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Umgang mit Tod und Trauer in der Schule 

Umgang mit Tod und Trauer in der Schule 

Ein Todesfall ist immer ein einschneidendes und emotionales Erlebnis. Kinder und Jugendliche bringen ihre Trauer zwar oft anders zum Ausdruck als Erwachsene, aber sie leiden nicht minder darunter.

Wie Kinder und Jugendliche mit dem Tod und der Trauer umgehen

In unserer heutigen Gesellschaft ist der Tod ein Tabuthema, von dem Kinder und Jugendliche meist ferngehalten werden. Dabei werden sie oftmals schon früh damit konfrontiert, wenn etwa das geliebte Haustier stirbt. Jüngere Kinder gehen mit einem Todesfall meistens offen um, weil sie noch nicht verstehen, was “tot sein” wirklich bedeutet. Sie denken, dass der Verstorbene nur schläft oder sich auf einer Reise befindet. Erst im späteren Alter begreifen sie das Sterben, den Tod und welches Ausmaß dieses Ereignis auf das Leben der Angehörigen hat. 

Der Todesfall und das Überbringen der Todesnachricht in der Schule

Bevor die Nachricht über den Tod eines Schülers an dessen Mitschüler überbracht wird, sollte die Schulleitung Kontakt zu der Familie des Verstorbenen aufnehmen, um sicher gehen zu können, dass es sich nicht um eine Falschmeldung handelt. Zudem sollte besprochen werden, welche Infos in der Schule weitergegeben werden dürfen, was insbesondere bei einem Unfall, einem Selbstmord oder einer Gewalttat mit Vorsicht zu behandeln ist. 

Die Nachricht über den Todesfall sollte den Schülern umgehend überbracht werden, denn meistens macht die Nachricht in der Schule schon die Runde und es werden vielleicht sogar Gerüchte gestreut, die es aus der Welt zu räumen gilt. Für den Überbringer der Nachricht stellt dies keine einfache Aufgabe dar und er sollte sich psychisch darauf vorbereiten. Er muss abwägen, ob er den Schülern in ihrer Trauer den notwendigen Halt bieten kann und im Zweifelsfall eine Vertrauensperson, wie den Psychologen oder den Vertrauenslehrer der Schule um Unterstützung und Begleitung bitten. 

Eine empfehlenswerte Form für das Gespräch mit den Schülern ist der sogenannte Stuhlkreis. In die Mitte kann ein Tisch mit Kerzen gestellt werden. Es soll verdeutlicht werden, dass an diesem Tag kein normaler Unterricht stattfindet. Die Reaktionen der Kinder und Jugendlichen auf die Todesnachricht können unterschiedlich ausfallen. Diese reichen von Trauer, Angst, Wut, innere Leere bis hin zu Schuldgefühlen (z.B. wenn ein Streit mit dem Verstorbenen vorausging). Aber auch Aggressionen können auftreten, ebenso Gefühlsausbrüche wie Weinen, Schreien. Auch Lachen oder das Stillwerden – nicht reden wollen oder können – gehören dazu. Auch in den darauffolgenden Tagen und Wochen kann und muss bei den Kindern und Jugendlichen damit gerechnet werden, dass Ängste, Konzentrations- und Schlafprobleme auftreten. 


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Wenn ein Mensch zum ersten Mal mit dem Tod in Berührung kommt, kann dies schnell zu Überforderung führen. Wir haben unsere Erfahrung und unser Wissen für Sie zusammengefasst und liefern Ihnen mit dieser Checkliste für den Todesfall eine Schritt-für-Schritt-Hilfestellung.
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Der Überbringer sollte versuchen, ruhig zu bleiben, jedoch nicht seine Gefühle unterdrücken. Es hilft keinem der Betroffenen, wenn um den heißen Brei herumgeredet wird und das Wort Tod nicht ausgesprochen wird. Jeder darf seine Gefühle offen äußern, ohne dass eine Wertung stattfindet. Die Schüler haben sicher viele Fragen und die Lehrer sollten ihnen signalisieren, dass sie für sie da sind, falls Gesprächsbedarf besteht. Sie müssen nicht auf jede Frage eine Antwort haben, aber alleine schon ihre Anwesenheit und das Zuhören hilft den Kindern und Jugendlichen. 

Wie Kindern und Jugendlichen bei ihrer Trauer geholfen werden kann

Den Kindern und Jugendlichen sollte bewusst gemacht werden, dass der Tod etwas ganz Natürliches ist und zum Leben gehört, aber auch dass die Trauer nachlässt und die Kinder dann wieder lachen und fröhlich sein dürfen. 

Seinen Gefühlen auf kreative Weise Ausdruck zu verleihen, kann den Schülern helfen. Der Platz des Schülers oder Lehrers, ein spezieller Platz in der Schule oder im Klassenzimmer kann schön mit Fotos, Kerzen, Blumen und Zeichnungen dekoriert werden. Das Auslegen eines Kondolenzbuches in der Schule wäre auch eine Möglichkeit der Trauerbewältigung. Diese Trauerrituale sollten aber zeitlich begrenzt sein und möglichst am Tag der Bestattung enden. Später sollte an bestimmten Tagen an den Verstorbenen erinnert werden, beispielsweise an seinem Geburtstag oder Todestag. 

Es ist wichtig, dass eine gewisse Struktur in der Schule herrscht. Viele Schüler möchten von sich aus schon bald zum Schulalltag zurückkehren. Hier gilt es zu beobachten, welche Veränderungen innerhalb der Klasse auftreten, um dann entsprechend reagieren und agieren zu können. 

Jeder Mensch verarbeitet seine Trauer anders, sowohl zeitlich als auch emotional. Diese unterschiedlichen Formen der Trauer anzuerkennen und ernst zu nehmen, schafft eine vertrauensvolle Basis für den Umgang mit Trauer und Tod.




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