Wir beantworten gerne Ihre Fragen, telefonisch oder per E-Mail

mymoria.de verwendet Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis auf der Webseite zu ermöglichen. Weitere Informationen finden Sie hier

Fußballbestattungen und die verrücktesten Riten der Teilnehmerländer

„Fußball ist meine Religion“

Weltweit fiebern die Fußballfans der WM entgegen und im erbitterten Kampf um den Pokal sollte sich so manches Land schon einmal warm anziehen und sich Gedanken darüber machen, wie es für sie nach dem finalen Ende weitergehen soll – und das meinen wir nicht nur auf den Fußball bezogen. 

Denn für einen eingefleischten Fußballfan gilt „Alles für den Verein“ schließlich auch über den Tod hinaus. So zieren in Deutschland nicht nur Fußballsymbole und Vereinssprüche die Grabsteine; Schalke 04 und der Hamburger SV haben gleich ganze Areale auf Friedhöfen gepachtet, damit die Verbundenheit der Fans mit dem Verein nicht mit dem Tod enden muss. 

gallery_sommer01.jpg© Schalke FanFeld

Auch die Boca Juniors in Buenos Aires haben einen Privatfriedhof gegründet, auf dem sogar schon für Fußballlegende Diego Maradonna ein Ehrenplatz reserviert wurde und Clubs wie der FC Barcelona oder der FC Chelsea gehen sogar noch einen Schritt weiter.

Dank lockerer Bestattungsgesetze können Länder wie Spanien oder England ihren Fans die Möglichkeit bieten, ihre Asche in Vereinseigenen Urnenhallen oder sogar unter dem „Heiligen Rasen“ beizusetzen. 

Andere Länder, andere Sitten, gilt auch für Deutschlands Gruppengegner Mexiko. Wer hier nicht ganz so streng nach der Devise „Fußball ist meine Religion“ lebt, lässt sich nämlich noch immer nach den traditionellen Bestattungsbräuchen beerdigen. 

shutterstock_339701147.jpgMexiko

Unser Konkurrent Mexiko ist mittlerweile weltweit für sein buntes Totenfest bekannt. Alljährlich wird ab Mitte Oktober bis zum Gedächtnis Allerseelen Anfang November der „Día de Muertos“, der Tag der Toten gefeiert, dem die Vorstellung zu Grunde liegt, dass keine Seele möchte, dass man ihrer mit Wehklagen gedenkt. 

Und auch eine traditionelle Bestattung ist nicht mit unseren Bräuchen zu vergleichen. 

Denn anders als in Deutschland wird in Mexiko kein Bestatter gebraucht wenn ein Angehöriger verstirbt, denn die Familie kümmert sich um alles selbst. Am Abend kommen die Angehörigen, Freunde und Nachbarn am Haus des Verstorbenen zusammen und beten gemeinsam den Rosenkranz. Die Familie bereitet Tee und Gebäck vor, denn der Tradition nach werden die Angehörigen die ganze Nacht lang vor oder im Haus des Verstorbenen bleiben, um ihn mit Gebeten ins Jenseits zu geleiten. Bereits am nächsten Tag findet die Beerdigung statt, womit die Trauerzeit aber noch nicht endet. Am nächsten Tag wird die Trauertradition „Novenario“ eingeleitet, zu der sich die Trauernden neun Tage lang zur Abendzeit am Hause des Verstorbenen zusammenfinden und einen Rosenkranz beten. 

619062418.jpg

Auch in der Gruppe H treffen gleich zwei Länder aufeinander, in der die Bestattungstraditionen kaum unterschiedlicher sein könnten: Kolumbien und Japan. 

Kolumbien

In den verschiedenen Teilen Kolumbiens kommen unterschiedlichste Rituale und Bräuche zusammen. 

Zu Beginn jedes Jahres wird in Barranquilla der Joselito Carneval gefeiert. Die Menschen begeben sich mit Särgen und als Witwen verkleidet auf die Straßen, um das Begräbnis der Hauptfigur Joselito darzustellen, der vom zu vielen Tanzen und sich Gehenlassen im Suff starb. Doch dieser Tod stellt auch einen Auftakt dar, denn Joselito wird auferstehen und eröffnet damit weitere Feierlichkeiten. 

Getanzt und gesungen wird auch in San Basilio de Palenque, in der kolumbischen Karibik, wenn sich die Gemeinde in den neun Nächten nach dem Tod eines Menschen versammelt, um den Verstorbenen zu verabschieden. 

Doch das Land ist auch von den verheerenden Folgen der Drogenkriege und Waffengewalt geprägt. So bürgerte es sich ein, dass die Ortsansässigen von Puerto Berrio, am Ufer des Rio Magdalena, die anonymen Leichen begraben, die der Fluss anschwemmt. Sie kennzeichnen ihre Gräber mit „N.N.“ („Anonyme“) und mit „auserwählt“. Als Ausgleich für die Bemühungen der Bestattung bitten sie am Grab der N.N. um kleine Wunder. 

Japan 

Ganz anders geht es in Japan zu, wo sich die Beerdigungsriten hauptsächlich auf buddhistische Traditionen beziehen. Sie besitzen jedoch auch konfuzianische, christliche und Shinto-Elemente. So wird der Verstorbene bei der traditionellen Totenwache in einen weißen Kimono gekleidet und mit weißen Tüchern bedeckt. Es gibt zudem einen Altar, an dem von den Besuchern Geldgeschenke zur Finanzierung der Beisetzung gemacht werden. Diese sind auch zumeist auch dringend nötig, denn eine durchschnittliche Beerdigung kostet in Japan umgerechnet etwa 17.000 Euro.

luis-alvoeiro-quaresma-118738.jpg