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Ökologische Bestattungen: Umweltbewusst über den Tod hinaus

Ökologische Bestattungen: Umweltbewusst über den Tod hinaus

Immer mehr Menschen ist es wichtig, dass ihre Bestattung und der Beisetzungsprozess möglichst ökologisch sind. In Ländern wie den USA oder Großbritannien sind die sogenannten Green Burials schon lange ein Thema. Wir erklären, welche Formen der ökologischen Bestattung aktuell in Deutschland möglich sind.

Was versteht man unter ökologischen Bestattungen?

In den Vereinigten Staaten und einigen europäischen Ländern sind die Bestattungsgesetze wesentlich lockerer als in Deutschland. Dadurch ergeben sich zwangläufig wesentlich vielfältigere Möglichkeiten der Bestattung. Generell haben Green Bruials den Anspruch, möglichst umweltschonend zu sein. So wird bei der Bestattung nicht nur darauf geachtet, dass die Umwelt nicht chemisch belastet wird, sondern auch die Bestattungsorte sollen natürlich erhalten bleiben.

Da die Kremation im Rahmen einer Feuerbestattung die Umwelt durch den hohen Energieverbrauch zu stark belastet, wird von einer Einäscherung meist abgesehen. Stattdessen kommen bei ökologischen Bestattungen umweltfreundliche Pappsärge oder Leichentücher aus Naturfasern zum Einsatz. Sollte doch eine Feuerbestattung gewählt werden, kann darauf geachtet werden, dass biologisch gut abbaubare Aschekapseln und Schmuckurnen gewählt werden.

Auch auf die besonders in den Vereinigten Staaten beliebte Einbalsamierung wird bei grünen Bestattungen verzichtet. Für gewöhnlich wird der Verstorbene einbalsamiert, wenn er ins Ausland überführt oder längere Zeit aufgebahrt werden soll. Dabei wird im Rahmen der hygienischen Totenversorgung das Blut des Leichnams durch die Einbalsamierungsflüssigkeit – eine Mixtur aus Formaldehyd, Chemikalien und Wasser – ersetzt. Auf diese chemische Konservierung des Leichnams wird bei Green Burials verzichtet. Muss der Körper des Verstorbenen einige Tage erhalten werden, wird er in einer Kühlkammer oder mit Eis gekühlt.


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Wesentlich radikaler ist die alkalische Hydrolyse oder auch Resomation als Bestattungsform. Dabei wird der Körper des Verstorbenen in einem Hochdruckbehälter durch eine heiße Lauge zersetzt. Während das Auflösen des Leichnams bei einer Erdbestattung mehrere Jahre dauert, benötigt der Resomator für diesen Prozess nur wenige Stunden. Alles, was im Anschluss vom Leichnam übrigbleibt, sind einige Knochenreste sowie eine Flüssigkeit aus den Bestandteilen des Toten. Je nach Anbieter wird diese entweder im Abfluss entsorgt oder als Dünger genutzt. Nicht weniger ausgefallen ist die Promession, bei der der Leichnam in -196 Grad kaltem flüssigen Stickstoff tiefgefroren, im Anschluss durch Vibration in Staub aufgelöst und das Granulat in einem Sarg kompostiert wird. Nach einigen Monaten soll das Granulat bereits biologisch abgebaut sein. Entwickelt wurde die Bestattungsmethode von der schwedischen Biologin Susanne Wiigh-Mäsak, aktuell ist es noch keine Promessionsanlage im Einsatz. Gänzlich umweltfreundlich ist jedoch auch diese beiden Methoden nicht, da auch für die Herstellung des Stickstoffs sowie für den Betrieb der jeweiligen Apparaturen Energie benötigt wird.

Grüne Friedhöfe

Da grüne Bestattungen zudem den Anspruch haben, die Natur nicht zu beeinträchtigen und den Bestattungsort weitestgehend unberührt zu lassen, werden die Gräber auf Naturfriedhöfen meist nicht gekennzeichnet. Es gibt auf einigen dieser Naturfriedhöfe zwar die Möglichkeit, das Grab vorübergehend mit einer kleinen Holztafel zu kennzeichnen, doch auch diese zersetzt sich im Läufe der Zeit auf natürliche Weise.

Ökologische Bestattungen in Deutschland

Das deutsche Bestattungsgesetz erlaubt aktuell keine grünen Bestattungen. Jedoch ist auch hierzulande eine allmähliche Lockerung der Gesetzgebung zu erkennen, wie am Beispiel der Baumbestattung deutlich wird. Auch Bestattungen ohne Sarg und im Leichentuch sind mancherorts mittlerweile möglich.

Bei Bestattungen in Deutschland kann jedoch trotzdem darauf geachtet werden, dass diese besonders umweltfreundlich sind. Ein kurzer Weg zum Grab sowie eine gute Erreichbarkeit der Grabstätte mit dem öffentlichen Nahverkehr sollte Leuten, denen die Umwelt besonders am Herzen liegt, wichtig sein. Auch bei der Grabpflege kann man Rücksicht auf die Umwelt nehmen. Heimische Grabpflanzen sind exotischen Pflanzen zu bevorzugen. Außerdem sollte man darauf achten, dass diese winterhart und mehrjährig sind. Diese Pflanzen bieten nicht nur der Tierwelt Vorteile, sondern benötigen zudem deutlich weniger Gießwasser. Grabsteine, die von einem lokalen Steinmetz angefertigt wurden und einen kurzen Transportweg haben, wirken sich positiv auf die CO2-Bilanz auf.

Festzuhalten gilt jedoch: Auch die klassischen Erd- oder Feuerbestattungen sind in Deutschland so geregelt, dass sie nicht umweltschädlich sind. Zwar entstehen bei Kremationen Emissionen, diese sind aber so gering, dass sie nicht groß ins Gewicht fallen. Mittlerweile nutzen zudem immer mehr Krematorien die entstehende Abwärme für Fernheizwerke. Ebenso werden bei Erdbestattungen Särge und Kleidung aus unbedenklichen Materialien verwendet. Und wer auf den Sarg aus exotischen Hölzern verzichtet und stattdessen ein ökologischer Sarg aus einheimischem Holz nutzt, kann sein Umwelt-Gewissen noch ein bisschen mehr beruhigen.



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