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Aktuelle Grabstein-Trends: Der Grabstein im Wandel der Zeit

Einheitlich in der Form, möglichst in den traditionellen Farben Schwarz oder Weiß und auf Hochglanz poliert – so sieht er aus, der traditionelle Grabstein, den man hierzulande auf den meisten Friedhöfen antrifft. Doch die Zeiten der eintönigen Grabmale sind längst vorbei und so halten auch in die Grabsteingestaltung immer mehr Individualismus und Innovation Einzug. Vor allem schlichte und elegante Modelle haben in den letzten Jahren auffallend zugenommen. Modern sollen sie sein, individuelle Elemente enthalten aber dennoch nicht zu überladen wirken.

Das klassische Grabmal

Übernommen aus der Antike, haben sich auch in späteren Zeiten des Christentums Grabsteine als Gedenksymbole an die Verstorbenen durchgesetzt. Diese Tradition ist uns bis heute erhalten geblieben, auch wenn nunmehr ein geringerer Teil der Bevölkerung einen religiösen Hintergrund besitzt. Dabei liegt es im Ermessen des jeweiligen Friedhofs, nach welchen Vorschriften ein Grabstein gestaltet werden muss.

Je nach Art des Grabes, gilt es zwischen fünf grundlegenden Grabsteintypen zu unterscheiden. Für Familiengräber kommen in der Regel nur Breitsteine in Frage, Einzelgräber hingegen kommen mit den schmaleren, aufrechtstehenden Reihensteinen aus. Da diese Art des Grabmals am beständigsten und witterungsresistentesten ist, findet man sie auf Friedhöfen am häufigsten. Liege- oder Kissensteine werden leicht angeschrägt auf die Grabstätte aufgesetzt und besitzen eine geringere Höhe. Durch die Ausrichtung der Oberfläche gen Himmel, sind die Inschriften allerdings anfälliger für Abnutzungserscheinungen durch Wind und Wetter. Für die Beisetzung von Urnen sind spezielle Urnensteine vorgesehen, die meist etwas kleiner gestaltet sind und sowohl liegende als auch stehende Elemente enthalten können. Die aufrechte Gestalt des Menschen symbolisierend, haben auch Stelen eine sehr lange Tradition. Seit der griechischen Antike gelten sie als Grabmal, das eine Begegnung auf Augenhöhe ermöglicht.


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Auch die Bestimmungen zu Art und Inhalt der Grabinschriften sind durch die Friedhofsordnung geregelt. Die Inschriften können entweder aus anderen Materialien gefertigt und anschließend auf den Grabstein aufgesetzt werden oder durch Abtragung des Materials als Gravur eingearbeitet werden. Am gebräuchlichsten ist auch heutzutage noch die Nennung des Namens sowie der Geburts- und Sterbedaten. In früheren Zeiten war es zudem üblich, Sinn- oder Leitsprüche mit religiösem Bezug sowie bedeutungsträchtige Symbolik auf dem Grabmal zu verewigen. Hatte der Verstorbene beispielsweise zu Lebzeiten im Bergbau gearbeitet, wurde dies zuweilen auch mit Schlägel und Eisen gekennzeichnet. Auch in Keramik gebrannte Porträts wurden häufig in das Grabmal integriert.

Farbenfrohe Billigimporte

Im Zuge der Globalisierung steht uns inzwischen ein viel größeres und vielfältigeres Spektrum an Materialien zur Verfügung. Zwar sind es nach wie vor Natursteinarten, die den Markt bestimmen. Dennoch sind Kalkstein, Sandstein, Marmor und Granit nun in vielfältigen Farbvariationen erhältlich. Stark diskutiert wird im Zuge dessen, der in den letzten Jahren enorm zugenommene Import von Grabsteinen aus asiatischen Ländern. Fast jeder dritte Grabstein auf deutschen Friedhöfen hat mittlerweile seinen Ursprung in Indien. Unmenschliche Produktionsbedingungen vor Ort ermöglichen hierzulande ein Preisniveau der farbenfrohen Steine, mit dem die einheimische Produktion nicht mithalten kann. Selbst die Wiederaufbereitung ausgedienter Grabmale ist verglichen mit den Importsteinen preislich nicht rentabel. Lediglich die Anfertigung der Inschrift fällt dabei noch in den Aufgabenbereich deutscher Steinmetze. Durch die Entwicklung eines entsprechenden Siegels soll dieser alarmierenden Entwicklung nun ein Ende gesetzt werden. In Zukunft können dann nur noch Grabsteine auf deutschen Friedhöfen zum Einsatz kommen, die unter menschenwürdigen Bedingungen gefertigt wurden und nachweislich frei von Ausbeutung und Kinderarbeit sind.

Individuelle Gestaltung, vielfältige Formen und Farben

War das Grabmal in früheren Zeiten noch auf den Ausdruck der Zugehörigkeit ausgerichtet, so geht es heutzutage immer mehr um Individualität. Grabsteine mit Kombinationen aus mehreren Materialien und ungewöhnlichen Formen erfreuen sich immer stärkerer Beliebtheit. Immer mehr Friedhöfe reagieren darauf mit einer Anpassung der Friedhofsordnung. Die Vorschriften zur Grabgestaltungen werden zunehmend lockerer gestaltet und es besteht mehr Freiheit für die Umsetzung der individuellen Wünsche.

Um dem Grabmal eine ganz persönliche Nuance zu verschaffen, werden in klassische Natursteinmaterialien Elemente aus Glas, Holz oder Metall integriert. Diese Kompositionen bewegen sich oftmals weg von traditionellen Designs und bilden neue und ungewöhnliche Formen. Auch in Porzellan gebrannte Porträts des Verstorbenen liegen wieder im Trend und werden häufig in Grabsteinarrangements eingesetzt.

Kaum ein anderer Stein bringt Individualität mehr zum Ausdruck als der Findling. Unverarbeitet und lediglich mit einer Inschrift versehen, ist er in Form und Farbe einzigartig und sorgt für das Alleinstellungsmerkmal des entsprechenden Grabmals. Auf immer mehr Friedhöfen kann man ihn inzwischen in allen verschiedenen Ausführungen bewundern. Aber auch ausgesuchte Basaltsäulen erhalten zunehmend Einzug in die Friedhofsanlagen. Der naturbelassene Charakter dieser Gesteinsarten transportiert dabei die Nähe zur Natur und versinnbildlicht die Wiedervereinigung mit der Erde nach dem Tod.

Beinhalten einige Grabinschriften nur Namen und Daten des Verstorbenen, so ist doch gerade in den letzten Jahren ein Trend zu personalisierten Inschriften zu verzeichnen. Zwar enthalten nur wenige noch Leitsprüche mit religiösem Bezug. Dennoch findet man immer mehr Grabinschriften, die einen individuellen Lebensbezug herstellen. Häufig auch originell und abgeklärt. Sprüche wie „Ich bin dann mal weg!“, „Wer früher stirbt, ist länger tot“ oder „Lach nicht, du bist der nächste.“ sind heutzutage keine Seltenheit mehr.

Der digitale Grabstein

Digitale Modernisierungen unseres postmodernen Zeitalters sind auch an der Grabsteinkultur nicht spurlos vorübergegangen. Heutzutage gibt es kaum noch jemanden, der kein Smartphone besitzt oder über das Tablet auch von unterwegs aus im Internet surfen kann. In Folge dessen findet man nun auch auf einigen Friedhöfen Grabsteine, die eine moderne Form des sprechenden Grabsteins verkörpern. Statt der üblichen Grabinschrift weist die Graboberfläche einen detailgenau gearbeiteten QR-Code auf, der mit einer entsprechenden App ausgelesen werden kann und das Abrufen online hinterlegter Informationen und Inhalte ermöglicht. So kann beispielsweise auf Fotos, Texte und sogar Videos des verstorbenen zugegriffen werden. Wesentliche Nachteile dieser Form des Grabmals sind jedoch, dass zum einen QR-Code-lesefähige Geräte benötigt werden, um auf die digitale Grabinschrift zuzugreifen. Zum anderen ist zwar die Beständigkeit des in Stein gearbeiteten Codes gewährleistet, die internetbasierten Inhalte jedoch bieten keine Garantie für ewiges Fortbestehen.

Eine weitere Variante des digitalen Grabsteins ist die Einbindung eines Flachbildschirms in die Komposition des Grabmals. Dabei erzählen Bilder, Videos oder Texte, die auf dem Display ausgespielt werden, Geschichten aus dem Leben des Verstorbenen. Die in den Niederlanden entwickelte Form des Andenkens an den Verstorbenen ist hierzulande indes kaum verbreitet, da dies laut Friedhofsordnung meist nicht zulässig ist. Eingeschaltet wird der Bildschirm mittels Fernbedienung und für die Stromversorgung sorgt ein eingebauter Akku, der zuweilen mit einer Solarzelle verbunden ist.



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