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Tod in der Zukunft: Bestattungen in Science Fiction

Wie werden Bestattungen in 50, 100 oder 500 Jahren ablaufen? Welche Rolle werden Tod und Abschiednahme noch spielen? Werfen wir einen Blick auf Science Fiction-Filme und -Bücher, was sie uns über mögliche Bestattungsarten in der Zukunft verraten.

Gestorben wird in Science Ficiton-Filmen und -Büchern auf jede erdenkliche Art und Weise: von der Laserpistole zerpufft, vom Alienmonster gefressen, vom Sternenkreuzer gesprengt. Meist bleibt vom Körper nicht viel für eine Bestattung übrig. Es gibt aber auch ruhigere Science Fiction, in denen künftige Gesellschaftsordnungen und neue Technologien dargestellt werden – und diese zeigen ganz unterschiedliche Arten, mit Verstorbenen umzugehen.

Einfrieren und auf bessere Zeiten hoffen

Kryonik nennt sich die Methode, den Körper oder manchmal auch nur den Kopf eines Verstorbenen einzufrieren und dauerhaft zu kühlen. Die Hoffnung der Menschen, die sich für diese Bestattungsmethode entscheiden ist, dass es eines Tages vielleicht die medizinischen Möglichkeiten gibt, den Menschen wieder zum Leben zu erwecken und zu heilen. Im Film Idiocracy hat sich die zukünftige Gesellschaft so degeneriert, dass der mäßig intelligente Zeitreisende aus unserer Gegenwart es leicht hat, Präsident zu werden. In der Comicreihe Transmetropolitan ist die zukünftige Gesellschaft so überdreht und chaotisch, dass die wiederaufgeweckten „Revivals“ keinen Platz darin finden und traumatisiert und orientierungslos verwahrlosen.

Schon über 300 Menschen warten eingefroren auf die Zukunft (Cryonics Institute, USA)

Die Kryonik kann man in den USA schon heute als Bestattungsform buchen. So kann man eine Wette auf die Zukunft abschließen – aber man sollte sich überlegen, worauf man wettet. Für die Angehörigen in der Gegenwart heißt das aber auch, nicht wirklich Abschied vom Verstorbenen nehmen zu können. Das Einfrieren soll ja gerade nicht als Tod verstanden werden, sondern nur als medizinische Maßnahme.

Upload in die Cloud

Jeder Punkt im Rechenzentrum steht für eine hochgeladene Person. (Black Mirror: San Junipero)

Die Black Mirror-Folge „San Junipero“ spielt in einer Simulation, in sich die Menschen einklinken und dort in einem Wunschkörper unbeschwerte Zeit verbringen können. Nach einer Weile wird deutlich, dass es dort auch „Einheimische“ gibt, die in der echten Welt tot sind und nun dauerhaft in der Simulation leben. Als Sterbender kann man sich dafür entscheiden, seinen Geist komplett in den Computer hochladen zu lassen. In diesem Fall ist das Paradies ein Server auf Erden.

Ähnlich beschreibt es der Roman Accelerando, in dem sich die Menschheit nach und nach ins Netz zurückzieht und schließlich gar keine Körper mehr nutzt. Auch historische Figuren werden aus ihren hinterlassenen Texten und Bildern als virtuelle Personen rekonstruiert und „leben“ im digitalen Raum.

 

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Der Übergang ins digitale Leben und das Aufgeben des Körpers wird in dieser Science Fiction oft als Ritual mit Abschiednahme durch die Familie gezeigt. Die Hinterbliebenen können weiterhin mit den „Transhumanen“ in Kontakt bleiben. Offen bleibt, ob die simulierten digitalen Wesen wirklich ein eigenes Bewusstsein haben oder doch nur eine Art Zombies sind.

Online-Friedhöfe

Ein Sprung zurück in die Gegenwart – auch heute schon trennt sich der Ort des Andenkens von dem Ort, an dem die Knochen begraben liegen. Immer weniger Menschen möchten ein Grab auf dem Friedhof pflegen. Stattdessen pflegen immer mehr Angehörige liebevoll Online-Gedenkseiten, auf denen man Sprüche hinterlassen und Kerzen anzünden kann. Je mehr wir in Zukunft online Beziehungen pflegen, desto mehr könnte auch das Gedenken digital stattfinden.

Die Firma i-Ternal entwickelt heute schon interaktive Grabsteine, die über ein eingebautes Display verfügen. Steht ein Besucher vor der Grabstelle, werden auf dem Bildschirm des Grabsteins Bilder und Videos aus dem Leben des Verstorbenen gezeigt. So wird der klassische Friedhof digital.

Die Nährstoffe des Körpers verwenden

Die Nahrung der Arbeiterinnen wird aus Leichen gemacht. (Cloud Atlas)

Ein anderes typisches Thema in der Science Fiction ist, dass die Toten maschinell zur Nahrung verarbeitet werden. Soylent Green zeigt eine düstere Zukunft, in der Hunger herrscht. Die Bevölkerung erhält Plättchen als Essensrationen – doch diese sind aus Menschenfleisch gemacht. Auch in Matrix werden die Leichen automatisch verflüssigt und an die Lebenden gefüttert. In der Romanverfilmung Cloud Atlas wird den Arbeiter-Klon-Menschen das Paradies versprochen, doch sie werden getötet und zur „Seife“ – einer drogenversetzten Nahrung – verarbeitet.

Freitod-Szene in Soylent Green

Interessanterweise erhält man sowohl in Soylent Green als auch in Cloud Atlas zuvor ein wunderschönes Abschiedsritual. Mit lieblichen Bildern, Licht, Gesang und freundlichen Gesten werden die Menschen zum „Schlachthaus“ gelockt. Im Film bringt das einen starken Kontrasteffekt zu der herzlosen Weiterverarbeitung danach. Aber darf man sich so einen schönen Tod eigentlich auch wünschen, wenn man selbstbestimmt sterben möchte? Vielleicht wird auch das in Zukunft möglich sein.

In der Sonne verglühen

Letzter Abschied von Spock (Star Trek)

Wenn auf Raumschiff Enterprise Hauptpersonen sterben (nicht nur Lieutenants ohne Namen), dann wird in der Science Fiction-Fernsehserie manchmal eine Bestattung gezeigt. Der Körper wird dabei in eine Kapsel gelegt und diese mit einer Flagge bedeckt. Der Kapitän des Raumschiffs hält eine Rede vor der versammelten Mannschaft und die Kapsel wird durch den Torpedoschacht ins All geschossen, um irgendwann in einer Sonne zu verglühen. Diese Abschiednahme orientiert sich wohl an alten Seebestattungen. Wenn ein Seemann starb und es nicht möglich war, ihn an Land zu bringen, wurde sein Leichnam auf See beigesetzt.

Auch heute kann man bereits Weltraumbestattungen buchen, unter anderem beim US-amerikanischen Raumfahrtunternehmen SpaceX. Dabei wird ein kleiner Teil der Asche des Verstorbenen per Rakete in den Orbit geschossen und soll im Anschluss in der Erdatmosphäre verglühen.

Ewig leben

Von Highlander bis Deadpool gibt es immer wieder Charaktere, die unsterblich und unverwundbar sind. Aber schwer vorstellbar ist eine Gesellschaft, in der niemand stirbt. Vielleicht gäbe es Überbevölkerung, soziale Konflikte, arbeitslose Bestatter… Oder eine sorgenlose Utopie mit Kunst, Kultur und jahrhundertelangen Reisen zu anderen Sonnensystemen.

Voraussagen

Sicher wird die Vielfalt der Bestattungsarten und -orte in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Hoffentlich wird der Tod – solange er noch unausweichlich ist – selbstbestimmter und die Wünsche für die letzte Reise individueller. Dabei wird es vielleicht weniger wichtig sein, wo die sterblichen Überreste ihren Ruheort finden. Das Andenken wird mehr die digitalen Lebensspuren des Verstorbenen aufgreifen, erst in den sozialen Netzwerken und eines Tages vielleicht in der digitalen “Wolke“.

 

Haben Sie Fragen? Unsere Bestattungsexperten helfen gerne