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    Grabrede: Am Grab die richtigen Worte für den Verstorbenen finden

Grabrede

Am Grab die richtigen Worte für den Verstorbenen finden

Die Grabrede ist eine besondere Art der Trauerrede, die am Grab von Angehörigen, Freunden oder einem Grabredner gehalten wird. Sie beleuchtet das Leben und den Charakter des Verstorbenen und richtet sich an die trauernden Hinterbliebenen.

Häufig Gestelle Fragen – Grabrede


Wer hält die Grabrede?

Die Grabrede kann sowohl von einem Angehörigen als auch von einem professionellen Trauerreder oder einem Pfarrer gehalten werden. Die Rede eines Familienmitgliedes, das den Verstorbenen kannte, wird zwar deutlich persönlicher sein als die eines Trauerredners, doch für viele Hinterbliebene ist der Schmerz und der Druck, die richtigen Worte zu finden, zu groß. Setzen Sie sich daher nicht selbst unter Druck - falls Sie sich das Halten der Grabrede nicht zutrauen, beauftragen Sie einen Trauerredner und nehmen Sie sich selbst die Zeit für die Abschiednahme.


Warum hält man eine Grabrede?

Die Grabrede ist eine Möglichkeit, dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen und die letzte Möglichkeit, sich von der verstorbenen Person mit einem Abschiedsritual zu verabschieden. Durch das Erzählen von Anekdoten, der Beschreibung des Charakters oder Erwähnung der entscheidenden Lebensstationen können die Hinterbliebenen am Grab des Verstorbenen gedenken, sich mit dem Verlust befassen und Abschied vom geliebten Menschen nehmen. Daher kann die Gradrede auch für die Trauerbewältigung hilfreich sein. Das gemeinsame Trauern mit den anwesenden Trauergästen wird von vielen Menschen als emotional entlastend empfunden.

Trauerredner

Die Trauerrede kann sowohl von Angehörige als auch von einem Trauerredner übernommen werden. Dieser Trauerredner kann ein Pfarrer oder ein weltlicher, konfessionsloser Redner sein. Um sich auf die Grabrede vorzubereiten, wird dieser im Vorfeld ein persönliches Gespräch mit den Angehörigen führen und Informationen über den Verstorbenen sammeln. Die Kosten für einen freien Redner, der die Rede im Rahmen einer nicht-religiösen Trauerfeier hält, belaufen sich je nach Aufwand und Länge des Rede auf 150 bis 600 Euro. Soll die Grabrede von einem kirchlichen Trauerredner übernommen werden, stellt die zuständige Kirchengemeinde diesen meist kostenlos.

Selbstverständlich muss die Grabrede nicht von einem professionellen Redner gehalten werden – auch Angehörige, Freunde, Kollegen und Vereinskameraden Grußworte oder Nachrufe können am Grab einige Worte sprechen.

Inhalt einer Grabrede

Inhaltlich entspricht die Grabrede in der Regel einer Trauerrede. Je nach Witterungsbedingung muss bei einer Grabrede unter Umständen auf moderne Medien verzichtet werden. Im Vergleich zur Trauerrede fällt die Grabrede aufgrund fehlender Sitzmöglichkeiten meist kürzer aus. Durchschnittlich dauert sie meist drei Minuten.

Die Grabrede kann sich beispielsweise mit folgenden Themen beschäftigen:

  • Charakter des Verstorbenen
  • Lebensgeschichte, Beruf und Hobbys
  • Stellung innerhalb der Familie, innerhalb seines sozialen Umfeldes, innerhalb der Gesellschaft
  • Todesumstände, beispielsweise Krankheit, Unfall oder Suizid
  • Hintergründe zu Ort und Art der Trauerfeier
  • Nachrufe von Vereinen, Freunden, Kollegen

Weitere Themen für die Grabrede können sein:

  • Lebensweisheiten, Gedichte, Psalme oder Zitate
  • Referenzen zu historisch oder persönlich bedeutsamen Daten, zum Beispiel der ersten Mondlandung oder der Mauerfall
  • Überleitungen zu rituellen Aktivitäten, wie etwa dem Abhalten einer Gedenkminute

Gliederung einer Grabrede

Für die Grabrede ist nicht nur Inhalt wichtig, sondern auch, wie die Rede vorgetragen wird. Doch wie baut man eine Grabrede auf, damit sie für die Zuhörer interessant ist? Generell sollte darauf geachet werden, dass die Rede sinnvoll gegliedert ist. Für diese Gliederung kann man der klassischen Form aus Einleitung, Hauptteil und Schluss folgen, aber auch andere Gliederungen sind möglich. Nachfolgend ein Beispiel, wie die Grabrede aufgebaut werden kann.

1. Einleitung

Zu Beginn sollte der Redner die Trauernden begrüßen und sich selbst vorstellen. Da nicht alle Anwesenden den Redner kennen, ist es hilfreich zu erwähnen, in welcher Beziehung dieser zum Verstorbenen steht. Der Redner kann bei der Einleitung auch darauf eingehen, was der Tod des Verstorbenen für ihn bedeutet, wie er mit der Trauer umgeht. Übrigens: Je nachdem wie nahe Sie dem Verstobenen und den Anwesenden stehen, können die Trauergäste geduzt oder gesiezt werden - entscheiden Sie selbst, mit welcher Ansprache Sie sich wohler fühlen.

2. Todesumstände

Im zweiten Teil können die Hintergründe des Todes thematisiert werden. Dieser Punkt kann abhängig vom Sterbeweg entscheidend für den Verlauf der Grabrede sein, beispielsweise wenn der Verstorbene durch den Tod eine Erlösung nach langer, schwerer Krankheit oder einen friedlichen Tod im hohen Alter erfahren hat. Die Lebenssituation vor Eintritt des Todes sollte thematisiert werden.

3. Erinnerung

Der Teil des Erinnerns bildet den Hauptteil einer Grabrede. Darin sollten besondere Ereignisse und Tätigkeiten aus dem Leben des Verstorbenen aufgeführt werden. Dazu zählen der Beruf, besondere Hobbys, Vereinstätigkeiten, eine Heirat und weitere Dinge, die den Verstorbenen ausgemacht haben. Daten besonderer Ereignisse können ebenfalls aufgegriffen werden. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass viele Anwesenden den Verstorbenen gut kannten und allzu oberflächliche Informationen ausgelassen werden können.

Sie können auch eine Anekdote, ein Erlebnis oder eine persönliche Erinnerung, die Sie an den Verstorbenen haben, mit der Trauergemeinde teilen.

4. Der Nachlass

In diesem Teil einer Grabrede sollte darauf eingegangen werden, was der Verstorbene hinterlässt. Dies können besondere Auszeichnungen, bestimmte Werte, Lebensweisheiten oder besondere Tätigkeiten sein, die weitergeführt werden sollen.

5. Schluss

Der letzte Teil einer Grabrede sollte den Hinterbliebenen Mut für die Zukunft schenken. An dieser Stelle sind Wünsche angebracht, die Hoffnung wecken oder ermutigen. Die Hinterbliebenen sollen spüren, dass sie nicht alleine trauern und Beistand in ihrem Umfeld erhalten.

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Historischer Hintergrund der Grabrede

Die ersten sogenannten Leichenpredigten gab es bereits im 16. Jahrhundert in der protestantischen Kirche. Allerdings waren diese frühen Trauerreden eher reguläre Predigten, in denen der Verstorbene an wenigen Stellen erwähnt wurde. Erst im Laufe des 17. Jahrhunderts lag der Fokus im Trauergottesdienst mehr und mehr auf dem Verstorbenen, Trauergedicht, Trauerkompositionen und Trauerschriften fanden ihren Einzug. Aus der Leichenpredigt entwickelte sich mit der Zeit die Grabrede. Bis heute zählt die Grabrede – egal ob weltlich oder religiös – als Variante der Trauerrede zu den üblichen Bräuchen während einer Trauerfeier.

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