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Trauerbegleiter: Hilfe in Zeiten des Abschieds

© unsplash.com/kristsll

„Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds. Der Zurückbleibende leidet.“ (H. W. Longfellow)

Der Verlust eines Angehörigen stellt für viele von uns einen tiefen Einschnitt in unser Leben dar. Ein geliebter Mensch ist plötzlich unwiederbringlich von uns gegangen und auf einmal ist nichts mehr, wie es vorher einmal war. Tiefe Trauer überschattet den Tagesablauf und oftmals erscheint es unmöglich, den Alltag zu bewältigen. In dieser Situation kann es helfen, fachkundige Unterstützung durch eine Trauerbegleitung zu bekommen. Trauerbegleiter holen den Trauernden dort ab, wo Freunde und Familie überfordert sind und nicht mehr den benötigten Beistand leisten können.

Was ist Trauerbegleitung?

Die Begleitung Trauernder hat ihre Ursprünge in der kirchlichen Seelsorge und ist historisch eng mit der pfarramtlichen Tätigkeit verknüpft. Durch Tabuisierung von Krankheit und Sterben in der Moderne wurde das Ausleben und Auseinandersetzen mit Trauer zunehmend verdrängt und konnte häufig nur in geschützten Räumen praktiziert werden.

Heute leben wir in einer Zeit, die mehr Raum für Achtsamkeit schafft und wieder eine offenere Auseinandersetzung mit Trauer zulässt. Viele Trauernde nehmen die Hilfe eines Trauerbegleiters in Anspruch, der mit Fachkompetenz und Einfühlungsvermögen Unterstützung während der schwierigen Trauerphase bieten kann. Die Begleitung kann sowohl als Einzelbegleitung als auch in der Gruppe erfolgen. Auch Wochenendseminare und Trauerreisen sind möglich. Die Trauernden können dabei ganz nach den individuellen Wünschen entscheiden, welche Art der Trauerbegleitung für sie in Frage kommt. In einigen Fällen ist die Begleitung sogar in den Portfolios von Bestattern enthalten, in anderen Fällen wird sie von freien Trägern, Hospizen oder Kirchen angeboten.

In den vergangenen Jahren hat sich zudem das Berufsbild des selbstständigen Trauerbegleiters etabliert. Eine offiziell anerkannte Ausbildung, die dafür qualifiziert, gibt es jedoch nicht. Allerdings werden diverse Schulungen angeboten, die entsprechende Kompetenzen vermitteln sollen. Im Zuge des steigenden Interesses an dem Beruf, werden einheitliche Ausbildungsnormen zur Qualitätssicherung diskutiert. 2007 formulierte der Bundesverband Trauerbegleitung zu diesem Zweck fachliche Standards, die zunehmend Einzug in das Repertoire der Weiterbildungsinstitutionen halten.

Welche Aufgaben hat ein Trauerbegleiter?

Schon Sigmund Freud erkannte in der Trauerarbeit eine ernste Disziplin innerhalb der psychologischen Betreuung. Trauer ist eine Erfahrung, mit der jeder Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt seines Lebens konfrontiert wird. Daher ist es umso wichtiger, die passende Unterstützung zu erhalten. Die Trauerreaktion ist dabei allerdings klar von der Traumareaktion abzugrenzen, die eine psychotherapeutische Behandlung erfordert. Eine Trauerbegleitung kann bei pathologischem Verhalten keine ärztliche Betreuung ersetzen.

Das Bedürfnis nach Beistand ist im Falle eines Verlustes oft so intensiv, dass es nur schwer vom sozialen Umfeld des Trauernden getragen werden kann. Angehörige haben mit der eigenen Trauer zu kämpfen oder sind schnell mit der Aufgabe überfordert, das Ausmaß an Emotionen aufzufangen. Der geschulte Trauerbegleiter kann in diesem Moment die erforderliche Hilfe leisten. Er kann dem Trauernden zwar die Trauer nicht abnehmen, aber dessen Prozess der Verarbeitung gezielt unterstützen und ihm zur Seite stehen. Hin und wieder wendet er sanfte Bestimmtheit an, um dem Trauernden zu notwendigen Konfrontationen mit vermiedenen Gefühlen zu verhelfen.


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Ziel der Trauerarbeit ist es, die gefühlsmäßigen Bindungen an den Verstorbenen neu zu definieren und als vergangenen Bestandteil in das Leben zu integrieren. Der Trauerbegleiter gestaltet die Trauerphase dabei so, dass dem Trauernden eine individuell am besten geeignete Bewältigung der seelischen Schmerzen ermöglicht wird. Er hört zu, schweigt und weint mit dem Trauernden und schafft mit seiner Unterstützung eine Ebene der Sicherheit, die es dem Trauernden erlaubt, seinen Verlust aus vollem Herzen zu spüren und zu verarbeiten.

Um die Trauerphase nach den persönlichen Bedürfnissen zu gestalten, ist ein hohes Maß an Menschenkenntnis und Kreativität erforderlich. Der Trauerbegleiter muss den Trauernden beobachten, empathisch verstehen und ihn genau dort abholen, wo er sich in seinem Prozess der Verarbeitung befindet. Das ist oftmals keine leichte Aufgabe. Empathie zu geben bedeutet, sich mit den eigenen Gefühlen ähnlicher Natur auseinanderzusetzen, um den Schmerz des Gegenübers besser nachempfinden zu können. Dies kann mitunter sehr kräftezehrend sein. Deshalb ist es auch für den Trauerbegleiter wichtig, eine Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden, um die eigenen Grenzen nicht auszureizen. Ausgeprägte Selbstwahrnehmung ist dabei unbedingt erforderlich.

Was macht einen guten Trauerbegleiter aus?

Da sich die Trauerbegleitung mit der menschlichen Psyche befasst, sind für eine effektive Begleitung psychologische Grundkenntnisse erforderlich. Bei der Auseinandersetzung mit der eigenen Trauer wird Kontakt zu einem verletzlichen Teil der Psyche hergestellt, an dem bei falschem Umgang erheblicher Schaden verursacht werden kann. Es ist also wichtig, die Symptome des Trauernden genau zu erkennen und die Trauerarbeit darauf auszurichten.

Die Ansätze innerhalb der Trauerbegleitung sind so divers wie die Ausbildungsinhalte. Einige Trauerbegleiter orientieren sich an veralteten Ansichten, nach denen vordefinierte Stadien der Trauerbewältigung durchlaufen werden müssen. Oftmals benötigt der Trauernde aber einen anderen Umgang und individuelleren Ansatz. Deswegen machen Achtsamkeit und Verstehen von Bedürfnissen einen notwendigen Teil der Trauerbegleitung aus.

Eine wichtige Kernkompetenz der Trauerarbeit stellt zudem die Selbstreflexion dar. Der Trauerbegleiter sollte stets ein Auge auf seine eigenen Gefühle und Reaktionen haben. Ein Netzwerk von Fachkollegen kann ihm dabei professionelles Feedback geben und ihn in überfordernden emotionalen Situationen auffangen.


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Empfohlene Kompetenzen des Bundesverbands Trauerbegleitung umfassen nicht nur fachliche Grundlagen und Selbstreflexionskompetenzen. Auch eine kompetente Gesprächsführung und das Meistern von Krisensituationen sollte der Trauerbegleiter beherrschen. Zudem gehören soziale Kompetenzen und der kreative Umgang mit den gegebenen Ressourcen zu den erforderlichen Qualitäten.

Da sich die Erkenntnisse der Trauerforschung ständig weiterentwickeln, sollte eine hohe Bereitschaft zu regelmäßigen Fortbildungen vorhanden sein. Auch eine geeignete Form der Dokumentation von Klientengesprächen hilft dem Trauerbegleiter dabei, sich auf Termine vorzubereiten und die Entwicklung des Trauernden im Auge zu behalten.

Wie finde ich den passenden Trauerbegleiter?

Trauerbegleiter, die ihre Fortbildung nach den Standards des Bundesverbands Trauerbegleitung absolviert haben, sind in der Datenbank des Verbandes zu finden. Auch wenn die dort aufgeführten Begleiter einen genormten und längeren Prozess der Weiterbildung durchlaufen haben, heißt das nicht zugleich, dass andere Ausbildungsformate weniger für den Beruf qualifizieren. Nicht allein das Zertifikat bestimmt die Kompetenz des Trauerbegleiters.

Auch die Preise der angebotenen Leistungen sind nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal. Schnell versprochene Hilfe und Trauerbewältigung sind dabei in der Regel ein Alarmzeichen. Trauer braucht ihre Zeit und will erst einmal durchlebt werden.

Da es sich bei einer Trauerbegleitung immer um eine zwischenmenschliche Beziehung handelt, ist es wichtig, auf die eigenen Instinkte zu hören und zu erfühlen, ob man miteinander auskommt. Schauen Sie, ob Sie mit Ihrem Gegenüber zurechtkommen und die nötige Sicherheit gewinnen, um sich Ihrem Trauerbegleiter zu öffnen und ihm Ihre Gefühle anzuvertrauen.



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