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Plötzlich verwitwet: Wie man das Leben alleine meistert

Manchmal kommt der Tod des Partners ganz unvermittelt, in anderen Fällen können sich die Ehepartner während des schweren Verlaufs einer Krankheit auf das Sterben des geliebten Menschen vorbereiten. Doch kann man sich auf das Leben ohne den Partner vorbereiten? Und wie gestaltet und meistert man den Alltag als Witwe oder Witwer?

Für verheiratete Frauen ist die Wahrscheinlichkeit eines Tages alleine durchs Leben gehen zu müssen deutlich höher als für ihre Ehegatten, da die Lebenserwartung von Frauen höher ist als die der Männer. In Deutschland gibt es aktuell rund 6 Millionen verwitwete Menschen, wobei Witwen deutlich in der Überzahl sind und durchschnittlich etwa 15 Jahre ohne den Ehepartner leben. Doch wie können sie die Lebenszeit ohne den Partner gestalten? Zwar ist der Tod des Lebensgefährten immer ein einschneidendes und schmerzvolles Erlebnis, doch für den hinterbliebenen Partner muss das Leben immer auch weitergehen. Trotz des Verlusts muss der Alltag gemeistert werden und auch Freude am Leben muss es dennoch geben.

Sind die Formalitäten nach der Beerdigung erledigt, der Erbschein sowie die Witwenrente oder die Halbwaisenrente beantragt, um die finanzielle Absicherung zu gewährleisten, und legt sich der organisatorische und bürokratische Stress, werden viele Menschen das erste Mal wirklich von ihrer Trauer und dem Schmerz überwältigt. In dieser Zeit ist es besonders wichtig, dass man Familienangehörige und Freunde um sich hat, die einem während der ersten Wochen beistehen.

Haben sich die Trauer, die Verzweiflung und große Traurigkeit nach einiger Zeit gelegt, muss das Leben häufig neu geordnet werden. Es gilt den Alltag alleine zu bewältigen – ohne den Partner an der Seite. In dieser Phase sollte man sich als Witwe oder Witwer nicht selbst unter Druck setzen, sondern sich selbst ausreichend Zeit für eine Neustrukturierung des Alltags geben. Bis man sich nach dem Verlust des Ehepartners mit der Trauer auseinandergesetzt und einen neuen Alltag erarbeitet hat, kann es mitunter einige Jahre dauern.

Angst vor dem einsamen Wochenende

Häufig macht Witwen und Witwern vor allem die Angst vor den einsamen Wochenenden zu schaffen. Waren die Wochenenden zuvor für gemeinsame Aktivitäten mit dem Partner reserviert, fühlen sich die Hinterbliebenen ohne den Ehepartner besonders an den freien Tagen der Woche einsam und leer. Manchen Menschen hilft es in dieser Situation, sich alleine, mit Freunden oder anderen Betroffenen aus Selbsthilfegruppen neue Aktivitäten und Beschäftigungen zu suchen. Manche Menschen bevorzugen es zwar, sich vor allem am Wochenende zu Hause zurückzuziehen, in Erinnerungen einzutauchen und in Gedanken bei dem Verstorbenen zu sein. Dieses Eintauchen in schmerzliche Gefühle und Erinnerungen und das Abkapseln von der Außenwelt sollte allerdings nicht zur Gewohnheit werden. Vielmehr müssen Verwitwete nach einem neuen Sinn in ihrem Leben suchen.


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Emotionale Rückschläge akzeptieren

Auch Rückschläge, emotionale Löcher und schwierige Tage – vor allem im ersten Jahr nach dem Tod und besonders an den Feiertagen, am Totensonntag oder dem Todestag – sind für verwitwete Menschen völlig normal und sollten akzeptiert werden. Keinesfalls darf man versuchen, diese Gefühle zu unterdrücken. Oft kann es helfen, mit den eigenen Kindern oder engen Angehörigen über die Situation und die Gefühle zu sprechen. Viele Witwen und Witwer finden auch in Selbsthilfegruppen Trost und empfinden es als tröstend sich mit Menschen auszutauschen, die einen ähnlichen Trauerprozess durchleben. Auch Gespräche mit Ärzten, Psychologen, dem Pfarrer oder einem professionellen Trauerbegleiter können bei der Trauerarbeit helfen und die Angehörigen, die eventuell selbst mit der Trauer beschäftigt sind, entlasten. Hat man niemanden zum Reden, kann man die Telefonseelsorge in Anspruch nehmen. In Deutschland gibt es mehrere Seelsorgenummern, die man völlig anonym und kostenlos zu jeder Tageszeit anrufen kann.

In Zeiten der Trauer darf man das leibliche Wohl nicht vernachlässigen. Auch wenn es die ersten Wochen und Monate nach dem Tod des Partners schwerfällt, dürfen eine gesunde Ernährung uns Sport nicht außer Acht gelassen werden. Sport und Bewegung an der frischen Luft fördern nicht nur das Wohlbefinden, sondern helfen auch körperliche Anspannungen abzubauen. Es ist also durchaus förderlich, in emotional schwierigen Zeiten nach Möglichkeit ab und an Sport zu treiben, auch wenn dafür eigentlich die Motivation fehlt.

Als Witwer oder Witwe muss man damit rechnen, dass man nach dem Tod des Partners einige Freundschaften verliert. Manche Menschen sind mit dem Thema Tod überfordert und wissen nicht, wie sie mit Freunden umgehen sollen, die ihren Partner verloren haben. Nicht selten schlafen solche Freundschaften ein. Manchmal ist es außerdem schwierig, weiterhin mit Ehepaaren befreundet zu sein, mit denen man vielleicht häufig als Paar etwas unternommen hat.

Chance für einen Neuanfang

In dieser Zeit der Neuorientierung ist es besonders wichtig, dass Angehörige und Freunde für den Hinterbliebenen da sind und ihm zur Seite stehen. So schwierig diese Phase emotional auch sein mag, eröffnet sie auch viele Chance für verwitwete Menschen. Die Trauer nimmt nicht mehr den gesamten Alltag ein, die Verzweiflung lässt allmählich nach und man verspürt langsam wieder Energie und Lebensfreude. Ist man emotional bereit, kann man die Möglichkeit nutzen, sich neue Freizeitaktivitäten zu suchen und über diese Hobbys neue Menschen kennenzulernen. Idealerweise findet man den Lebenssinn wieder und freundet sich mit dem Gedanken an, dass es zwar nie wieder so sein wird wie früher mit dem Partner, dass man aber dennoch ohne Schuldgefühle ein erfülltes Leben als Witwe oder Witwer führen kann. Pläne wie Urlaubsreise oder Besuche von Konzerten oder anderen Veranstaltungen, die man mit dem Partner geschmiedet hat, kann man auch alleine oder mit Freunden umsetzen.

Ebenso kann eine räumliche Veränderung, ein Umzug in eine neue Wohnung oder ein Haus, bei der Trauerbewältigung helfen. Diesen Schritt sollte man sich jedoch gut überlegen und nicht aus einem Impuls heraus entscheiden. Manchmal hilft schon das Umdekorieren oder Renovieren einzelner Räume.

Verwitwete mit kleinen Kindern stehen vor einer ganz besonderen Herausforderung – sie sind plötzlich alleinerziehende Elternteile. Zusätzlich müssen sie für die Kinder stark sein und haben oftmals keine Möglichkeit, ihre Trauer im Alltag Platz einzuräumen. In den ersten Wochen und Monaten „funktionieren“ die verwitweten Elternteile meist nur und finden erst zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich der Alltag wieder ein wenig eingestellt hat, die Zeit um zu trauern. Mittlerweile gibt es in Deutschland immer mehr Selbsthilfegruppen für verwitwete Eltern, deren Mitglieder ein ähnliches Schicksal tragen und durch ihre Erfahrungen Witwer und Witwen aus dem großen Loch der Trauer herausholen und zeigen können, wie man mit dem Dasein ohne den Vater oder die Mutter der eigenen Kinder fertig wird.

Natürlich gibt es keinen Leitfaden und kein universal gültiges Rezept, wie man den Alltag alleine meistert. Die Gestaltung des Lebens als Witwe oder Witwer ist individuell abhängig von der Persönlichkeit des jeweiligen Menschen. Während manche Hinterbliebene den Tod des Partners trotz aller Trauer als Neuanfang nutzen und ihren Leben neu ausrichten, haben andere Witwen keinen Wunsch nach Veränderung und führen ihren Alltag so weiter wie vor dem Todesfall. Kann man sich aber auch nach dem ersten Trauerjahr noch immer nicht wieder an den schönen Dingen des Lebens erfreuen, ist die Trauer nach wie vor überwältigend und möchte man sich am liebsten verkriechen und die ganze Welt ausschließen, sollte man sich professionelle Hilfe suchen, die bei der Trauerarbeit unterstützt, denn dies können Anzeichen für eine ernste Despression sein.

Wenn man jedoch lernt, das Sterben als selbstverständlichen Teil des Lebens akzeptiert, nimmt man dem Tod den Schrecken und die Angst und es lässt sich eventuell leichter mit einem Todesfall umgehen.




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