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WM 2018: Fußballbestattungen und verrückte Riten der Teilnehmerländer

WM 2018: Fußballbestattungen und verrückte Riten der Teilnehmerländer

Die Fußball WM 2017 ist ein internationales Event, bei dem Mannschaften aus aller Welt aufeinandertreffen. So sehr die Teilnehmerländer die Liebe für den Fußball vereint, so unterschiedlich sind meist ihre kulturellen Hintergründe. Auch die Bestattungskulturen der internationalen Teilnehmer könnten nicht unterschiedlicher sein.

„Fußball ist meine Religion“

Weltweit fiebern die Fußball-Fans der WM 2018 entgegen. Im erbitterten Kampf um den Pokal sollte sich so manches Land schon mal warm anziehen und sich Gedanken darüber machen, wie es für sie nach dem finalen Ende weitergehen soll – und das kann nicht nur auf den Fußball bezogen werden.

Ein spezieller Friedhof für deutsche Fußball-Fans

Für einen eingefleischten Fußball-Fan gilt “Alles für den Verein" schließlich auch über den Tod hinaus. So zieren in Deutschland nicht nur Fußballsymbole und Vereinssprüche die Grabsteine – Schalke 04 und der Hamburger SV haben gleich ganze Areale auf Friedhöfen gepachtet, damit die Verbundenheit der Fans mit dem Verein nicht mit dem Tod enden muss. Da aufgrund der deutschen Bestattungsgesetze eine Beisetzung im Stadion nicht möglich ist, bieten die Vereinsfriedhöfe die Möglichkeit, umgeben von Gleichgesinnten und geschmückt von den Vereinsfarben die letzte Ruhe zu finden.

Auch die Boca Juniors in Buenos Aires haben einen Privatfriedhof gegründet, auf dem sogar schon für Fußballlegende Diego Maradonna ein Ehrenplatz reserviert wurde. Der FC Barcelona und der FC Chelsea gehen sogar noch einen Schritt weiter. Dank lockerer Bestattungsgesetze können Länder wie Spanien oder England ihren Fans die Möglichkeit bieten, ihre Asche in vereinseigenen Urnenhallen oder sogar unter dem „Heiligen Rasen“ – direkt auf dem Spielfeld – beizusetzen.


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Die Redewendung “Andere Länder, andere Sitten", gilt auch für Mexiko, Deutschlands Gruppengegner während der WM 2018. Wer hier nicht ganz so streng nach der Devise “Fußball ist meine Religion" lebt, lässt sich nämlich noch immer nach den traditionellen Bestattungsbräuchen beerdigen. Mexiko ist mittlerweile weltweit für sein buntes Totenfest bekannt. Alljährlich wird ab Mitte Oktober bis zum Allerseelen Anfang November der Día de Muertos, der Tag der Toten gefeiert, dem die Vorstellung zu Grunde liegt, dass keine Seele möchte, dass man ihrer mit Wehklagen gedenkt.

Und auch eine traditionelle Bestattung ist nicht mit den deutschen Bräuchen zu vergleichen. Anders als in Deutschland wird in Mexiko kein Bestatter benötigt, wenn ein Angehöriger verstirbt – die Familie kümmert sich selbst um die gesamte Bestattung. Am Abend des Todestags kommen die Angehörigen, Freunde und Nachbarn am Haus des Verstorbenen zusammen und beten gemeinsam den Rosenkranz. Die Familie bereitet Tee und Gebäck vor, denn der Tradition nach werden die Angehörigen die ganze Nacht lang vor oder im Haus des Verstorbenen bleiben, um ihn mit Gebeten ins Jenseits zu geleiten. Bereits am nächsten Tag findet die Beerdigung statt, womit die Trauerzeit aber noch nicht endet. Am nächsten Tag wird die Trauertradition Novenario eingeleitet, zu der sich die Trauernden neun Tage lang zur Abendzeit am Hause des Verstorbenen zusammenfinden und einen Rosenkranz beten.

Auch in der Gruppe H treffen bei der Fußball WM 2018 gleich zwei Länder aufeinander, in der die Bestattungstraditionen kaum unterschiedlicher sein könnten: Kolumbien und Japan.

Bestattungskultur in Kolumbien

In den verschiedenen Teilen Kolumbiens kommen unterschiedlichste Rituale und Bräuche zusammen. Zu Beginn jedes Jahres wird in Barranquilla der Joselito Carneval gefeiert. Die Menschen begeben sich mit Särgen und als Witwen verkleidet auf die Straßen, um das Begräbnis der Hauptfigur Joselito darzustellen, der vom zu vielen Tanzen und sich Gehenlassen im Suff starb. Doch dieser Tod stellt auch einen Auftakt dar, denn Joselito wird auferstehen und eröffnet damit weitere Feierlichkeiten.

Getanzt und gesungen wird auch in San Basilio de Palenque, in der kolumbischen Karibik, wenn sich die Gemeinde in den neun Nächten nach dem Tod eines Menschen versammelt, um den Verstorbenen zu verabschieden.

Doch das Land ist auch von den verheerenden Folgen der Drogenkriege und Waffengewalt geprägt. So bürgerte es sich ein, dass die Ortsansässigen von Puerto Berrio am Ufer des Rio Magdalena die anonymen Leichen begraben, die der Fluss anschwemmt. Sie kennzeichnen ihre Gräber mit N.N. (Anonyme) und mit “auserwählt". Als Ausgleich für die Bemühungen der Bestattung bitten sie am Grab der Anonym um kleine Wunder für sich selbst.

Japanische Bestattungen

Ganz anders geht es in Japan zu, wo sich die Beerdigungsriten hauptsächlich auf buddhistische Traditionen beziehen. Sie besitzen jedoch auch konfuzianische, christliche und Shinto-Elemente. So wird der Verstorbene bei der traditionellen Totenwache in einen weißen Kimono gekleidet und mit weißen Tüchern bedeckt. Es gibt bei japanische Bestattungen zudem einen Altar, an dem von den Besuchern Geldgeschenke zur Finanzierung der Beisetzung gemacht werden. Diese sind auch zumeist auch dringend nötig, denn eine durchschnittliche Beerdigung kostet in Japan umgerechnet etwa 17.000 Euro.




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