem Todesfall beginnt sich die Muskulatur auch äußerlich erkennbar zu versteifen. Zunächst werden Muskelpartien versteift, die zu Lebzeiten besonders aktiv benutzt worden sind. Dazu zählen unter anderem die Kau- und Augenlidermuskeln sowie die Muskulatur an den Sprunggelenken.

Nach der Nysten-Regel, die aber nur eine allgemeine Orientierung geben kann, folgt im Anschluss die Versteifung der Nacken- und Rumpfmuskelgruppen. Nach dieser Regel bildet sich die Totenstarre zuletzt bei Extremitäten wie Arme, Füße und Hände aus. Nach sechs bis neun Stunden ist der ganze Körper von der Leichenstarre betroffen. Dieser Zustand hält im Durchschnitt etwa 24 bis 48 Stunden an. Die Dauer der Totenstarre weicht aber von diesen Durchschnittswerten oft erheblich ab. Mitentscheidend für die Dauer der Leichenstarre sind vor allem die Temperaturverhältnisse – allgemein sorgt Wärme für einen frühen Eintritt der Leichenstarre und für deren frühe Lösung. Kälte hat die gegengenteiligen Effekte.

Sonderfall Kataleptische Totenstarre

Ganz selten tritt die Totenstarre gleichzeitig mit dem Todesfall ein. Eine solche Kataleptische Totenstarre ist unter Umständen möglich, wenn dem Tod Krämpfe oder andere körperlich außerordentlich belastende Anstrengungen, wie beispielsweise in bestimmten Kriegssituationen, unmittelbar vorausgegangen sind.

Biochemischer Prozess

Die Leichenstarre wirkt verständlicherweise bei den meisten Laien, die nichts mit Medizin oder Bestattung zu tun haben, wie fast alle mit Tod und Sterben in Verbindung stehenden Dingen erst einmal erschreckend. Dabei ist die Leichenstarre ein vollkommen natürlicher Vorgang. Vielleicht sogar auch ein etwas ernüchternder Vorgang, weil die Totenstarre ein besonders gutes Beispiel dafür ist, dass die menschliche Existenz, zumindest die körperliche, zum großen Teil wie im Chemiebaukasten gemacht erscheint. Der durch den Todeseintritt verursachte Abbau von Adenosintriphosphorsäure führt zu Veränderungen im Muskelaufbau. Das wiederrum führt im Ergebnis zu einer Erstarrung der Muskelfasern, der Totenstarre.

Wichtig in der Rechtsmedizin

Die vor allem für die vom jeweiligen Todesfall unmittelbar betroffenen Angehörigen oft erschreckende Veränderung des Körpers durch die Leichenstarre ist – wie aufmerksame Zuschauer von einschlägigen Krimi-Filmen sicher wissen – für Rechtsmediziner ein wichtiges Bestimmungskriterium in Hinblick auf den zeitlichen Eintritt beim Todesfall. Bei Berücksichtigung wichtiger Faktoren wie Temperaturverhältnisse und Ausprägung der Leichenstarre können Rechtsmediziner nämlich häufig auf die Stunde genau feststellen, wann der Todesfall eingetreten ist und so für die Aufklärung etwaiger Kriminalfälle entscheidende Hinweise geben.

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