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Warum werden auf Friedhöfen Grabsteine aufgestellt?

Grabsteine sind meist beschriftete, große Natursteine, die am Kopfende des Grabes aufgestellt werden. Doch warum gibt es diese weltweite Tradition auf Friedhöfen?

Grabsteine in der christlichen Tradition

Bereits in der Antike versahen die Römer ihre außerhalb der Städte errichteten Grabstätten mit Grabsteinen. Die Inschriften und Reliefdarstellungen auf den Steinen gaben Auskunft über die an dieser Stelle beigesetzten Menschen. Die Christen übernahmen nicht nur die Angewohnheit, die Verstorbenen vor den Stadtmauern zu begraben, sondern begannen auch, die Gräber mit Grabsteine zu markieren.

Da bereits in der frühen christlichen Geschichte in den Kirchen Fürbitte für die Verstorbenen gehalten wurde, entwickelte sich im Laufe der Zeit der Brauch, Adlige, Geistliche und wohlhabende Bürger der Stadt nicht außerhalb der Stadtmauern, sondern unterhalb der Kirche zu bestatten. Diese Grabstätten wurden mit beschriftenden Grabplatten gekennzeichnet, die oftmals mit einem Reliefbild des Verstorbenen versehen wurden. Später wurden die Grabplatten aufrecht an der Wand angebracht, um sie vor der Zerstörung durch die Tritte der Kirchenbesucher zu schützen.

Weniger bedeutende Gemeindemitglieder wurden zu dieser Zeit außerhalb der Kirche in unmittelbarer Nähe zum Gebäude beigesetzt. Hier wurden die Grabsteine, die die Grabstelle kennzeichneten, an der Außenwand der Kirche angebracht. Im 18. Jahrhundert, als der Platz unter dem Fußboden der Kirchen knapp wurde und die Verstorbenen immer häufiger im Kirchhof beigesetzt wurden, setzte sich der aufrechte Grabstein durch. Zeitweise wurden diese mit ausführlichen Inschriften versehen, die Auskunft über das Leben des Verstorbenen gaben. Mit prunkvollen Grabmälern sollte der soziale Status öffentlich zur Schau gestellt werden.

Da Grabsteine aus Granit kostenintensiv waren, wurden oftmals Holzkreuze oder Grabmäler aus Holz aufgestellt. Im Gegensatz zu den massiven Grabsteinen sind diese alten Kennzeichnungen heute nicht mehr erhalten. Inzwischen werden Holzkreuze in Deutschland hauptsächlich genutzt, um ein Grab provisorisch zu kennzeichnen bis der endgültige Grabstein fertiggestellt und gesetzt wird.

Ausdruck von Individualität und Persönlichkeit

Heutzutage werden Grabsteine in der Regel zwar immer noch mit dem Namen und den Lebensdaten, das heißt dem Geburts- sowie dem Todesdatum, versehen, doch weisen die modernen Steine einen wesentlich höheren Grad der Individualisierung auf. In Deutschland sind die Größe und auch die Gestaltung des Grabsteines von der Friedhofsordnung der jeweiligen Beisetzungsstätte abhängig. Doch mittlerweile wird auf Grabsteinen durch Inschriften oder die Gravur von Symbolen deutlich an die Lebensweise und die Interessen des Verstorbenen erinnert und die Individualität kommt zum Ausdruck. Die gesamte Gestaltung des Grabes löst sich immer mehr von den religiös geprägten Traditionen und stellt die einmalige Persönlichkeit des Verstorbenen in den Vordergrund. Zunehmend werden statt der klassischen Marmor- oder Granitsteine auch Metallskulpturen oder modern geschliffene Grabsteine gesetzt.

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Auf deutschen Friedhöfen gibt es neben dem stehenden Grabstein auch liegende Grabsteine sowie Wiesensteine, kleine Grabplatten die ebenerdig auf einem Wiesengrab eingelassen werden. Liegende Grabsteine werden sowohl für Urnengräber als auch für Sarggräber genutzt. Die individuelle Beschriftung kann in den Stein geschliffen oder mit Metall-Buchstaben aufgesetzt werden.

Der Grabstein darf nicht direkt nach der Beisetzung aufgestellt werden, sondern erst, wenn sich das Grab nach etwa drei Monaten gesetzt hat. Der Grabstein muss zunächst durch die Friedhofsverwaltung genehmigt werden und wird im Anschluss in der Regel von einem Steinmetz gesetzt. Anschließend muss regelmäßig – mindestens einmal im Jahr – die Standfestigkeit des Steines überprüft werden. Während der Wintermonate kann meist kein Grabstein errichtet werden, da der Boden gefroren ist.

Auch in den anderen Weltreligionen dienen Grabsteine nicht nur zur Kennzeichnung der Grabstelle, sondern auch zum Gedenken an die Toten und ihre Persönlichkeit.

Grabsteine im Judentum

Die jüdische Bestattungskultur hat ihre ganz eigenen Rituale und dementsprechend unterscheiden sich die Grabsteine von den christlichen. Im Judentum werden Grabsteine als Mazewot bezeichnet. Auf ihnen finden sich neben den oftmals hebräischen Inschriften zusätzlich Symbole, die auf die Stellung oder die Aufgaben des Verstorbenen innerhalb der jüdischen Gemeinde schließen lassen. Das können etwa Hände für den Priester oder Schofarhörner für den Vorbeter sein. Bei den Juden gehört es zum Ritual, bei einem Friedhofsbesuch Steine auf dem Grabstein zu hinterlassen. Dafür wird auf Blumenschmuck oder Grabpflanzen verzichtet. Dabei handelt es sich um eine alte Tradition aus der Zeit, als die Israeliten noch in der Wüste beigesetzt wurden. Über den Gräber wurden Steinpyramiden errichtet, um zu verhindern, dass wilde Tiere die Toten ausgraben. Damit die Pyramiden nicht zusammenstürzten, wurde bei jedem Besuch der Grabstelle ein neuer Stein auf den Steinhaufen gelegt. Diese Tradition ist auch in der modernen Zeit erhalten geblieben.

Muslimische Grabsteine

Neben dem Namen und den Lebensdaten des Verstorben werden auf muslimischen Grabsteinen traditionell zusätzlich die Namen des Vaters oder der Mutter angegeben. Bilder des Verstorbenen sowie eingravierte Hinweise auf die Todesursache sind im Islam nicht unüblich. Die Gestaltung des Grabsteines unterscheidet sich je nach Land und Ethnie sowie dem gesellschaftlichen Status des Verstorbenen.




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