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    Urnenbestattung: Was ist ein Kolumbarium?

Urnenbestattung

Was ist ein Kolumbarium?

Die Beisetzung in Kolumbarien wird immer beliebter – nicht verwunderlich, dass immer mehr Friedhöfe und Krematorien diese Bestattungsform anbieten.

Beisetzung im Kolumbarium

Ein Kolumbarium ist eine oberirdische Grabkammer und besteht aus einem Raum, teilweise sogar aus einem ganzen Gebäude, in dessen Wänden kleine Kammern untergebracht sind. In den einzelnen Nischen der Urnenwand wird im Rahmen von Feuerbestattungen jeweils eine Urne beigesetzt. Das Kolumbarium befindet sich meist direkt auf dem Friedhofsgelände. Mittlerweile bieten in Deutschland aber auch einige Krematorien eine Beisetzung in ihrem angeschlossenen Kolumbarium an.

Geschichtlicher Hintergrund

Diese Art der Beisetzung ist wahrlich keine Erfindung der modernen Neuzeit. Die ältesten bisher entdeckten Kolumbarien finden sich in Rom und der Umgebung der italienischen Hauptstadt und wurden auf das erste Jahrhundert nach Christus datiert. Damals wurden diese Gebäude überwiegend als günstige Bestattungsart für die Sklaven der vermögenden Römer genutzt. Aber auch Menschen, die kein Geld für eine eigene Grabstelle hatten, konnten sich in den Urnenwänden kostengünstig bestatten lassen. Die Verstorbenen wurden in Urnen aus Ton in den Kammern beigesetzt und oberhalb der Nischen wurde eine kleine Namenstafel angebracht.

Während das Kolumbarium in den südlichen Ländern bereits eine lange Tradition hat, gibt es diese Urnenwände in Deutschland noch nicht so lange. Erst ab 1879 – als die Feuerbestattung eingeführt wurde – setzte sich nach und nach auch das Kolumbarium durch. Das erste deutsche Bestattungsgebäude dieser Art wurde 1892 auf dem Hauptfriedhof Gotha erreichtet. Noch heute sind deutschlandweit einige dieser ersten Kolumbarien erhalten. Zwar werden nicht mehr alle Gebäude für die Beisetzung genutzt, doch viele der eindrucksvollen Bauwerke stehen unter Denkmalschutz.

Heutzutage wird die Feuerbestattung als Bestattungsart immer beliebter. Entsprechend steigt auch die Zahl der Beisetzungen in Kolumbarien oder einer Urnenwand seit den 1990er Jahren kontinuierlich. Mittlerweile erlauben auch kirchliche Friedhöfe die Urnenbeisetzung (nachdem sich die Kirchen viele Jahrzehnte gegen diese Bestattungsform gewährt hatten) und erweitern ihre Friedhöfe um Kolumbariengebäude.

Verschiedene Formen des Kolumbariums

Die Gestaltung des Kolumbariums sowie die Größe und Form der Urnenwand und der Beisetzungskammern ist von den Regelungen der Friedhofsverwaltung abhängig. Neben den geschlossenen Räumen gibt es auch Kolumbarien unter freiem Himmel. Nach der Beisetzung wird die Urnennische mit einer Steinplatte verschlossen. Auf dieser finden sich – wie auch beim gewöhnlichen Grabstein – der Name sowie das Geburts- und Todesdatum des Verstorbenen. In der Regel handelt es sich bei der Abdeckplatte um eine aus Stein gefertigte Platte, in manchen Kolumbarien kann diese auch aus anderen Materialien, wie etwa Glas, bestehen. Das Nutzungsrecht für ein Urnengrab im Kolumbarium liegt meist bei zwanzig Jahren. Gewöhnlich kann dieses problemlos verlängert werden. Läuft das Nutzungsrecht ab und wird dieses nicht verlängert, wird die Asche in einem gesonderten Grabfeld auf dem Friedhof beigesetzt.

Traditionell wird im Kolumbarium kein Grabschmuck an der Urnenwand abgelegt. Einige Friedhöfe machen diesbezüglich jedoch eine Ausnahme und ermöglichen das Anbringen von Vasen an den Abdeckplatten, sodass Blumen mitgebracht werden können.

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Dieses Projekt wird kofinanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).
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