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Die schönsten ehemaligen Krematorien

© Bernd Brundert

Krematorien – nicht grade der erste Ort, der einem als Ausflugsziel oder für einen Sonntagsspaziergang einfällt, oder? Doch in den ehemaligen Krematorien Deutschlands wird geforscht, entdeckt, gesungen und vor allem eins: gestaunt. Denn wo einst der Lebensweg endete, sind die Menschen heute Feuer und Flamme für neue Projekte.

Wir sollten zunächst einen kleinen Abstecher in die Geschichte der Feuerbestattung machen: Denn auch wenn diese theoretisch bis in die Steinzeit zurückreicht, verlor sie durch die Ausbreitung des Christentums im Mittelalter nahezu völlig an Bedeutung. In ganz Mitteleuropa wurden die Toten fortan beerdigt, schließlich solle der Körper seinen Weg in die Auferstehung bestenfalls unbeschadet finden. Lediglich die Hexen und Verbrecher wurden mit einer Verbrennung auch nach ihrem Ableben weiterhin „bestraft“.

Diese Einstellung hielt sich erstaunlich wacker bis ins 19. Jahrhundert. Erst als die Freidenker die Säkularisierung vorantrieben und in Folge dessen die Zivilehe und konfessionsloser Schulunterricht eingeführt wurden, gewann auch die Feuerbestattung wieder an Zuspruch.


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Den Auftakt machte das 1878 erbaute Krematorium Gotha und in den nächsten Jahrzehnten kamen etliche hinzu. Kurz darauf wurde 1909/1910 auch das erste Krematorium Berlins im Stadtteil Wedding erbaut.

Als Symbol des Fortschritts ragte es mit einer siebzehn Meter hohen Trauerhalle und achteckigen Grundriss empor, bis es die Stadt im Jahr 2002 schließen ließ – doch die Schließung des Krematoriums sollte nicht das Ende des Gebäudes sein. Seit 2013 befindet sich das ehemalige Krematorium in privater Trägerschaft, rund hundert Kreative kommen hier zusammen und bilden zusammen das Kulturquartier „silent green“. Mittlerweile finden hier regelmäßig Konzerte, Lesungen und Führungen statt und erwecken das Krematorium zu neuem Leben.

Ebenfalls in den Jahren 1909 und 1911 wurden die Krematorien in Dessau und Sonneberg erbaut und zählten damals zu den modernsten Anlagen ihrer Zeit. Vor ihrer Stilllegung in den 1990er Jahren, wurden allein in Dessau mehr als hunderttausend Menschen eingeäschert.

Beide Gebäude wurden dem Verfall überlassen und sind heute als „Lost Places“ bekannt. Doch genau das macht einen Besuch so reizvoll – besonders das Kreamtorium in Dessau, mit seinem wild verwachsenen Friedhof bietet eine gespenstisch romantischen Kulisse für Fotografen.



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